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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Kulturbetrieben

Termpaper, 2003, 26 Pages
Author: Hayat Caroline Issa
Subject: Cultural Studies

Details

Event: Grundlagen des Kulturmanagements
Institution/College: University of Bremen (Fachbereich 9 Kulturwissenschaft)
Tags: Presse-, Kulturbetrieben, Grundlagen, Kulturmanagements
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V57721
ISBN (E-book): 978-3-638-52075-1

File size: 185 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Bremen, Fachbereich 9 Kulturwissenschaft
Veranstaltung: Grundlagen des Kulturmanagements
Wintersemester 2002/2003

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Kulturbetrieben

von: Hayat Caroline Issa

 


Inhalt

Einleitung 2

1. Was ist Presse- und Öffentlichkeitsarbeit? 2

1.1. Geschichte des Begriffs Public Relations 4

2. Gründe für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kulturbereich 5

3. Die wichtigsten Instrumente der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 7

3.1. Der Presseverteiler 7

3.1.1. Printmedien 8

3.1.1.1. Regional 8
3.1.1.2. Überregional 9

3.1.2. Hörfunk 10
3.1.3. Fernsehen 10
3.1.4. Fachpublikationen 11
3.1.5. Nachrichtenagenturen 12

3.2. Presseinformation und Fotomaterial 13

3.2.1. Vorbereitung und Aufbau der Presseinformation 14

3.3. Die Pressekonferenz 16

3.3.1. Anlass 16
3.3.2. Organisation 17
3.3.3. Aufbau 20

3.4. Das Pressegespräch 20
3.5. Der Newsletter 21
3.6. Erfolgskontrolle 22

3.6.1. Dokumentation 23

Literatur 25

 


 

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Kulturbetrieben. Nach einer kurzen Einführung in Definition und Geschichte des Begriffs der Public Relations, bzw. der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, gehe ich auf die wichtigsten Instrumente der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Kulturbetrieben ein. Diese Ausführungen ergänze ich durch die Schilderung eigener Erfahrungen in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Veranstaltungs- bzw. Festivalbereich, die ich während meiner Tätigkeit in einem großen Konzerthaus sowie bei einem renommierten Klassik-Festival in den vergangenen zwei Jahren gesammelt habe.

1. Was ist Presse- und Öffentlichkeitsarbeit?

Der Begriff Öffentlichkeitsarbeit ist aus dem englischen „public relations“ (PR) entstanden, das wörtlich „öffentliche Beziehungen“ meint. Der Begriff PR ist mittlerweile auch in Deutschland Bestandteil der Umgangssprache geworden und wird als Synonym für Öffentlichkeitsarbeit benutzt - obwohl in der Literatur Hunderte von Definitionen von PR zu finden sind.1 Festzustellen ist an dieser Stelle, dass die Öffentlichkeitsarbeit eins der wesentlichen Instrumente der Kommunikationspolitik eines Unternehmens ist und sämtliche Kommunikationsmaßnahmen gegenüber der Öffentlichkeit umfasst, die helfen sollen, das Verständnis für die eigenen Ziele bzw. Anliegen zu fördern, ein eigenes Erscheinungsbild zu schaffen und eine Vertrauensbasis gegenüber der Öffentlichkeit aufzubauen.2 Voraussetzung für gelungene Öffentlichkeitsarbeit ist dabei auch die Stellung des „Öffentlichkeitsarbeiters“ im Betrieb selbst. Er sollte mit der Geschäftsführung in engem Kontakt stehen und über sämtliche Vorgänge - auch über die zwischenmenschlichen - im Haus immer informiert sein. „Interne PR umfasst Maßnahmen zur Sicherung der Identifikation von Mitarbeitern mit der Organisation (Integrations- und Mobilisierungsfunktion).“3 Auch für die reibungslose interne Verständigung und die daraus folgende Zufriedenheit der Mitarbeiter, ohne die ein positives Image in der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln wäre, hat also die PR zu sorgen. Öffentlichkeitsarbeit sollte generell als Führungsaufgabe gesehen werden, deren Ziel es ist, Beziehungen eines Unternehmens zur Öffentlichkeit zu fördern.4

