Termpaper, 2004, 15 Pages
Author: Stephan Vierkant
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Deutsche und Niederländische Philologie)
Tags: Textsorte, Kochrezepte, Grundkurs, Textlinguistik
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-59159-1
File size: 187 KB
Mit Brinkers Ansatz wird die Textsorte Kochrezepte untersucht. Makrostrukturen, Textfunktion, Instruktionsfunktion sind nur einige Beispiele der Faktoren im praktischen Anwenden der Textlinguistischen Theorie.
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Deutsche und Niederländische Philologie
Grundkurs Textlinguistik
Textsorte Kochrezepte
Stephan Vierkant
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Ziele, Aufgaben und Definition der Textlinguistik ... 3
3. Untersuchungsgegenstand: Kochrezepte ... 4
4. Status von Text, Textsorte und Textexemplar ... 5
5. Interne Merkmale: Initialbereich, Makrostrukturen, Textfunktion, Instruktionsfunktion, Stil ... 7
6. Externe Faktoren ... 11
7. Beispiel: Kochrezept ... 12
8. Definition der Textsorte Kochrezept ... 12
9. Konklusion ... 14
10. Literatur ... 15
1. Einleitung
Die Sprachwissenschaft besitzt mit dem Zweig der Textlinguistik ein klares Ziel: Die Definition ihrer selbst durch die Bestimmung und Erfüllung ihrer verschiedener Aufgaben. In dieser Hausarbeit setze ich mir das Ziel, den Textsortenbegriff des Kochrezeptes näher zu bestimmen. Zuerst bedarf es der Erläuterung der Zielsetzungen der Textlinguistik. Danach werde ich kurz auf den Untersuchungsbereich an sich eingehen; dem werden Definitionen verschiedenen Fachtermini, unter Bezug auf verschiedene Autoren, folgen. Als weitere Schritte werden die Erklärungen von Internen Merkmalen und externen Faktoren folgen. Abschließend wird anhand eines Kochrezeptes ein konkretes Beispiel zur Feststellung der Eigenschaften eben dieser Textsorte behandelt.
2. Ziele, Aufgaben und Definition der Textlinguistik
Die Textlinguistik ist eines der jüngsten und daher eines der weniger erforschten Felder der Sprachwissenschaft. Dies soll nicht bedeuten, dass es seit seinem Aufblühen wenige Theorien bzw. eine große Einigkeit über etwaige Ansätze gäbe. Mit dem Beginn der intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema Textlinguistik Mitte der 60er Jahre wurde die Hierarchie des bis dahin geltenden sprachlichen Systems (Phonem, Morphem/Wort, Satzglied, Satz) sehr bereichert. Doch allem voran sollte geklärt sein, welche Ziele sich die Textlinguistik setzt. Die Aufgabe der Textlinguistik soll es sein, „das jeweilige sprachliche System durch Anwendung geeigneter (intersubjektiver) Methoden (Analyseverfahren, Operationen) aufzudecken, (strukturalistische Linguistik) bzw. die immanente Sprachkompetenz des idealen, d. h. hinsichtlich der Aspekte der Kommunikation indifferenten Sprecher-Hörers zu beschreiben (generative Transformationsgrammatik).“1
Zur Entstehung der Textlinguistik als ein weiteres Feld der Sprachwissenschaft ist festzustellen, dass sie sich in zwei theoretische Ansatzrichtungen aufgliedert :2
Die Erstere der beiden ist die sprachsystematisch ausgerichtete Textlinguistik, der die strukturalistische Linguistik und die generative Transformationsgrammatik zugrunde liegt. Die zweite Richtung ist die der kommunikationsorientierten Textlinguistik, die die linguistische Pragmatik und die Sprechakttheorie (J.L. Austin, J. R. Searle) als Orientierungspunkt besitzt. Brinker stellt hierzu fest, dass diese beiden Grundpositionen nicht als alternativ sondern als komplementäre Konzeption verstanden werden sollen.3
Jeglicher theoretische Ansatz in der Textlinguistik beschäftigt sich mit den vier verschiedenen Teildisziplinen4: Textsemantik (Bedeutung des Textes), Textpragmatik (Funktionen des Textes im Kontext), Textsyntax (Sprachliche Struktur eines Textes) und die Textphonetik (Phonetische Struktur eines Textes). Es ist demnach die Aufgabe der Textlinguistik, Texte zu analysieren, ihre Eigenheiten zu beschreiben und unter Verwendung dieser, eine Textsortenbestimmung vorzunehmen. Dies ist mitunter nicht immer einfach, da die jeweilige Textsortendefinition eben erst durch die Beschreibung und Interpretation der Eigenschaften verschiedener Texte, ob mündlich oder schriftlich realisiert, möglich wird. Die hier verwendeten „Text“-begriffe werde ich später in weiteren Definitionen noch konkretisieren.
3. Untersuchungsgegenstand: Kochrezepte
Der Untersuchungsgegenstand begrenzt sich auf das Kochen bzw. das Vermitteln von Kochkünsten. Die Idee des Kochens, auch wenn es uns nur als ein banaler alltäglicher Vorgang vorkommt, ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Spezies Mensch. Der geschichtliche Beginn der Vermittlung von Kocharbeitsinstruktionen lässt sich genauso wenig nachvollziehen wie der Beginn anderer Lehrvorgänge unserer Spezies. Dies ist auch nicht unbedingt von Nöten, da wir hier eine synchrone Betrachtung der Textsorte Kochrezept verfolgen und nicht eine diachrone, vergleichende Einsicht in die Entwicklung der Kochrezeptgeschichte bekommen wollen. Trotzdem ist festzuhalten, dass die Gründe von je her dieselben sind, warum der Mensch sich mit dem Verfassen bzw. Erklären von Kochrezepten beschäftigt. Da die Nahrungsaufnahme für den Menschen von imminenter natürlicher Wichtigkeit ist, empfiehlt es sich für diese Spezies, denn man kann ihr nur schlecht eine typische natürliche Umgebung zuordnen, die für den Fortbestand unabdingbare Versorgung mit Nahrung mit der Experimentierung, Archivierung und Erläuterung von Rezepten zu sichern, was in verschiedenen natürlichen oder auch künstlichen Umgebungen stark differiert. Damit hätte sich auch schon der Sinn hinter der Existenz von Kochrezepten erklärt. Doch welche Eigenschaften machen ein Kochrezept zu einem Exemplar eben dieser Gattung? Hierauf werde ich zum Schluss eingehen und zunächst erstmal den Status der verwendeten Termini erklären.
[...]
1 Definition nach Brinker 2001, S. 13
2 dazu im Einzelnen Brinker 2001, S. 12-20
3 Brinker 2001, S. 17
4 Helbig 1988, S. 153
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