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Details

Institution/Hochschule: Universität Osnabrück
Tags: Wege, Objekttheater
Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 122
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1496 KB
Archivnummer: V64421
ISBN (E-Book): 978-3-638-57244-6
ISBN (Buch): 978-3-638-71053-4
Anmerkungen :
Arbeit mit breitem Rand (Anm. der Red.)

Zusammenfassung / Abstract

Was ist mit dem Begriff Objekttheater gemeint? Lässt sich ein Oberbegriff finden? Was sind die wesentlichen darstellerischen Mittel? Mit welchen Kriterien muß dieses spezielle Theater untersucht werden? Auf welchen Wegen kann ein Theaterstück dieser Gattung erarbeitet werden? Wovon geht ein solches Stück aus? Diese Fragen werden in dieser Arbeit untersucht. Dabei gehe ich nicht nur von ästhetischen Theorien aus, sondern auch von eigenen Erfahrungen die ich mit dem Objekttheater gemacht habe. Es werden also theoretische und praktische Aspekte herangezogen, um das Phänomen des Objekttheaters zu umgrenzen. In diesem Sinne könnte die Grundfrage der Arbeit so formuliert werden: Welche theoretischen und welche praktischen Wege führen zum Objekttheater? Dabei ist es insgesamt nicht der Anspruch der Arbeit, eine „Definition“ der Gattung des Objekttheaters zu finden. Es soll vor allem nicht bestimmt werden, was „reines Objekttheater“ sein muß. Das heißt, es wird eher eine Näherung versucht. Die wichtigsten Merkmalen, im Sinne von Symptomen, sollen herausgearbeitet werden. Dabei wird auch sichtbar werden, daß zwischen ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis auch einige Spannung besteht.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Osnabrück
Fachbereich Kunst / Kunstpädagogik

Wege zum Objekttheater
Ausgewählte Theorien und eigene Erfahrungen im Studio Spiel und Bühne

Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades
Magister Artium (M.A.)

vorgelegt von. Jakob Bartnik

Dezember 2004

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 4

1 Theoretische Wege zum Objekttheater: Drei Ansätze ... 6

1.1 Die Loslösung von der traditionellen Form: Die Vorgeschichte des Objekttheaters nach Hans Hoppe ... 7
1.1.1 Grundbegriffe ... 7
1.1.2 Die traditionelle Form ... 9
1.1.3 Widersprüche und ihre Aufhebung ... 11
1.1.4 Schicksalsrequisiten und Tücke des Objekts ... 13
1.1.5 Verdinglichung als inhaltliche Bedingung ... 15
1.1.6 Die Entstehung der neuen Form ... 18
a) Theoretische Erneuerung: Appia und Craig ... 19
b) Konkrete Erneuerung: Schlemmer und Léger ... 20
1.1.7 Objekte in Aktion ... 23

1.2 Objekttheater als Form des Figurenspiels:
Werner Knoedgen und das „unmögliche Theater“ ... 27
1.2.1 Figurentheater: Darstellung mit materiellen Mitteln ... 27
1.2.2 Die Formen des Figurentheaters ... 31
1.2.3 Objekttheater und Materialtheater ... 33
1.2.4 Die Rollendarstellung ... 35
a) Objekte ... 36
b) Materialien ... 37
1.2.5 Zwei Beispiele: Tuch und Stock ... 39
1.2.6 Zusammenfassung ... 44

1.3 Das Objekttheater als Bildzeichentheater Peter Weitzners ästhetische Standpunktbestimmung ... 44
1.3.1 Visuelles Theater und Objekte als Bildzeichen ... 45
1.3.2 Die Rolle der Zeit ... 48
1.3.3 Der Mensch als Kunstfigur ... 51
1.3.4 Objekttypen und ihre theatrale Funktion ... 53
a) Gebrauchsgegenstände ... 54
b) Fundstücke / Objets-Trouvés ... 55
c) Naturgegenstände und Material ... 56
d) Gestaltete Objekte ... 57
e) Der Mensch als Objekt bzw. Kunstfigur ... 57
f) Das Objekt als Person: Masken und Puppen ... 58
g) Der Raum als Objekt ... 59
1.3.5 Das Theater des Unbekannten ... 59

