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Scientific Study, 2005, 41 Pages
Author: Jens Geissler
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Tags: Alternative, Finanzierungsmöglichkeiten, Fußballvereine, Berücksichtigung, Schechter-Anleihe
Year: 2005
Pages: 41
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 33 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-50346-4
ISBN (Book): 978-3-638-66388-5
File size: 287 KB
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Abstract
Der gesamte Bericht befasst sich mit dem Thema von möglichen Finanzierungsalternativen für Vereine der Fußball-Bundesliga. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Schechter- Anleihe gelegt. Dadurch, dass der Kirch-Media Konzern im Jahre 2002 Insolvenz anmelden musste, ist den Bundesligisten ein Großteil ihrer Einnahmequellen genommen worden. Obwohl ein neuer Fernsehvertrag ausgehandelt werden konnte, sind die Einnahmen nach dem April 2002 deutlich unter das ehemals hohe Niveau gesunken. Durch diesen unerwarteten Einbruch sind viele Vereine plötzlich um ihre Haupteinnahmequelle gebracht worden. Folgen davon sind, dass das Level der Spielergehälter gesunken ist und nicht mehr so viel Geld für Spielertransfers zur Verfügung steht. Weiterhin entwickelt sich die Schere zwischen den armen und reichen Vereinen immer weiter auseinander. Zusätzlich haben die reichen, größeren Vereine wie Bayern München und Schalke 04 bessere Möglichkeiten, Finanzierungsalternativen in Anspruch zu nehmen als kleinere. Nachdem alle Vereine der ersten Fußball-Bundesliga ihre Profifußball-Abteilung vom Hauptverein ausgegliedert und sie in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt haben, entwickeln sich neue Möglichkeiten für die Bundesliga-Klubs Eigenkapital zu beschaffen. Dies erscheint umso wichtiger vor dem Hintergrund der Einführung von Basel II und dem damit einhergehenden Rückzug der Banken aus dem Kreditgeschäft mit Fußball-Vereinen. Durch die Umstrukturierung des Vereins ergeben sich zusätzliche Finanzierungsalternativen zur bisherigen Innenfinanzierung über TV-Honorare, Ticketing und Merchandising. Durch die neu entstandenen Möglichkeiten ergeben sich Alternativen wie der Börsengang, Mezzanine-Finanzierung und die Finanzierung über Anleihen.
Excerpt (computer-generated)
Alternative Finanzierungsmoeglichkeiten für Fussballvereine
unter besonderer Beruecksichtigung der Schechter-Anleihe
von: Jens Geissler
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 5
2 Finanzierung 6
2.1 Definition des Finanzierungsbegriffs 6
2.2 Ziele der Finanzierung 7
2.3 Arten der Finanzierung 7
3 Anleihen 9
3.1 Definition der Anleihe 9
3.2 Unterschiedliche Anleihetypen 9
3.3 Asset Backed Securities 11
4 Gründe für die Finanzierungskrise im deutschen Profifußball 12
4.1 Die Kirch-Pleite 12
4.2 Wachsender Verschuldungsgrad der Profivereine 12
4.3 Rückzug der Banken aus dem Fußball-Geschäft 13
4.4 Schere zwischen Arm und Reich 13
4.5 Zwischenfazit 15
5 Finanzierungsmöglichkeiten für Fußballvereine 16
5.1 Vereinsstruktur vs. Kapitalgesellschaften 16
5.2 Möglichkeiten alternativer Finanzierungswege 20
5.3 Die Schechter-Anleihe 26
5.3.1 Definition der Schechter-Anleihe 26
5.3.2 Zu erfüllende Voraussetzungen 27
5.3.3 Verwendungszweck 27
5.3.4 Resultierende Chancen und Risiken 28
6 Fazit 30
Literaturverzeichnis 31
Glossar 32
Abbildungsverzeichnis 35
Verzeichnis der Anhänge 36
Anhang 1: Eigenkapitalauslastung der Bundesligisten 37
Anhang 2: Wachstum der Zuschauerzahlen nach dem Stadionaus-/Stadionneubau 38
Anhang 3: Einnahmen der Vereine durch ihren Hauptsponsor 39
Anhang 4: Merchandising in der 1. und 2. Bundesliga 40
Zusammenfassung
Der gesamte Bericht befasst sich mit dem Thema von möglichen Finanzierungsalternativen für Vereine der Fußball-Bundesliga. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Schechter- Anleihe gelegt. Dadurch, dass der Kirch-Media Konzern im Jahre 2002 Insolvenz anmelden musste, ist den Bundesligisten ein Großteil ihrer Einnahmequellen genommen worden. Obwohl ein neuer Fernsehvertrag ausgehandelt werden konnte, sind die Einnahmen nach dem April 2002 deutlich unter das ehemals hohe Niveau gesunken. Durch diesen unerwarteten Einbruch sind viele Vereine plötzlich um ihre Haupteinnahmequelle gebracht worden. Folgen davon sind, dass das Level der Spielergehälter gesunken ist und nicht mehr so viel Geld für Spielertransfers zur Verfügung steht. Weiterhin entwickelt sich die Schere zwischen den armen und reichen Vereinen immer weiter auseinander. Zusätzlich haben die reichen, größeren Vereine wie Bayern München und Schalke 04 bessere Möglichkeiten, Finanzierungsalternativen in Anspruch zu nehmen als kleinere.
