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Autor: Alexander Nenne
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Tags: Pflegevisite, Maßnahme, Pflege, Betreuung
Jahr: 2006
Seiten: 30
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 222 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57597-3
Textauszug (computergeneriert)
Die Pflegevisite als qualitätssicherde Maßnahme
in der der Pflege und Betreuung
von: Alexander Nenne
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Die Pflegevisite
1.1 Was ist eine Pflegevisite und wozu dient sie
1.2 Die Pflegevisite als Steuerungs - und Kontrollinstrument
2. Definitionen von Pflegevisite
3 Vor - und Nachteile der Pflegevisite
3.1 Vorteile der Pflegevisite
3.1.1 Im Zusammenhang mit der Qualität der Pflege
3.1.2 Im Zusammenhang mit der Einbeziehung des Bewohners
3.2 Nachteile der Pflegevisite
3.2.1 Die Pflegevisite zur Erfüllung der fachlichen Aufsicht gegenüber Pflegekräften und Pflegehilfskräften
4. Ziele der Pflegevisite
4.1 Bezogen auf die Pflegequalität
4.2 Bezogen auf die Pflegefachkraft
4.3 Bezogen auf den Bewohner/Patienten
5 Strukturen der Pflegevisite
5.1 Der Zeitrahmen
5.2 Die Teilnehmer
5.3 Die Festlegung der Bewohner
6 Der Prozess der Pflegevisite
6.1 Praktische Anwendung der Pflegevisite
6.2 Vorbereitung
6.3 Durchführung
6.4 Nachbereitung
7 Einsatzmöglichkeiten der Pflegevisite
7.1 Die Pflegevisite zur Zielevaluation im Rahmen des Pflegeprozesses
7.2 Die Pflegevisite zur Erfüllung der fachlichen Aufsicht gegenüber Pflegekräften und Pflegehilfskräften
7.3 Die Pflegevisite als Instrument der internen Qualitätssicherung
8 Schlusswort
Einleitung
In der deutschsprachigen Literatur ist der Begriff der Pflegevisite seit den 1980er Jahren zu finden, aber die ersten konzeptuellen Definitionen wurden erst Anfang der 1990er Jahre vorgestellt. Die Pflegevisite wird unterschiedlich definiert und hat mehrere Anwendungsbereiche. Sie reichen von der Pflegevisite als Führungsinstrument, der Pflegevisite als Qualitätsinstrument bis hin zur Pflegevisite als Instrument der Bewohnerpartizipation. Unter einer Visite stellt man sich gewöhnlich den Besuch des Arztes am Krankenbett vor. Pflegevisiten sind aber die logische Fortsetzung der Pflegeplanung, weil Pflegeplanung nicht statisch, sondern dynamisch ist, d.h. der Pflegebedarf oder die Pflegeprobleme des Bewohners ändern sich, Pflegeziele werden erreicht usw.. Ein wichtiger Aspekt ist auch das Selbstbestimmungsrecht unserer Bewohner, sie müssen Gelegenheit erhalten, seine Wünsche zu artikulieren und Informationen über die geplanten Ziele zu erhalten. Pflegevisite ist damit eine eigenständige Leistung der Pflege. Der §4 Krankenpflegegesetz und der §3 Altenpflegegesetz fordern eine sach - und fachkundige, umfassende, geplante Pflege. Dies beinhaltet insbesondere,
– sich für die Pflege am einzelnen Patienten sachkundig zu machen (Informationsbeschaffung);
– die Informationen möglichst umfassend zu erheben (z.B. im Gespräch mit dem Patienten);
– auf Grundlage der Informationen die Pflege zu planen und zu dokumentieren;
– im ambulanten Bereich mit dem ersten Hausbesuch eine Pflege einzurichten.
In der Ihnen vorliegenden Arbeit werde ich erörtern was eine Pflegevisite ist und wozu sie dient. Des weiteren werde ich mich mit den Vorteilen und Nachteilen der Pflegevisite auseinander setzen und werde Im Anschluss die Struktur der Pflegevisite erläutern. Zuguterletzt werde ich noch auf die verschiedenen Einsatzgebiete der Pflegevisite eingehen.
