Psychosexuelle Entwicklung nach Freud

E-Book Cover: ()
Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.

Install Flash Player

Details

Titel: Psychosexuelle Entwicklung nach Freud
Autor: Katja Rommel
Fach: Psychologie - Entwicklungspsychologie
Veranstaltung: Psychologie
Institut: Europa Fachhochschule Fresenius (Fachbereich Logopädie)

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 13
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 168 KB
Archivnummer: V64826
ISBN (E-Book): 978-3-638-57542-3
ISBN (Buch): 978-3-638-81631-1

Zusammenfassung / Abstract

Psychosexuelle Entwicklung nach Freud: Abstract Sigmund Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung bildet die psychische Entfaltung des Menschen in Abhängigkeit von seiner sexuellen Reifung ab und bildet den Angelpunkt der Psychoanalyse. Instanzenlehre und Bewusstseinstopologie, das Triebkonzept, Neurosenlehre und -behandlung sind auf dem Hintergrund der psychosexuellen Entwicklungstheorie zu verstehen. Freud unterteilt den psychosexuelle Entwicklungsverlauf in fünf Phasen. Zunächst ist das Sexualstreben des Kindes an bestimmte erogene Zonen des eigenen Körpers gebunden: in der oralen Phase (bis zum Ende des 1. Lj.) an den Mund und die Nahrungsaufnahme; in der analen Phase (2. – 3. Lj.) an den After und das Absetzen bzw. Zurückhalten von Stuhl; in der phallischen Phase (4. – 5. Lj.) an das Geschlechtsteil. Das zuvor autoerotische Sexualstreben ist nun erstmals, in der Konstellation des Ödipuskomplexes, auf eine andere Person - den gegengeschlechtlichen Elternteil - gerichtet. Die Auseinandersetzung mit dem Ödipuskomplex stellt die Weichen für die weitere Charakterentwicklung. Nach einer Ruhephase der sexuellen Entwicklung in der Latenzphase (6. – 12. Lj.) wird in der genitalen Phase (13. – 18. Lj.) die psychosexuelle Reife erreicht. Das Gelingen oder Misslingen von Lösungen früher Grundkonflikte ist entscheidend für die weitere psychische Entwicklung und die psychische Gesundheit überhaupt. Werden Bedürfnisse einzelner psychosexueller Entwicklungsphasen nicht angemessen, sondern in zu geringem oder zu hohem Maße befriedigt, so kann es nach psychoanalytischer Vorstellung zu einer Fixierung auf die für die entsprechende Phase typische Triebbefriedigung kommen: Die Triebobjekte und die Befriedigungsformen des Triebes bleiben dann auch im Erwachsenenalter, jenseits der Phasengrenzen, infantil, und in Konfliktlagen können typische regressive Verhaltensweisen auftreten. Als Phasenlehre und wegen ihrer mangelnden empirischen Absicherung nicht unumstritten, kommt Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung auch außerhalb ihres psychoanalytischen Kontextes eine große Bedeutung zu, da sie das Menschenbild der Humanwissenschaften und der (abendländischen) Gesellschaft revolutioniert hat. Katja Rommel

Textauszug (computergeneriert)

Psychosexuelle Entwicklung nach Freud

von: Katja Rommel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  1

2. Die psychischen Instanzen 2

2.1 Störungen 3

3. Die Phasenlehre 3

3.1 Die orale Phase (Geburt bis ca. Ende des 1. Lebensjahres)  4
3.2 Die anale Phase (ca. 2. – ca. 3. Lebensjahr)  5
3.3 Die phallische Phase (ca. 4. – ca. 5. Lebensjahr) und der Ödipuskomplex 6
3.4 Die Latenzphase (ca. 6. – ca. 12. Lebensjahr)  8
3.5 Die genitale Phase (ca. 13. bis ca. 18. Lebensjahr)  9
3.6 Diskussion 9

4. Zusammenfassung 10

5. Quellenverzeichnis 12


 

 

1. Einleitung

„Wir finden, dass das Sexualleben des Menschen sich nicht wie das der meisten ihm nahe stehenden Tiere vom Anfang bis zur Reifung stetig weiterentwickelt, sondern dass es nach einer ersten Frühblüte bis zum fünften Jahr eine energische Unterbrechung erfährt, worauf es dann mit der Pubertät von neuem anhebt und an die infantilen Ansätze anknüpft.“ (Freud VI 2000, 293)

Sigmund Freud hat sich mit Fragen der psychosexuellen Entwicklung des Menschen in mehreren wichtigen Veröffentlichungen auseinander gesetzt, von denen folgende für die vorliegende Arbeit herangezogen wurden: „Hemmung, Symptom und Angst“ aus den Jahren 1925/1926, der die eingangs zitierte Passage über den phasenhaften Entwicklungsverlauf entnommen ist; die zweite und dritte der „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“, die erstmals 1905 und während Freuds Lebzeiten noch in sieben weiteren Auflagen erschienen, die ergänzende Schrift „Die infantile Genitalorganisation“ aus dem Jahr 1923 sowie „Der Untergang des Ödipuskomplexes“ aus dem Jahr 1924.

