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Der aktuelle Konflikt in der Ituri-Region

Termpaper, 2005, 17 Pages
Author: Astrid Gruner
Subject: Politics - International Politics - Region: Africa

Details

Event: Seminar: Aktuelle Konflikte in Afrika – zwischen greed und grievance
Institution/College: University of Leipzig
Tags: Konflikt, Ituri-Region, Seminar, Aktuelle, Konflikte, Afrika
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V58663
ISBN (E-book): 978-3-638-52796-5

File size: 815 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig, Institut für Afrikanistik
Seminar: Aktuelle Konflikte in Afrika – zwischen greed und grievance
SS 2005

Der aktuelle Konflikt in der Ituri-Region

von: Astrid Gruner

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Hintergrund 3

3. Akteure 5

3.1 Akteursebenen 5
3.2 Ethnien 5
3.3 Direkt am Krieg beteiligte Staaten 6

3.3.1 Demokratische Republik Kongo 6
3.3.2 Uganda 6
3.3.3 Ruanda 7

3.4 Rebellengruppen 8
3.5 Andere Akteure 10

4. Ituri – Tummelplatz für Goldgräber 10

5. Die Übergangsphase 11

6. Aussichten 13

7. Karten 14

7.1 Region der Großen Seen 14
7.2 Provinz Ituri 14
7.3 Ethnische Verteilung im Nordwesten der DRK 15

8. Quellenverzeichnis 16



 

 

1. Einleitung

Der kongolesische Bürgerkrieg endete offiziell im Juni 2003. Doch die nordöstlich gelegene Region Ituri1 blieb weiterhin Knotenpunkt des regionalen Konflikts zwischen Uganda, Ruanda, der Übergangsregierung der Demokratischen Republik Kongo (DRK)2 und kongolesischen Rebellengruppen. Laut Human Rights Watch sind seit Kriegsanfang 1998 ca. 3,5 Millionen3 Menschen getötet worden, davon allein 60 000 in Ituri4. Hinzu kommen geschätzte 500 000 Vertriebene5, wobei die tatsächliche Anzahl wohl deutlich darüber liegen dürfte. Wann es zu einem Ende der Dauerkrise kommen wird, ist nicht abzusehen, kleine Schritte in Richtung Frieden konnten aber bereits unternommen werden. Viel wird auch vom Verhalten Ugandas abhängen, da es mit dem endgültigen Rückzug aus der DRK eine wichtige Finanzquelle verlieren würde. Die durch Kriege gebeutelte DRK und deren Bürger hätten dadurch jedoch endlich die Möglichkeit zur Selbstverwaltung ihrer Ressourcen und könnten damit einen Grundstein in Richtung wirtschaftlichem Aufschwung legen. Die vorliegende Arbeit wird sich mit den Hintergründen des Konflikts, den beteiligten Akteuren, den Vorgängen seit den Massakern von Bunia im Jahr 2003 und dem angestrebten Friedensprozess beschäftigen.

