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Autor: Michael Krzyzanek
Fach: Wirtschaft - Beschaffung, Produktion, Logistik
Details
Tags: Angebotskosten, Aufwand, Unternehmen, Vorlaufphase, PPP-Projekten, Hochbau
Jahr: 2005
Seiten: 38
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 303 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-58102-8
Textauszug (computergeneriert)
Technische Universität, BERGAKADEMIE FREIBERG
Fakultät: Wirtschaftswissenschaften
Seminar: Baubetriebslehre
Angebotskosten und Aufwand von Unternehmen in der
Vorlaufphase von PPP-Projekten im öffentlichen Hochbau
von: Michael Krzyzanek
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführung 1
2. Informationsbeschaffung 3
2.1 Allgemeine Aussagen zur Beschaffung relevanter Informationen 3
2.2 Übersicht zu den befragten Unternehmen 4
2.3 Probleme bei der Informationsbeschaffung 5
3. Angebotskosten in der Vorlaufphase von PPP-Projekten 6
3.1 Allgemeine Aussagen zu PPP-Angebotskosten 6
3.2 Darstellung des Angebotsprozess 7
3.3 Phasen des Angebotsprozess und der damit verbundene Aufwand 9
3.3.1 Vorbereitungsphase 9
3.3.2 Ausschreibungsselektion 11
3.3.3 Bildung einer Bietergemeinschaft bzw. eines Konsortiums 12
3.3.4 Teilnahmewettbewerb 13
3.3.5 Phase der Angebotsbearbeitung und Angebotserstellung 16
3.3.6 Bieterverhandlungsverfahren 21
3.4 Angebotskosten beeinflussende Faktoren 23
3.5 Entschädigung bei erfolglosem Angebot 25
4. Angebotskosten für ein anonymisiertes PPP-Projekt 26
4.1 Allgemeine Rahmenbedingungen des Projekts 26
4.2 Aufschlüsselung der Angebotskosten des Projekts 27
4.3 Überblick Angebotskosten verschiedener PPP-Projekte 28
5. Probleme und Lösungen in der Angebotsphase von PPP-Projekten 29
5.1 Themenbereich: Teilnahmewettbewerb 29
5.2 Themenbereich: Angebotsbearbeitung/ -kosten 30
6. Schlusswort 31
LITERATURVERZEICHNIS
1. Einführung
Angesichts der finanziellen Engpässe der öffentlichen Haushalte erfreuen sich Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zunehmender Beliebtheit. Die finanziell angespannte Situation der öffentlichen Haushalte erfordert eine privatwirtschaftliche Neuorientierung der öffentlichen Bauvorhaben. 1 Denn auch mittelfristig sind für die Gebietskörperschaften ohne Neuverschuldung bei weitem nicht alle Investitions- und Instandhaltungswünsche zu realisieren. Es muss mittlerweile davon ausgegangen werden, dass sich ein Investitionsstau in Höhe von 635 Mrd. Euro ergibt. Für das Jahr 2005 wurden vom Deutschen Städte und Gemeindebund die fehlenden Mittel auf 6 Mrd. Euro beziffert.2 Die Kommunen haben dabei nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Urbanistik in diesem Jahrzehnt einen Investitionsbedarf von fast 700 Mrd. Euro, wobei dieser vor allem bei Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Verkehrseinrichtungen, Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur auftritt. Dabei entfallen allein auf Schulen 80 Mrd. Euro und auf den Verkehrsbereich sogar 180 Mrd. Euro. Des Weiteren muss der Investitionsbedarf der Bundesländer und des Bundes berücksichtigt werden. Diesen hohen Investitionserfordernissen stehen jedoch nicht in gleichem Maße ausreichende finanzielle Mittel gegenüber. Die angespannte öffentliche Haushaltslage fordert somit die Nutzung alternativer Lösungen zur Behebung des Problems. Die privatwirtschaftliche Realisierung öffentlicher Bauvorhaben kann für die öffentliche Hand ein nützliches Instrument zur Einsparung und zeitlichen Verschiebung der Inanspruchnahme von Haushaltsmitteln sein und somit eine Konzentration auf die Hauptaufgaben ermöglichen.3
Andere europäische Länder, wie Großbritannien und die Niederlanden, haben die Vorteile von Public Private Partnerships (kurz: PPP) längst erkannt. Dabei ist es nicht nur das private Kapital, welches gebraucht wird, sondern auch das private Know-how und der unternehmerische Ansatz erzielen dabei Effizienzgewinne von 10 bis 20 % gegenüber herkömmlichen Lösungen. In Deutschland steckt diese neue Beschaffungsvariante jedoch noch in den Kinderschuhen und muss sich erst durch einige Pilotprojekte etablieren.
