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Was prägt das Wesen eines Menschen?

Subtitle: Genetische Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 28 Pages
Author: Daniela Sonntag
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology

Details

Event: Wer oder was bestimmt unser Verhalten?
Institution/College: Free University of Berlin (Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie)
Tags: Wesen, Menschen, Verhalten
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 28
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V61975
ISBN (E-book): 978-3-638-55310-0
ISBN (Book): 978-3-638-66833-0
File size: 210 KB

Abstract

Es gibt heutzutage noch viele Wissenschaftler, die von der These ausgehen, der Mensch sei zum Zeitpunkt seiner Geburt ein unbeschriebenes Blatt. Dies soll anhand der vorliegenden Arbeit in Frage gestellt werden, denn „in vielen Bereichen unseres Lebens macht es einen Unterschied, ob wir über die ‚angelegten’ Verhaltensdispositionen wissen oder diese ignorieren. Das Wissen um diese Dispositionen ist zum Beispiel von großer Relevanz in der Erziehung“ . Im ersten Kapitel wird zunächst auf den Forschungszweig der Soziobiologie eingegangen. Dabei werden die Untersuchungen der Zwillingsforschung angesprochen, die in diesem Zusammenhang einige Ergebnisse erzielen konnten. Welche Relevanz hat die Soziobiologie bei der Diskussion um die Frage der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung? Welche Rolle spielt die Evolutionstheorie für die Erklärung menschlichen Verhaltens? Im zweiten Kapitel werden die Ergebnisse der Soziobiologie erläutert, welche von genetischen Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten ausgeht. Was sagt die Wissenschaft, insbesondere die Soziobiologie zum Thema „genetische Prädisposition“? Daher dient das dritte Kapitel zur Darlegung des sogenannten „Big-Five-Modells“, welches für die fünf universellen und elementaren Persönlichkeitsmerkmale des Menschen steht. Damit wird erörtert, inwieweit unsere Persönlichkeit bereits vorbestimmt ist und inwieweit sie sich durch Umwelteinflüsse beeinflussen lässt. Im vierten und letzten Kapitel wird die menschliche Persönlichkeit anhand des Phänomens „Aggression“ noch einmal genauer beleuchtet, um der Frage nachzugehen, welche Komponenten dem menschlichen Aggressionsverhalten zugrunde liegen. Sind Menschen von Natur aus aggressiv? Welche Verbindungen lassen sich dabei zum Tierreich ziehen? Im ersten Unterkapitel wird auf vier Aggressions-Hypothesen Bezug genommen, um damit mögliche Ursachen aggressiven Verhaltens zu konstatieren. Anschließend folgt ein Unterkapitel über die Folgen des technokratischen Systems und deren Auswirkungen auf das menschliche Aggressionsverhalten. Es folgt ein drittes Unterkapitel zur Diskussion um die Verwirrung des Menschen und deren mögliche Folgen für unsere Spezies.


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin, Fachbereich Soziologie
HS 12214 Wer oder Was bestimmt unser Verhalten?
WS 2005/06, 10. Fachsemester

Was prägt das Wesen eines Menschen?

von: Daniela Sonntag

 


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung  3

1. Entwicklung zur Soziobiologie  5

2. Genetische Prädispositionen und menschliches Verhalten 7

3. Das Big-Five-Modell 11

4. Aggression 13

4.1 Vier Aggressions-Hypothesen  14

4.1.1 Die Frustrations-Hypothese  14
4.1.2 Die Triebhypothese  15
4.1.3 Die Reaktions-Hypothese 16

4.2 Das technokratische System 18
4.3 Das verwirrte Lebewesen 19
4.4 Agonistisches Verhalten 21

5. Schlusswort  25

6. Literatur  27

 


 

0. Einleitung

„Um zu einer besseren Welt zu gelangen, dürfen wir nicht feige auf einen romantischen Traum starren, sondern müssen vorwärts in eine Zukunft blicken, die auf wirklicher Selbsterkenntnis beruht“ (aus: Psychologie heute, August 2001, S. 72).

In dem vorausgehenden Hauptseminar zum Thema „Wer oder Was bestimmt unser Verhalten?“ haben wir uns mit dieser Frage auseinandergesetzt, indem wir versucht haben, Parallelen zwischen der Natur und der menschlichen Umwelt zu ziehen. Das heißt inwieweit die Evolutionstheorie bei der Frage nützlich und sinnvoll sein kann. Dabei haben wir beispielsweise anhand von Untersuchungsergebnissen aus dem Tierreich Schlüsse auf das menschliche Miteinander gezogen.

