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Königinnen der Lüfte

Subtitle: Biographien berühmter Fliegerinnen wie Elly Beinhorn, Hanna Reitsch, Amelia Earhart, Jacqueline Auriol und Jacqueline Auriol

Textbook, 2001, 99 Pages
Author: Ernst Probst
Subject: Biographies

Details

Category: Textbook
Year: 2001
Pages: 99
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V555
ISBN (E-book): 978-3-638-10378-7
ISBN (Book): 978-3-638-93415-2
File size: 324 KB
Notes :
Königinnen der Lüfte präsentiert Biographien berühmter Fliegerinnen wie Elly Beinhorn, Hanna Reitsch, Amelia Earhart, Jacqueline Auriol und Jacqueline Auriol. Zahlreiche Abbildungen.


Abstract

Welche Deutsche wurde der erste weibliche Flugkapitän, flog als erste Frau einen Hubschrauber und stellte mehr als 40 Rekorde aller Klassen und Flugzeugtypen auf? Die Antwort lautet: Hanna Reitsch (1912-1979). Sie ist eine der zahlreichen "Königinnen der Lüfte", die in dem gleichnamigen Buch von Ernst Probst in Wort und Bild vorgestellt werden. Hanna Reitsch wollte im Alter von vier Jahren mit ausgebreiteten Armen vom Balkon des Elternhauses springen. Als ihre Mutter dies verhinderte und sagte: "Kind – dann wärst du ja tot", fragte Hanna: "Wär ich dann beim lieben Gott? Tät er mich dann fragen: "Hanna, woll'n wir's hageln lassen?" Damals imponierte ihr nichts mehr als ein starker Hagel. Tollkühn war auch die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn, die ein legendenumwobenes Leben führte und die sportlichen Anfänge der Fliegerei prägte. Früh wurde sie von dem deutschen Fliegeridol Ernst Udet (1896-1941) gewarnt: "Liebes Kind, wenn du so weitermachst, fällst du bald anständig auf die Schnauze". Wenige Wochen später blieb nach einem Absturz von ihrem ersten kleinen Flugzeug nur noch ein Trümmerhaufen übrig und Elly telegraphierte an Udet: "Vorausgesagter Bruch hat planmäßig stattgefunden". Zu den "Königinnen der Lüfte" zählt Ernst Probst auch die Französin Jacqueline Auriol (1917-2000), die als erste Frau schneller als der Schall flog. Sie und die Amerikanerin Jacqueline Cochran – ein Findelkind, dessen genaues Alter und richtiger Name nicht bekannt sind - erkämpften sich abwechselnd den Ruf, die "schnellste Frau der Welt" zu sein. Furore in der Fliegerwelt machten auch Florence "Pancho" Barnes (1901-1975) als erste amerikanische Stuntpilotin, Melli Beese-Boutard (1886-1925) als erste deutsche Pilotin, Anne Morrow-Lindberg (1906-2001) als erste amerikanische Segelfliegerin, Katherine Stinson (1891-1977) als erste Himmelsschreiberin, Käthe Paulus (1868-1935) als erste deutsche Fallschirmspringerin und Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg (1903-1945) als deutsche Testpilotin. Nicht wenige "Königinnen der Lüfte" kamen bei Flugzeugabstürzen ums Leben. Manche von ihnen - wie die Amerikanerin Amelia Earhart (1897-1937), die erste Frau, die zwei Mal den Atlantik überflog, und die britische Prinzessin Anne Löwenstein-Wertheim (1864-1927) - wurden nach ihrem letzten Flug nie gefunden.


