Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2006, 36 Pages
Author: Kristin Parnitzke
Subject: Psychology - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Hagen (Psychologisches Institut- Umweltpsychologie)
Tags: Bedeutung, Kommunikation, Kooperation, Dilemmata, Hauptstudium
Year: 2006
Pages: 36
Grade: bestanden
Bibliography: ~ 38 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52453-7
File size: 308 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Über die Bedeutung von Kommunikation und Kooperation
in Ökologisch- Sozialen Dilemmata
von: Kristin Parnitzke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Soziale Dilemmata 6
3. Ökologisch- Soziale Dilemmata 7
4. Das Handeln in ökologisch- sozialen Dilemmata aus handlungstheoretischer Sicht 8
5. Das Handeln in ökologisch-sozialen Dilemmata aus Spieltheoretischer Sicht 10
6. Kommunikation und Kooperation als Einflussfaktoren auf umweltschonendes Verhalten in ökologisch- sozialen Dilemmata 13
6.1 Ein Experiment 13
6.2 Der Einfluss von Kommunikation im ökologisch- sozialen Dilemma 15
6.2.1 Kommunikation - Eine Begriffsbestimmung 16
6.2.2 Der Kommunikationseffekt auf Entscheidungsebene 17
6.2.2.1 Informationsvermittlung 18
6.2.2.2 Die Vermittlung sozialer Normen 19
6.2.2.3 Vertrauensbildung 20
6.2.2.4 Gruppenidentität 20
6.2.3 Der Kommunikationseffekt auf der Lösungsebene 21
6.2.3.1 Erwerb von lösungsrelevantem Wissen 21
6.2.3.2 Gefühl der Selbstwirksamkeit 21
6.2.3.3 Appell-Funktion 22
6.2.3.4 Vergeltungs- und Vorbildfunktion 22
6.3 Der Einfluss von Kooperation im ökologisch-sozialen Dilemma 22
6.3.1 Kooperation aufgrund sozialer Normen 23
6.3.2 Kooperation aufgrund äußerer Anreize und Sanktionen 24
6.3.3 Kooperation aufgrund von Vertrauen 25
6.3.4 Kooperation aufgrund von Attributionen 25
6.3.5 Gewissen und Soziale Orientierungen als Kooperationsursache 26
7. Zusammenfassung und Ergebnis 27
7.1 Die Ergebnisse aus handlungstheoretischer Sicht 30
7.2 Die Ergebnisse aus spieltheoretischer Sicht 30
8. Diskussion und Fazit 31
1. Einleitung
In der Ökologischen Psychologie steht die Interdependenz zwischen Mensch und Umwelt im Mittelpunkt. Diese Mensch-Umwelt- Beziehung birgt großes Potential für Konflikte: Oftmals steht den Interessen des Einzelnen ein Schaden, der vor allem die Umwelt und oftmals eine ganze Gemeinschaft trifft, gegenüber. Zahlreiche Umweltprobleme sind Folge einer Situation, in der viele Akteure gemeinsam über eine knappe Ressource verfügen. Unter diesen Umständen ist die Neigung gering, in deren Erhalt zu investieren, und die Neigung groß, sich mehr als "nötig" von der Ressource anzueignen. Die Beispiele reichen von der Überfischung der Weltmeere, der Abholzung der tropischen Regenwälder und der Ausrottung gefährdeter Arten bis hin zum Treibhauseffekt und der damit verbundenen Klimagefährdung. Die Wichtigkeit der Kenntnis ökologischen Handelns bzw. der Folgen nicht-ökologischen Verhaltens zeigt sich an einem eindrucksvollen Beispiel: In einer Umweltbefragung von Diekmann und Preisendörfer (1992) in den Städten Bern und München wurde u.a. das Energiesparverhalten erhoben. Als Indikator für den sparsamen Umgang mit Heizenergie galt die Zustimmung zu der folgenden Frage: "Wenn Sie im Winter Ihre Wohnung für mehr als vier Stunden verlassen, drehen Sie da normalerweise die Heizung ab oder herunter?" Nur 23 Prozent der befragten Schweizer, dagegen aber 69 Prozent der Münchnerinnen und Münchner bejahten die Frage. Sollte diese enorme Differenz ein Zufall sein?
Sind die Bernerinnen und Berner vielleicht weniger umweltbewusst als die Bewohner der bayerischen Metropole? Dies ist nicht der Fall, denn beim Umweltbewusstsein erzielen die Berner keine geringeren Werte als die Münchner. Welche Determinanten bestimmen das Verhalten der Berner Bevölkerung bzw. das Umweltverhalten der Menschen überhaupt? Kann man Umweltverhalten produktiv/ kontraproduktiv beeinflussen? Wann verhalten wir uns kooperativ mit unseren Mitmenschen, unserer Umwelt?
