Autor: Klaus Ludwig Hohn
Fach: Geowiss. / Geographie - Meteorologie, Klimatologie
Details
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Lehrstuhl für Physische Geographie)
Jahr: 1998
Seiten: 35
Note: 1-
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 310 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13563-4
Diese HS-Seminararbeit ist 2002 nach Abschluss meiner Staatsexamensarbeit (2000) mit ähnlichem Thema hier in aktualisierter Form einsehbar. 266 KB
Textauszug (computergeneriert)
Von Rio nach Kyoto: Klimakonventionen
und ihre Auswirkungen auf globale Klimaprobleme
von Klaus Hohn
Inhaltsübersicht
Vorbemerkung
Kapitel 1 Die bedrohte Erdatmosphäre: das globale Klimaproblem
Kapitel 2 Internationale Klimapolitik
- ein Konfliktfeld zwischen Ökonomie und Ökologie
1. Wichtige Stationen der internationalen Klimapolitik - eine Übersicht
2. Die Klimarahmenkonvention
2.1. Auf dem Weg zur Klimarahmenkonvention
2.2. Die Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro
- vom Entwurf (1992) zum Inkrafttreten (1994)
3. Das Berliner Mandat (1995)
4. Das Protokoll von Kyoto (1997) - Ergebnisse und Wertung
5. Internationale Weltklimakonferenzen
- Rückschläge oder progressive Impulse für die Zukunft?
Zusammenfassung / Schlussbemerkung
Literaturverzeichnis und Anhang
Vorbemerkung
"Es gibt nur eine Strategie:
Gemeinsames Handeln im
gemeinsamen Interesse."
(Willy Brandt)
Zu keinem anderen Zeitpunkt machte sich die Menschheit so viele Gedanken über ihre eigene Zukunft wie heute. Die gegenwärtige Diskussion in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dreht sich immer um das Morgen. Die deutsche Bundesregierung schuf beispielsweise das Amt eines Zukunftsministers (Rüttgers), führende Wirtschaftswissenschaftler und Konzernvorstände beraten über die Märkte der Zukunft, vielerorts entstehen Zukunftskommissionen.
Es besteht kein Zweifel, dass die bisherigen vom Menschen induzierten Veränderungen in der Atmosphäre seit Beginn des Industriezeitalters nachhaltige Konsequenzen für die Zukunft des Blauen Planeten mit sich bringen werden. Im 20. Jahrhundert dominierten Kriege und Konflikte - allen voran die beiden Weltkriege, der Vietnamkrieg oder der Nahost-Konflikt - sowie deren Lösung bzw. die damit verbundene Schaffung und Sicherung von Frieden und Freiheit die internationale Politik. Die ersten Umweltprobleme und Umweltkatastrophen als Zeichen des zunehmenden industriellen Wachstums und Wohlstands in den Industrieländern rückten jedoch die Frage nach der Erhaltung der menschlichen Lebenswelt mehr und mehr in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion. Nach dem Ende der bipolaren Welt sieht sich die internationale Staatengemeinschaft, deren vorrangige Aufgabe auch in der Bewahrung des Friedens im Atomzeitalter besteht - insbesondere unter dem Hintergrund der Terroranschläge vom 11.09.2001 - , vor einer neuen fundamentalen Herausforderung, die es zu bewältigen gilt: die Gefahr einer weltweiten Klimakatastrophe, die dem Wirkungsgrad einer militärischen Bedrohung gleichgesetzt wird. Beinahe täglich wird man mit den Aspekten oder Auswirkungen des Waldsterbens, Sauren Regens, einem Anstieg des Meeresspiegels, lokal oder regional auftretenden Dürrekatastrophen, immer häufiger auftretender Wetterkapriolen, dem Abbau der stratosphärischen Ozonschicht und dem damit verbundenen "Ozonloch" konfrontiert, welche mittelbar oder unmittelbar im Zusammenhang mit der stetig zunehmenden Aufheizung der Erdatmosphäre stehen. Die Indizien häufen sich, dass der Klimawandel bereits begonnen