Nachdem alle Vereine der ersten Fußball-Bundesliga ihre Profifußball-Abteilung vom Hauptverein ausgegliedert und sie in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt haben, entwickeln sich neue Möglichkeiten für die Bundesliga-Klubs Eigenkapital zu beschaffen. Dies erscheint umso wichtiger vor dem Hintergrund der Einführung von Basel II und dem damit einhergehenden Rückzug der Banken aus dem Kreditgeschäft mit Fußball-Vereinen. Durch die Umstrukturierung des Vereins ergeben sich zusätzliche Finanzierungsalternativen zur bisherigen Innenfinanzierung über TV-Honorare, Ticketing und Merchandising. Durch die neu entstandenen Möglichkeiten ergeben sich Alternativen wie der Börsengang, Mezzanine-Finanzierung und die Finanzierung über Anleihen.
Die Schechter-Anleihe gehört somit zur Außenfinanzierung über Fremdkapitalgeber. Dabei ist zu beachten, dass der Fremdkapitalgeber nur die Gläubiger-Position einnimmt, jedoch kein Mitspracherecht oder eine Gewinnbeteiligung erhält. Er wird damit kein Anteilseigner. Die Schechter-Anleihe hat ihren Namen durch ihren Begründer, Stephen Schechter, erhalten und ist besonders in England ein gängiges Mittel zur Finanzierung von Stadionneu- und Stadionausbauten. Schechter selbst tritt als Mittelsmann zwischen dem Geldnehmer und den Geldgebern auf. Vereine wie Schalke 04, die eine Anleihe in Höhe von 80 Millionen Euro aufgenommen haben, treten an ihn heran. Schechter überprüft ihre Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf ihre Zuschauereinnahmen, durch die die Rückzahlung gewährleistet wird und bei positivem Befund beschafft er das nötige Kapital bei Investoren aus Großbritannien und Amerika. Der Vorteil der Schechter-Anleihe liegt darin begründet, dass Vereine auf einen Schlag ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Banken ablösen können und in eine langfristige Verbindlichkeit umwandeln. Diese wird dann als Annuität jährlich mit derselben Summe zurückgezahlt. Somit haben Vereine kurzfristig am Ende einer Saison mehr Geld auf der Einnahmeseite, da sie, anstatt viele einzelne Kredite zu tilgen, deren Summe enorm ist, nur noch einen einzigen Kredit zurückzahlen müssen, dessen Summe insgesamt niedriger liegt. Auf diese Weise entsteht finanzieller Freiraum, der daraufhin in Spielermaterial investiert werden kann. Dies trägt dazu bei, dass der Verein erfolgreicheren Fußball spielen kann als zuvor, da bessere Spieler eingekauft werden können als zuvor.