Excerpt (computer-generated)

Königinnen der Lüfte

Ernst Probst

 

VORWORT

Königinnen der Lüfte
Die Französin Jacqueline Auriol flog als erste Frau schneller
als der Schall. Sie und die Amerikanerin Jacqueline
Cochran erkämpften sich abwechselnd den Ruf, die
„schnellste Frau der Welt“ zu sein. Die Deutsche Hanna
Reitsch wurde erster weiblicher Flugkapitän, flog als erste
Frau einen Hubschrauber und stellte mehr als 40 Rekorde
aller Klassen und Flugzeugtypen auf. Ihre Landsmännin
Elly Beinhorn führte ein legendenumwobenes Leben und
prägte die sportlichen Anfänge der Fliegerei. Die Russin
Valentina Tereschkova war die erste Frau im Weltall.
Diesen und anderen „Königinnen der Lüfte“ aus aller Welt
ist das gleichnamige Taschenbuch gewidmet. Es berichtet
nicht nur von strahlenden Erfolgen, sondern auch von
schmerzlichen Ereignissen. Bei Abstürzen verloren die
Pilotinnen Maryse Bastié, Amelia Earhart, Christa McAuliffe
und Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg sowie die
Ballonfahrerin Madeleine Sophie Blanchard ihr Leben.
Ergänzt wird das Buch durch eine Liste weiterer berühmter
Fliegerinnen und Ballonfahrerinnen.
Die Biographien der „Königinnen der Lüfte“ stehen auch
in meinem Taschenbuch „Superfrauen 4 – Wirtschaft und
Verkehr“.

Ernst Probst, im Januar 2002

 

Jacqueline
Auriol
Sie durchbrach als erste Frau
die Schallmauer

Die erste Frau der Welt, die schneller als der Schall flog, war die französische Pilotin Jacqueline Auriol (1917–2000), geborene Jacqueline Marie-Thérèse Suzanne Douet. Sie stellte einige Weltrekorde auf, war mehrfach „die schnellste Frau der Welt“ und galt international als eine der besten Pilotinnen. Jacqueline Marie-Thérèse Suzanne Douet wurde am 5. November 1917 in Challans Vendée als Tochter eines Holzhändlers geboren. Sie besuchte die Institution „Blanche-de-Castille“ in Nantes sowie die Pariser Schulen „Notre-Dame-de-Sion“ und „École du Louvre“. Im Februar 1938 heiratete die 20-Jährige Paul Auriol (1918–1992), den Sohn des späteren Präsidenten der französischen Republik. Aus dieser Ehe gingen 1938 der Sohn Jean-Claude und 1941 der Sohn Jean-Paul hervor.

1947 begegnete die 29-Jährige bei einem Diner im Präsidentenpalais dem französischen Flieger Raymonde Guilleaume. Er schwärmte: „Beim Fliegen bleibt alles am Boden zurück. Es gibt nur zwei Dinge dort oben: Leben und Tod“. Seine Worte fielen bei der zweifachen Mutter auf fruchtbaren Boden. Denn die High Society und Repräsentationspflichten an der Seite ihres Mannes, der als Sekretär seines Vater arbeitete, füllten sie nicht aus. Die Kinder sind bereits dem Babyalter entwachsen gewesen.
Ihr Gatte, der früher selbst Kampfflieger gewesen war, zeigte sich von der Idee Jacquelines begeistert, der Schwiegervater dagegen weniger. Als sich zeigte, dass Jacqueline eine große Begabung für die Fliegerei besaß, ließ sie sich auch im Kunstflug ausbilden. Zwischen 1948 und 1954 erwarb sie sechs verschiedene Pilotenscheine für sämtliche Flugzeugtypen, auch für Segelflugzeuge. Aufgrund ihres fliegerischen Könnens konnte sie bald als Einfliegerin und Testpilotin arbeiten.
Im Juli 1949 startete Jacqueline Auriol als einzige Frau unter 20 männlichen Kunstfliegern. Nach diesem Auftritt als tollkühne Luftakrobatin verlieh man ihr den Spitznamen „La Lionne“ („die Löwin“). Eine Woche später stürzte Jacqueline als Co-Pilotin in einem Wasserflugzeug in die Seine. Sie überlebte das Unglück, erlitt aber schwere Gesichtsverletzungen. Danach musste sie eine Stahlmaske tragen, monatelang flüssig ernährt werden und fast anderthalb Jahre in Kliniken verbringen. Selbst ihre eigenen Kinder erkannten sie nicht mehr.

[...]


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