Die Vorteile für die öffentliche Hand ergeben sich beispielsweise aus der langfristigen Ausgestaltung der Verträge. Die Kosten werden kalkulierbar, dringende Aufgaben können zeitnah realisiert und gewünschte Dienstleistungen genau definiert bzw. über die Dauer der Kooperation vertraglich fixiert werden. Auch für die privaten Auftragnehmer ergeben sich Vorteile durch die Realisierung öffentlicher Bauvorhaben in Form eines PPP-Projekts. Der Nutzen zeigt sich z.B. in den Anreizen aus der Tätigkeit in neuen Beschäftigungsfeldern, aber vor allem in der Verstetigung von Zahlungszuflüssen über einen langen Zeitraum.4 Der Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen, Dipl.-Ing. Helmut Kirchner, vertritt in diesem Zusammenhang die Meinung, „dass sich eine Win-Win-Situation für Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft zugleich erzeugen lässt.“5
In dieser Seminararbeit soll der Aspekt der Angebotskosten, welche für die privaten Unternehmen in der Vorlaufphase von PPP-Projekten entstehen, genauer betrachtete werden. Diese Transaktionskosten dürfen im Rahmen einer Beteiligung einer Unternehmung an einer PPP-Ausschreibung nicht vernachlässigt werden, da diese im Vergleich zu den Kosten einer konventionellen Ausschreibung verhältnismäßig hoch sind. Die Bearbeitungskosten bei normalen funktionalen Ausschreibungen belaufen sich auf 0,5 bis 1,5 % der Bausumme. Für das eigentliche PPP-Geschäft betragen die Vorlaufkosten hingegen bis zu 5 % der Objektsumme. Dabei sind vor allem für kleinere Projekte diese Kosten relativ hoch.6 Im ersten Teil der Seminararbeit soll aufgeführt werden, was unternommen wurde, um entsprechende Informationen bzgl. der Angebotskosten zu erhalten. Im Anschluss daran wird näher auf den Prozess der Angebotsphase aus Sicht des Unternehmens eingegangen. Dazu gehört folglich die Darstellung besonders relevanter Kostenpositionen, die sich beim potenziellen Auftragnehmer ergeben. Des Weiteren soll an einem anonymisierten Projekt eine konkrete Bezifferung vorgenommen werden.
2. Informationsbeschaffung
2.1 Allgemeine Aussagen zur Beschaffung relevanter Informationen
Zunächst soll kurz darauf eingegangen werden, wie sich im Rahmen dieser Seminararbeit die Beschaffung der relevanten Informationen zu den Kosten in der Vorlaufphase von PPP-Projekten gestaltet hat. Anfangs musste sich ein Überblick verschafft werden, welche PPP-Projekte bereits ausgeschrieben waren und welche Unternehmen den Zuschlag erhielten. Des Weiteren wurden verschiedene Verbände wie beispielsweise der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) sowie die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) angeschrieben. Ziel war es herauszufinden, ob man sich in den Verbänden bereits Gedanken über die Problematik der PPP-Angebotskosten, welche für die Unternehmen in der Vorlaufphase dieser Projekte entstehen, gemacht hat.
Die Reaktion der Vereinigungen konnte als sehr positiv betrachtet werden, da man sich von Seiten der Verbände im Klaren darüber ist, dass die Vorlaufkosten für die Unternehmen, insbesondere für mittelständische Bauunternehmungen, ein entscheidendes Kriterium darstellen, ob man sich an PPP-Projekten beteiligt oder weiterhin dem traditionellen Baugeschäft nachgeht. So wurden von den Verbänden Ansprechpartner bei Bauunternehmen genannt, die bereits Erfahrungen auf dem Gebiet PPP haben. Im nachfolgenden Abschnitt wird ein Überblick gegeben, mit welchen Unternehmen ein Erfahrungsaustausch bezüglich des Themas stattgefunden hat.
2.2 Übersicht zu den befragten Unternehmen
[...]
1 Vgl.: Jacob, Kochendörfer: Effizienzgewinne bei privatwirtschaftlicher Realisierung von Infrastrukturvorhaben, 2002, S. III
2 Vgl.: Zentralverband Deutsches Baugewerbe, Presseinformation – Frauenrath: PPP – Chancen für Kommunen und Mittelstand in 2005 nutzen, 3/2005
3 Vgl.: Jacob: Privatwirtschaftliche Realisierung öffentlicher Hochbauvorhaben (einschließlich Betrieb) durch mittelständische Unternehmen in Niedersachsen, 2002, S.3
4 Vgl.: Jacob: Privatwirtschaftliche Realisierung öffentlicher Hochbauvorhaben (einschließlich Betrieb) durch mittelständische Unternehmen in Niedersachsen, 2002, S.3
5 Vgl.: Baulinks.de – Service, Private Finanzierung öffentlicher Hochbauten: Startschuss für PPP – Kompetenzzentrum des Bundes, Artikel vom 05.02.2002, http://www.baulinks.de/webplugin/o01005.php4
6 Vgl.: Roquette, Artikel im P-Newsletter: PPP-Standards sparen Zeit und Geld, April 2005
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