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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 21 Pages
Author: Dirk Müller
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Paderborn (Romanistik)
Tags: Spanisch, Semantik, Subjuntivo, Konjunktiv, spanischer Konjunktiv, Romanistik, Sprachbeschreibung
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13571-9
File size: 913 KB
Es handelt sich bei diesem Abstract um eine Durchleuchtung des spanischen Konjunktivs auf seine semantischen Hintergründe, kurz gefasste Modelle der Sprachgestaltung und eine hintergründige Betrachtung der Anwendungsform des Subjunktivs bei höflicher Konversation.870 KB
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Excerpt (computer-generated)
Der spanische Konjunktiv/Subjunktiv - Semantische Hintergründe
von Dirk Müller
Vorwort
Der spanische Konjunktiv (im folgenden Subjunktiv, Subjuntivo oder Subj.) ist in der heutigen Sprachwissenschaft, ebenso wie die Konjunktive vieler anderer romanischen Sprachen, ein viel diskutiertes Thema.
Sowohl Studierenden als auch Wissenschaftlern wird der Gebrauch des Subjuntivos häufig zum Problem.
Viele spanische Muttersprachler sind bis heute noch der Meinung, dass man den Ausländer daran erkennt, dass er sich zu häufig im Konjunktiv ausdrückt, da es im allgemeinen Sprachgebrauch nicht häufig der "Norm" des Gesprochenen entspricht.
Vielerorts, vor allem im ökonomischen Schriftverkehr, gehört der spanische Konjunktiv jedoch zum alltäglichen Handwerkszeug in Wort und Schrift, da er eine besondere Form der Höflichkeit und Wertschätzung der Gegenseite ausdrückt.
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Phänomen des spanischen Konjunktiv, dessen Werten und Gebrauch und gibt eine stark verkürzte Darstellung auch des jeweils verknüpften grammatikalischen Hintergrundes wieder. Der Bezug richtet sich dabei vorherrschend auf die allgemeine Bedeutung des Subjuntivos und dessen semantische Hintergründigkeit.
Als wichtige Gesichtspunkte erörtert dieses Elaborat ebenfalls die Position des Sprechers und den sprachwissenschaftlichen Hintergrund des Subjuntivos.
Inhalt
1. Semantik des Subjunktivs 1
1.1 Das semiotische Dreieck von Ogden und Richards 3
2. Sprecherhaltungen 5
2.1 Der Subjunktiv nach Verben des Wünschens, Wollens Befürchtens etc. 5
3. Indikativ vs. Konjunktiv 7
4. Kognitive Semantik - Der spanische Subjunktiv als Höflichkeitsformel 11
4.1 Ein Beispiel: Höflichkeitsbetonung mit "creer que" 13
5. Anhang 16
6. Literaturverzeichnis 17
1. Semantik des Subjunktivs
"Die Frage nach dem Grundwert des Subjunktivs ist eine semantische."
Dabei steht nicht nur die alleinige Bedeutung des gesprochenen Wortes im Vordergrund, sondern auch die Position bzw. Haltung des Sprechers zum gesprochenen Wort.
Ein jeder Mensch möchte verstanden sein und ist bzw. sollte stets darum bemüht sein, sich so auszudrücken, dass seine Wortwahl und die Aneinanderreihung der Wörter einen eindeutigen Sinn ergeben.
Martin Hummel vertritt in seinem Buch "Der Grundwert des spanischen Subjunktivs" (s. Bibliographie) die Position, dass sowohl eine introspektive Betrachtungsweise des Sprechers eine entscheidende Grundlage bildet, als auch ein damit einhergehender nicht lexikalischer, sondern funktionaler Blickwinkel der kommunizierenden Person.
Allgemein ist die Ansicht zu vertreten, dass der Gebrauch und die Bedeutung des Subjunktivs von der Regel ausgehen kann, dass der Sprecher ausdrücken möchte, was er nicht als tatsächliches Faktum ansehen kann. Der Subjuntivo kann also vorrangig für den Ausdruck des Wünschens, Glaubens, (Be-)Fürchtens, Wollens etc. verwendet werden.
Allerdings wird hierbei stark vernachlässigt, dass ebenfalls Tatsächlichkeiten mit Hilfe des Subjuntivo ausgedrückt werden können, was an folgenden Beispielen deutlich werden soll:
1. Necesitamos lluvia. Ojalá llueva. - Wir brauchen Regen. Ich wünschte es würde regnen.
2. Lamento que no compre un coche - Ich beschwere mich darüber, dass ich/er kein Auto kaufe/kauft.
In Beispiel Eins wird klar deutlich, dass es sich hierbei um ein Wunschdenken des Sprechers handelt. Die Bedeutung des gesprochenen Wortes lässt sich also hierbei auf eine Irrealität - ein Wunschdenken - beziehen.
Allerdings beschreibt Beispiel Zwei, dass es sich um ein tatsächliches Ereignis handelt. Der Sprecher drückt ein Vorkommnis aus, dass sich eine Person tatsächlich kein Fortbewegungsmittel gekauft habe, und sich nun deswegen anscheinend in einer misslichen Lage befindet. Allerdings ist es Fakt, dass das Auto nicht vorhanden ist, was subjunktivisch ausgedrückt wird.
Der spanische Subjunktiv ist demzufolge nicht ausschließlich als Mittel zum Ausdruck von Irrealitäten und Unsicherheiten anzusehen, sondern von der Bedeutung her drückt der Subjuntiv "einen subjektiven Vorbehalt des Sprechers im Hinblick auf die Tatsächlichkeit der Aussage aus."
In diesem Fall wäre der Vorbehalt des Sprechers als solcher anzusehen, dass es zwar gegeben ist, dass die in Beispiel zwei behandelte Person zwar kein Auto besitzt, aber es ja durchaus sein könnte, dass derjenige seinen Fehler eingesehen hat und sich deswegen ein Auto zugelegt hat oder zulegen wird.
Insofern muss auch Hummel in seinem Buch über den Grundwert des spanischen Subjunktivs feststellen, dass der spanische Subjunktiv ein Phänomen ist und auch bleiben wird, dessen Bedeutung sich nicht aufgrund von Regeln genau definieren lässt und sich im Grunde genommen nicht objektiv beschreiben lässt. Die Bedeutung und Position des Konjunktivs und der Person, die sich in diesem Modus ausdrückt, bleibt dem Sprecher vorbehalten, ist also subjektiv. Das Ergebnis des gesprochenen Wortes ist dementsprechend eine Auslegungssache des Empfängers.
1.1 Das semiotische Dreieck von Ogden und Richards
Als weiteren Verstehens- und Erklärungsansatz zur nicht eindeutigen Semantik des Subjuntivos kann das Zeichenmodell von Ogden und Richards herangeführt werden, welches auch als semiotisches Dreieck bekannt geworden ist:
[...]
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