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Die Funktion von Analogie und Metapher

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Anja Krechel
Subject: French - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V61316
ISBN (E-book): 978-3-638-54799-4

File size: 192 KB


Excerpt (computer-generated)

RHEINISCHE FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT BONN
ROMANISCHES SEMINAR
Hauptseminar: Argumentative Strukturen im Satz und im Text
Sommersemester 2004, 5. Fachsemester

Die Funktion von Analogie und Metapher

von: Anja Krechel

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 2

2 Hauptteil 3

2.1 Analogie 3
2.2 Metapher 5

2.2.1 Die argumentative Metapher nach Perelman 7
2.2.2 Schwierigkeiten im Gebrauch der argumentativen Metapher 9

2.3 Korpusanalyse 10

2.3.1 Politische Rede 10
2.3.2 Zeitungsartikel 13
2.3.3 Werbung 15

3 Schluss 18

4 Literaturverzeichnis 19

4.1 Korpus 19
4.2 Sekundärliteratur 20
 

 


 

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Rolle von Analogie und Metapher als Mittel zur Stützung einer These. Das Ziel der Arbeit ist es zu klären, ob Analogien und Metaphern bestimmte Funktionen in der französischen Argumentation haben. Dazu leitet zunächst ein theoretischer Teil in die Problematik ein. Die Kapitel 2.1 und 2.2 beschäftigen sich mit dem Stand der Forschung auf diesem Gebiet. Das Kapitel 2.1 ist dabei kurz gehalten, es dient zur Einführung in die Problematik der Analogie, auf die das Kapitel 2.2 über die Bildung und Verwendung der Metapher aufbaut.

Zunächst bietet eine diachrone Analyse der Metapherntheorie von Aristoteles über Stephen Ullmann, George Lakoff und Mark Johnson bis hin zu Michael Pielenz einen Überblick über den Funktionswandel der Metapher. Ein Schwerpunkt liegt im darauffolgenden Kapitel auf der Arbeit von Chaïm Perelman, der eine klare Abgrenzung zwischen Analogie und Metapher vornimmt und den Unterschied zwischen poetischer und argumentativer Metapher erläutert. Die Werke der o.g. Sprachwissenschaftler sind besonders geeignet, da die Autoren sich kritisch mit der Metapherntheorie auseinandersetzen und neue Erkenntnisse über den Stand der Forschung publizieren.

Das Kapitel 2.3 besteht aus einer synchronen Sprachanalyse eines selbst erstellten Korpus. Um zu zeigen, dass argumentative Metaphern in verschiedenen Sprachbereichen vorkommen, wurden für die Analyse drei Textsorten ausgewählt; die politische Rede, Zeitungsartikel und Werbetexte aus Frauenmagazinen. Aufgrund des beschränken Umfangs der Arbeit, können die o.g. Textsorten nur auszugsweise analysiert werden, außerdem ist eine Auswertung weiterer Textsorten leider nicht möglich.

Bei der Analyse, wie in der gesamten Arbeit, liegt ein Schwerpunkt auf der Verwendung metaphorischer Elemente. Der Unterschied zwischen Analogie und Metapher soll jedoch, wie im Kapitel 2.2.1 erläutert, deutlich werden. Die Korpusanalyse soll zeigen, inwiefern die in den vorherigen Kapiteln erläuterten Theorien in der Praxis Anwendung finden und es soll geklärt werden, ob Metapher und Analogie eine bestimmte Funktion in den analysierten Genres zukommt.

2 Hauptteil

2.1 Analogie

Obwohl die Analogie als essentieller Faktor der Erfindung angesehen wurde, wurde sie zunächst misstrauisch betrachtet, als man aus ihr ein Beweismittel machen wollte. Einige Philosophen wie z.b. Plato oder Thomas von Aquin sahen die Analogie als spezifischen und unverzichtbaren Typus des Folgerns. Empirische Denker hingegen, sehen in der Analogie nur die Aussage einer sehr ungenauen Vergleichbarkeit, deren einziger Wert darin besteht, Anlass zur Formulierung von Hypothesen zu geben, die dann durch Induktion bestätigt werden müssen. Die Analogie selbst kann ihrer Meinung nach jedoch keinen Eingang in die Formulierung wissenschaftlicher Ergebnisse bieten. Perelman ist der Meinung, dass die Tatsache, dass die Analogie uns eine Hypothese einer anderen vorziehen lässt, zeigt, dass sie einen argumentativen Wert besitzt und somit in argumentativen Studien eingeschlossen werden muss. In der Linguistik befasst sich die Analogie mit der Ähnlichkeit zweier Relationen zueinander und nicht, wie in der Mathematik, mit der Gleichheit der Beziehungen. Perelman definiert die allgemeine Struktur der Analogie folgendermaßen:

„A est à B ce que C est à D.“1

Das Paar AB, das die Konklusion trägt, wird hierbei als Thema der Analogie (thème) bezeichnet, das Paar CD, das dazu dient, die Begründung zu stützen, wird als Träger der Analogie (phore) bezeichnet.2 Das Thema dieser Analogie soll durch das bereits Bekannte, den Träger, erhellt, strukturiert und bewertet werden. Die Analogie soll dazu beizutragen, dass einer oder ggf. beide Begriffe des Themas bestimmt werden. Dies ist besonders häufig bei der Analogie mit drei Begriffen der Fall. Perelman definiert die Struktur dieser Analogie folgendermaßen:

« B est à X, comme C est à B. »3

Die Bereiche der Analogie dürfen nicht wie in der mathematischen Relation homogen sein, sie müssen aus verschiedenen Domänen stammen, damit das Ziel, das Thema durch den Träger zu erhellen, erfüllt werden kann. Sobald die gegenübergestellten Relationen aus derselben Domäne stammen, fällt diese argumentative Struktur nicht mehr in den Bereich der Analogie, sondern nimmt die Struktur eines Beispiels oder einer Illustration an.

Im Gebrauch der Analogie werden bestimmte Bezüge, die die Konklusion stützen, in den Vordergrund gerückt und andere, die für die Konklusion irrelevant sind, werden außer Acht gelassen. Ist das Ziel der Analogie, etwas Unbekanntes durch ein bekanntes Phänomen zu erläutern, erreicht, kann die Analogie aufgegeben werden. Das Thema, das nun erhellt ist, kann inzwischen unabhängig vom Träger der Analogie weiter bearbeitet werden. Um die hervorgebrachte These, die durch eine Analogie illustriert wurde, zu kritisieren, muss man diese entweder so umformen, dass sie den eigenen Vorstellungen entspricht oder sie durch eine andere Analogie, die für angemessener gehalten wird, ersetzen.

2.2 Metapher

[...]


1 Perelman, Chaïm/ Olbrechts-Tyteca, Lucie., Traité de l’argumentation, 1976, S. 500.

2 Vgl. Ders., S. 501.

3 Ders., S. 515.


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