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Diploma Thesis, 2005, 106 Pages
Author: Dipl.-PT (FH) Detlef Seidel
Subject: Physical Therapy / Occupational Therapy
Details
Tags: Berufsmotivation, Physiotherapeuten, Ergebnisse, Studie
Year: 2005
Pages: 106
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 66 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58532-3
File size: 730 KB
Diese qualitative und quantitative Studie untersucht die Berufsmotivation angehender Physiotherapeuten. Die Schwerpunkte des theoretischen Teils der Arbeit sind: Das Berufsbild des Physiotherapeuten - Die Berufswahl (Berufswahltheorie von HOLLAND)- Die Berufsmotivation. Folgende Untersuchungsziele werden abgeleitet: Ermittlung des Verlaufs des Berufswahl- prozesses, von Motiven der Berufswahl, typischer Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten sowie von Erfahrungen während der Ausbildung(n=86)
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Excerpt (computer-generated)
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen, Abt. Leipzig
Die Berufsmotivation angehender Physiotherapeuten - Ergebnisse einer qualitativen und quantitativen Studie
Detlef Seidel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Das Berufsbild des Physiotherapeuten ... 5
2.1 Tätigkeitsmerkmale und Aufgabenbereich ... 5
2.2 Persönliche Merkmale und Qualifikationen ... 6
2.3 Die Ausbildung ... 9
2.4 Berufliche Situation ... 11
3. Die Berufswahl ... 13
3.1 Bedeutung der Berufswahl ... 13
3.2 Verlauf der Berufswahl ... 15
3.3 Theorien der Berufswahl ... 19
3.4 Die Berufswahltheorie von HOLLAND... 23
4. Die Berufsmotivation ... 27
4.1 Begriffe und Motivationstheorien ... 27
4.2 Motive und Einflussfaktoren der Berufswahl ... 29
4.3 Der Einfluss der Familie ... 33
4.4 Bedeutung und Veränderung der Berufsmotivation ... 35
5. Ableitungen von Zielen und Fragestellungen für die eigene Untersuchung ... 38
5.1 Ermittlung des Verlaufs des Berufswahlprozesses ... 38
5.2 Ermittlung von Motiven der Berufswahl ... 39
5.3 Ermittlung typischer Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten ... 39
5.4 Ermittlung von Erfahrungen während der Ausbildung ... 40
6. Methodik ... 41
6.1 Beschreibung der Instrumente und Verfahren der Datenerhebung ... 41
6.2 Beschreibung der Vorgehensweise ... 45
6.3 Beschreibung der Stichprobe ... 46
6.4 Beschreibung der Datenauswertung ... 49
7. Ergebnisse ... 53
7.1 Darstellung der Ergebnisse anhand der Forschungsfragen ... 53
7.2 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse ... 74
7.3 Methodenkritik ... 81
8. Zusammenfassung und Ausblick ... 84
9. Anhang (Fragebogen) ... 86
10. Literaturverzeichnis ... 97
1. Einleitung
Die Berufswahl stellt eine der wichtigsten und zugleich schwierigsten Entscheidung im Leben junger Menschen dar. SEIFERT1 spricht von der „zentralen lebensgeschichtlichen Bedeutung der Berufswahl“. Nach ERIKSON2 ist die Entscheidung für einen bestimmten Berufsweg das wesentliche Kennzeichen der jugendlichen Identitätsbildung: „Die Berufswahl schließt Aufgaben ein, die für alle Aspekte der Identitätsbildung zentral sind: Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Interessen, Kenntnis realistischer Alternativen und die Fähigkeit, die „beste“ Entscheidung zu treffen und ihr zu folgen“. Verschiedene Langzeitstudien3 zeigen, dass aus den beiden Bereichen „Familienleben“ und „Beruf“ die größte Lebenszufriedenheit gewonnen wird.
Besondere Bedeutung erhält die Berufswahl in einer Zeit, in der die Situation auf dem Arbeitsmarkt als sehr schwierig bezeichnet werden muss. Die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland, die als Folge gravierender Veränderungen wie z.B. der Globalisierung, der Wiedervereinigung, der Euro-Einführung usw. aufgetreten sind, führten zu rund fünf Millionen Arbeitslosen. So rückt im Rahmen des Berufswahlprozesses die Frage nach den zukünftigen Beschäftigungsaussichten immer mehr in den Vordergrund. Von Fachleuten wird in diesem Zusammenhang gerade der Gesundheitssektor als einer der wenigen Wachstumsmärkte der Zukunft angesehen4.
