Autor: Justyna Purwin
Fach: Kunst - Uebergreifende Betrachtungen
Details
Tags: Avantgarde
Jahr: 2006
Seiten: 18
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 172 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-53698-1
ISBN (Buch): 978-3-640-23282-6
Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit ist die Ausarbeitung des Referates zum Thema „Die Avantgarde“, welches ich in der Veranstaltung „Grundbegriffe des kunstwissenschaftlichen Arbeitens“ am 09.12 und 16.12.05 an der Universität Bremen gehalten habe. Diese Hausarbeit besteht aus sieben Teilen. Der erste Teil ist die Einführung. In dem zweiten Teil widme ich mich dem Begriff „Avantgarde“. Hier wird seine Herkunft und seine Bedeutung im künstlerischen Zusammenhang erklärt. Daraufhin behandle ich einen der wichtigsten Postulate der Avantgardisten, d.h. die Negation der Autonomie der Kunst. Hierbei basiere ich ganz auf der Ausführung von Peter Bürger, die er in dem Buch „Theorie der Avantgarde“ dargestellt hat. Der vierte Teil meiner Arbeit gilt dem Thema „Kunst und Politik“. Da die Avantgardisten ihr Ziel in der Verbindung von Kunst und Leben sahen, möchte ich zwei Wege vorstellen, die für die Erfüllung dieses Zieles gesehen wurden. Der erste Weg ist die politische Adressierung der Kunst. Diesen Weg sind die Futuristen gegangen. Ich Anhand der Manifeste stelle die futuristische Bewegung vor. Ich basiere hauptsächlich auf dem Buch von Umbro Apollonio „Der Futurismus“, in dem alle futuristischen Manifeste aus den Jahren 1909-1918 gesammelt wurden. Der zweite Weg ist die Aufnahme des Alltagslebens in die Kunst. Diesen Weg haben die Dadaisten gewählt. Dada wird, laut Peter Bürger, als „radikalste Bewegung der europäischen Avantgarde“ angesehen. Zum Schluss diskutiere ich das umstrittene Thema „Das Nichterreichte der Avantgarde“, und nehme meine eigene Stellung dazu.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bremen
Studiengang: Kunstwissenschaft
„Die Avantgarde“
eingereicht von:
Justyna Purwin
Wintersemester 2005/2006
1. Einführung
2. Der Begriff „Avantgarde“
3. Die Negation der Autonomie der Kunst durch die Avantgarde
4. Kunst und Politik
5. Futurismus
6. Dadaismus
7. Das Nichterreichte der Avantgarde
Literaturverzeichnis
1. Einführung
Die vorliegende Arbeit ist die Ausarbeitung des Referates zum Thema „Die Avantgarde“, welches ich in der Veranstaltung „Grundbegriffe des kunstwissenschaftlichen Arbeitens“ am 09.12 und 16.12.05 mit Christine Wilczek an der Universität Bremen gehalten habe. Diese Hausarbeit besteht aus sieben Teilen. Der erste Teil ist die Einführung. In dem zweiten Teil widme ich mich dem Begriff „Avantgarde“. Hier wird seine Herkunft und seine Bedeutung im künstlerischen Zusammenhang erklärt. Daraufhin behandle ich einen der wichtigsten Postulate der Avantgardisten, d.h. die Negation der Autonomie der Kunst. Hierbei basiere ich ganz auf der Ausführung von Peter Bürger, die er in dem Buch „Theorie der Avantgarde“ dargestellt hat. Der vierte Teil meiner Arbeit gilt dem Thema „Kunst und Politik“.
Da die Avantgardisten ihr Ziel in der Verbindung von Kunst und Leben sahen, möchte ich zwei Wege vorstellen, die für die Erfüllung dieses Zieles gesehen wurden. Der erste Weg ist die politische Adressierung der Kunst. Diesen Weg sind die Futuristen gegangen. Ich stelle die futuristische Bewegung vor, anhand ihrer Manifeste, mit denen ich mich viel auseinandergesetzt habe. Ich basiere hauptsächlich auf dem Buch von Umbro Apollonio „Der Futurismus“, wo alle futuristischen Manifeste aus den Jahren 1909-1918 gesammelt wurden. Der zweite Weg ist die Aufnahme des Alltagslebens in die Kunst. Diesen Weg haben die Dadaisten gewählt. Dada wird, laut Peter Bürger, als „radikalste Bewegung der europäischen Avantgarde“ angesehen. Zum Schluss diskutiere ich das umstrittene Thema „Das Nichterreichte der Avantgarde“, und nehme meine eigene Stellung dazu.
