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Zwischennutzung von Brachen - Neue Perspektiven für die schrumpfende Stadt. Handlungsempfehlungen an die Akteure: Zwischennutzungen gezielt Fördern

Autor: Dipl.-Ing. Nenad Rosic
Fach: Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung

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Details

Kategorie: Anderes
Jahr: 2006
Seiten: 46
Note: "-"
Literaturverzeichnis: ~ 56  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 446 KB
Archivnummer: V67686
ISBN (E-Book): 978-3-638-60857-2
Anmerkungen :
Die Arbeit ist im Rahmen des Vertiefungsentwurfes an der Fakultät Raumplanung, Universität Dortmund entstanden. Der Vertiefungsentwurf dient zur wissenschaftlichen Einarbeitung in ein Thema als Vorbereitung für die Diplomarbeit.

Textauszug (computergeneriert)

 Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung
Vertiefungsentwurf, 06. März 2006

Zwischennutzung von Brachen – Neue Perspektiven für die schrumpfende Stadt
Handlungsempfehlungen an die Akteure: Zwischennutzungen gezielt fördern

von: Nenad Rosic

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

1.1 Problemstellung 1
1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung 2
1.3 Thesen und Aufbau der Arbeit 2

2 Städtische Brachflächen in der Stadtentwicklung 4

2.1 Der Zyklus städtischer Brachen 4

2.1.1 Begriffsklärung Brache 4
2.1.2 Entstehungsbedingungen für Brachen 5

2.2 Brachen als Übergänge zu neuen Nutzungen 7

2.2.1 Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung 7
2.2.2 Neunutzungshindernisse 9

2.3 Zwischenfazit: Brachflächen als Katalysatoren für Stadtentwicklung 10

3 Zwischennutzung von Brachen - Neue Perspektiven für die schrumpfende Stadt 12

3.1 Was sind Zwischennutzungen? 12

3.1.1 Inhaltliche Unterscheidung 13
3.1.2 Organisatorische Unterscheidung 15
3.1.3 Zeitliche Einordnung 17

3.2 Welche Voraussetzungen stellen Zwischennutzungen? 19

3.2.1 Anforderung an Orte 19
3.2.2 Beteiligte Akteure 20

3.3 Was können Zwischennutzungen für die Stadtentwicklung leisten? 22

3.3.1 Potenziale von Zwischennutzungen 23
3.3.2 Gefahren von Zwischennutzungen 25

3.4 Zwischenfazit: Zwischennutzungen – Potenziale für eine nachhaltige Stadtentwicklung 26

4 Handlungsempfehlungen an die Akteure: Zwischennutzungen gezielt fördern 28

4.1 Handlungsempfehlungen an die Kommunen 28
4.2 Handlungsempfehlungen an die Eigentümer 31
4.3 Handlungsempfehlungen an die Zwischennutzer 32
4.4 Handlungsempfehlungen an die Planungspolitik 34

5 Schlussbetrachtung: Zwischennutzungen – Das (bisher) ungenutzte Instrument 36

Literaturverzeichnis 39
 

 



„Sollte es einen neuen Urbanismus geben, dann wird sich dieser nicht auf die Zwillingsphantasien
von Ordnung und Omnipotenz stützen; er wird Unsicherheit stiften; er wird sich
nicht länger mit der Planung mehr oder weniger dauerhafter Objekte befassen, sondern
bestimmte Areale mit all dem düngen, was möglich sein könnte; er wird nicht mehr auf feste
Strukturen zielen, sondern auf die Bereitstellung von Möglichkeitsfeldern für Prozesse, die
sich dagegen sträuben, eine endgültige Form anzunehmen.“
(Rem Koolhaas)

1 Einleitung

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts haben postindustrielle Veränderungen in Deutschland und in Europa zu sehr differenzierten sozialen, ökonomischen und räumlichen Konditionen in den Städten geführt. Manche Städte haben einen unerwarteten wirtschaftlichen Boom erlebt, während in anderen Städten nach der Schließung der Industrien eine Vielzahl von innerstädtischen Flächen brachliegen, für die keine Investoren gefunden werden können. Im Umgang mit diesen Brachflächen hat sich besonders in Ostdeutschland das Thema der Zwischennutzungen1 etabliert. Diese Arbeit erörtert das Potenzial von temporären Nutzungen zur Entwicklung von Brachflächen in den von Investoren weniger begünstigten Städten. Dabei sollen in erster Linie nicht einzelne Beispiele vorgestellt, sondern vielmehr grundsätzliche Fragen behandelt werden.