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist dabei nicht mit Marketing oder Werbung gleichzusetzen, obwohl sich die Bereiche gerade in Kulturbetrieben oft direkt ergänzen oder gar überschneiden und so in der Praxis manchmal kaum trennen lassen. „Wenn auch Public Relationsm Werbung und ihre Derivate gemeinsam betrachtet die Masse der Wirtschafts- und Produktinformationen ausmachen, und ihre unternehmenspolitischen Ziele in der Verbreitung von Informationen über Unternehmen und Produkte liegen, so sind Werbung und PR jedoch grundsätzlich unterschiedliche Formen der Wirtschafts- und Marktkommunikation, die neben den differenzierbaren Kommunikationszielen auch ihre unterschiedlich interpretierten Rezipienten sowie ihr anderweitiger Einsatz bzw. die andersartige Nutzung der Massenmedien trennt.“5

Folgende Punkte charakterisieren PR in meinen Augen recht treffend: „Grundlegende Merkmale der PR sind ihre Bereitschaft zur klaren und exakten (1) Information (statt Propaganda bzw. Agitation); ihre (2) eindeutige Intention (Vertrauen zu schaffen) sowie (3) Publizität (grundsätzliche Offenheit bzw. allgemeine Zugänglichkeit von Informationen). PR bezeichnet somit eine informelle Beziehung zwischen dem Initiator und der Öffentlichkeit mit dem Ziel einer möglichst weitreichenden Akzeptanz bis hin zur partiellen Interessenidentität (Vertrauen) der Zielgruppe mit dem Träger. PR soll dabei ein möglichst positives Bild (Image) des Auftraggebers in der Öffentlichkeit vermitteln.“6 Um dieses Bild vermitteln zu können, ist man vor allem auf die Presse als Vermittler angewiesen. „Die Massenmedien stellen dabei noch immer eine der wichtigsten Umweltkomponenten der PR dar, wobei aber PR mehr ist als reine Presse- bzw. Medienarbeit.“7 Ich habe festgestellt, dass die Pressearbeit in der Praxis den Großteil der täglichen Arbeit ausmacht.

1.1. Geschichte des Begriffs Public Relations

Bereits seit dem Mittelalter und der frühen Neuzeit gab es Anstrengungen in von Handelshäusern und Bankherren hinsichtlich der Werbung um öffentliches Verständnis und Vertrauen.8 Der Begriff PR ist im heutigen Wortsinn allerdings zum ersten Mal 1897 im „Yearbook of Railway Literature“ in den USA benutzt worden, wobei die Bezeichnung „Public Relations“ schon vorher in verschiedenen Reden über die Beeinflussung der öffentlichen Meinung von Universitätsdirektoren, Anwälten etc. verwendet wurde.

In Deutschland tauchte der englische Begriff zum ersten Mal 1937 auf, als Carl Hundhausen in einem Sonderbericht für die Deutsche Werbung mit dem Titel „Public Relations. Ein Reklamekongress für Werbefachleute der Banken in USA“ eine Definition von Public Relations liefert. Auf die Frage, ob dieser Begriff neu sei, antwortete Hundhausen angeblich: „Der alte Krupp hat das unvergängliche Wort geprägt: „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein.“ Eine solche Losung für Werk und Arbeit ist praktische Public Relations Policy.“ Im Nachkriegsdeutschland hat sich der Begriff Public Relations nur sehr langsam durchgesetzt, da nach wie vor ein allgemeines Misstrauen gegenüber der Übernahme von ausländischen Begriffen in die deutsche Sprache herrschte. Der englische Begriff wurde vielmehr als ein modisches Phänomen betrachtet, zumal er vermeintlich eine Praxis beschrieb, die in Europa bereits seit langem weit verbreitet war. 1950 „erfindet“ Albert Oeckl den Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ angeblich weil sein Arbeitgeber die englische Bezeichnung ablehnte. 1951 gab es gar den Versuch der Wochenzeitung „Die Zeit“, mit Hilfe eines Preisausschreibens den Begriff PR einzudeutschen.

[...]


1 Vgl. Kunczik 2002, S. 22/24

2 Vgl. Heinrichs/Klein 2001, S. 303/330

3 Kunczik 2002, S. 30

4 Vgl. Kunczik 2002, S. 30

5 Heinrichs/Klein 2001, S. 18

6 Heinrichs/Klein 2001, S. 331

7 Kunczik 2002, S. 30

8 Vgl. Heinrichs/Klein 2001, S. 331


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