Unter den verschiedenen Berufen im Gesundheitswesen scheint der des Physiotherapeuten5 für viele junge Menschen besonders attraktiv und erstrebenswert zu sein. Als Gründe werden u.a. genannt: das selbstständige und abwechslungsreiche Tätigkeitsfeld im medizinischen Bereich, der Umgang mit Menschen, die Zukunftsaussichten – vor allem aber die Möglichkeit, kranken Menschen zu helfen und das Hobby Sport mit dem Beruf zu verbinden.6 So ist es durchaus verständlich, dass unter vielen Jugendlichen der Beruf des Physiotherapeuten sogar als eine Art „Traumberuf“ gilt. Die Zahl der Bewerber übersteigt nach wie vor die vorhandenen Ausbildungskapazitäten. Daher müssen an den meisten Schulen besondere Aufnahmeverfahren absolviert werden, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. In den vergangenen Jahren wurde wegen der noch guten Arbeitsmarktchancen die Ausbildung zum Physiotherapeuten durch die Arbeitsämter gefördert und entsprechende Umschulungsmaßnahmen finanziell unterstützt. Vor diesem Hintergrund ist auch die enorme Zunahme der Anzahl von Physiotherapieschulen zu sehen, die meist in privater Trägerschaft aufgebaut wurden. So gibt es heute 247 Physiotherapieschulen in Deutschland (75 mehr als noch vor 10 Jahren), die jedes Jahr mehr als 6000 Absolventen auf den Arbeitsmarkt entlassen. In Zeiten der Gesundheitsreform erscheint nun der Arbeitsmarkt in Deutschland mit 75 000 Physiotherapeuten7 gesättigt zu sein. Es ist zu beobachten, dass längst nicht mehr alle Absolventen sofort einen Arbeitsplatz erhalten und erstmals auch die Arbeitslosenzahlen steigen. Die Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt wird lediglich durch die Tatsache abgeschwächt, dass in diesem Beruf überwiegend Frauen (ca. 85%) tätig sind, was naturgemäß eine hohe Fluktuationsrate zur Folge hat.
Aber auch die Drop-out Rate scheint in der Physiotherapie anzusteigen. In Gesprächen mit frustrierten Kollegen oder Schulabbrechern wird erkennbar, dass sich die anfängliche Berufsmotivation in der Konfrontation mit der Realität des beruflichen Handelns oft als nicht ausreichend tragfähig erweist. Die Entwicklungen im benachbarten Pflegebereich müssen nachdenklich stimmen. Nach Untersuchungen von PRÖLL und STREICH (1984) sowie VOLKMANN (1991) beabsichtigte ca. 30% des befragten Pflegepersonals ganz aus dem Berufsbereich auszusteigen8. Die Gründe hierfür lagen großteils im Bereich des Arbeitsmarktes und der Arbeitsbelastung. Weiterhin war zu beobachten, dass sich bereits im Laufe der Ausbildung oder bei der Konfrontation mit der Berufsrealität das Bild vom „Traumberuf“ gewandelt hat.
POLLMANN9 zieht in Zweifel, inwieweit der Begriff „Traumberuf“ heute noch bezüglich seiner Realisierung auf dem Arbeitsmarkt Gültigkeit besitzt und stellt die interessante Frage: „Was zeichnet einen Jugendlichen aus, der trotz aller Schwierigkeiten in dieser Berufswelt an seinem individuellen Traumberuf festhält und alles daransetzt, diesen auch zu erlernen?“
In diesem Zusammenhang erscheint es notwendig, die Gründe einer Berufswahlentscheidung für den Beruf „Physiotherapeut“ zu erforschen, Fakten zu sammeln, die Motive in Ihrer Bedeutung einzuschätzen und den Prozess der Berufswahl nachzuvollziehen.
[...]
1 Seifert, K.H.: Berufswahl und Laufbahnentwicklung in: Angewandte Psychologie: ein Lehrbuch / hrsg. v. Frey D., Weinheim: Psychologie Verlag, 1992, S. 188
2 Vgl. Zimbardo, P.: Psychologie, 5.Aufl., Berlin / Heidelberg: Springer Verlag, 1992, S. 92
3 Vgl. Zimbardo, P.: a.a.O., S. 96
4 Vgl. Pracht, A.: Betriebswirtschaftslehre für das Sozialwesen, Weinheim und München: Juventa Verlag, 2002, S. 26-29
5 Im folgenden Text werden bei Personenbezeichnungen wegen der besseren Lesbarkeit grundsätzlich nur die männlichen Personen genannt; sie werden als Gattungsbegriffe verstanden, die stets auch die entsprechenden weiblichen Personen einschließen.
6 Vgl. Seidel, D.: Interviewstudie als Instrument der Primärerhebung zur Untersuchung der Berufsmotivation angehender Physiotherapeuten durchgeführt mit ausgewählten Schülern und Lehrern, Leipzig: Fachhochschule Nordhessen, 2005 (Hausarbeit)
7 protokoll://www.zvk.org.de/ Berufsbild_Zahlen, Daten, Fakten vom 08.06.05
8 Albert, M.: Krankenpflege auf dem Weg zur Professionalisierung, Freiburg: Pädagogische Hochschule, 1998 (Diss.) , S. 19
9 Pollmann, T.: Beruf oder Berufung?: Zum Berufswahlverhalten von Pflichtschulabgängern, in: Europäische Hochschulschriften: Reihe 6, Psychologie, Bd. 415, Frankfurt am Main: Verlag Peter Lang GmbH, 1993, S. 10-11
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