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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Daniela Söffner
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Würzburg
Tags: Friedrich, Schillers, Wallenstein, Hauptseminar
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 2
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53496-3
ISBN (Book): 978-3-638-90284-7
File size: 199 KB
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Abstract
Die Arbeit ist das Ergebnis eines Hauptseminares im Rahmen des vertieften Germanistiksudiums. Sie beschäftigt sich mit den Etappen der Entstehung des Werkes auch im Hinblick auf den Briefwechsel Schillers mit Goethe und bietet zudem einen Interpretationsansatz zum Prolog.
Excerpt (computer-generated)
Bayrische Julius-Maximilians Universität Würzburg
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Hauptseminar: Weimar, literarischer Ort und Symbol
SS 20005, 6. Fachsemester
Friedrich Schillers Wallenstein
von: Daniela Söffner
Inhaltsverzeichnis
1. Wallenstein – ein großes Werk 3
2. Wallenstein – von der historischen zur dramatischen Figur 3
3. Die Entstehung des Dramas 5
3.1 Wendepunkt 5
3.2 Goethes Einfluss 6
3.2.1 Schaffenskrise und Lösung 7
3.2.2 Eine Trilogie 8
3.2.3 Das Motiv der Astrologie 9
3.2.4 Der Zeitdruck 9
3.3 Die Antike als Vorbild 10
3.3.1 Die Versform 11
3.3.2 Eine Nemesis-Tragödie 11
4. Wallenstein – ein Bühnenstück 12
5. Der Prolog – Eröffnung des Theaters und der Trilogie 13
6. Resümee und Ausblick 17
7. Quellennachweise 18
7.1 Primärliteratur 18
7.2 Sekundärliteratur 18
1. Wallenstein – ein großes Werk
„Schillers Wallenstein ist so groß, daß in seiner Art zum zweiten Mal nicht etwas Ähnliches vorhanden ist;“1 – so äußerte sich Goethe gegenüber Eckermann 22 Jahre nach dem Tod Schillers über dessen gewaltige Trilogie.
Mehr als 7000 Verse umfasst die Trilogie des Wallensteins. Doch es ist bei Weitem nicht allein der Umfang des Werkes, der Goethe im Zusammenhang mit diesem Stück von Größe sprechen lässt. Mit dem Wallenstein beendet Schiller seine mehr als zehn Jahre währende Dramenpause und leitet zugleich eine neue Schaffensperiode ein, in der zweifelsohne viele entscheidende und großartige Werke entstanden. Keines der folgenden Dramen allerdings konnte sich am Wallenstein messen. Im Wallenstein vereinen sich „künstlerische Kraft, [...] Intensität von Aussage, Bildgewalt, Symbolgehalt, Repräsentanz und Realismus“2. Schiller selbst sah sein Werk allerdings mit gemischten Gefühlen. Während er noch über seiner Arbeit sitzt, schreibt er am fünften Januar 1798 an seinen Verleger Cotta: „Auf den Wallenstein dürfen sie sich freuen, es ist mir in meinem Leben nichts so gut gelungen, und ich hoffe, in dieser Arbeit die Kraft und das Feuer der Jugend mit der Ruhe und Klarheit des reiferen Alters gepaart zu haben.“3
Doch dieser Enthusiasmus wird von zahlreichen Schaffenskrisen getrübt, die Schiller während seiner Arbeit am Wallenstein überwinden muss. Einige davon werde ich später noch ansprechen. Zwei Jahre nach der Uraufführung seiner Trilogie schreibt Schiller sogar: „In meiner jetzigen Klarheit über mich selbst und über die Kunst, die ich treibe, hätte ich den Wallenstein nicht gewählt.“4
2. Wallenstein – von der historischen zur literarischen Figur
Wallenstein ist keineswegs eine Figur, die der Phantasie eines Friedrich Schillers entsprungen ist. Albrecht von Wallenstein, der Graf von Friedland war ein berühmter Feldherr im 30-jährigen Krieg auf der Seite der Katholiken. Er warb im Jahre 1625 auf eigene Kosten ein Heer für Kaiser Ferdinand II.. Nach dem Tod seines Gegners, dem protestantischen Gustav Adolph, führte Wallenstein eigenmächtige Friedensverhandlungen mit den Schweden und den deutschen Protestanten. Daraufhin wurde er als Hochverräter vom Kaiser abgesetzt und1634 von kaiserlichen Offizieren ermordet.
Wallenstein ist nicht das erste Drama, das geschichtliche Ereignisse aufgreift und einbezieht. In den Räubern hat Schiller bereits historisch reale Geschehnisse verarbeitet. Neu ist allerdings, dass sich der Wallenstein an einer realen, historischen Persönlichkeit orientiert und diese aufnimmt. Seit 1791 denkt Schiller bereits nach längerer Dramenpause – der Don Carlos erschien 1787 – wieder über ein Drama nach. Er hat auch schon grobe Vorstellung vom Thema :
„Es ist mir jetzt wieder einmal so wohl, denn seit meiner Erfurter Reise bewegt sich wieder der Plan zu einem Trauerspiel in meinem Kopfe [...] Lange habe ich nach einem Sujet gesucht, was begeisternd für mich wäre, endlich hat sich eins gefunden und zwar ein historisches.“5 Lange Zeit bleibt es jedoch bei diesen Gedanken. Erst ein Jahr später, im März 1792, greift Schiller seine Idee wieder auf. Erstmals fällt jetzt auch das Thema Wallenstein in diesem Zusammenhang: „Ich bin jetzt voll Ungeduld, etwas poetisches vor die Hand zu nehmen, besonders jückt mir die Feder nach dem Wallenstein“6.
Es scheint Schiller aber eher um die Sache selbst zu gehen, nämlich das Aufgreifen eines Historischen Sujets, und nicht um den Wallenstein speziell. Aus Briefen dieser Zeit ist bekannt, dass sich Schiller neben dem Wallenstein auch noch mit seinem Lieblingshelden, dem oben schon genannten Gustav Adolph, und mit den Maltesern, einem katholischen Orden der Johanniter, beschäftigt hat. Diese hat Schiller ebenfalls als Thema für sein neues Stück in Betracht gezogen. Bis ins Jahr 1795 hadert Schiller über den Stoff. Noch Anfang 1796 wägt er – jetzt schon gemeinsam mit Goethe – zwischen Wallenstein und den Maltesern ab. In dieser Zeit entschließt sich Schiller dann endgültig für den Wallenstein. Doch wie kommt Schiller gerade zu dieser historischen Figur?
[...]
1 Goethe im Gespräch mit Eckermann
2 Diwald, S. 67
3 Schiller an Cotta am 5.1 1798
4 Schiller an Körner 18.5.1801
5 Schiller an Körner am 12. Januar 1791
6 Schiller an Körner am 30. März 1792
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