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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 28 Pages
Author: Christiane Rohr
Subject: Communications: Multimedia, Internet, New Technologies
Details
Tags: Musik, Netz, Digitale, Verwertung, Urheberrecht
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 43 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52315-8
File size: 209 KB
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Excerpt (computer-generated)
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WS 2004/2005, 5. Fachsemester
Musik aus dem Netz: Digitale Verwertung und Urheberrecht
von: Christiane Rohr
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Technologien verändern den Musikmarkt 4
2.1. Die Entwicklung der MP3 4
2.2. Napster macht Karriere 4
2.3. Die Plattenkäufe gehen zurück 5
2.4. Erste Fragen nach dem Copyright 5
2.5. Das vorläufige Ende von Napster 6
2.6. Napsters Erben 6
3. Die Musikindustrie entdeckt das Internet 7
3.1. MusicNet: BMG Entertainment, EMI Recorded Music und AOL Time Warner 7
3.2. PressPlay: Vivendi Universal und Sony Music 8
3.3. Die Plattformen fahren Verluste ein 8
3.4. Minus-Folgen 9
4. Ein Kampf entbrennt 10
4.1. Die Musikindustrie holt zum Gegenschlag aus 10
4.2. P2P-Börsen setzen sich zur Wehr 12
4.3. Technische Schutzsysteme 12
4.3.1. Der Kopierschutzstandard CDS 200 12
4.3.2. Digital Rights Management Systems (DRM) 13
4.3.3. Audio-Wasserzeichen 14
4.3.4. Zugangsberechtigungssysteme 14
4.3.5. Right Protection Systems (RPS) 15
4.4. Rechtliche Schutzmaßnahmen 15
5. Die EU-Urheberrechtsrichtlinie 16
5.1. Das harmonisierte Vervielfältigungsrecht 16
5.2. Das harmonisierte Recht der öffentlichen Wiedergabe 16
5.3. Ausnahmen und Beschränkungen 17
5.4. Schutz von technischen Maßnahmen 17
5.5. Schutz der Rechtewahrnehmung 18
6. Das vorläufige Endergebnis 18
6.1. Neue Plattformen 18
6.2. Handelsübliche CDs 20
6.3. Tauziehen um die Privatsphäre 21
6.4. Alternative Konzepte 22
7. Schlusswort 23
8. Literatur 25
1. Einleitung
Diese Hausarbeit soll einen Überblick über die Entwicklung des digitalen Musikmarkts im Internet liefern. Neue Technologien, die den kostenlosen Tausch von Musikstücken über das Internet ermöglichten, haben in der Musikindustrie in den vergangenen Jahren zu erheblichen Umsatzverlusten geführt. Um weiteren Verlusten entgegenzuwirken war die Plattenindustrie gezwungen, sich der wachsende Bedeutung des Vertriebes von Musik über digitale Distributionskanäle zu stellen. Dies geschah jedoch unverhältnismäßig spät und teils auch dilettantisch. So befindet sich die Musikbranche noch immer in einer Art Umbruchphase, deren aktueller Stand kritisch beleuchtet werden soll.
Im Wesentlichen beinhaltet die Arbeit sechs chronologisch gegliederte Teile. Der erste Teil befasst sich mit dem Thema MP3 und der Napster-Technologie. Dies ist wichtig, weil erst durch den Erfolg von Napster das Potential des Internets für den Musikmarkt offensichtlich wurde. Im zweiten Teil geht es um die „Big Five“, die fünf größten Plattenlabels und die Schaffung ihrer Online-Präsenz. Eine Anzahl von Fusionen zwischen Unternehmen der Musik- und der Internetbranche sollte den Majors geeignete Internet-Plattformen liefern, was zunächst komplett fehlschlug. Der dritte Teil der Arbeit analysiert die Schlacht um den bisher kostenlosen und rechtsfreien Raum, wobei nicht nur auf beide Seiten – Angreifer und Verteidiger – eingegangen wird, sondern auch die nebenher laufenden technischen Fortschritte genau dargelegt und die ersten Ansätze auf Rechtsebende aufgezeigt werden. Der vierte Teil widmet sich dann ganz der ersten Novellierung des europäischen Urheberrechts. Im fünften Teil dieser Arbeit geht es um das vorläufige Endergebnis - den Status Quo des Online-Marktes und dem CD-Verkauf im Laden. Zudem wird auf die aktuelle Diskussion um eine zweite Novellierung des Urheberrechts und deren inhaltliche Problematik hingewiesen. Hierauf folgen einige vorerst nur in den USA umgesetzte marktstrategische Platzierungsbeispiele und alternative Konzepte, die einen Einblick in die Distributionsmöglichkeiten geben sollen, die sich der Musikindustrie durch das Internet bieten. Der fünfte und letzte Teil besteht aus Ausblick und Schlusswort.