Es gibt heutzutage noch viele Wissenschaftler, die von der These ausgehen, der Mensch sei zum Zeitpunkt seiner Geburt ein unbeschriebenes Blatt. Dies soll anhand der vorliegenden Arbeit in Frage gestellt werden, denn „in vielen Bereichen unseres Lebens macht es einen Unterschied, ob wir über die ‚angelegten’ Verhaltensdispositionen wissen oder diese ignorieren. Das Wissen um diese Dispositionen ist zum Beispiel von großer Relevanz in der Erziehung“1. Im ersten Kapitel wird zunächst auf den Forschungszweig der Soziobiologie eingegangen. Dabei werden die Untersuchungen der Zwillingsforschung angesprochen, die in diesem Zusammenhang einige Ergebnisse erzielen konnten. Welche Relevanz hat die Soziobiologie bei der Diskussion um die Frage der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung? Welche Rolle spielt die Evolutionstheorie für die Erklärung menschlichen Verhaltens? Im zweiten Kapitel werden die Ergebnisse der Soziobiologie erläutert, welche von genetischen Prädispositionen und deren Relevanz für das menschliche Verhalten ausgeht. Was sagt die Wissenschaft, insbesondere die Soziobiologie zum Thema „genetische Prädisposition“?

Die Arbeit wird in diesem Zusammenhang nach den Wurzeln der menschlichen Persönlichkeit fragen. Wodurch wird sie festgelegt? Und vor allem in welchem Maße wären Gene und Umwelt dafür in Betracht zu ziehen? Welchen Einfluss nimmt die Umwelt auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen wirklich? Daher dient das dritte Kapitel zur Darlegung des sogenannten „Big-Five- Modells“, welches für die fünf universellen und elementaren Persönlichkeitsmerkmale des Menschen steht. Damit wird erörtert, inwieweit unsere Persönlichkeit bereits vorbestimmt ist und inwieweit sie sich durch Umwelteinflüsse beeinflussen lässt.

Im vierten und letzten Kapitel wird die menschliche Persönlichkeit anhand des Phänomens „Aggression“ noch einmal genauer beleuchtet, um der Frage nachzugehen, welche Komponenten dem menschlichen Aggressionsverhalten zugrunde liegen. Sind Menschen von Natur aus aggressiv? Welche Verbindungen lassen sich dabei zum Tierreich ziehen? Im ersten Unterkapitel wird auf vier Aggressions-Hypothesen Bezug genommen, um damit mögliche Ursachen aggressiven Verhaltens zu konstatieren. Anschließend folgt ein Unterkapitel über die Folgen des technokratischen Systems und deren Auswirkungen auf das menschliche Aggressionsverhalten. Es folgt ein drittes Unterkapitel zur Diskussion um die Verwirrung des Menschen und deren mögliche Folgen für unsere Spezies. Es stellt sich dabei die Frage, inwiefern wir durch die Kultur überhaupt in der Lage sind aggressives Verhalten zu kontrollieren? Daran schließt ein viertes Unterkapitel zum agonistischen Verhalten von Tieren und Menschen an.

Bezüglich der Parallelen zum Tierreich hat Edward O. Wilson mit seinem Buch „Biologie als Schicksal“2 einen nützlichen Beitrag geleistet. Wilson gilt zudem in der Forschung als Begründer der Soziobiologie. Was die Diskussion um den Menschen, der als „tabula rasa“ betrachtet wird, betrifft, gibt das Buch von Steven Pinker „Das unbeschriebene Blatt“3 hilfreiche Einsichten. Einen weiteren wichtigen Beitrag zu der Frage, in welchem Maße das menschliche Verhalten durch die Gene bestimmt sei, liefert Franz M. Wuketits mit seinem Buch „Der Affe in uns“4, worin er aufzeigt, wo die Kultur mit unserer Natur zu kollidieren droht. Die Erbanlage-Umwelt-Debatte ist laut Wuketits längst veraltet. Er behauptet, dass es sich bei der Entwicklung bestimmter Merkmale stets um einen Prozess der Wechselwirkung zwischen Genen und Umwelt handeln würde5.

In Bezug auf die Frage nach den Wurzeln der menschlichen Persönlichkeit, bietet sich das Buch von Gerhard Roth „Fühlen, Denken, Handeln“6 an, in dem er darauf hinweist, dass die gesellschaftliche Natur des Menschen sich aus seiner (neuro)biologischen Natur ergebe und nicht umgekehrt. Walter Angst stellt sich in seinem Buch „Aggression bei Affen und Menschen“7 unter dem Gesichtspunkt der Evolution, deren Produkt seiner Meinung nach auch der Mensch ist, der Frage des Wie und Warum der Aggression.

1. Entwicklung zur Soziobiologie

[...]


1 Wuketits, Franz M.: Der Affe in uns (Warum die Kultur an unserer Natur zu scheitern droht), Leipzig: Hirzel, 2002, S. 24.

2 Wilson, O. E.: Biologie als Schicksal (Die soziobiologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens), Frankfurt am Main, 1980.

3 Pinker, Steven: Das unbeschriebene Blatt (Die moderne Leugnung der menschlichen Natur), Berlin: Berlin Verlag, 2003.

4 Wuketits, Franz M.: Der Affe in uns (Warum die Kultur an unserer Natur zu scheitern droht), Leipzig 2002.

5 Vgl. Ebd., S. 195.

6 Roth, Gerhard: Fühlen, Denken, Handeln (Wie das Gehirn unser Verhalten steuert), neue, vollständig überarb. Ausgabe, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2001.

7 Vgl. Angst, Walter: Aggression bei Affen und Menschen, Heidelberg: Springer Verlag, 1980.


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