Freuds psychoanalytisches Paradigma geht davon aus, dass menschliches Verhalten der Ausdruck eines komplizierten Wechselspiels der drei psychischen Systeme des ES, des ICH und des ÜBER-ICH sei. Diese Psychodynamik der Persönlichkeit wird hauptsächlich durch die im ES angesiedelte Libido, die Energie des Sexualtriebes, in Gang gehalten. Entsprechend kommt der Theorie der psychosexuellen Entwicklung eine zentrale Bedeutung im psychoanalytischen Paradigma zu. Im Folgenden soll versucht werden, Freuds Phasenmodell der psychosexuellen Entwicklung auf diesem Hintergrund in seinen wesentlichen Zügen darzustellen und zu diskutieren.

2. Die psychischen Instanzen

Freuds Phasentheorie der psychosexuellen Entwicklung ist im Zusammenhang mit seinen Konzepten der psychischen Instanzen und der Triebdynamik zu verstehen. Freud unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Instanzen mit spezifischen Funktionen, dem ES, dem ICH und dem ÜBER-ICH. Das ES gehört zur natürlichen Ausstattung des Menschen und ist der Sitz der Triebenergie, die das menschliche Verhalten erzeugt und steuert.1 Freud postuliert zwei divergierende Triebe: Den Eros, dem die lebens-„bejahende“ sexuelle Energie der Libido innewohnt – aus ihr resultieren nicht nur die sexuellen Impulse, sondern alles Streben nach Lustgewinn (vgl. Zimbardo/Gerrig 1999, 531) - und den Thanatos, den schwächer entwickelten „Todestrieb“. Diese Kräfte bleiben dem Bewusstsein verborgen. Das ES folgt irrational dem Lustprinzip und sucht unmittelbare Befriedigung, um Bedürfnis- Spannung abzubauen. Spannungsabbau kann auf zwei Arten erfolgen: Direkt, durch Reflexaktivität, oder durch den sog. Primärprozess, bei dem befriedigende Vorstellungen imaginiert werden; beim Sexualtrieb z.B. direkt durch Geschlechtsverkehr oder indirekt durch Ersatzhandlungen wie erotische Kunst, Witze etc.

Das ICH entwickelt sich, beginnend in der zweiten Hälfte des zweiten Lebensjahres, aus dem ES. Doch kann es nicht unabhängig vom ES reagieren, da es von ihm seine gesamte Energie bezieht. Das ICH hat zwischen den Ansprüchen des ES und den Zwängen der Realität zu vermitteln. Seine vornehmste Aufgabe besteht darin, die vom ES verlangte unmittelbare Bedürfnisbefriedigung aufzuschieben und zugleich den nicht real zielführenden Primärprozess durch den sog. Sekundärprozess, das heißt Planen und Entscheiden mit dem Ziel einer real möglichen Bedürfnisbefriedigung, zu beherrschen. Das ICH folgt also dem Realitätsprinzip. Trotzdem hat es unbewusst bleibende Anteile, die sog. Abwehrmechanismen. Zugleich ist das ICH dem ÜBER-ICH verpflichtet, dem „Sitz“ der gesellschaftlichen Werte und Normen, die als „Gewissen“ während der Kindheit internalisiert werden, und der vielfach unbewusst bleibenden Zwänge moralischer Entscheidungen. Das ÜBER-ICH entwi- ckelt sich während der phallischen Phase im Zuge der Lösung des ödipalen Konflikts. Seine Energie erhält es ebenfalls vom ES.

Freud vertritt in seiner psychodynamischen Persönlichkeitstheorie die Vorstellung eines komplizierten deterministischen Wechselspiels dieser drei Instanzen, dessen zentrale Aufgabe darin besteht, dass das ICH Kompromisse zwischen den divergierenden Forderungen des ES und des ÜBER-ICH arrangiert (vgl. Davison/Neale 1996, 35f., und Zimbardo/ Gerrig 1999, 533).

2.1 Störungen

[...]


1 Freud geht von einer biologischen Verhaltensgrundlage aus (vgl. Zimbardo/Gerrig 1999, 531).

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/64826/