2. Technologien verändern den Musikmarkt
Diese beiden Entwicklungen haben und werden auch in Zukunft den Musikmarkt nachhaltig beeinflussen. Wie sie funktionieren und warum sie für die Musikbranche von so großer Bedeutung sind soll im Folgenden kurz vorgestellt werden.
2.1. Die Entwicklung der MP3
MP3, eigentlich MPEG (Moving Pictures Expert Group) 1 Layer 3, wird Mitte der Neunziger Jahre im Erlanger Fraunhof-Institut für integrierte Schaltungen entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Kompressionsalgorythmus, mit dessen Hilfe die Größe einer Audiodatei bis auf 1/12 verkleinert werden kann, ohne dass dabei ein allzu deutlich hörbarer Qualitätsverlust eintritt. Damit ist es erstmals möglich, bis zu 10 Stunden Audiomaterial auf einer einzigen Daten-CD zu speichern. Und nicht nur das: Die geringe Größe der Dateien machen sie internettauglich. Sie lassen sich nun als kleine TCP/IP Päckchen schnell und problemlos rund um den Globus schicken. Um eine MP3-File herzustellen, ist lediglich ein Ripper und ein Encoder erforderlich. Der Ripper entkoppelt die Musik von ihrem Medium CD und kopiert sie auf den Rechner - der Encoder kodiert die Musik nach MP3.1 Die so erhaltenen MP3-Files sind mit einem CD-Brenner leicht auf bespielbare CD-Recordables, (CD-Rs) zu speichern.
2.2. Napster macht Karriere
Im Sommer 1999 entsteht das kalifornische Unternehmen Napster. Hierbei handelt es sich um eine virtuelle Tauschbasis von Audio-Files im digitalen MP3-Format. Die Technik, auf der das von Shawn Fanning erfundene System beruht, nennt sich Peer-to-Peer (P2P). Napster baut darauf auf, dass Festplatten zu einem aktiven Bestandteil des Internets werden und Daten untereinander austauschen. Voraussetzung ist, dass sich die Teilnehmer eines P2P-Netzes eine bestimmte Software auf ihrem PC installieren, die Napster gratis zur Verfügung stellt. Das Programm errichtet auf der Festplatte ein Verzeichnis, in dem jeder Nutzer Daten ablegt, auf die andere Mitglieder zugreifen können. Somit kann die Nutzergemeinde (Community) Musiktitel im digitalen Format MP3 beliebig miteinander tauschen. Innerhalb kurzer Zeit findet dieses System bei Benutzern des Internets großen Anklang; in seiner Blütezeit zählt Napster bis zu 70 Millionen registrierte User.2
2.3. Die Plattenkäufe gehen zurück
Die Musikindustrie ist über diese Entwicklung nicht glücklich. Was sich im Jahr 2000 mit einem Rückgang des Tonträgerkaufs um 3,8% bereits ankündigt, wird im ersten Halbjahr 2001 bestätigt: Die Plattenriesen verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzeinbruch von 12,6 %. Der Grund wird in der kostenlosen Verfügbarkeit von Musik im Internet geortet. Laut einer GfK-Studie wurden zwischen April 2000 und März 2001 nicht weniger als 133 Millionen CD-Recordables mit Musik bespielt, die damit die fertigen Produkte der Musikindustrie, die im gleichen Zeitraum nur 108 Millionen Tonträger verkaufen kann, deutlich überholen.3 In seinem „Content out of Control“-Bericht prognostiziert das Marktforschungsinstitut Forrester Research der Musikbranche einen Verlust von 4,6 Milliarden Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre.4
2.4. Erste Fragen nach dem Copyright
[...]
1 Wolfgang von Keitz: MP3 – Eine deutsche Entwicklung revolutioniert den Musikmarkt.
2 Andreas Becker: Wanted: Ein Überlebensmodell für den Musikmarkt – Napster und die Folgen.
3 Hartmut Spiesecke: CD-Brennerei sorgt für Umsatzeinbruch im Tonträgermarkt. Pressemitteilung der IFPI.
4 Florian Rötzer: Schwere Verluste für die Buchverlage und die Musikindustrie prophezeit. Telepolis.
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