Vorwort
Im Rahmen des Betriebwirtschafsstudiums an der Fontys Internationale Hogeschool Economie in (FIHE) in Venlo, Niederlande, verfassen die Studierenden des vierten Studienjahres einen wirtschaftlichen Bericht zu einem Thema ihrer Wahl. Dieser Bericht dient als Vorbereitung auf die Diplomarbeit. Das Thema dieses Berichtes ist die Schechter-Anleihe. Da ich mich schon seit sehr vielen Jahren für den Bereich Fußball interessiere, war für mich klar, das ich mein frei gewähltes Thema mit diesem Gebiet kombiniere. Da die Schechter-Anleihe eine reizvolle Finanzierungsform darstellt, über die viele Bundesligisten nachdenken, lag es für mich nahe, mich diesem Thema zu widmen. Auf diese Weise kann ich meine persönlichen Interessen mit denen der Fachhochschule verknüpfen. Für die Unterstützung durch meinen betreuenden Dozenten, Herrn Christian Lehmann, bei der Durchführung meiner Arbeit bedanke ich mich. Kaarst, 13. Oktober 2005
1 Einleitung
Im Rahmen des Studiums an der Fontys Internationale Hogeschool Economie (FIHE) in Venlo, Niederlande, verfassen die Studenten/innen des vierten Studienjahrs einen Bericht über ein wirtschaftliches Thema ihrer Wahl. Voraussetzung für eine bestmögliche Bearbeitung des Berichts ist eine tief greifende Literaturrecherche. Der Bericht dient als Vorbereitung für die anstehende Diplomarbeit.
Das Ziel der Untersuchung liegt darin, zu durchleuchten, welche Finanzierungsalternativen für Fußballvereine der ersten Fußball-Bundesliga in Frage kommen. Der Bericht befasst sich mit der Problemstellung der Fußball-Bundesligisten, die nach dem Konkurs der Kirch-Media AG einen Großteil ihres Etats auf eine neue Weise finanzieren müssen, da die Fernsehgelder durch den Kirch-Konzern nicht mehr so üppig ausfallen, wie dies vertraglich vereinbart wurde. Dabei wird die Finanzierungsform der Schechter-Anleihe genauer in Betracht gezogen. Dazu muss zuerst erläutert werden, wieso die Notwendigkeit für Fußball-Vereine besteht, sich mit alternativen Finanzierungsformen auseinander zu setzen. Es werden daher Gründe gesucht, die dazu geführt haben, dass sich die aktuelle Lage der Bundesligisten so darstellt, dass ihnen mehr und mehr Finanzierungsquellen versiegen und sie sich deshalb auf die Suche nach Alternativen begeben müssen. Da der Bericht sein Hauptaugenmerk auf die Schechter-Anleihe legt, müssen einleitend die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme einer solchen Anleihe erörtert werden.
Kapitel zwei und Kapitel drei befassen sich mit der reinen Theorie der Finanzierung und Anleihen. Dabei steht im Vordergrund, einen Einstieg zum Thema zu finden, welches sich nachher in den speziellen Bereich aufgliedert. Das vierte Kapitel befasst sich mit den Gründen für die Finanzierungskrise im deutschen Profifußball. Dabei wird vor allem auf die angesprochene Kirch-Pleite und die wachsende Schere zwischen armen und reichen Vereinen eingegangen. Das fünfte Kapitel befasst sich mit möglichen Finanzierungsalternativen für die Fußball- Bundesligisten. Dabei wird zuerst erläutert, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen, um in ihrer Entscheidungswahl wirklich frei zu sein. Nach einer kurzen Darstellung verschiedener Alternativen wird dann ausführlich die Schechter-Anleihe erörtert. Hierbei stehen ihr Verwendungszweck und die resultierenden Chancen und Risiken im Vordergrund. Zuletzt wird ein Fazit gezogen, in dem sich damit beschäftigt wird, ob das Ziel des Berichtes erreicht werden konnte oder nicht.
2 Finanzierung
2.1 Definition des Finanzierungsbegriffs
Vor der ausführlichen Erläuterung des Begriffs Finanzierung, wird eine kurze, prägnante Beschreibung des Begriffs geliefert, damit im Vorhinein eine grobe Übersicht einer Definition geschaffen wird.
