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Autor: Rene Michel
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen)
Tags: Umweltbilanz, Sachbilanz, Ökobilanz, EMAS, DIN/ISO/EN, Controllinginstrument
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 85 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-14046-1
Textauszug (computergeneriert)
FACHHOCHSCHULE
FÜR TECHNIK UND WIRTSCHAFT BERLIN
BWL III GRUNDLAGEN DES CONTROLLING
SS 2002
Schriftliche Ausarbeitung zum Referat
,,UMWELT- UND ENERGIEBILANZEN"
eingereicht von:
Rene Michel
Berlin, 08.06.2002
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Umwelt- und Energiebilanzen 5
2.1 Definition: Umwelt- und Energiebilanzen 5
2.2 Ökobilanz, Umweltmanagementsysteme nach EMAS und ISO 14001 6
2.3 Ziele von Ökobilanzen 7
3 Die Ökobilanz-Methodik 8
3.1 Konzept der objektorientierten Teilbilanzen 8
3.1.1 Die Betriebsbilanz 8
3.1.2 Die Prozessbilanz 9
3.1.3 Die Produktbilanz 9
3.1.4 Die Standortbilanz 9
3.1.5 Systematik der Bewertung 10
3.2 Arbeitsschritte einer Ökobilanz 10
3.2.1 Festlegung des Ziels und Untersuchungsrahmen 10
3.2.2 Die Sachbilanz 11
3.2.3 Die Wirkungsabschätzung 12
3.2.4 Die Auswertung 13
3.2.5 Zusammenfassung der Ökobilanz-Methodik 13
4 Schlussbetrachtung 15
5 Quellenverzeichnis 16
1 Einleitung
Umweltschutz in seinen verschiedenen Facetten ist eines der großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Der Endverbraucher bzw. der industrielle Kunde wünscht sich zunehmend, dass die Produkte möglichst umweltschonend produziert, ver- bzw. gebraucht und entsorgt werden können. Zudem sorgt der Gesetzgeber durch eine Vielzahl von Vorgaben und Regelungen für die Erhaltung der Umwelt und gibt so Maßstäbe für ökologisches Handeln vor. Im Zuge dieses gesellschaftlichen Wandels sind in den letzten Jahren vermehrt Unternehmen dazu übergangen Umweltmanagement zu betreiben. Darunter kann auch die Erstellung von sogenannten Umweltbilanzen fallen.
Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es, Umwelt- und Energiebilanzen (UEB) als ein Zusatzwerkzeug des Controlling zur Schaffung von Ergebnistransparenz vorzustellen und zu erklären. UEB bilanzieren Stoff- und Energieströme, indem z.B. Inputs den Outputs gegenübergestellt werden. Die gewonnenen Informationen und die Bewertung der Umwelteinwirkungen aus den Umwelt- und Energiebilanzen sollen somit als Instrument des Controlling genutzt werden.1
Die ökologische Buchhaltung aus dem Jahre 1978 von Müller-Wenk stellt den ersten geschlossenen Entwurf eines Instrumentes zur Erfassung der von einem Unternehmen ausgehenden Umwelteinwirkungen dar.2 Einen Überblick über die Entwicklung und Differenzierung der Umweltbilanzen als Oberbegriff geben Kanning und Hopfenbeck.3 Im Rahmen der Umweltorientierung sind in den letzten Jahren umfangreiche Konzepte und Methoden entwickelt und standardisiert worden. Der Zusammenhang zwischen den wichtigsten aktuellen Methoden und Standards, der Ökobilanz-Methodik nach DIN/EN/ISO 14040ff.4, dem Umweltmanagementsystem (UMS) nach EG-Öko-Audit Verordnung (EMAS)5 und dem UMS nach ISO 140016 wird im 2. Kapitel aufgezeigt. Darüber hinaus werden die Ziele der Ökobilanz-Methodik erklärt. Auf die Öko-Controlling-Ansätze wird nicht eingegangen, da diese in der Literatur sehr ausführlich beschrieben sind und über das zum Thema notwendige Verständnis weit hinausgehen.7 Im darauffolgenden Kapitel werden die einzelnen Verfahren am Beispiel der am weitesten entwickelten und standardisierten Ökobilanz-Methodik, nach Objekten und nach dem Lebenszyklusprinzip unterteilt, dargestellt. Der Umweltbilanz-Begriff wird hier als Oberbegriff verwendet, unter dem alle Ansätze der Bilanzierung von Stoff- und Energieströmen subsumiert werden. Die Arbeit endet mit einer kurzen Schlussbetrachtung.
