Termpaper, 2002, 18 Pages
Author: Neapoli Karagianni
Subject: Theology - Practical Theology
Details
Tags: Hirntod
Year: 2002
Pages: 18
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-60472-7
ISBN (Book): 978-3-638-79363-6
File size: 141 KB
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Abstract
Im Vordergrund dieser Arbeit steht der Hirntod in Verbindung mit dem Transplantationsgesetz. In meiner beruflichen Laufbahn wurde ich mit Sterben und Tod konfrontiert. Fest stand, dass tote Patienten keine Lebenszeichen mehr aufweißten. Anders bei hirntoten Patienten, sie wurden für tot erklärt, auch wenn Merkmale die bei einer Leiche üblich sind nicht vorhanden waren. Diese Patienten kamen ggf. als Organspender in Frage. Daraus resultierte die Frage, wie es möglich sein kann, dass der Begriff „Tod“ für zwei rein äußerlich unterschiedliche Merkmale benutzt werden darf. In dieser Arbeit wird zunächst der geschichtliche Verlauf des Hirntodes dargestellt. In Folge wird der Hirntod definiert und die jeweiligen Kriterien erörtert, die Voraussetzungen sind um eine Organtransplantation vornehmen zu dürfen. Abschließend erfolgt eine Erläuterung, wie das Pflegepersonal mit dem Thema umgeht und ob eine Gefahr des Missbrauchs mit Organen besteht.
Excerpt (computer-generated)
Katholische Fachhochschule Nordrhein – Westfahlen Abteilung Köln
Fachbereich Gesundheitswesen, Studiengang Pflegepädagogik
Abgabe: 05.06.2002
Der Hirntod
von: Neapoli Karagianni
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Geschichte des Hirntods 2
3. Kriterien des Hirntods 5
4. Ist der Hirntod der Tod des Menschen? 6
5. Wie geht das Pflegepersonal mit dem Thema Hirntod um? 9
6. Besteht eine Gefahr des Organmissbrauchs? 10
7. Schluss 11
8. Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
Im Vordergrund dieser Arbeit steht der Hirntod in Verbindung mit dem Transplantationsgesetz.
In meiner beruflichen Laufbahn wurde ich mit Sterben und Tod konfrontiert. Fest stand, dass tote Patienten keine Lebenszeichen mehr aufweißten. Anders bei hirntoten Patienten, sie wurden für tot erklärt, auch wenn Merkmale die bei einer Leiche üblich sind nicht vorhanden waren. Diese Patienten kamen ggf. als Organspender in Frage. Daraus resultierte die Frage, wie es möglich sein kann, dass der Begriff „Tod“ für zwei rein äußerlich unterschiedliche Merkmale benutzt werden darf. In dieser Arbeit wird zunächst der geschichtliche Verlauf des Hirntodes dargestellt. In Folge wird der Hirntod definiert und die jeweiligen Kriterien erörtert, die Voraussetzungen sind um eine Organtransplantation vornehmen zu dürfen. Abschließend erfolgt eine Erläuterung, wie das Pflegepersonal mit dem Thema umgeht und ob eine Gefahr des Missbrauchs mit Organen besteht.
2. Geschichte des Hirntods
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die künstliche Beatmung noch nicht erfunden, niemand hatte einen „Hirntoten“ gesehen. Ebenso war die Herzmassage noch nicht erforscht. Das heißt, zu dieser Zeit führte ein Atem und Kreislaufstillstand zwangsläufig zum Zusammenbruch des Organismus, welches den Tod zur Folge hatte. Dennoch gab es Patienten die nach einem Atemstillstand überlebten, sie zeigten jedoch Hirnschädigungen auf. Diese Patienten waren in einem sogenannten Wachkoma oder auch apallischen Syndrom genannt.1
1959 begann man mit der Praktizierung der künstlichen Beatmung. Im gleichen Jahr beschrieben die französischen Ärzte Mollaret und Goulon den Verlust der Steuerungsfähigkeit und die damit einhergehende Zerstörung des Gehirns als „Coma depasse“.2 Das heißt „endgültiges Koma“ oder „jenseits des Komas“. Wie kamen die beiden Ärzte zu dieser Aussage? „Sie hatten Patienten beobachtet, deren Gehirn nach einem längeren Atemstillstand durch Sauerstoffmangel irreversibel – unumkehrbar – zerstört war, während ihr Organismus durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden konnte.“3 Weiterhin machten Sie die Aussage, dass beim Abstellen der künstlichen Beatmung, unmittelbar danach der Stillstand der Lebensfunktionen eintritt. 1960 wurde die externe Herzmassage eingeführt. Somit stieg die Zahl der Patienten an, die wiederbelebt wurden und die im „Coma depasse“ weiterlebten. Zu dieser Zeit lebten die Patienten weiter, sie galten nicht als tot. Ein Mensch wurde als tot erklärt, wenn alle vitalen Funktionen für immer erloschen waren, das heißt durch Kreislauf und Atemstillstand.
Eine Verdeutlichung dieser Aussage zeigt die Definition des autoritativen „Black`s Law Dictionary“ aus dem Jahre 1951, da heißt es: „ Der Tod ist das Aufhören des Lebens; das Ende der Existenz; er wird von Ärzten anhand des völligen Stillstands der Blutzirkulation und daraufhin der animalen und vitalen Lebensfunktionen wie Atmung, Pulsschlag etc. festgestellt“.4
Trotz der Einführung der Herz- Lungen- Wiederbelebung wurde der Hirntod als Ende des Lebens nur bedingt berücksichtigt. Die Begründung dafür lag darin, dass die Diagnostik des Hirntods noch nicht ausreichend erforscht war. Jedoch änderte sich dieses nach dem die Reanimationen immer erfolgreicher wurden und die Intensivmedizin an Erfahrung zunahm. Das führte zu der Erkenntnis, dass zwischen Herz, Lunge und Gehirn nicht unbedingt wechselseitige Beziehungen stehen. Das heißt, die Herzkreislauf- und Lungenfunktion kann weiter erhalten werden trotz irreversiblen Schäden des Gehirns. 5
[...]
1 Vgl.: Hoff, Johannes, in der Schmitten, Jürgen: Kritik der Hirntod- Konzeption. In: Hoff, J., in der Schmitten, J.(Hrsg.): Wann ist der Mensch tot? Organverpflanzung und Hirntodkriterium. Reinbeck bei Hamburg 1994, S. 155. (im folgenden zitiert als: Hoffen, J.: Wann ist der Mensch tot?)
2 Vgl.: May, Arndt T.: Autonomie und Fremdbestimmung bei medizinischen Entscheidungen für Nichteinwilligungsfähige. Münster 2000, S. 145.
3 Hoffen, J.: Wann ist der Mensch tot? a. a. O., S. 155.
4 Ebenda
5 Vgl.: Baust, Günter: ... in der modernen Medizin. In: Die Schwester/ Der Pfleger. 9/1992, S. 805. (im folgenden zitiert als: Baust, G.: in der modernen Medizin)
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