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Gewalt im Altenheim

Termpaper, 2002, 16 Pages
Author: Martina Hassemer
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Werte und Normen in der Sozialen Arbeit. Fragwürdigkeiten.
Institution/College: Catholic University of Applied Sciences München (Sozialpädagogik)
Tags: Ethik, Werte und Normen
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V5627
ISBN (E-book): 978-3-638-13443-9

File size: 177 KB


Excerpt (computer-generated)

Gewalt im Altenheim

von Martina Hassemer


Inhaltsverzeichnis:

I. Der Begriff des "Alters" 1

1. Das Altersbild in unserer Gesellschaft 1
2. Subjektive Wahrnehmung des Alters 2

II. Gewalt - Was ist das ? 3

1.Wie kann man Gewalt definieren? 3

1.1. Gewalt aus juristischer Sicht 4
1.2.Gewalt aus psychologischer Sicht 4

2. Formen von Gewalt 6

2.1. Strukturelle, indirekte Gewalt 6
2.2. Personale, direkte Gewalt 7

3. Die Quellen von Gewalt 9

3.1. Schwierigkeiten und Probleme beim alltäglichen
Umgang mit pflegebedürftigen Menschen 9
3.2 Schwierigkeiten und Probleme der Pflegekräfte
außerhalb der pflegerischen Beziehung 10

III. Schlussgedanken: Überlegungen zum Thema Gewaltprävention 12

Literaturverzeichnis

I. Der Begriff des "Alters"

1. Das Altersbild in unserer Gesellschaft

Hinsichtlich der Gewalt gegen "alte" Menschen möchte ich mich im ersten Punkt dieser Arbeit mit dem "Altersbild" in unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Da auch Pflegekräfte vom gesellschaftlichen Bild des "Altseins" und "Alters" beeinflusst werden und dieses Bild indirekt in die pflegerische Beziehung mit einfließt, somit vielleicht auch Einfluss hat, wie das Pflegepersonal mit den zu pflegenden Personen umgeht, halte ich es für sehr wichtig, sich mit diesem Bild näher zu beschäftigen.
Es ist oftmals festzustellen, dass alte Menschen in unserer Gesellschaft weitgehend auf ein negatives Rollenbild festgelegt werden, da das Altern als ein Prozess des Verlustes sowie des Abbaus von Fähigkeiten und Fertigkeiten angesehen wird. Das Leben der Menschen wird in unserer heutigen Gesellschaft von Schlagworten wie Produktivität, Leistung, Fortschritt und Jugendlichkeit bestimmt. Die alten Menschen, die bereits ihren Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben, können diesem Bild meistens nicht standhalten.
Die gesamtgesellschaftliche Haltung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich auf Leistung und Konkurrenz konzentriert, die Kostenoptimierung über die Menschenwürde stellt und Hilfe als eine Ware anbietet, die eine gegenseitige Entfremdung fördert und Gespräche in der Beziehung zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften nicht anerkennt (Meyer, 1998, S. 25).
Schaut man auf das in den Medien dargestellte Altersbild, so kommt man zu dem Ergebnis, dass das Bild vom Alter durch Betreuungsbedürftigkeit, Krankheit, Armut, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit geprägt wird. Das Thema "Alter" wird überwiegend mit Altenhilfe in Zusammenhang gebracht. Aktivität, Unabhängigkeit, Gesundheit, vielseitiges Interesse, geistige Aktivität, in der Gesellschaft präsent sein, Mobilität und finanzielle Absicherung wird alten Menschen weniger zugeschrieben und in den Medien kaum dargestellt (Meyer, 1998, S. 27).
Demoskopische Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass das Altersbild, das in der deutschen Bevölkerung herrscht, keineswegs nur von negativen Stereotypien geprägt ist, sondern teilweise wesentlich differenzierter betrachtet wird. Für einige Menschen stehen die "aktiven" Alten im Mittelpunkt, die sich in Altenwohngemeinschaften, Seniorenbeiräten und Seniorenbünden oder als Teilnehmer von Studiengängen repräsentieren. Diese positiven Merkmale werden allerdings eher nur den "aktiven" Alten oder den "jungen" Alten zugesprochen. Im Zuge der Erweiterung der Altersphase durch eine frühe Beendigung der Berufstätigkeit und der möglichen Hochaltrigkeit differenziert sich auch das Alter in "junges Alter", das aktiv ist, und "altes Alter", das eher passiv ist. Eine einheitliche, für die Allgemeinheit geltende Aussage über das Alter oder den alten Menschen kann daher nicht gemacht werden (Tews, 1991, S. 21).
Auch Alten- und Pflegeheime unterliegen einem Stereotyp. Dadurch, dass mit zunehmenden Alter auch die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit steigt, und somit die Inanspruchnahme von Alten- und Pflegeheimen, werden diese häufig als "Endstationen" oder "Sterbehäuser" bezeichnet. Die Folge hieraus kann sein, dass sich die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Einrichtungen, die teilweise noch aktiv und selbstständig sind, abgestempelt fühlen. Die Wahrnehmung des Alters wird nämlich, wie ich im nächsten Punkt verdeutlichen möchte, sehr subjektiv empfunden.

2. Subjektive Wahrnehmung des Alters

Eine 1991 von Tews durchgeführte repräsentative Studie in Schleswig-Holstein über die Selbsteinschätzung "alt" zu sein, zeigte, dass insgesamt nur 16 % der befragten Personen im Alter von 60 bis 65 Jahren und 25 % der 70 bis 75jährigen sich selbst als alt einschätzen. Als "alt" werden sich, der Studie zufolge, wahrscheinlich erst die Mehrheit der über 80jährigen bezeichnen. Die Selbsteinschätzung sich als "alt" zu sehen wird hinausgezögert. Die Tendenz zur Unterschätzung des eigenen Alters nimmt laut Tews im Verlauf des Lebens zu. Die Unterschätzung des eigenen Alters würde zudem mit dem eigenen Wohlbefinden und anderen Merkmalen eines "erfolgreichen Alterns", wie z.B. einem guten Gesundheitszustand, korrelieren (Tews, 1991, S. 66).

[...]


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