Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hauptseminararbeit, 2006, 24 Seiten
Autor: Jasmin Ostermeyer
Fach: Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Details
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Tags: Besitzer, Teppichs, Co-Pilotin, Flugbetrieb, Eine, Untersuchung, Geschlechterinszenierung, Kontakanzeigen, Stil
Jahr: 2006
Seiten: 24
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-51099-8
Dateigröße: 256 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hannover, Philosophische Fakultät
Juniorprofessur Medienkommunikation
HS Stil, WS 2005/2006
„Besitzer eines fliegenden Teppichs, 65, sucht sinnliche
Co-Pilotin für gemeinsamen Flugbetrieb." Eine Untersuchung
zur sprachlichen Geschlechterinszenierung in Kontakanzeigen
von: Jasmin Ostermeyer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Korpusbeschreibung und Fragestellung 4
3. Quantitative Analyse 5
3.1. Wortzahl 6
3.2. Verwendung von Abkürzungen 7
4. Qualitative Analyse 9
4.1. Semantische Bereiche der Selbst- und Partnerdarstellung 9
4.2. Selbst- und Partnerbezeichnung 14
4.3. Stellvertretende Substantive der Selbst- und Partnerbezeichnung 16
5. Ergebnisauswertung und Vergleich mit der Untersuchung Gottburgsens 18
5.1. Quantitative Analyse 18
5.2. Qualitative Analyse 19
6. Fazit 22
Quellen- und Literaturverzeichnis 24
1. Einleitung
Es war eine brillante Geschäftsidee, die der Brite Henry Robinson Mitte des 17. Jahrhunderts hatte – und der Beginn einer umsatzstarken Industrie mit stetigem Wachstum. Was Robinson 1650 noch klangvoll „Office of Addresses and Encounters“1 nannte, heißt heute “Elite-Partner-Agentur”, „traumpartner.tv“ oder schlicht “neu.de”: das Geschäft mit einsamen Herzen, die sich den Partner fürs Leben wünschen.
Der Single wird als Markt entdeckt, was nicht verwunderlich ist angesichts der ständig steigenden Zahl der Alleinlebenden in Deutschland. Ihre genaue Zahl ist in keiner Statistik erfasst, Schätzungen aber reichen von vier Millionen bis hin zu elf Millionen Singles2. Die Industrie hat reagiert: Single-Küchen, Single- Tiefkühlgerichte, Single-Pauschalreisen und Single-Waschmaschinen erwarten den einsamen Kunden.
Doch versprechen zahllose Angebote den unfreiwillig Alleingebliebenen Abhilfe. Single-Partys mit Flirtfaktor, Single-Kochevents zum Kennenlernen zwischen Töpfen und Pfannen, Flirtcoaching für den Schüchternen und Hunderte von Online- Partnerbörsen: Liebe per Mausklick. Rund 6,2 Millionen Menschen suchen ihren Traumpartner im Internet und haben der Industrie damit allein 2005 einen Umsatz von etwa 76,3 Millionen Euro beschert, schätzt die Initiative Singlebörsenvergleich. de3.
Einer der traditionelleren Wege nach einem Partner zu suchen ist die Kontaktanzeige. Von BILD bis Frankfurter Allgemeine, von ZEIT bis Brigitte – in nahezu jeder Zeitung und Zeitschrift sind die kurzen Texte zu finden; Akademiker, alleinerziehende Bürokauffrau oder arbeitsloser Tischler – sie alle inserieren. Die wachsende Partnerlosigkeit und Partnersuche der Deutschen ist längst zum gesellschaftlich relevanten Thema avanciert. Umso erstaunlicher ist es, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Textsorte Kontaktanzeige bislang kaum stattgefunden hat. Ist die Einstellung der Wissenschaft gegenüber der Textsorte noch immer „überwiegend negativ“, oder ist es so, dass „man dieser Gattung eine legitime Funktion […] überhaupt abspricht“, wie Stolt 1976 vermutete4? Die wenigen umfassenden Analysen von Kontaktanzeigen beschränken sich meist auf soziologische Aspekte, so etwa die Arbeiten von Glinsmann (1985) und Roman (1983)5, und skizzieren die demographischen Folgen der zunehmenden Partnerlosigkeit der Deutschen. Detaillierte (sozio-)linguistische Untersuchungen der Textsorte finden sich bei Stolt (1976), Riemann (1999) und Gottburgsen (1995)6. Gottburgsens Analyse, die die sprachliche Inszenierung von Geschlecht in Kontaktanzeigen zum Gegenstand hat, ist zugleich Auslöser und Bezugspunkt der vorliegenden Arbeit. Sie soll Gottburgsens Fragestellung nachvollziehen und erweitern, die Ergebnisse beider empirischer Untersuchungen vergleichen und klären, wie Männer und Frauen ihr Geschlecht in den Inseraten präsentieren. Außerdem soll die Frage diskutiert werden, welche Bedeutung das Untersuchungskriterium „Gender“ bei der Analyse von Kontaktanzeigen innehat.