1.1 Problemstellung

Thema dieser Arbeit ist die Zwischennutzung von Brachflächen. Sie stellen ein erhebliches innerstädtisches Flächenpotenzial dar. Mit ihrer Revitalisierung kann das Lebensumfeld der Bewohner einer Kommune aber auch die Attraktivität der Stadt für Investoren erheblich gesteigert werden. Bei zunehmender Finanzknappheit kommunaler Haushalte und einer hohen Anzahl innerstädtischer Brachflächen in schrumpfenden Städten ist mit einer zügigen Revitalisierung aller brachgefallenen Areale allerdings nicht zu rechnen. So entstehen „unerwünschte Lücken in der Stadt, welche jedoch in Form von Nischen“ (Scheven 2004: 3) auch als Potenzial für eine Stadtentwicklung unter ökonomisch ungünstigen Bedingungen betrachtet werden können. Die Herausforderung der Planung ist es für diese Lücken in der Stadt innovative Potenziale zu entwickeln.

In diesem Handlungsfeld etabliert sich das Thema der Zwischennutzungen. Durch solche werden Brachen wieder in den Nutzungszyklus integriert, dieses fördert wiederum ein positives Image. Allerdings ist dieses Thema noch relativ unerforscht, was sich schon darin zeigt, dass der Begriff Zwischennutzung nicht eindeutig definiert ist. Auch herrschen noch nicht ausreichend positive Bedingungen zur Initiierung solcher Nutzungen in Deutschland. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jegliches Entwicklungsdenken bisher stets von Wachstum ausging und für ein lebenswertes Schrumpfen neue Rahmenbedingungen im Sinne einer prozessorientierten Stadtentwicklung gefunden werden müssen.

1.2 Forschungsfragen und Zielsetzung

Aus der oben beschriebenen Problemstellung ergeben sich folgende Forschungsfragen:

- Was sind Zwischennutzungen und unter welchen Umständen entwickeln sie sich?
- Welche Wirkungen erzeugen sie in der Stadtentwicklung und welche Risiken gehen mit ihnen einher?
- Wie lassen sich Zwischennutzungen für eine bürgerschaftlich getragene Stadterneuerung fördern?

Ziel dieser Arbeit ist es, den Terminus Zwischennutzungen in seiner Bedeutung für die Stadtentwicklung durch eine mehrdimensionale Definition greifbar zu machen. Über die Betrachtung wo, durch wen und wie temporäre Nutzungen initiiert werden, soll ein Rückschluss auf die Potenziale und Gefahren, welche sie in der Entwicklung der Städte in ökonomisch ungünstigen Lagen haben, getroffen werden. Schließlich werden Handlungsempfehlungen an die Kommunen, die Eigentümer, die Zwischennutzer und an die Planungspolitik ausgesprochen, um einen gezielten Einsatz von Zwischennutzungen in der Stadtentwicklung zu fördern.

1.3 Thesen und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teilbereiche, denen jeweils eine erkenntnisleitende These zugrunde liegt:

- Schrumpfende Städte weisen Brachflächen auf, die in der Öffentlichkeit ein negatives Image haben, aber als Nischen für Ungeplantes ein großes Innovationspotenzial besitzen.
- Bürgerschaftlich organisierte, temporäre Nutzungen entwickeln innerstädtische Brachflächen zu lebendigen Orten und haben eine positive Langzeitwirkung für die Stadtentwicklung.
- Zwischennutzungen lassen sich zukünftig mit geringem Mitteleinsatz gezielt als Instrument für eine prozessorientierte und bedarfsgerechte Stadterneuerung einsetzen.

Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Brachflächen, den Entstehungsräumen von Zwischennutzungen. Nach einer Begriffsklärung wird die Entstehung von Brachen aus demografischen, geschichtlichen und ökonomischen Gründen erläutert. Daraufhin werden die Entwicklungschancen und Neunutzungshindernisse brachliegender Areale dargelegt. Im anschließenden Zwischenfazit wird die Katalysatorfunktion von Brachflächen für die Stadtentwicklung reflektiert.

Zwischennutzung von Brachen – Neue Perspektiven für die schrumpfenden Stadt Handlungsempfehlungen an die Akteure: Zwischennutzungen gezielt fördern Im zweiten Teil der Arbeit wird zunächst der bisher nicht klar definierte Begriff Zwischennutzungen eingegrenzt. Dabei wird auseinandergesetzt, wie temporäre Nutzungen inhaltlich, organisatorisch und in ihrer zeitlichen Einordnung zur regulären Nutzung unterschieden werden können. Daraufhin wird ein Überblick gegeben, an welchen Orten sie entstehen und welche Akteure in welcher Weise Einfluss auf sie nehmen. Anschließend erfolgt eine kritische Betrachtung der Potenziale und Gefahren von Zwischennutzungen in der Entwicklung von Standorten in ökonomisch schwachen Städten. Im nachfolgenden Zwischenfazit eine Reflexion, ob temporäre Nutzungen langfristig einen positiven Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen.

Im konzeptionellen Teil der Arbeit werden aufbauend auf den theoretischen Grundlagen zu und den bisherigen Erfahrungen mit Zwischennutzungen Handlungsempfehlungen an die auf temporäre Nutzungen Einfluss nehmenden Akteure gegeben. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, welche Voraussetzungen vorhanden sein bzw. geschaffen werden müssen, damit Zwischennutzungen gezielter in den Prozess der Stadtentwicklung integriert werden können. In der abschließenden Schlussbetrachtung werden die aufgestellten Thesen verifiziert und allgemeingültige Schlussfolgerungen für den strategischen Einsatz von Zwischennutzungen in der Stadtentwicklung gezogen.

2 Städtische Brachflächen in der Stadtentwicklung

In Kapitel 2 werden die Potentiale einer Revitalisierung städtischer Brachflächen für eine nachhaltige Stadtentwicklung dargestellt. Zunächst wird daher der Begriff Brache definiert und ihre Entstehung erläutert (siehe Abschnitt 2.1.). Anschließend werden die Bedeutung und Funktion von Brachflächen in der Stadtentwicklung beschrieben (siehe Abschnitt 2.2.). Im darauffolgenden Zwischenfazit wird die Katalysatorfunktion der Stadtbrachen für eine Neuorientierung der Stadtentwicklungspolitik reflektiert.

2.1 Der Zyklus städtischer Brachen

Brachflächen spielen in der Stadtentwicklung eine besondere Rolle. Sie stellen die „Bruchstellen in der Geschichte der Stadt am Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft“ (Feldtkeller 2001: 7) dar. In der öffentlichen Wahrnehmung sind Brachen als Symbole des Verfalls und des Niedergangs alter Strukturen bekannt. Sie gehören zu den zwischenzeitlich funktionslosen Räumen in der Stadt, die von einer vorherigen Nutzung verlassen und noch von keiner neuen Nutzung vereinnahmt sind und somit Gefahr laufen, marginalisierte Funktionen wie z. B. Müllablagerung zu übernehmen (vgl. Hauser 2001: 65).

2.1.1 Begriffsklärung Brache

[...]


1 In dieser Arbeit wird der Begriff Zwischennutzungen synonym mit den Begriffen temporäre bzw. befristete Nutzungen respektive Aktivitäten verwendet. Eine Definition von Zwischennutzungen ist in Abschnitt 3.1 nachzulesen.

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