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Presentation (Elaboration), 2006, 21 Pages
Author: Eric Schley
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: Protestant University of Applied Sciences Dresden
Tags: Aggression, Gewalt, Fußball, Ultra-Fanszene, Aggression, Gewalt, Vertiefungsseminar, Hooligans
Year: 2006
Pages: 21
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57299-6
ISBN (Book): 978-3-640-11806-9
File size: 187 KB
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Abstract
Diese wissenschaftliche Arbeit basiert auf ein Referat zum Thema „Gewalt und Fußball – Die Ultra-Fanszene“. Ich habe versucht mich mit einer spezifischen Fangruppe, den Ultras, unter dem Aspekt Aggression und Gewalt auseinanderzusetzen. Diese Fangruppe stellt in zweierlei Hinsicht eine junge Fanszene in deutschen Stadien dar. Um zu verstehen warum Aggression und Gewalt von dieser Fanszene ausgeht, habe ich einen umfassenden Blick auf diese Jugendkultur gelegt. Im zweiten Teil habe ich mich mit Aggressionsmotiven auseinandergesetzt und versucht Lösungsansätze zu erläutern. Um den Rahmen nicht zu sprengen, konnte ich mich mit dem Problem Rassismus und Rechtsextremismus nur am Rande auseinandersetzen. Ich habe es jedoch für wichtig gehalten es zu thematisieren, nicht nur da im Zusammenhang mit Gewalt im Stadion auch Rassismus und Rechtsextremismus behandelt werden. Beim Studium der vorhandenen Literatur zum Thema Ultras und Gewalt war es mir kaum möglich unterschiedliche Autoren zu finden. Ein Großteil der Erkenntnisse geht auf die wissenschaftliche Arbeit des Prof. Gunter A. Pilz zurück. Einen Großteil der Recherche habe ich im Internet, in unterschiedlichen Internetforen der Ultraszene, durchgeführt.
Excerpt (computer-generated)
Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH)
Seminar: Aggression und Gewalt
WS 2006/2007, 9. Januar 2007
Aggression und Gewalt im Fußball –
Die Ultra-Fanszene
von: Eric Schley
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 2
1 Ultras – Die Stimmungsmacher in der Kurve 4
1.1 Entstehungsgeschichte 4
1.2 Die Ultrafanszene in Deutschland 5
1.2.1. Entstehung und Selbstverständnis einer Jugendkultur 5
1.2.2. Räume kreativ gestalten – Räume aneignen 7
1.2.3. Wofür und Wogegen stehen Ultras 9
2 Gewalt in der Ultraszene 11
3 Rassismus und Rechtsextremismus unter Ultras 16
4 Lösungsansätze 17
5 Literaturverzeichnis 19
Vorwort
Im Rahmen des Seminars „Aggression und Gewalt“ haben wir uns als Projektgruppe das Thema „Gewalt im Fußball“ ausgesucht und ein Referat dazu gehalten. Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit dem von mir gehaltenen Referatsteil „Gewalt und Fußball – Die Ultra-Fanszene“. Ich habe versucht mich mit einer spezifischen Fangruppe, den Ultras, unter dem Aspekt Aggression und Gewalt auseinanderzusetzen. Diese Fangruppe stellt in zweierlei Sicht eine junge Fanszene in deutschen Stadien dar.
Um zu verstehen warum Aggression und Gewalt von dieser Fanszene ausgeht habe ich einen umfassenden Blick auf diese Jugendkultur gelegt. Im zweiten Teil habe ich mich mit Aggressionsmotiven auseinandergesetzt und versucht Lösungsansätze zu erläutern. Um den Rahmen nicht zu sprengen, konnte ich mich mit dem Problem Rassismus und Rechtsextremismus nur am Rande auseinandersetzen. Ich habe es jedoch für wichtig gehalten zu thematisieren, nicht nur weil im Zusammenhang mit Gewalt im Stadion auch Rassismus und Rechtsextremismus behandelt werden. Beim Studium der vorhandenen Literatur zum Thema Ultras und Gewalt war es mir kaum möglich unterschiedliche Autoren zu finden. Ein Großteil der Erkenntnisse geht auf die wissenschaftliche Arbeit des Prof. Gunter A. Pilz zurück. Einen Großteil der Recherche habe ich im Internet, in unterschiedlichen Internetforen der Ultraszene, durchgeführt.
1 Ultras – Die Stimmungsmacher in der Kurve
1.1 Entstehungsgeschichte
Die Ultra-Fankultur ist in Deutschland eine recht junge Bewegung. Erst seit Beginn der neunziger Jahre sind Ultra-Fangruppen in deutschen Fußballstadien zu beobachten. Die Ultra-Kultur entstand sehr viel früher, in den sechziger Jahren, in Italien. Damals organisierten sich jugendliche Fußballfans zu Gruppen, um gemeinsam ihren Verein zu unterstützen. Den Namen Ultrabewegung geht auf ein Fußballspiel des AC Turin zurück. Damals waren jugendliche Fans des AC Turin mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden und verfolgten den Parteilosen bis zum Flughafen. Eine italienische Sportzeitung berichtete über diese Verfolgungsjagd und konnte das Verhalten der Fans nur als „ultra“ bezeichnen. Daraufhin war der Name für diese „ultra“-begeisterten Fußballfans geboren. Diese Ultra-Fans unterschieden sich durch ihre Kleidung (Balkenschals, Aufnäher) und ihr Auftreten im Stadion von herkömmlichen Fans. Eingeübte Sprechchöre und Gesänge, Trommeln und ein Fahnenmeer dominierten bald die Stimmung im Stadion. Man ging als Ultra-Fan nicht allein oder als kleine Gruppe ins Stadion um das Spiel zu sehen, sondern traf sich mit hunderten gleich gesinnten Fans immer im gleichen Zuschauerblock. Die jeweilige Ultragruppe organisierte Busse für Auswärtsspiele und bereitete aufwendige Choreografien und Blockbanner vor die zu beginn des Spieles die gegnerischen Fans beeindrucken sollen.
In den darauffolgenden Jahren vollzog sich in Italien ein Boom in der Ultraszene. Es entstanden Ultragruppierungen mit mehr als 10000 Mitgliedern. Für Italien besonders zu erwähnen, ist die zum Teil politische Ausrichtung der Ultragruppen. Eine der bekanntesten und umstrittensten rechtsextremen Ultralgruppen ist die Irriducibili Lazio des Fußballvereins Lazio Rom. Diese Gruppierung fällt immer wieder durch ihre rechtsextremistischen Choreografien im Stadion auf. Es gibt aber auch linke Ultragruppen wie die Brigate Rossonere des AC Mailand. In Italien haben die großen Ultragruppen auch entsprechenden Einfluss auf die Vereinspolitik. Insbesondere rechtsextremistische Ultragruppen haben in der Vergangenheit den Transfer von schwarzen Spielern in ihren Verein verhindert. In den achtziger Jahren verbreitete sich die Ultrakultur in ganz Europa. Bis auf die britische Insel, wo sie bis heute nicht Fuß fassen konnte (vgl. Leischwitz 2006, 45).
1.2 Die Ultrafanszene in Deutschland
1.2.1. Entstehung und Selbstverständnis einer Jugendkultur
Das Aufkommen der Ultrafankultur in Deutschland, Anfang der neunziger Jahre, trifft zusammen mit dem Niedergang der Kuttenfankultur, einer Adaption der typisch britischen Fankultur. Der Kuttenfan, gut zu erkennen an seiner Kleidung, war in den siebziger und achtziger Jahren Sinnbild des eingefleischten und leidenschaftlichen Fans. Typisch für die Bekleidung ist das Vereinsemblem auf der Rückseite der Jeansjacke und mehre Fanschals um den Unterarm geknotet. „Der so genannte „Kuttenträger“ war eine spezielle deutsche Form dieses Proll-Fans“ (Leischwitz 2006, 45).
Die ersten Ultragruppen waren die 1986 gegründeten Fortuna Eagles (Fortuna Köln), 1990 gefolgt von Madness Leverkusen (Bayer Leverkusen, seit 1994 als Mad Boyz). 1994 gründeten sich die Ultras Nürnberg (1.FC Nürnberg), 1995 dann die Binding Szene (Eintracht Frankfurt), Blaue Bomber Stuttgart (Stuttgarter Kickers), Promillos Ultras (SC Freiburg) und Boys Bielefeld (Arminia Bielefeld). Heute gibt es kaum einen Fußballverein, der ersten, zweiten und dritten Liga, der keine Ultragruppe in seinem Vereinsumfeld hat.
Was unterscheidet eigentlich diese recht junge Fanszene von den Kuttenfans und was ist das charakteristische an einem Ultrafan? Zu Beginn möchte aus dem Selbstverständnis einer größeren Ultragruppe zitieren. Es handelt sich um die Wilde Horde, einer Ultragruppe von Fans des 1. FC Köln:
„Die WILDE HORDE ist ein überregionaler Zusammenschluss aktiver FC-Fans. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt die Atmosphäre bei FC-Spielen rundum optisch & akustisch aufzubessern, für einen besseren Zusammenhalt innerhalb der Fan-Szene zu sorgen bzw. das „Wir“-Gefühl zu stärken & möglichst viele Leute in einer Gruppe zusammenzuführen. […] Auf der anderen Seite steht die akustische Unterstützung. Mit neuen, lautstarken & kreativen Gesängen & Schlachtrufen unterstützen wir unsere Mannschaft, wo auch immer sie auftritt. […] JEDER kann in der WH mitmachen (auch wenn er schon in einem anderen Fan-Club Mitglied ist), der bereit ist, den FC zu unterstützen! […] Unsere Hauptintention ist der FC und die Fan- Szene. Diese soll uneingeschränkt und konform hinter dem Verein stehen. Wir versuchen einen Anfang zu machen und hoffen weiterhin auf positive Resonanz zu stoßen. Wir möchten noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir uns von Gewalt und Randalismus distanzieren. Die Gruppe ist definitiv unpolitisch (Wilde Horde 2006)“.
[...]
Comments
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24.03.2008 22:09:42
Hust... - 7 Euro? Für solch einen...*hust*... - *ähem*... Text? Mit den Quellen Pilz und Internet? Wenn das mal nicht voll am Thema vorbei ist... Als ob man durch Internet-Recherche wirklich etwas über das Selbstverständnis von Ultras herausfinden könnte... Ultra ist im Stadion und auf der Straße - nicht im Internet! Feldrecherche wäre dringend von Nöten gewesen...