2. Korpusbeschreibung und Fragestellung
Das Korpus, das in dieser Arbeit untersucht wird, beinhaltet 180 Kontaktanzeigen, die zwischen Oktober und Dezember 2005 in verschiedenen Printmedien erschienen sind. Es wurden jeweils eine gleichgroße Anzahl von Annoncen weiblicher und männlicher Inserenten analysiert, also 90 Anzeigen von Frauen und 90 Anzeigen von Männern. Neben dem Gender-Aspekt diente die Zuordnung zum Erscheinungsmedium als Klassifikationsmerkmal. Jeweils 30 Anzeigen männlicher und weiblicher Inserenten wurden der Wochenzeitung DIE ZEIT entnommen, eine gleichgroße Anzahl entstammt dem monatlich erscheinenden Veranstaltungs- und Lifestyle-Magazin Prinz, die übrigen Annoncen der regionalen Tageszeitung Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). An dieser Stelle sollen kurz die Profile und Zielgruppen der einzelnen Medien bestimmt werden.
Die Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT richtet sich an Mitglieder der gebildeten oberen Mittelschicht und Oberschicht, die Leser der ZEIT verfügen i.d.R. über einen akademischen oder vergleichbaren Hintergrund. Im Kontrast zu einem vergleichbaren Blatt wie etwa der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist das Profil der ZEIT eher liberal und weniger konservativ. Inhaltlich wendet sich die ZEIT an ein Publikum mit Interesse an Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur7. Das Magazin Prinz erscheint mit lokalem Bezug in mehreren Großstädten Deutschlands, der beiliegende Anzeigenteil ist bundesweit identisch. Prinz richtet sich an ein junges Szenepublikum zwischen etwa 20 und 40 Jahren, das es über Party-Veranstaltungen, Einkaufs- und Gastronomietipps sowie Mode- und Lifestyle- Trends informiert8.
Die HAZ ist eine große regionale Tageszeitung, die sich an die Bewohner der Region Hannover richtet. Die Zielgruppe der HAZ sind Menschen jeglichen Alters und mit den unterschiedlichsten sozialen und Bildungshintergründen. Die HAZ hat das regionale und überregionale Tagesgeschehen aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Kultur, Boulevard, Wirtschaft und Sport zum Gegenstand. Der Anzeigenteil erscheint gemeinsam mit dem der Neuen Presse, des eher boulevardorientierten Schwestermediums aus dem Madsack-Verlag9.
[...]
1 Vgl. Brandt, Andrea et al. (2006). Maschinisten der Liebe. In: DER SPIEGEL 12/2006, 78-93. S. 82.
2 Zahlen des Statistischen Bundesamtes zitiert nach: Brandt et al. 2006: 82.
3 Zahlen von www.singlebörsen-vergleich.de zitiert nach: Brandt et al. 2006: 92.
4 Stolt, Birgit und Jan Trost (1976): „Hier bin ich – wo bist Du?“ Heiratsanzeigen und ihr Echo, analysiert aus sprachlicher und stilistischer Sicht. Kronberg/Ts.: Scriptor. S. 1.
5 Glinsmann, Claudia (1985). Amazone steht auf Macho. Kleinanzeigen in der alternativen Presse. München.; Roman Christian (Hg.) (1983). Chauvi sucht Emanze. Kontaktsuche der Szene. Frankfurt a.M.
6 Stolt/Trost 1976; Gottburgsen, Anja (1995). Zur sprachlichen Inszenierung von Geschlecht – doing gender in Kontaktanzeigen. Zeitschrift für germanistische Linguistik 23, 257-283; Riemann, Viola (1999)Kontaktanzeigen im Wandel der Zeit. Eine Inhaltsanalyse. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
7 Vgl. http://www.zeit.de (18.12.2005)
8 Vgl. http://www.prinz.de (18.12.2005)
9 Vgl. http://www.haz.de (18.12.2005)
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Die Bedeutung des Investiturstreits
Autor: Robert SchütteGeschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Der mittelalterliche Investiturstreit und König Heinrichs Gang nach Canossa 1077: Der Beginn der modernen Trennung von Staat und Kirche?
Autor: Sebastian DreggerGeschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Das Trainingsraum Programm
Autor: Martin NeebuhrPädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: