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Scholary Paper (Seminar), 2005, 28 Pages
Author: Claudia Nickel
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: University of Stuttgart (Institut für Linguistik)
Tags: Deutsche, Dialekte, Allgemeinen, Einführung, Soziolinguistik
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-50335-8
ISBN (Book): 978-3-638-73494-3
File size: 729 KB
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Abstract
In Mittel- und Süddeutschland, in Österreich und in der Schweiz sprechen viele Menschen auch in nicht-privaten Situationen mit einer abgeschwächten oder starken dialektalen Färbung. Von Norden nach Süden (zunehmendes Nord/Südgefälle) findet der Dialekt immer mehr Akzeptant; in der Schweiz wird er auch in vielen öffentlichen Situationen gesprochen. Viele Sprachforscher teilen die Bandbreite zwischen Ortsdialekten und genormter Standardsprache in drei Schichten ein: den Ortsdialekt, eine regionale Umgangssprache und die Standardsprache. Das vorliegende Buch gibt kurz und prägnant Aufschluß über die deutschen Dialekte im Allgemeinen und stellt, wenn möglich, eine Verknüfung zur deutschen Standardsprache bzw. Hochsprache her.
Excerpt (computer-generated)
Universität Stuttgart
Institut für Linguistik
Abteilung Germanistik
Seminararbeit
Proseminar: Einführung in die Soziolinguistik
Sommersemester 2005
Einführung in die Soziolinguistik
Deutsche Dialekte im Allgemeinen
von
Claudia Nickel
Fachsemesteranzahl: 3
Linguistik / Magister
Inhalt
0. Vorwort 3
1. Sprache und Dialekt 4
1.1. Definition: Sprache 4
1.2. Definition: Hochsprache 5
1.3. Definition: Gemeinsprache 6
1.4. Definition: Umgangssprache 6
1.5. Definition: Dialekt 7
2. Definitorisches: Dialekt vs. Sprache 8
3. Verteilung der deutschen Mundarten um 1900 10
4. Deutsche Mundarten im deutschsprachigen Raum und die Ansiedlung der Deutschen je nach Ursprung 11
5. Die Benrather Linie und ihre Weiterführung 12
6. Deutsche Mundarten und Dialekte und ihre Einteilung 13
7. Die zweite Lautverschiebung als Kriterium der Dialektgliederung im deutschen Sprachraum 14
8. Weitere strukturbildende Faktoren für die Sprachentwicklung in der deutsche Dialektlandschaft 18
9. Geographische Verteilung der Dialektkenntnis 20
10. Die sozialen Schichten und ihre Sprachen 21
11. Wechsel zwischen Standardsprache und Dialekt 22
12. Hyperkorrektheit 23
13. Einige berühmte Vertreter deutscher Dialektsprecher 24
14. Schlussbemerkung 25
15. Abkürzungsverzeichnis 26
16. Literaturverzeichnis 27
0. Vorwort
In Mittel- und Süddeutschland, in Österreich und in der Schweiz sprechen viele Menschen auch in nicht-privaten Situationen mit einer abgeschwächten oder starken dialektalen Färbung 1. Von Norden nach Süden (zunehmendes Nord/Südgefälle) findet der Dialekt immer mehr Akzeptant; in der Schweiz wird er auch in vielen öffentlichen Situationen gesprochen. Viele Sprachforscher teilen die Bandbreite zwischen Ortsdialekten und genormter Standardsprache in drei Schichten ein: den Ortsdialekt, eine regionale Umgangssprache und die Standardsprache.
1. Sprache und Dialekt
Als bisher unbefriedigend gelten die bis zur Gegenwart andauernden Versuche Dialekt und Sprache voneinander abzugrenzen, auch ist es - wohl aufgrund individuell abweichender Verhältnisse - offenbar unmöglich, hinsichtlich aller Nationalsprachen und Sprachvarietäten gemeinsam verwendbare Oberbegriffe zu finden.
Vorweg ist es notwendig einige Begriffe zu definieren, um verstehen zu können, wie sich Dialekte in das "Gesamtbild" der Kommunikationsmittel des Menschen einfügen.
1.1. Definition: Sprache
Sprache ist ein Kommunikationsmittel des Menschen und ist gekennzeichnet durch die Verwendung arbiträrer (willkürlicher) gesprochener oder geschriebener Symbole mit festgelegter Bedeutung. Sprache lässt sich definieren als Zeichensystem zum Zweck der Kommunikation. Im weitesten Sinn werden neben den so genannten natürlichen Sprachen auch künstliche Sprachen (wie beispielsweise Welthilfssprachen oder Programmiersprachen in der EDV) sowie die Kommunikationsmittel der Tiere dazu gerechnet.
Einige Linguisten betrachten die Sprache als Form des Denkens und der Kognition. Die Frage, wie viele Sprachen auf der Welt gesprochen werden, lässt sich nicht exakt beantworten. Die Angaben schwanken zwischen 3 000 und 5 500 Einzelsprachen. Naturgemäß ist es schwierig, Dialekte von Sprachen zu unterscheiden, da die Übergänge oft fließend sind.
Im Übrigen hängt die Antwort auch davon ab, welche Kriterien man bei der Klassifizierung der Sprachen anwendet. Bei vielen Sprachen sind die Verwandtschaftsverhältnisse noch nicht geklärt, und es besteht bei verschiedenen Sprachwissenschaftlern keine Einigkeit über die Zuordnung zu Sprachfamilien.
1.2. Definition: Hochsprache
Hochsprache ist diejenige sprachliche Varietät, die sich während der Sprachgeschichte gegenüber anderen Dialekten und Varietäten durchsetzen konnte.
Wichtigstes Kennzeichen einer Hochsprache ist die Existenz einer standardisierten schriftlichen Form. Natürliche Sprachen lassen sich unterteilen in: Hochsprache, Umgangssprache, Gemeinsprache, Dialekt, Slang und Sondersprache. In vielen Fällen wird die Hochsprache als Pendant zur Umgangssprache gesehen.
Das Aufkommen und die Erhaltung einer Hochsprache werden in vielerlei Hinsicht begünstigt: Im Rahmen von Sprachpolitik und Sprachpflege wird der häufige Gebrauch der Hochsprache in Anlehnung an die schriftsprachliche Norm gefördert. Daneben spielt auch die - künstlich geförderte - öffentliche Sprache (Sprache der Medien), die möglichst frei von dialektalen Einflüssen zu sein hat, eine Rolle.
Die Hochsprache eint zwar die Sprecher einer Landessprache, doch reicht die praktizierte Sprache der meisten Sprecher kaum an den genormten Standard heran; Hochsprache gilt zudem als künstliche Sprache.
[....]
1 Schwitalla,Johannes: Gesprochene Sprache, 2. überarbeitete Auflage, Schmidt Verlag 2003 (künftig zitiert: Schwitalla), S. 48.
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