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Frauenberatung. Grundlagen und Betrachtungen anhand der Suchtkrankenhilfe

Scholary Paper (Seminar), 2002, 23 Pages
Author: Stefanie Fischer
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Seminar: Sozialpädagogik und psychosoziale Beratung
Institution/College: Dresden Technical University (Erziehungswissenschaften/ Sozialpädagogik)
Tags: Beratung, Frauen, Sucht
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V6508
ISBN (E-book): 978-3-638-14059-1

File size: 160 KB


Excerpt (computer-generated)

Dresden, den 25. 03.2002
Erziehungswissenschaften/ Sozialpädagogik
Seminar: Sozialpädagogik und psychosoziale Beratung

 

Frauenberatung

Grundlagen und Betrachtungen anhand der Suchtkrankenhilfe

Stefanie Fischer

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Psychosoziale Arbeit

1.1. Die Frau als Adressatin psychosozialer Arbeit

2. Feministische Ansätze in der psychosozialen Arbeit

2.1.Feministische Kritik und neue Ansätze in der psychosozialen Arbeit
2.2. Grundlagen und Konzepte feministischer Arbeit

3. Frauen und Sucht in der Beratung

3.1. Fakten und Zahlen zur Suchtmittelabhängigkeit
3.2. Wege von Frauen in die Sucht
3.3. Beratung für süchtige Frauen

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

 

Einleitung

Im Eigentlichen soll es mir in dieser Arbeit um Frauenberatung gehen. Problematisch dabei ist, das es zur feministischen Beratung in der psychosozialen und sozialpädagogischen Arbeit kaum Schriften gibt, auch zum Arbeitsfeld feministischer Therapie sind sie nicht übermäßig zu finden.
Die meisten Veröffentlichungen aus der Forschung und Theorieentwicklung sowie der Projektevaluation beziehen sich auf Einzelbereiche wie Weiterbildungsberatung, Suchtberatung, Mädchen in der Erziehungsberatung. Auch Beiträge aus den USA oder Großbritannien beziehen sich vorrangig auf einzelne Felder, wie die Beratung von Opfern männlicher Gewalt (vgl. Sickendieck/ Engel/ Nestmann 1999, S. 72).
Aus diesem Grund werde ich auch einige Erkenntnisse aus dem Therapeutischen Bereich einfließen lassen. Beratung ist ein Feld psychosozialer Arbeit, wodurch ich allgemeine Erkenntnisse, die den gesamten Bereich betreffen auch als solche ausweisen werde.

Im ersten Kapitel soll es mir deshalb um die Bestimmung psychosozialer Arbeit im Allgemeinen gehen und speziell um die Spezifik von Frauen in psychosozialen Arbeitsfeldern.

Im zweiten Kapitel möchte ich feministische Ansätze erläutern, die die psychosoziale Landschaft seit der zweiten Frauenbewegung mit geprägt haben. Dabei werde ich zuerst herausarbeiten, mit welchen Kritikpunkten sich Feministinnen dem psychosozialen Versorgungssektor genähert haben und in einem weiteren Punkt werde ich beschreiben, wie sie diese Kritik kreativ genutzt haben.

Um den Bezug zu einem Praxisfeld herzustellen, werde ich im letzten Kapitel die Suchtkrankenhilfe speziell für Frauen näher betrachten.

In einer Zusammenfassung am Schluss möchte ich prägnante Erkenntnisse meinerseits niederschreiben.

1. Psychosoziale Arbeit

Psychosoziale Versorgung umfasst eine breite Auswahl von Angeboten innerhalb des Sozial- und Gesundheitswesens der BRD. Gemeint sind damit "...professionelle und formell organisierte Tätigkeiten in Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie, die sich an Menschen in Lebens- und Beziehungskrisen und Personen mit psychischen Befindlichkeitsstörungen richten" (Sickendieck/ Nestmann 2001, S.661).
Psychosoziale Arbeit soll einerseits den Klienten mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Selbststeuerungskompetenz verleihen, wobei dies als Einzel- oder Gruppenbehandlung, -Heilung oder Problembearbeitung erfolgen kann. Zum anderen übt sie soziale Kontrolle bei abweichendem Verhalten bzw. Anpassung an herrschende Normen im Auftrag der Gesellschaft aus (vgl. ebd.).
Psychosoziale Arbeit soll vor allem gegen reine medizinische Sichtweisen gesetzt werden und versteht Störungen nicht als gesundheitliches Defizit sondern erkennt sie als Zusammenspiel von individuellen und sozialen Bewältigungskompetenzen und sozialer Lebenssituation.

1.1. Die Frau als Adressatin psychosozialer Arbeit

Im folgenden werde ich darstellen, aus welchen Gründen Frauen psychosoziale und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und in welcher Art und Weise Frauenspezifische Störungen generell betrachtet werden. Dabei stütze ich mich auf den Text "Frauen in der psychosozialen Versorgung und Psychiatrie" von Sickendieck und Nestmann (2001).

[...]

Entsprechend der vorangegangenen Fakten nehmen Frauen öfter psychosoziale Angebote in Anspruch. Aufgrund dessen, dass Frauen in der Familie die Versorgungsarbeit übernehmen und entsprechend auch für das gesundheitliche Wohl der Ihnen Anvertrauten verantwortlich sind, nehmen sie eigene Krankheitssymptome eher wahr und ernst. Aufgrund ihrer Sozialisation sind sie außerdem in der Lage eigene Schwächen zuzugeben, ihre Probleme öffentlich zu machen und um Hilfe zu bitten. Während sich Männer mit ihren Problemen eher an ihre Frauen oder Mütter wenden, gehen Frauen auch den Schritt nach außen. Sie suchen also auch Hilfe im Netzwerk, z.B. bei Freundinnen oder in professionellen Hilfeeinrichtungen.

Ein zusätzlicher Grund, warum Frauen häufiger zu Klientinnen psychosozialer Arbeit werden ist der, dass abweichendes Verhalten ihrerseits stärker sanktioniert wird. Wenn sich also Frauen aufgrund dessen, dass sie starken Belastungen und Problemen ausgesetzt sind, ungewöhnlich verhalten oder gar ihre Versorgungspflichten vernachlässigen, werden sie schnell als "krank", "gestört" oder "verrückt" bezeichnet. Ungewöhnliches Verhalten kann das gesamte Spektrum von Auto- bis Fremdaggression und Kontrollverlust durch Suchtmittelmissbrauch darstellen.

Weitere Gründe für die Inanspruchnahme professioneller Hilfe sind Gewalterfahrungen sexueller und nichtsexueller Natur oder sexuelle Belästigung durch Fremde oder Bekannte bzw. Ehemänner oder Lebensgefährten oder sexuelle Gewalt oder Misshandlung im Kindesalter.
Das Aufsuchen von Beratungsangeboten sehe ich außerdem im Zusammenhang mit der Beziehungs- und Versorgungsrolle in der Familie, wodurch Frauen diejenigen sind, die sich z.B. um Erziehungs- oder Partnerprobleme kümmern.

2. Feministische Ansätze in der psychosozialen Arbeit

[...]


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