2. Der Begriff „Avantgarde“
Es ist problematisch den Begriff „Avantgarde“ eindeutig zu formulieren, da die Avantgarde aus heterogenen Gruppierungen bestand, und die avantgardistischen Programme sehr verschieden und teils widersprüchlich waren. Ich habe mich für das Erklärungsmodell von Karlheinz Barck und Peter Bürger entschieden, obwohl ich selber zu der Meinung tendiere, dass man den Begriff Avantgarde nicht eindeutig definieren kann. Der Terminus „Avantgarde“ stammt aus dem Französischen. Es ist ein militärischer Ausdruck, der bereits seit dem Mittelalter in Frankreich präsent ist. Avantgarde bedeutet in diesem Zusammenhang, eine Truppe die den Feind aufspürt, die Gefahrpunkte sondiert, undüber die gegnerischen Bewegungen aufklärt. Die Avantgarde marschiert an der Spitze, sie ist strategisch gut vorbereitet.1
Der Begriff Avantgarde wurde auf verschiedene Bereiche übertragen: Kunst, Literatur, Film, Musik, Theater. Übertragen auf den Bereich der Kunst bezeichnet die Avantgarde, im weiteren Sinne, künstlerische Gruppierungen, die sich gegen herrschende Verhältnisse richten. Sie ist eine „systemsprengende Opposition“2 mit kulturrevolutionärem Programm. Zum ersten Mal wurde dieser Begriff 1825 im künstlerischen Zusammenhang 1825 verwendet.3 Damals hat man diesen militärischen Terminus auf die Künstler, als Protagonisten einer saint-simonischen Avantgarde, übertragen.4Ideologisch unterscheidet man zwischen der ästhetischen und der politischen Avantgarde. Aus geschichtlichem Grund teilt man die Avantgarde in die sog. „historische Avantgarde“ und die Neoavantgarde. Peter Bürger zählt zu den historischen Avantgardebewegungen: vor allem Dadaismus, frühen Surrealismus und die russische Avantgarde nach der Oktoberrevolution, die sich alle gegen die Institution Kunst wenden. Mit Einschränkungen gilt dies auch für den italienischen Futurismus und den deutschen Expressionismus. Was den Kubismus angeht, verfolgt er zwar nicht die Grundtendenz der Avantgardisten, dh. die Überführung der Kunst in die Lebenspraxis, doch stellt er das seit der Renaissance geltende Darstellungssystem des zentralperspektivischen Bildaufbaus in Frage und deshalb wird er von Bürger zu den historischen Avantgardebewegungen gezählt. 5
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1 Barck, Karlheinz: Avantgarde. In: Ästhetische Grundbegriffe. Hrsg. Von K.Barck, M. Fontius, D. Schlenstedt, B. Steinwachs, F. Wolfzettel. J.B. Metzler. S.544-545 und 548-549
2 Dröge, Franz, Michael Müller: Die Macht der Schönheit. Die Avantgarde und Faschismus oder die Geburt der Massenkultur, Hamburg 1995.
3 Barck, Karlheinz: Avantgarde. In: Ästhetische Grundbegriffe. Hrsg. Von K.Barck, M. Fontius, D. Schlenstedt, B. Steinwachs, F. Wolfzettel. J.B. Metzler. S.549
4 Henri Saint-Simon gilt als größter Anreger des französischen Sozialismus. Die Hauptgebiete seiner Lehre waren die neue Industriegesellschaft und die klassenlose Gesellschaft. Henri Saint-Simon und seine Anhänger traten für eine Avantgarde, die sich aus Künstlern, Wissenschaftlern und Industriellen zusammensetzt und sich vornehmlich dem gesellschaftlichen und technischen Fortschritt widmet. Diese Konzepte erreichten ihren Höhepunkt während der achtundvierziger Revolution, wo die Gleichsetzung von politischem und künstlerischem Fortschritt erreicht wurde. Reinhold Grimm, Jost Hermand (Hrsg.): Faschismus und Avantgarde. Königstein: Athenäum, 1980. S.2
5 Bürger, Peter: Theorie der Avantgarde. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 1974. S.44
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