1.4 Zwischenergebnis: Grundelemente des Objekttheaters ... 63

2 Praktische Wege zum Objekttheater: Eigene Erfahrungen im Studio Spiel und Bühne ... 65

2.1 Erstes Beispiel: Die Inszenierung movens ... 67
2.1.1 Wahl des Materials und Experimente ... 67
2.1.2 Endgültige Spieltechnik: Magneten ... 70
2.1.3 Grundelemente der Inszenierung ... 72
a) Die Beschaffenheit der Spieler ... 72
b) Die Plastiktüten als Figuren ... 73
c) Bewegungsmöglichkeiten ... 74
2.1.4 Zur Objektwahl nach Knoedgen und Weitzner ... 75
a) Knoedgen ... 75
b) Weitzner ... 76
2.1.5 Zur Inszenierung ... 77
2.1.6 Zusammenfassung ... 81

2.2 Zweites Beispiel: Die Inszenierung oo ... 81
2.2.1 Objekte und Experimente ... 82
2.2.2 Grundelemente ... 83
a) Ein- und Ausstieg ... 84
b) Drehen in der Tonne ... 86
c) Die Tonne als Transportmittel ... 86
d) Erfindung und körperliche Disposition ... 88
e) Die Spieler ... 90
f) Das Objekt und seine Wirkungsweise ... 91
2.2.3 Ergebnis: Drei Varianten ... 94
a) Materialtheater im Lokschuppen ... 97
b) Das Stück oo ... 98
c) oo-Solo ... 99
2.2.4 Zusammenfassung ... 100

2.3 Drittes Beispiel: 176 x 178 ... 101
2.3.1 Der Stock als Figur ... 102
2.3.2 Stock und Körper ... 104
2.3.3 Eigene Experimente ... 106
2.3.4 Die Bewegung ... 110
2.3.5 Das Ergebnis ... 111
a) Rahmen und Raum ... 112
b) Die Objekte ... 113
c) Der Spieler ... 113
d) Zur Bilderfolge ... 114
2.3.6 Zusammenfassung ... 116

3 Fazit ... 116

4 Literaturliste ... 120

5 Verzeichnis der Inszenierungen, Abbildungen und Filme ... 121

 

Einleitung

Der Begriff Objekttheater wird in verschiedensten Zusammenhängen erwähnt. Die Internet-Suchmaschine Google findet zur Zeit 8050 Seiten, in denen das Wort vorkommt. Eine einheitliche Verwendungsweise dieses Begriffs ist nach der Überprüfung der ersten zehn angezeigten Webseiten jedoch nicht festzustellen. Manchmal wird es mit Musik und Tanz in einem Atemzug erwähnt, ein anderes mal auf das Puppentheater bezogen. Auch Nachschlagewerke helfen nicht weiter. In den verschiedenen Theaterlexika sucht man vergeblich nach einem Eintrag.1 Und im Verzeichnis lieferbarer Bücher von 2004 findet sich nur ein einziger Titel zu diesem Thema: Peter Weitzners Buch Objekttheater.2 Aber auch in diesem Buch heißt es, daß es für den Begriff „keine wissenschaftliche Definition gibt“3. Das Wort scheint also schleierhaft.

Was ist mit dem Begriff Objekttheater gemeint? Lässt sich ein Oberbegriff finden? Was sind die wesentlichen darstellerischen Mittel? Mit welchen Kriterien muß dieses spezielle Theater untersucht werden? Auf welchen Wegen kann ein Theaterstück dieser Gattung erarbeitet werden? Wovon geht ein solches Stück aus? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit untersucht werden. Dabei gehe ich nicht nur von ästhetischen Theorien aus, sondern auch von eigenen Erfahrungen mit dem Objekttheater, die ich im Studio Spiel und Bühne, des Fachbereiches Kunst in Osnabrück gemacht habe. Es werden also theoretische und praktische Aspekte herangezogen, um das Phänomen des Objekttheaters zu umgrenzen. In diesem Sinne könnte die Grundfrage der Arbeit so formuliert werden: Welche theoretischen und welche praktischen Wege führen zum Objekttheater?