2. Hintergrund

Seit 1998 herrscht Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo, den auch verschiedene Friedens- und Waffenstillstandsabkommen bis heute nicht beenden konnten. Direkten Einfluss auf Ituri nahm der Krieg 1999, als Uganda und Ruanda sich in der Region kongolesische Verbündete suchten, um ihren Einfluss dort zu verstärken. Dies ging einher mit der Bildung, Stärkung und regionalen Ausbreitung zahlreicher Rebellengruppen, wie der RCD (Rassemblement Congolais pour la Démocratie) und MLC (Mouvement pour la Libération du Congo). Die 1998 von Uganda und Ruanda unterstützte Militärrevolte gegen Laurent Kabila, der wiederum militärische Unterstützung von Angola, Simbabwe und Namibia erhielt, konnte im Juli/August 1999 mit dem Lusaka-Friedensabkommen teilweise beendet werden. Vereinbart wurden der Rückzug aller ausländischen Truppen und eine Übergangsregierung, doch keiner wollte den ersten Schritt machen. Auch die Stationierung der UN-Truppe MONUC im Jahr 2000 konnte den Friedensprozess sowie den Abzug der Truppen nicht vorantreiben, sodass es in der Provinz Orientale zwischen Uganda und Ruanda, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam. Am 21.08.2000 nahm ein von Kabila eingesetztes Übergangsparlament seine Arbeit auf, wurde jedoch aufgrund seiner Konstituierung allseits kritisiert. Sein Sohn Joseph Kabila übernahm nach einem tödlichen Attentat auf seinen Vater, am 26.01.2001 das Präsidentenamt. So konnte die seit Februar 2000 stationierte MONUC (United Nations Observer Mission to the Democratic Republic of Congo) im November 2001 mit ihrem DDRRR-Prozess (Disarmament, Demobilization, Repatriation, Reintegration, Resettlement) beginnen. Die ersten Friedensgespräche im März/April 2002 im südafrikanischen Sun City scheiterten, doch schon im Juli 2002 wurde ein Friedensvertrag zwischen der DRK und Ruanda mit südafrikanischer Vermittlung geschlossen und in Luanda folgte am 06.09.2002 ein Friedensabkommen mit Uganda. Beide Staaten verpflichteten sich darin zum Rückzug ihrer im Kongo stationierten Truppen. Das Luanda Abkommen war gleichzeitig die Voraussetzung für die Gründung einer Interimstruktur namens Ituri Pacification Commission (IPC), die ihre Arbeit im April 2003 aufnahm. Auch die wichtigsten einheimischen Rebellenbewegungen unterzeichneten am 17.12.2002 mit der Regierung ein Friedensabkommen in Pretoria, welches u.a. eine Beteiligung der großen Rebellengruppen MLC und RCD-ML (Rassemblement Congolais pour la Démocratie–Mouvement de Libération, Splittergruppe der RCD6) an einer neuen Übergangsregierung der nationalen Einheit und freie Wahlen vorsieht. In einem weiteren Vertrag wurden diese Regelungen am 02.04.2003 in Sun City bekräftigt und des weiteren eine neue Verfassung und die Integration der Rebellen in eine neu aufzubauende Armee beschlossen.

Doch mit dem Abzug der letzten ugandischen Truppen im Mai 2003, welcher auf massiven internationalen Druck erfolgte, eskalierte die Situation in der Ituri–Region. Der ethnische Konflikt zwischen den Hema (nomadisierende Viehhirten) und Lendu (sesshafte Ackerbauern) „köchelte“ schon seit 1999 und erreichte mit den Kämpfen und Massakern in Bunia seinen Höhepunkt. Wie bei etlichen anderen ethnischen Konflikten auch, handelte es sich um einen Streit um Landbesitz, der 1999 damit begann, dass eine kleine Gruppe der Hema versuchte, die Landbesitzregistrierungen zu modifizieren, indem sie lokale Beamte bestachen. Diese Urkunden wurden dazu benutzt, die eingesessenen Lendu aus ihren Häusern und von ihren Ländereien zu vertreiben7, was zu starken Reaktionen der Lendu ihrerseits führte. Diesen Konflikt hatte Uganda schon seit 1998 als Vorwand für seine Besetzung der Ituri–Region benutzt, obwohl der eigentliche Hauptgrund die Einnahme und Ausbeutung rohstoffreicher Gebiete, besonders die mit Goldvorkommen war. In den Vordergrund wurde der ethnische Konflikt zwischen den Hema und Lendu geschoben, der sicherlich zu den tragenden Auslösern zählt, jedoch allein nie ein solch katastrophales Ausmaß hätte annehmen können, wie er es durch das Eingreifen ugandischer Truppen getan hat.

3. Akteure

3.1 Akteursebenen

[...]


1 siehe Karte 7.2

2 siehe Karte 7.1

3 HRW: The Curse of Gold. Juni 2005

4 http://www.kongo-kinshasa.de/taz/taz2005/taz_050129.php (02.08.2005)

5 a.a.O

6 RCD: 1998 von Uganda und Ruanda gemeinsam gegründet Rebellenbewegung, Reaktion auf den Bruch der Kabila-Regierung mit den beiden Staaten; Vlassenroot, Koen & Raeymaekers, Timothy: The Formation of New Political Complexes: Dynamics of Conflict in Ituri - Democratic Republic of Congo -. Occassional Paper, Centre of African Studies, University of Copenhagen, Oktober 2003

7 ISS: Is Ituri on the Road to Stability?An update on the current security situation in the district, 2005


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