Details
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (Politikwissenschaften)
Tags: Fundamentalismus, Islam
Jahr: 2001
Seiten: 16
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 180 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13842-0
ISBN (Buch): 978-3-638-92553-2
Wie entstand der Islamismus? Wie entwickelte er sich? Welche Verantwortung trägt der Westen? Eine kritische Ausarbeitung in der Zeit nach dem 11. September 2001.
Zusammenfassung / Abstract
Nie war das Thema Fundamentalismus aktueller als in Folge auf den 11. September – und nie war es schwerer, darüber zu schreiben. Politiker argumentierten in Reaktion auf die Terroranschläge weltweit, dass der islamistische Terrorismus eine transkontinentale Bedrohung sei und bekämpft werden müsse. Der amerikanische Präsident George W. Bush sprach vom Kampf Gut gegen Böse, den Amerika gewinnen werde. Immer wieder wurde in Folge des Terroranschlags Samuel Huntington zitiert, der einen „Kampf der Kulturen“ voraussagte. Doch was ist der Nährboden für die Radikalisierung und Politisierung des Islams? Wie groß ist der Beitrag des Westens? Ist das Problem der Islam selbst, oder ist die Radikalisierung eine Folge der Bedrängung durch die christliche Vormachtstellung im 20. Jahrhundert? Dafür spräche, dass der Islam eine tolerante Religionsgemeinschaft war, als er im Mittelalter die vorherrschende Institution darstellte. Und: Steht Ussama Bin Ladens Al-Quaida, die für die Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht wird, isoliert da oder folgt sie einem weit verbreiteten, ursprünglich religiös motivierten Gedankengut? In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die Bilder jubelnder Muslime ob der schrecklichen Bilder des brennenden Weltwirtschaftszentrums zu erklären sind. Kaum einer der Kommentatoren zur Entwicklung nach dem 11. September kam ohne die Worte: „Jetzt ist alles anders“ aus. Ist wirklich alles anders? Muss jetzt alles anders sein? Und: Wie kann dieses „Anders“ aussehen? Wie könnte für ein friedvolleres Miteinander gesorgt werden? Durch Interventionen, Liquidierungen und Truppenstationierungen? Oder doch eher durch den entschlosseneren Versuch dem Islam seinen Raum zuzugestehen, seine politische Kultur zu respektieren und für einen faireren Welthandel zu sorgen, der scheinbare Globalisierungsverlierer aus ihrem aufgestauten Frust befreien könnte? Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen, den Begriff des Islamismus zu klären und seinen Ursprung zu ergründen. Dann werde ich mich an die heutige Zeit und die aktuelle Entwicklung heranarbeiten, versuchen, den Gründen für den Zulauf zu fundamentalistischen Vereinigungen nachzugehen und Ansätze aufzuzeigen, die zu einem Zusammenrücken der Kulturen führen könnten.
Textauszug (computergeneriert)
Islamismus
von Felix Mannheim
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Aktuelle Schwierigkeiten im Umgang mit dem Thema 3
1.2 Die Fragen im Angesicht von "Ground Zero" 3
1.3 Vorgehensweise 4
2. Hauptteil 4
2.1 Begriffsklärung 4
2.2 Ursprünge des Islamismus 6
2.3 Ein Abwehrkampf 6
2.4 Wiederaufleben des Islamismus in den 60ern 8
2.5 Islamismus um die Jahrhundertwende 10
2.6 Islamismus in Deutschland 12
3. Schlussfolgerungen 13
3.1 Kein "Kampf der Kulturen" 13
3.2 Nachhaltige Politik ist nötig 14
3.3 Christen brauchen keine Zuflucht 15
4. Quellenangabe 16
1. Einleitung
1.1 Aktuelle Schwierigkeiten im Umgang mit dem Thema
Nie war das Thema Fundamentalismus aktueller als in Folge auf den 11. September - und nie war es schwerer, darüber zu schreiben. Tag für Tag füllten am Ende des vergangenen Jahres Essays und Berichte über islamische Fundamentalisten die Zeitungen und versuchten, die Ereignisse des 11. Septembers einzuordnen. Wissenschaftliche Fachliteratur hingegen hat die Entwicklung noch kaum eingeholt: Wer sich fundiert und ausführlich über den Islamismus informieren will, muss den Krieg in Folge auf die jüngsten Terroranschläge ausklammern. Die wissenschaftliche Lektüre hilft jedoch, die Entwicklung zu begreifen und zu erkennen, wie lange der Prozess dauerte, der islamistische Terroristen tatsächlich zu einer Bedrohung für den Westen machte. So erklären Werner Ruf und Albrecht Metzger noch immer wieder, dass Islamismus eine defensive Reaktion auf den westlichen Imperialismus sei und der Kampf vor allem innerhalb der Landesgrenzen stattfinde. Diese These scheint mit dem Angriff auf New York und Washington, der rund 3000 Menschen das Leben kostete, widerlegt. Politiker argumentierten weltweit, dass der islamistische Terrorismus eine transkontinentale Bedrohung sei und bekämpft werden müsse. Der amerikanische Präsident George W. Bush sprach vom Kampf Gut gegen Böse, den Amerika gewinnen werde. Immer wieder wurde in Folge des Terroranschlags Samuel Huntington zitiert, der einen "Kampf der Kulturen" voraussagte.
1.2 Die Fragen im Angesicht von "Ground Zero"
Doch was ist der Nährboden für die Radikalisierung und Politisierung des Islams? Wie groß ist der Beitrag des Westens? Ist das Problem der Islam selbst, oder ist die Radikalisierung eine Folge der Bedrängung durch die christliche Vormachtstellung im 20. Jahrhundert? Dafür spräche, dass der Islam eine tolerante Religionsgemeinschaft war, als er im Mittelalter die vorherrschende Institution darstellte. Und: Steht Ussama Bin Ladens Al-Quaida, die für die Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht wird, isoliert da oder folgt sie einem weit verbreiteten, ursprünglich religiös motivierten Gedankengut? In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die Bilder jubelnder Muslime ob der schrecklichen Bilder des brennenden Weltwirtschaftszentrums zu erklären sind.
Kaum einer der Kommentatoren zur Entwicklung nach dem 11. September kam ohne die Worte: "Jetzt ist alles anders" aus. Ist wirklich alles anders? Muss jetzt alles anders sein? Und: Wie kann dieses "Anders" aussehen? Wie könnte für ein friedvolleres Miteinander gesorgt werden? Durch Interventionen, Liquidierungen und Truppenstationierungen? Oder doch eher durch den entschlosseneren Versuch dem Islam seinen Raum zuzugestehen, seine politische Kultur zu respektieren und für einen faireren Welthandel zu sorgen, der scheinbare Globalisierungsverlierer aus ihrem aufgestauten Frust befreien könnte?
1.3 Vorgehensweise
Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen, den Begriff des Islamismus zu klären und seinen Ursprung zu ergründen. Dann werde ich mich an die heutige Zeit und die aktuelle Entwicklung heranarbeiten, versuchen, den Gründen für den Zulauf zu fundamentalistischen Vereinigungen nachzugehen und Ansätze aufzuzeigen, die zu einem Zusammenrücken der Kulturen führen könnten. Dabei ist mir bewusst, dass im Moment Geschichte geschrieben wird, mit der die Geschichtsschreiber nicht mitkommen. Oft werde ich daher nicht über versuchte Bezüge und mögliche Ansätze hinauskommen.
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