Axelrod behauptete, dass „[…] die Evolution der Kooperation beschleunigt werden kann, wenn vorausschauende Beteiligte die Fakten der Theorie der Kooperation kennen“ (1987, S.22). Kooperatives Verhalten stellt vor dem Hintergrund der Umweltpsychologie umweltgerechtes Handeln dar. Nach einer Einführung in die Thematik der (ökologisch-) sozialen Dilemmata soll im Rahmen dieser Arbeit die formalen Strukturen, psychologischen Fakten und Handlungsmotivationen von kooperativem Handeln und speziell der Einfluss von Kommunikation auf kooperatives Verhalten in Dilemma- Situationen beleuchtet werden. Kommunikation ist in zweierlei Hinsicht ein wichtiger Aspekt bei der umweltschonenden Behandlung einer Ressource: Zum einen ist Kommunikation als Komponente sozialen Wissens zu sehen und bildet so eine wichtige Grundlage für unser Handeln in Konflikten. Zum anderen bildet Kommunikation die Basis für individuelle Lösungsmodelle und trägt so zu umweltschonendem Problemlösungs-Verhalten bei. Beide Gesichtspunkte sowie die empirische Untersuchung von Jorgenson und Papciak (1980) zu dieser Thematik sollen in der vorliegenden Arbeit präsentiert werden. Nachtrag:
Zum Zeitpunkt der Befragung in Bern und München wurden in den Städten die Heizkosten unterschiedlich abgerechnet: während in München überwiegend nach dem individuellen Verbrauch abgerechnet wurde, war in Bern der kollektive Abrechnungsmodus vorherrschend (z.B. die Aufteilung der Heizkosten nach der Wohnungsgröße). Der Öltank in Berner Mehrparteien-Mietshäusern stellte sozusagen eine Allmende dar, aus der sich jeder Mieter, subventioniert von den Nachbarn, bedienen konnte.
2. Soziale Dilemmata
Allgemein beschreibt ein soziales Dilemma eine gesellschaftliche Konfliktsituation bei der sich zwei unterschiedliche Interessengruppen gegenüber stehen und zumindest eine Gruppe einer anderen auf Dauer schadet. Dawes, R.M definiert soziale Dilemmata wie folgt: Such dilemmas are defined by two simple properties: (a) each individual receives a higher payoff for socially defecting choice (e.g. having additional children, using all the energy available, polluting his or her neighbors) than for socially cooperative choice , no matter what the other individuals do, but (b) all individuals are better off if all cooperate than if all defect. (1980, S. 169)
Mit dem Begriff „soziale Dilemmata“ werden Situationen charakterisiert, in welchen das Eigen- und das Kollektivinteresse auseinander klaffen. Es lassen sich damit so unterschiedliche Phänomene wie Teamarbeit, die Teilnahme an Streiks und Demonstrationen, die freiwillige Mitarbeit bei der Landesverteidigung, das Engagement in Interessenvertretungen, private Umweltschutzmassnahmen oder die Bewirtschaftung von Allmenderessourcen beschreiben. Jeder Beteiligte erhält durch eine nichtkooperative Handlung einen höheren Gewinn als durch eine kooperative Handlung, aber alle Beteiligten sind insgesamt besser gestellt, wenn sie kooperieren, als wenn jeder die egoistische Wahl trifft. Soziale Dilemmata lassen sich danach differenzieren, ob sich das Dilemma auf die Nutzung einer gemeinsamen Ressource bezieht (Nutzungsdilemma) oder auf den Beitrag zur Schaffung oder Erhaltung eines Guts (Beitragsdilemma / Public goods dilemma).
a) Nutzungsdilemma (take-some-games) können bei öffentlichen Gütern und Allmendegütern auftreten („Tragik der Allmende“). Während der Gewinn individualisiert ist, ist ein etwaiger Schaden am Gut sozialisiert. Das gewinnmaximierende Verhalten eines Einzelnen wird in einer sozialen Dilemmasituation als nicht-kooperativ bezeichnet. Ein kooperatives Verhalten würde bedeuten, dass sich z. B. im Fischereikonfliktspiel alle Fischer freiwillig darauf einigen, weniger zu fischen (als sie könnten), um so die Regenerationsfähigkeit der Fische zu erhalten und langfristig mehr Fische zu fangen.
b) Beitragsdilemma (give-some-games) erfordern, dass ein Individuum zur Schaffung oder Erhaltung der Ressource etwas beitragen muss. In diesem Falle führt also eine kleine negative individuelle Konsequenz (z. B. Steuerbeitrag) zu einer langfristigen positiven Konsequenz für die Gruppe (Bereitstellung des öffentlichen Gutes z. B. einer Straße).
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten
Authors: Katharina Niehoff, Constanze KleinertPsychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Energiesparen in privaten Haushalten
Author: Oliver GoebelPsychology - Miscellaneous, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Das Jugendalter: Theorien und empirische Befunde zur Identitätsentwicklung
Author: Andrea TriphausPedagogy - Pedagogic Psychology, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Rationales Handeln im Umweltbereich
Author: Sabine FischerSociology - Miscellaneous, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Die Wohn- und Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland
Author: Carolina HeinSociology - Age and Aging, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Umzugsgründe ins Betreute Wohnen
Authors: Mag.art. Sibylle Essl, Riepel DorisPsychology - Miscellaneous, 2003 Download as PDF-file for 14,99 EUR
Einflussfaktoren umweltgerechten Verhaltens - im Hinblick auf neue Ergebnisse individueller Nachhaltigkeit
Author: Eva WittmannPsychology - Miscellaneous, 2006 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Einzugs-, Umzugsgründe und Erwartungen an betreute Wohnanlagen als Wohnalternative im Alter
Author: Christiane JuraskePsychology - Miscellaneous, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Stress im Zusammenhang mit kleinen Handlungsspielräumen
Author: Birgit BrennckePsychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: