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Der Roman 'Mertvye duši' als die Hymne der Literatur und Tragödie der Gogol´s Biographie

Seminararbeit, 2006, 29 Seiten
Autor: Olga Nikitina
Fach: Russistik / Slavistik

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 29
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 25  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V56276
ISBN (E-Book): 978-3-638-51002-8

Dateigröße: 277 KB


Textauszug (computergeneriert)

Der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Literaturwissenschaftliches Proseminar:

Titel:

Der Roman „Mertvye du(?)i“ – als die Hymne der Literatur und
Tragödie der Gogol´s Biographie

vorgelegt von 

Olga Nikitina

 

Ich will es offen sagen: das Leben würde für mich auf einmal allen
Wert verlieren, und nicht schreiben wäre für mich gleichbedeutend
mit nicht leben.

 

 

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung 3-4

II. Methode der Verkörperung eigenen Charakterzüge im Roman „Mertvye du(?)i“ 4-5
2.1. Gogol´s Identitätssuche im Roman 6-7

III. Interpretation Gogol´s Biographie durch eine sexualtheoretische Analyse Anhang des Buches „The Sexual Labyrinth of Nikolai Gogol´” 7-8
3.1. Analyse der Romans „Mertvye di(?)i“ durch den psychologisch – und sexualtheoretischen Ansatz 8-9
3.2. Schatten der Gogol´s Biographie– seine Homosexualität 9

IV. Detaillierte Auseinandersetzung des Romans „Mertvye du(?)i“ durch den Griff der Vergleiche 10
4.1. Analytischer Ansatz der Grundbesitzers Anhang der Romanhandlung
4.1.a) Grundbesitzer Chichikov 10-13
4.1.b) Rolle der Tochter des Gouverneurs 14-15
4.1.c) Grundbesitzer Sobakevich 16-18
4.1.d) Grundbesitzer Manilov 18-20
4.1.f) Grundbesitzer Nozdryov 20

V. Paradigmenwechsel des zweiten Bands des Romans „Mertvye du(?)i“
5.1. Zukunft des zweiten Bands „Mertvye du(?)i“ – Parallele zwischen der Realität und der Fantasie 21-23

VI. Fazit 24

VII. Bibliographie 25-26

 

Sonderschrift in Downloaddatei enthalten

I. Einleitung

Nikolaj Wassiljewitsch Gogol´ (1809-1852) gehört nicht nur zu den bedeutendsten Schriftstellern der russischen Literatur, sondern auch zu den wichtigsten Autoren des 19. Jahrhunderts. Er wurde durch seine satirisch-grotesken, teils phantastischen Dramen, Erzählungen und Romane ausgezeichnet. Eines der besten Meisterwerke unter Gogol´s Romanen ist seine ursprünglich geplante Roman-Trilogie „Mertvye du(?)i“ (russisch Sonderschrift) (1842), die ein unfangreiches Feld für die literaturwissenschaftliche Forschung ist.

Gogol´s Zeitgenossen betrachteten den Roman als eine tapfere Herausforderung der Zeit und eine tragische Satire der Gesellschaft, vor allem die korrupte Lebensart des russischen Bürgertums zu zeichnen. Gogol´s Ziel war dabei aber vor allem, ein realistisches Bild Russlands zu zeichnen. Durch den so gewonnenen Abstand nimmt Gogol´ Sitten, Sprache, politische Verhältnisse und Normen nicht einfach als gegeben hin, sondern betrachtet sie durch ein kritisches objektives Prisma.

Aber die wichtigste und dabei schwierigste Arbeit ist es für Gogol´ gewesen, die Charaktere des Romans, deren Temperament, Moral und Taten darzustellen. Jeder Held des Romans ist eine vollendete Idee des Autors, in dem er seine innere Seite des Charakters darstellt.

Um die Analyse des Romans „Mertvye du(?)i“ zu vertiefen, greife ich in dieser Arbeit unter anderen auf Werke von Gogol´s Zeitgenossen sowie der Literaturkritiker zurück. Sie geben einen breiten Überblick der diversen Theorien und Hypothesen zu Gogol´s Biographie und des Werkes und begleiten uns dabei in die atemberaubende innere Welt Gogol´s.

Ich habe mich tief greifend mit Werken befasst, die Gogol´s literarisches Schaffen durch die Betrachtungsweise seiner inneren Welt behandelt haben. Die Theorie der Spiegelung Gogol´s Biographie in seinem Roman „Mertvye du(?)i“ ist der Schwerpunkt dieser Arbeit.

Nach meiner Auffassung, jeder Grundbesitzer verkörpert im Roman die Charakterzüge von Gogol´: die Ängsten, Stärken, der Fantasien etc. Den Grundstein meiner Analyse bildet das Werk „Gogol´ Schuld und Sühne. Versuch einer Deutung des Romans Die Toten Seelen“ von Urs Heftrich, dessen Theorie auf der Idee des Systems der fünf Grundbesitzers basiert. Aber auch Arbeiten anderer Gogol´ Forscher, z.B. James B. Woodward „Gogols Dead Soul“, liegen meiner Arbeit zugrunde.

Diese Arbeit basiert auch auf der Analyse des Buches „The sexual labyrinth of Nikolai Gogol“ von Simon Karlinsky, dessen Auseinandersetzung der Charaktere das Kapitel IV dieser Arbeit gewidmet ist. Karlinsky ist einer der Autoren, der sich mit dem unerforschten Gebiet von Gogol´s Leben befasst. Der merkwürdige und geheimnisvolle Hintergrund von Gogol´s Biografie, basierend auf seiner Homosexualität, steht im Kern von Karlinskys Forschung. Der Leser ist erstaunt über Karlinskys Auffassung, dass jeder Charakter des Romans „Mertvye du(?)i“ eine sexuelle Darstellung Gogol´s ist. Auf Gogol´s Homosexualität spielt der Roman anhand der Motive der Frauenfeindlichkeit und des Wesens der Ehre der Familie an.

Ziel dieser Arbeit ist zunächst die Selbstidentität Gogol´s im Roman „Mertvye du(?)i“ zu erforschen. Anhand der Werke wichtiger Schriftsteller und Kritiker stelle ich Gogol´s Beschreibung der Charaktere Chichikov, Manilov, Nozdryov und Sobakevich aus dem Primärtext „Sonderschrift“ dar.

II. Methode der Verkörperung eigenen Charakterzüge im Roman „Mertvye du(?)i“

„Als ich Puschkin die ersten Kapitel der „Toten Seelen“ in ihrer damaligen Gestalt vorlas, wurde er, der bei meinem Lesen immer lachte, allmählich immer trübsinniger und war schließlich verdüstert. Als ich zu Ende gelesen hatte, sagte er mir mit schwermütiger Stimme: „Mein Gott, wie traurig ist doch unser Russland!“ Das machte mich betroffen. Puschkin, der so gut Russland kannte, hatte nicht bemerkt, dass das alles eine Karikatur und meine eigene Erfindung war! Das sah ich erst. Was es heißt, wenn etwas aus der Seele genommen ist, überhaupt, was Seelenwahrheit bedeutet, und in welch entsetzlicher Gestalt dem Menschen die Finsternis und das erschreckende Fehlen des Lichts vorgeführt werden kann. Seitdem denke ich nur mehr daran, wie dieser niederschmetternde Eindruck gemildert werden könnte.“ 1

[....]


1 [Sonderschrift]1952, Band VIII, S. 294


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