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Autor: Marina May
Fach: Filmwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Filmwissenschaft Mainz)
Tags: Piano, Eine, Sequenzanalyse, Proseminar, Einführung, Filmanalyse
Jahr: 2001
Seiten: 19
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 207 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13898-7
Textauszug (computergeneriert)
The Piano - Eine Sequenzanalyse
von Marina May
Inhalt
Einleitung und Einordnung der Sequenz 4
1. Figurenkonzepte 6
1.1 Ada und Flora 6
1.2 Stewart- Der puritanische Siedler 8
1.3 Baines- Der Außenseiter 9
2. Wer erzählt? 10
3. Kampf der gesellschaftlichen Regeln gegen das aufbrausende Neuseeland im Innern Adas 12
3.1 Wenn schon keine Zeremonie, dann zumindest die Photographie-
Zur Funktionalität der Bilder 12
3.2 Die Musik als Ausdruck des Gefühls- Musik, Ton und Sprache 14
3.3 Die neuseeländische Wildnis- Die Darstellung der Natur 17
4. Schlußbetrachtung 18
Literatur 19
Einleitung und Einordnung der Sequenz
Diese Sequenzanalyse wurde im Rahmen des Seminars "Einführung in die Filmanalyse"/ Wintersemester 2000/01 am Beispiel einer Sequenz aus The Piano von Jane Campion erstellt. Dieser Film bezieht seine Besonderheit aus der Tatsache, dass die Hauptdarstellerin, bis auf eine voice-over zu Beginn und zu Ende des Films, kein Wort spricht, und dennoch ihre Gefühle, Stimmungen und ihr Innenleben deutlicher als bei allen anderen Personen des Films vermittelt werden. Die Musik des Films, aber auch die Darstellung der Natur geben Aufschluß über ihre Gefühle, die aufkeimende Leidenschaft und schließlich ihre Befreiung aus der puritanischen Mentalität.
The Piano spielt Mitte des 19. Jahrhunderts. Die stumme Schottin Ada wird mit dem ihr unbekannten Siedler Stewart verheiratet. Zusammen mit ihrer neunjährigen Tochter Flora macht sich Ada auf in die Heimat ihres Ehemannes, der Wildnis Neuseelands, allerdings nicht ohne ihr geliebtes Piano, dass ihr Mittel zum Ausdruck ist. In der neuen Heimat angekommen muss sie das Piano am Strand zurücklassen. Der Außenseiter Baines macht sich durch einen Tausch mit Stewart das Piano zu eigen und bietet Ada ein Abkommen an: Taste für Taste kann sie sich das Piano zurückverdienen, wenn sie Baines, der sie begehrt, gestattet sie zu betrachten und zu berühren. Ada geht auf das Angebot ein und nach und nach entwickelt sich eine Beziehung. Als Stewart hinter die Beziehung kommt schließt er Ada ein. Baines, im Glauben Ada verloren zu haben, will Neuseeland verlassen. Als Ada ihm eine Liebesbotschaft durch ihre Tochter zukommen lassen will, bringt das Mädchen das Päckchen Stewart, der, nachdem Ada ihm körperlich näher kam im Vertrauen ihr Gefängnis aufgebrochen hat und nun tief gekränkt und wütend ein Finger Adas abhackt. Letztendlich lässt Stewart aber Baines und Ada ziehen. Auf der Überfahrt in eine neue Heimat stürzt sich Ada mit ihrem Piano in die Tiefe des Meeres, entscheidet sich aber doch für das Leben.
Die hier bearbeitete Sequenz setzt kurz nach Adas Ankunft in Neuseeland ein mit der Anfertigung eines Hochzeitsbildes als Ersatz für eine Zeremonie. Als Stewart kurz darauf für einige Tage fort muß macht sich Ada auf zum Außenseiter Baines, der sie zu ihrem Piano bringen soll. Die Sequenz endet am Strand, zu dem sie Baines geführt hat und an dem Ada für viel Stunden die Möglichkeit hat auf ihrem Piano zu spielen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, die Adas Innenleben transportieren. Ebenfalls erläutert werden soll, wie der Film mit dem Kontrast puritanische Lebensweise und wildem, ungezähmten Land umgeht.
Zu diesem Zwecke erscheint es sinnvoll zuerst Charaktere und Hintergründe der Hauptpersonen herauszuarbeiten, um ihr Verhalten zu verstehen. Dann wird auf die Erzählhaltung eingegangen, allerdings nur auf die visuelle und narrative. Der auditiven Erzählhaltung wird durch ihre besondere Bedeutung für "Das Piano" ein eigenes Kapitel gewidmet. Das dritte und letzte Kapitel umfasst den Konflikt puritanische Mentalität und Ausleben der Gefühle. Dazu wird zuerst auf die Funktionalität der Bilder eingegangen und dann auf das Ausdrucksmittel für Gefühle, die auditive Ebene. Zum Schluß wird die Naturdarstellung betrachtet und auf ihre narrative Funktion eingegangen.
1. Figurenkonzepte
1.1 Ada und Flora
Die Hauptfigur des Films ist Ada McGrath. Sie ist Schottin , etwa Anfang/Mitte 30 und Mutter einer neunjährigen Tochter namens Flora, deren Vater Ada anscheinend hat sitzenlassen. Aus einer Voice-over zu Beginn des Films erfährt man, dass sie seit ihrem sechsten Lebensjahr nicht mehr gesprochen hat, wofür keine Erklärung abgegeben wird. Da Ada als stumme Frau mit einem unehelichen Kind in der puritanischen Gesellschaft des 19.Jahrhunderts wenig Chancen hat, einen Mann zu finden, wird sie von ihrem Vater mit einem ihr unbekannten Siedler in Neuseeland verheiratet.
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