Seminararbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Saskia Schierstädt
Fach: Wirtschaft - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Details
Institution/Hochschule: Universität Konstanz (Universität Konstanz)
Tags: Islamic, Banking, Seminar, Betriebswirtschaftslehre
Jahr: 2007
Seiten: 18
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-59291-8
Dateigröße: 1032 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Universität Konstanz, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Pflichtfach Wirtschaftstheorie, WS 2006/2007
Islamic Banking
von: Saskia Schierstädt
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Die ethischen Grundlagen im Islam 3
2.1 Das Zinsverbot („Riba“) 3
2.2 Das Verbot der Spekulation („Gharar“) 3
2.3 Weitere Verbote 4
3 Erlaubte Vorgehensweisen 5
3.1 Erlaubte Finanzierungsmethoden 5
3.1.1 Exportfinanzierung („Murabaha“) 5
3.1.2 Leasing („Ijara“) 6
3.1.3 Partnerschaften („Musharaka“ und „Mudaraba“) 6
3.1.4 Projektfinanzierung („Istisna“) 7
3.2 Erlaubte Investitionsmöglichkeiten 8
3.2.1 Aktien 8
3.2.2 Anlagefonds mit festem Einkommen („Ijara-Fond“) 8
3.2.3 Islamische Anleihen („Sukuk“) 9
3.3 Erlaubte Versicherungsmethoden 9
4 Werden die Verbote tatsächlich eingehalten? 10
5 Performance und Effizienz des Islamic Banking 11
6 Die Probleme des Islamic Banking 13
7 Schlußbetrachtung 14
8 Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
In den letzten Jahren wird dem Islam von Deutschland und anderen westlichen Ländern immer mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht. Ein Grund hierfür mag in den anhaltenden Konflikten im Nahen Osten liegen, in die mitunter auch muslimische Gruppen involviert sind. Es gibt aber auch ein rein ökonomisches Interesse an den Anhängern dieser Religion, da sie einen nicht unerheblichen Teil der Weltbevölkerung ausmachen.1 Im Islam gelten für bestimmte Bereiche Verhaltensvorschriften, die sich von den in der westlichen Welt üblichen Verhaltensweisen unterscheiden. Einer dieser Bereiche ist das Bankwesen.
Der zentrale Unterschied zwischen dem Islamic Banking und dem konventionellen Banking besteht im Zinsverbot, das aber keine „Erfindung“ des Islam ist. So findet sich schon im Alten Testament ein Zinsverbot und im Mittelalter galt auch für Christen ein Zinsverbot, demzufolge es verwerflich ist, Geld mit Geld zu verdienen. Während Zinsen zunächst im Judentum und später auch im Christentum wieder gestattet waren, gilt das Zinsverbot im Islam noch heute.2 Möchte ein in Deutschland lebender Muslime Geschäfte vornehmen, die in Deutschland üblicherweise Zinszahlungen beinhalten, müssen diese so modifiziert werden, daß sie nicht gegen die Regeln des Islam verstoßen. „Islamic Banking“ beschreibt diesen Versuch, Bankgeschäfte in Übereinstimmung mit den religiösen und gesetzlichen Regeln des Islam zu gestalten. Es darf dabei aber nicht mißverstanden werden als „Banking der islamischen Welt“, denn auch dort gibt es konventionelle Banken, die sich nicht an die Vorschriften halten.3
Kenntnisse über die Regeln des „Islamic Banking“ sind für westliche Banken von Interesse, da sie mit diesem Wissen ihre Produktpalette erweitern und so neue Kundenkreise erschließen könnten. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, daß es sich hierbei nicht zwangsläufig um Geschäfte mit dem Ausland handeln muß. Auch in Deutschland gibt es eine steigende Anzahl von Muslimen, die so vielleicht als Kunden gewonnen werden könnten.4 Knappmann (2006) schreibt dazu: „Weltweit wächst die Nachfrage nach Anlageprodukten, die den strengen Grundsätzen des Koran folgen. Große Finanzhäuser, darunter auch deutsche Anbieter, wittern ein Milliardengeschäft“. Bergermann (2006) führt als Beleg dafür, daß es auch in Deutschland einen Markt für Sharia-konforme Geldanlagen gibt, die hier bis vor einigen Jahren angebotenen Beteiligungen an den Kaufhäuser der Yimpas Group AG an. Hieran zeigt sich aber auch, daß diese Anlagen keineswegs risikolos sind, denn die Yimpas Group AG ist seit 2002 insolvent und die Anleger haben ihr Geld verloren. Da es hierbei scheinbar zu Unregelmäßigkeiten im Betrieb kam, könnte dieser Markt nun von heimischen, „seriösen“ Banken angeboten werden. Bergermann (2006) weiter: „Wie sich diese Sharia-konformen Bankprodukte auch in Europa durchsetzen lassen, zeigt die 2004 in London gegründete Islamic Bank of Britain. Sie ist das erste vollislamische Institut in Europa. Schon nach einem Jahr verwaltete sie Vermögen im Wert von rund 50 Millionen Euro.“
Diese Seminararbeit geht näher auf das Thema des „Islamic Banking“ ein. Sie zielt darauf ab, die Unterschiede zwischen diesem und dem „konventionellen“ Banking darzustellen und zu klären, ob und wie die Verbote tatsächlich eingehalten werden. Darüber hinaus geht sie auf die Performance des „Islamic Banking“ ein.
Hierzu werden in Kapitel 2 zunächst die ethischen Grundlagen des Islam näher erläutert. Hier zeigt sich, welchen Restriktionen das Islamic Banking aufgrund religiöser und gesetzlicher Vorschriften unterliegt. In Kapitel 3 werde ich erklären, welche „Umgehungsmöglichkeiten“ bezüglich. der Geldanlage und der Finanzierung für Muslime bestehen. Darüber hinaus werde ich auch eine Methode aufzeigen, wie ein Islam-konformer Versicherungsvertrag aussehen kann. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Frage, ob die Verbote tatsächlich befolgt werden. Zunächst hat es den Anschein, als ob sich die vorgestellten Methoden kaum oder gar nicht von den westlichen Gegenstücken unterscheiden. Die Performance und die Effizienz des Islamic Banking werden in Kapitel 5 näher betrachtet. Hieraus resultieren auch Probleme und Herausforderungen, denen sich das Islamic Banking gegenübersieht. Diese werden in Kapitel 6 vorgestellt. Im letzten Kapitel folgt eine Schlußbetrachtung, in der ich den derzeitigen Umgang mit dem Islamic Banking in Deutschland betrachten und einen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen geben werde.
2 Die ethischen Grundlagen im Islam
[...]
1 Immerhin ist der Islam mit ca. 1.3 Milliarden Anhängern die zweitgrößte (Welt-)Religion.
2 Vgl. hierzu Altvater (2004) und Kolb (2004)
3 Vgl. hierzu Bälz (2003), S.2
4 Bergermann (2006) gibt als Zahl rund drei Millionen in Deutschland lebende Muslime an.
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