Die Arbeit gliedert sich daher in zwei Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit theoretischen Annäherungen an das Objekttheater (Kap.1). Dabei geht es erstens um die geschichtlichen Vorbedingungen dieser speziellen Theaterform, die Hans Hoppe aufgezeigt hat (1.1). Zweitens wird eine nähere Bestimmung der Gattung Objekttheater versucht. Ausgangspunkt sind hier die Überlegungen von Werner Knoedgen, der das Objekttheater als Form des Figurentheaters versteht (1.2). Drittens wird Peter Weitzners Auseinandersetzung mit dem Objekttheater herangezogen, die von praktischen Erfahrungen ausgeht und auch Hinweise und praktische Tipps für Theatermacher enthält (1.3). Die Erkenntnisse und Begrifflichkeiten, die im ersten Teil herausgearbeitet werden, werde ich im zweiten Teil mit Erfahrungen aus eigenen Inszenierungen konfrontieren (Kap.2). Dabei werde ich auf die Arbeitsweise im Studio Spiel und Bühne des Faches Kunst an der Universität Osnabrück eingehen, die meine eigene geprägt hat, und drei Fallbeispiele heranziehen: die Inszenierung movens, das Stück oo sowie die Arbeit 176x178. Wie bin ich bei meiner Arbeit vorgegangen, und wie lassen sich die Endergebnisse klassifizieren? Lassen sie sich wirklich so scharf voneinander abgrenzen? Ich werde jeweils den Weg von der Inszenierungsidee, über Materialwahl und Experimente bis hin zur fertigen Aufführung aufzeigen. Auf welche Schwierigkeiten bin ich bei der Inszenierungsarbeit gestoßen?

Abschließend sollen die Ergebnisse der beiden Teile kurz miteinander verglichen werden. Inwiefern entsprechen die theoretischen Analysen zum Objekttheater der praktischen Arbeit an Stücken dieser Form? Was läßt sich mit den gewonnenen Begriffen verständlich machen? Dabei ist es insgesamt nicht der Anspruch der Arbeit, eine „Definition“ der Gattung des Objekttheaters zu finden. Es soll vor allem nicht bestimmt werden, was „reines Objekttheater“ sein muß. Das heißt, es wird eher eine Näherung versucht. Die wichtigsten Merkmalen, im Sinne von Symptomen, sollen herausgearbeitet werden. Dabei wird auch sichtbar werden, daß zwischen ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis auch einige Spannung besteht.

1 Theoretische Wege zum Objekttheater: Drei Ansätze

In diesem Teil der Arbeit werden verschiedene theoretische Standpunkte zum Objekttheater aufgezeigt. Bei der Auswahl der Theorien habe ich mich auf drei Autoren beschränkt: Hans Hoppe, Werner Knoedgen und Peter Weitzner. Die Arbeit von Hoppe zeichnet sich dadurch aus, daß sie ganz gezielt den Übergang der Verwendungsweise der Gegenstände im Theater als Requisiten bis hin zum gleichberechtigten Spielpartner beschreibt. Hoppe tut dies aus der Sicht eines Theaterwissenschaftlers und anhand ausgewählter Theatermacher. Das Aufzeigen der geschichtlichen Entwicklung ist nötig, um die Differenz von Schauspiel und Objekttheater klarer herauszustellen. Gleichzeitig können so einige der erforderlichen Kriterien für die Beschreibung der darstellenden Künste entwickelt werden (1.1).

[...]


1 Vgl. Sucher, C. Bernd (Hg.): Theaterlexikon, Bd.2: Epochen, Ensembles, Figuren, Spielformen, Begriffe, Theorie, München 1996; Trilse, Christoph / Hammer, Klaus / Kabel, Rolf (Hg.): Theaterlexikon, Berlin 1978; und Brauneck, Manfred / Schneilin, Gérard (Hg.): Theaterlexikon. Begriffe und Epochen, Bühnen und Ensembles, Dritte vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Hamburg 1992. – Keines dieser Werke enthält einen Eintrag zum Begriff Objekttheater.

2 Verzeichnis lieferbarer Bücher (German Books in Print) 2004/2005, Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, Frankfurt am Main 2004.

3 Peter Weitzner, Objekttheater. Zur Dramaturgie der Bilder und Figuren, Frankfurt am Main 1993, S.30.

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