2 Umwelt- und Energiebilanzen
2.1 Definition: Umwelt- und Energiebilanzen
Die Bilanz im kaufmännischen Sinne basiert auf der zweiseitigen monetären Ausgewogenheit. Der Umweltbilanz liegt dagegen das naturwissenschaftlich physikalische Bilanzprinzip zugrunde.8 Umweltbilanz und Ökobilanz wurden in der älteren Literatur teilweise synonym gebraucht.9 Umweltbilanz wird heute als Oberbegriff für die bilanzierende und beurteilende Betrachtung eines ökologisch relevanten Systems verwendet. Nach neuester Normung wird die Ökobilanz definiert als "...eine Methode zur Abschätzung der mit einem Produkt10 verbundenen Umweltaspekte und produktspezifischen potentiellen Umweltwirkungen ..."11 über seinen gesamten Lebensweg. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit, wird für das weite Spektrum der Umweltbilanz-Methoden beispielhaft die Ökobilanz erläutert, die einen allgemeinen methodischen Rahmen definiert, der prinzipiell auf andere Systeme übertragbar ist und je nach Zielsetzung individuell ausgestaltet werden kann.12 Die Ökobilanz setzt sich aus der Zielbestimmung, der Sachbilanz als Kernstück, der Wirkungsabschätzung und der Auswertung zusammen.13
Energiebilanzen stellen Informationen über Energieeingänge (Input) und Energieausgänge (Output) eines Prozesses dar und bewerten deren Auswirkungen. Für den Prozess der Bilanzierung von Stoff- und Energieströmen in einer Bilanz wird der Begriff der Sachbilanz verwendet. Da die Erstellung einer Sachbilanz die Bilanzierung von Energie- und Stoffströmen erfordert; die Energiebilanz somit in die Sachbilanz integriert ist, wird in Abschnitt 3.2.2 die Energiebilanz innerhalb der Sachbilanz dargestellt.14
[...]
1 Vgl. Hopfenbeck, W./Jasch, C.: Öko-Controlling- Umdenken zahlt sich aus!, Landsberg/Lech 1993, S.330.
2 Vgl. Müller-Wenk, R.: Die ökologische Buchhaltung. Ein Informations- und Steuerungsinstrument für umweltkonforme Unternehmenspolitik, Frankfurt/M. 1978.
3 Kanning, H.: Umweltbilanzen- Instrumente einer zukunftsfähigen Regionalplanung?, Dortmund 2001, S. 55ff und Hopfenbeck, W.: Allgemeine Betriebswirtschafts- und Managementlehre, 4 Auflage, Landsberg/Lech 1989, S.1053.
4 DIN/EN/ISO 14040ff , in der aktuellen Fassung von 1997 im Sinne von Life Cycle Assessment (LCA) nicht mehr ausschließlich auf Produkte beschränkt.
5 Synonym wird in der Literatur der Begriff EMAS (Eco Management and Audit Scheme) verwendet Vgl. EG: Verordnung (EWG) Nr.1836/93 des Rates vom 29.Juni 1993: Über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung. In: Amtsblatt der EG, Nr. L168,7/93.
6 DIN/EN/ISO 14001:1996.
7 Vgl. Hopfenberg, W./Jasch, C (1993) S. 44ff, übereinstimmend Möller, A. u.a.: Öko-Controlling in Handelsunternehmen: Ein Leitfaden für das Stoffstrommanagement, Berlin 1997, S.9.
8 Summe der eintretenden Mengenströme = Summe der austretenden Mengenströme
9 Vgl. Corino, C.: Ökobilanzen: Entwurf und Beurteilung einer allgemeinen Regelung, Düsseldorf 1995, S.11 übereinstimmend Etterlin, G.: Ökobilanzen: ein Leitfaden für die Praxis, Mannheim 1992, S.15.
10 In der internationalen Norm ,,wird der Begriff ,Produkt′ nicht nur für Produkte verwendet, sondern kann auch für Dienstleistungen gelten" (DIN/EN/ISO 14040ff:1997).
11 Ebenda.
12 Vgl. Kanning, H. (2001), S.178ff und DIN/EN/ISO 14040ff:1997.
13 DIN/EN/ISO 14040ff:1997
14 Vgl. Ebenda.
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