hat. Die Häufigkeit und Stärke von Unwetterkatastrophen - in Form von Überschwemmungen, Wirbelstürmen oder Hitze- und Dürreperioden - nehmen weltweit zu. Der maßlose Raubbau an der Natur zeigt bereits ohne Zweifel ernstzunehmende Auswirkungen und führt bereits deutlich vor Augen, dass das komplexe Ökosystem Erde auf externe Störungen sehr empfindlich reagiert. Der immense Verbrauch an Energie und die kontinuierliche Ausbeutung sämtlicher terrestrisch wie marin vorkommenden Ressourcen, die Abholzung großer Waldflächenareale, die Mechanisierung und Industrialisierung der Agrarwirtschaft und letztlich der Anspruch auf scheinbar grenzenlose Mobilität menschlicher Individuen in einer motorisierten und technisierten Industriegesellschaft können nicht spurlos am Planeten Erde vorüber gehen. Das Ausmaß der Folgen industrieller Zerstörung wird sich erst zeitversetzt zeigen, da das Klimasystem, wie verschiedene Klimamodelle vorexercieren, vermutlich erst Jahrzehnte später auf antropogen bedingte Veränderungen ansprechen und reagieren wird. Um die Erde vor weiteren gravierenden und nicht abzusehenden Folgen zu bewahren und sie für künftige Generationen auch noch lebenswert bewohnbar zu erhalten, ist in den Industrie- wie Entwicklungsländern ein radikales Umdenken und politisch-verantwortliches Handeln notwendig.
Im Mittelpunkt dieser Abhandlung steht die Klimapolitik als ein Problemfeld internationaler Beziehungen, wobei internationale Klimapolitik und die Klimaaußenpolitik einzelner Staaten wiederum das Ergebnis innenpolitischer Interessenskonflikte zwischen Ökologie und Ökonomie repräsentieren. Die Analyse der Entstehungshintergründe, des Verlaufs, der Ergebnisse und davon ausgehende mögliche Folgewirkungen, Impulse oder Aktionen der bisher stattgefundenen Weltklimakonferenzen - der Schwerpunkt einer detaillierten Untersuchung wird hier auf den Konferenzen Rio de Janeiro (1992), Berlin (1995) und Kyoto (1997) liegen - erfordert ein interdisziplinäres Heranziehen verschiedener Teildisziplinen und deren spezielle Arbeits- und Analysemethoden. Im wesentlichen seien dies die Disziplinen der internationalen Beziehungen, der Politikfeldforschung, der Verwaltungswissenschaft und der Klimatologie aber auch der Chemie und Physik.
Das erste Kapitel behandelt im Überblick die wichtigsten chemisch und physikalisch relevanten Phänomene, die im Zusammenhang mit dem Treibhauseffekt stehen. Eine kurze Einführung in diese Materie erscheint unablässlich, da nur so die Dringlichkeit eines nachhaltigen Handelns im internationalen Gefüge verdeutlicht werden kann. Zur weiteren Veranschaulichung und Vertiefung dient der Anhang. Das zweite Kapitel, in dem das komplexe Wirkungsgefüge der internationalen Klimapolitik unter verschiedenen Aspekten beleuchtet wird, bildet den eigentlichen Kernpunkt dieser Ausführungen.
Aufgrund der vorgegebenen Umfangsbeschränkung im Rahmen dieser Arbeit muss allerdings vorausgeschickt werden, dass bei der Dimension dieses Themas viele Teilaspekte wirklich nur peripher angesprochen oder diskutiert werden können und somit manches oberflächlich erscheint.
Der Verfasser verweist auf seine Staatsexamensarbeit unter ähnlichem Titel (bei www.hausarbeiten.de / www.diplomarbeiten.de einsehbar).
Im Zentrum dieser Arbeit steht nach einem einführenden Überblick über die Entwicklung der internationalen Klimapolitik der Weg von der Idee bis zur Ausgestaltung und praktischen Umsetzung einer Klimarahmenkonvention mit damit verbundenen diversen Problembereichen.
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