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Details

Veranstaltung: Das Publikum der Massenmedien
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Tags: Empirie, Ansatz, Anfänge, Sozialforschung, Publikum, Massenmedien
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 220 KB
Archivnummer: V65276
ISBN (E-Book): 978-3-638-57883-7

Textauszug (computergeneriert)

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
PS Das Publikum der Massenmedien, SoSe 2004

Empirie oder Ansatz –
Die Anfänge der empirischen Sozialforschung

von: Franzi Roth

 


Gliederung

1. Einleitung 3

2. Erste Schritte auf der Suche nach dem Publikum 4

3. Publikumsforschung im frühen 20. Jahrhundert 8

3.1 Beginn der Hörerforschung
3.2 Organisierte Leserforschung der Arbeiterbewegung 9
3.3 Erste Ansätze der Kinoforschung 9
3.4 Leserforschung als ökonomische Verbrauchsforschung 10

4. Beginn der Institutionalisierung in der Weimarer Republik 10

4.1 Was wollen Sie im Radio hören? – Umfrage 1924 10
4.2 Expertenmeinungen 12
4.3 Ausnahmen und Weiterentwicklungen 13

5. Das schwarze Loch der Publikumsforschung: NS-Zeit 14

6. Zum Vergleich: Publikumsforschung in den USA 15

7. Schluss mit Evaluation 13

8. Literaturverzeichnis 15


 

 

1. Einleitung

67,9 Prozent Marktanteil für das erste deutsche EM-Spiel Deutschland gegen Holland1, 51,9 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen für „Der Schuh des Manitu“2 auf ProSieben, in der Woche der 3000. Folge jeden Tag über 18 Prozent für RTLs „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“3 – enorme Erfolgsbekundungen sowohl für Privat- als auch für öffentlich-rechtliche Sender. Schließlich zeigen diese Bilanzen nicht nur, dass die Programme den Massengeschmack treffen, sondern aus den Quoten berechnen sich auch die Werbepreise. Im Fernsehbereich ist die Zuschauerforschung also essentiell. Nicht weniger bedeutsam sind Leser- und Hörerforschung. Täglich erhalten die Medienbetriebe (sekundengenaue) Daten von Marktforschungsinstituten, um alles über das Profil ihres Publikums zu erfahren. Doch noch vor 50 Jahren sah die Situation ganz anders aus. Denn erst nach 1945 begann in Deutschland die Institutionalisierung der Publikumsforschung, die Gründung von Markt- und Meinungsforschungsinstituten und das eigentliche marktwirtschaftliche Interesse für das Publikum. In dieser Arbeit soll geklärt werden, wie sich die Publikumsforschung vor 1945 aussah, welche Methoden angewandt wurden und wo es sich schon damals moderne Entwicklungen abzeichneten.

Um bestimmende Traditionslinien zu verdeutlichen, ist die Arbeit chronologisch gegliedert. Zunächst sollen die Entwicklungen bis zur Jahrhundertwende geschildert werden, besonders Meinungsumfragen von Schriftstellern. Anschließend werden die Ansätze des frühen 20. Jahrhunderts betrachtet. Besondere Beachtung finden hierbei die Aktionen der Arbeiterbewegung sowie die ersten Anläufe der Kinoforschung unter Emilie Altenloh. In einem weiteren Punkt betrachtet die Arbeit die Forschung in der Weimarer Republik – hier insbesondere den Aufruf „Was wollen Sie vom Radio hören?“ von 1924, sowie den Einsatz von Expertenmeinungen in der Zeitschrift „Der Deutsche Rundfunk“. Als Abschluss der chronologischen Betrachtung folgt ein Abriss der Forschung in der Zeit von 1933 bis 1945. Um die ersten Entwicklungen in Deutschland einordnen zu können, werden im Anschluss die ersten Forschungsansätze in den USA geschildert. In einer Abschließenden Evaluation soll versucht werden zu klären, inwiefern sich die deutsche Publikumsforschung von der angloamerikanischen unterscheidet und vor allem warum. Allgemein soll die deutsche Publikumsforschung eingeordnet werden.

2. Erste Schritte auf der Suche nach dem Publikum

2.1 Leserforschung großer Literaten

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es in im Bereich der Literatur erste Ansätze, zu erforschen, was das Publikum interessiert und welche Taktiken erfolgreich sind, um die Leser an einen Autor oder Verlag zu binden. So operierte Charles Dickens mit einer heute vielleicht erstaunlichen Methode. Er veröffentlichte in der Zeit von 1839 bis 1850 Fortsetzungsromane in der Londoner Zeitung „The Times“. Anhand von Leserreaktionen und -briefen ermittelte er dann, welche Teile seiner Erzählungen dem Publikum nicht zusagten. Gegebenenfalls nahm er bei der Veröffentlichung der Geschichten in Buchform Änderungen in der Handlung vor, wenn sie bei den Lesern besonders häufig auf Ablehnung gestoßen war.4 Ralf Hohlfeld sieht hierin eine „Vor- bzw. Frühform publizistischen Marketings“5.

Auch ein anderer Schriftsteller, der zu dieser Zeit noch als Journalist arbeitete, Theodor Fontane, unterwarf sich dem Geschmack der Massen. Doch er verzweifelte daran und beugte sich nur widerwillig, da sein Geschmack stark von dem „miserablen literarischen Geschmacks“6 des Massenpublikums abwich. Seinen in der Familienzeitschrift „Gartenlaube“ erschienener Roman „Quitt“ ließ er nur mit folgenden Worten ändern: „Ändern sie so viel Sie wollen. Aus der Schüssel aus der 300.000 Deutsche essen, ess’ ich ruhig mit.“7 Mit der Zahl 300.000 bezog sich Fontane in diesem Kontext auf die Leserzahlen der „Gartenlaube“, die sich in Hochzeiten um die 400.000 bewegten. Natürlich kann man diese Ansätze der Schriftsteller noch nicht der selben Kategorie zuordnen wie die heutige Forschung. Denn schon in diesem kurzen Abriss der Untersuchungen zeigt sich, wie ungerichtet die Aktionen damals war. Zwar liefen sie auf ein bestimmtes Ziel – die Veränderung der Romane – heraus, doch noch ist das Publikum nicht konkret aufgefordert sich zu den Medien zu äußern, es werden lediglich zufällige Meinungsäußerungen verwertet. Empirisch-statistische Daten wurden hierbei allerdings nicht einbezogen, die Frage nach der Zusammensetzung des Publikums wurde „allein mit sozialphilosophischen und literaturhistorischen Reflexionen gedanklich umkreist.“8

3. Publikumsforschung im frühen 20. Jahrhundert

3.1 Beginn der Hörerforschung

[...]


1 http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/medien/tv/51101, Zugriff am 26.06.2004

2 http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=4792, Zugriff am 27.06.2004

3 http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=6084, Zugriff am 27.06.2004

4 Vgl. Hohlfeld, Ralf: Journalismus und Medienforschung. Theorie, Empirie, Transfer. Konstanz 2003. S. 54

5 Ebd. S. 54

6 Ebd. S.54

7 Ebd. S.54, zitiert in: H.H. Reuter: Theodor Fontane, von 30-80. Sein Leben in seinen Briefen. Leipzig o.J., S.388

8 Ebd. S.55

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/65276/