1 Die Pflegevisite
1.1 Was ist eine Pflegevisite und wozu dient sie
Die Pflegevisite ist einer von unzähligen Bestandteilen der Qualitätssicherung in der Pflege. Unter einer Visite stellt man sich gewöhnlich den Besuch des Arztes am Krankenbett vor. Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Arztvisite und der Pflegevisite sind die zu erfüllenden Aufgaben. In der Arztvisite geht es um die Diagnosen, um Vitalwerte wie Blutwerte, Blutdruck oder Puls. Darüber hinaus geht es um die Therapie, die dem Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung helfen soll. Die Pflegevisite dient jedoch durch regelmäßige Besuche bei dem Bewohner dazu, Probleme und Ressourcen im Bereich der Pflege zu erkennen, sich daraus ergebende Maßnahmen und Ziele festzulegen und diese immer wieder zu überprüfen. Die Pflegevisite kann sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich zu einer unabhängigeren und auch effizienteren Pflege führen.
Kommt ein Bewohner z.B. in ein Krankenhaus, hat er oft das Gefühl seinen gewohnten Lebensrhythmus aufgeben zu müssen. Plötzlich spielt es keine Rolle mehr, dass er gern etwas länger als bis 6.30 Uhr schläft und die Körperpflege am Morgen erfolgt, obwohl er sie am Abend bevorzugt. Der Bewohner gibt seine Eigenverantwortung ab, das Pflegepersonal plant und organisiert die Arbeit häufig im Dienstzimmer. Das Konzept der Pflegevisite setzt auf Kommunikation und möchte dem Bewohner seine Eigenverantwortung nicht absprechen. Allen am Pflegeprozess Beteiligten, muss jedoch klar sein, dass ein Bewohner ein Laie ist und bleibt und somit auf genaue Information und Aufklärung angewiesen ist.
Wir Pflegende schätzen die Pflegesituation unserer Bewohner ein. Angehörige, meist in der ambulanten Pflege, Wundmanager, Therapeuten, etc. nehmen nur in besonderen Fällen und/oder auf Wunsch des zu pflegenden Bewohners teil. In der zeitlichen Abfolge ist es nicht notwendig sich zu sehr festzulegen. Die Pflegevisite soll zu einer Überprüfung der Pflegeplanung dienen. Maßnahmen und Ziele müssen gemeinsam kontrolliert und korrigiert werden. Durch die Pflegeplanung soll es allen Beteiligten möglich sein, jederzeit die notwendigen Informationen zur Durchführung der Pflegemaßnahmen nachzulesen.
1.2 Die Pflegevisite als Steuerungs - und Kontrollinstrument
Folgt man dem Prinzip des Pflegeprozesses als Regelkreis, dann stellt man fest, dass es sich dabei um einen sich selbst steuernden Prozess handelt. Die Selbststeuerung ergibt sich aus der Durchführung von regelmäßigen Evaluationen und aus der Anwendung der Prozessschritte. Mit der Pflegevisite wird dem Pflegeprozess ein weiterer Evaluationsprozess übergestülpt, sozusagen eine Metaevaluation (eine Überprüfung der Überprüfung des Pflegeprozesses). Die Pflegevisite ist nicht nur für das „Leitende Pflegepersonal“ ein wichtiges Instrument um die individuelle Pflege (Pflegeprozess) zu gewährleisten und zu steuern, sondern für das gesamte Pflegepersonal. Wenn die Pflegevisite richtig angewendet wird, lassen sich daraus die Sicherung der Pflegequalität und mögliche Umstrukturierungen, welche der Mitarbeiterzufriedenheit und der Organisation dienen, ableiten. Die Pflegevisite sollte jedoch niemals ein Druckmittel vonseiten des visitierenden Mitarbeiters (meistens sind es Vorgesetzte WBL/PDL)1 gegenüber der Pflegepersonen sein, um den Pflegeprozess umzusetzen. Auch darf es kein Kritikgespräch sein, da sich dadurch keine qualitativen Maßnahmen ableiten lassen, welche für die Umsetzung des Pflegeprozesses und die Betreuung unserer Bewohner notwendig sind.
2. Definitionen der Pflegevisite
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1 WBL Wohnbereichsleiter/in PDL Pflegedienstleiter/in
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