„Finanzierung ist die Gestaltung betrieblicher Zahlungsströme. Sie lässt sich bilanziell erklären als Bilanzverlängerung oder –verkürzung, Aktiv- oder Passivtausch.“1 In der Literatur lässt sich keine einheitliche Definition des Finanzierungsbegriffes finden. Vielmehr läuft die Definitionssuche darauf hinaus, dass ebenso viele Definitionen wie Autoren zu finden sind. Diese Unterschiede ergeben sich im Wesentlichen aus dem unterschiedlichen Umfang des Finanzierungsbegriffes und einer uneinheitlichen Interpretation des Kapitalbegriffes2. Eng gefasst, fällt unter Finanzierung lediglich die Beschaffung von Eigenkapital oder aber die Kapitalbeschaffung für Anlageinvestitionen.3 Die weite Fassung des Finanzierungsbegriffes beschreibt dagegen die Summe aller Kapitaldispositionen im Leben eines Unternehmens. Aus der Reihe von Finanzierungsdefinitionen mit zunehmender Begriffsausdehnung hat sich die Definition der „Finanzierung als Gestaltung betrieblicher Zahlungsströme“ am meisten durchgesetzt.4 Unter dem Gesichtspunkt des Betriebsprozesses gehören dazu vor allem Maßnahmen der Mittelbeschaffung und -rückzahlung und die Zahlungs-, Informations-, Kontroll- sowie Sicherungsbeziehungen zwischen Unternehmen und Kapitalgebern.5 Weiterhin führen verschiedene Finanzierungsformen zu Veränderungen der Bilanzstruktur. Dabei sind an dieser Stelle die Begriffe Bilanzverlängerung, -verkürzung, Aktiv- und Passivtausch angesprochen. Von einer Bilanzverlängerung ist die Rede, wenn zusätzliche Geldmittel dem Unternehmen zugeführt werden, die das Eigenkapital oder Fremdkapital betreffen. Dies geschieht bei einer Kreditaufnahme, wodurch die Aktivseite der Bilanz in Form der Kasse und die Passivseite durch Erhöhung der Verbindlichkeiten berührt werden.
Der Aktivtausch befasst sich mit der Geldmittelbeschaffung durch den Verkauf von Grundstücken oder Wertpapieren, die daraufhin den Kassenbestand erhöhen. Demnach ist nur die Aktivseite der Bilanz betroffen. Einem Aktivkonto fließt ein bestimmter Wert zu, der gleichzeitig einem anderen Aktivkonto abgeführt wird. Auch der Passivtausch ist ein gängiges Mittel zu Finanzierungszwecken. Hierbei wird das Ziel verfolgt, künftige Auszahlungen für das aufgenommene Fremdkapital zu vermeiden oder zu senken. Dies geschieht, wenn Verbindlichkeiten konsolidiert werden. In diesem Fall bedeutet Konsolidierung die Ablösung kurzfristiger Verbindlichkeiten durch langfristige. Der Passivtausch beeinflusst die Bilanzsumme ebenso wenig wie der Aktivtausch. Bei der Bilanzverkürzung nehmen Gesamtvermögen und Gesamtkapital eines Unternehmens um den gleichen Wert ab. Dies kann durch Rückzahlung von Fremd- und/oder Eigenkapital oder durch Ausschüttung von Gewinnen geschehen.6
2.2 Ziele der Finanzierung
Die Ziele der Finanzierung liegen vor allem darin, dass finanzielle Gleichgewicht des Unternehmens aufrecht zu erhalten. Dazu besteht die Notwendigkeit der Wahrung der Liquidität und der Ermittlung des Kapitalbedarfs. Diese beiden Begriffe gehören zum übergeordneten Thema der Finanzplanung. Die Liquidität ergibt sich aus den Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen. Wenn zwingend fällige Zahlungsansprüche dauerhaft nicht erfüllt werden können, kann dies das Ende des Unternehmens bedeuten, in Form des Konkurses oder einem gerichtlichen Vergleich.7 Der Kapitalbedarf entsteht durch Ein- und Auszahlungsströme, die sich im Zeitablauf nicht entsprechen. Der Kapitalbedarf ist die Summe aller kumulierten Auszahlungen - Anschaffungskosten zuzüglich Kapitalkosten - abzüglich der kumulierten Einzahlungen. 8 Durch eine wirkungsvolle Finanzplanung lassen sich Hinweise ableiten, wie die betrieblichen Zahlungsströme zu ändern sind, um zukünftige Zahlungsschwierigkeiten zu vermeiden. 9 Weiterhin ermöglicht die Ermittlung eines zukünftigen Kapitalbedarfs die Angabe spezieller Ziele für die Kapitalausstattung und Kapitalverwendung. Eine genaue Übersicht und die Einhaltung der Vorgaben führen wiederum dazu, dass Gewinn für das eingesetzte Kapital erwirtschaftet werden kann.
2.3 Arten der Finanzierung
[...]
1 Däumler, 1997, S. 18.
2 Vgl. Däumler, 1997, S. 15.
3 Vgl. Däumler, 1997, S. 15.
4 Vgl. Däumler, 1997, S. 16.
5 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzierung, Abfrage am27.07.2005
6 Vgl. Däumler, 1997, S. 17f.
7 Vgl. Däumler, 1997, S. 34.
8 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalbedarf, Abfrage am 27.07.2005
9 Vgl. Däumler, 1997, S. 47.
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