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Autor: Simone Hedtke
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Universität Passau (Philosophische Fakultät - Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur)
Tags: Abschied, Josef, Eichendorff, Textinterpretation
Jahr: 2006
Seiten: 8
Note: keine
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 76 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60504-5
Textauszug (computergeneriert)
Universität Passau
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur
Proseminar: Textinterpretation
Textinterpretation
Joseph von Eichendorff: „Abschied“ (1815)
Simone Hedtke
2006/2007
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Metrik 3
2. Rhetorik 4
3. Semantische Relationen 6
Oppositionen: 6
4. Semantisierung des Weltmodells 7
Quellenverzeichnis: 8
1. Metrik
Der vorliegende Text Abschied von Josef von Eichendorff (1815) ist in 4 Strophen gegliedert, die jeweils in 8 Verse unterteilt sind. Jeweils vier Verse weisen zusammen einen Kreuzreim auf, d.h. zwischen dem vierten und fünften Vers ist jeweils eine Zäsur. In Vers 13 findet man einen einzelnen Binnenreim („ vergehn, verwehen“). In dem gesamten Gedicht findet man nur ein Enjambement vor: zwischen Vers 7 und Vers 8 („Schlag noch einmal die Bogen U Um mich, du grünes Zelt.“)
Das Versmaß ist ein 3-hebiger Jambus und die Verse enden abwechselnd mit einer weiblichen und einer männlichen Kadenz, wobei mit einer weiblichen Kadenz begonnen wird.
| x X x X x X x | ||
| O Täler weit, o Höhen, | a | weiblich |
| x X x X x X | ||
| O schöner grüner Wald, | b | männlich |
| x X x X x X x | ||
| Du meiner Lust und Wehen | a | weiblich |
| x X x X x X | ||
| Andächtger Aufenthalt! | b | männlich |
| x X x X x X x | ||
| Da draußen, stets betrogen, | c | weiblich |
| x X x X x X | ||
| Saust die geschäftge Welt, | d | männlich |
| x X x X x X x | ||
| Schlag noch einmal die Bogen | c | weiblich |
| x X x X x X | ||
| Um mich, du grünes Zelt. | d | männlich |
Die einzige Ausnahme ist das Wort „ Saust“ in Vers 6. Hier ist man versucht, diese Silbe zu betonen, da ein Verb in der gesprochenen Sprache stärker betont wird, als ein Artikel. Eichendorff hat aber trotzdem eine Einheit des Versmaßes versucht, herzustellen, so dass man „Saust“ nicht als betont lesen darf. Dieser regelmäßige Aufbau und der volksliedhafte Charakter lassen das Gedicht sehr harmonisch wirken. Deshalb vermutet man ein Gedicht über die Natur, findet aber eine Klage über die industrialisierte Welt vor.
2. Rhetorik
In Strophe 1 findet man eine Anapher vor, mit „O Täler weit, O Höhen, O schöner grüner Wald“. Dieses „O“ wird also betont, so dass man besonders interessiert anfängt, den Text zu lesen und auf die Bahn geleitet wird, dass man vermutet, es ginge in dem Gedicht nur um die Natur. Weiterhin liegt in diesen ersten zwei Versen eine Akkumulation vor, da mit den Wörtern „Täler“, „Höhen“ und „Wald“ die Natur umschrieben wird. „Täler“ und „Höhen“ stellen eine Antithese dar, und bilden eine Diarese zum Oberbegriff „Wald“, der personifiziert angesprochen wird („Du meiner Lust und Wehen Andächtger Aufenthalt“, Vers 4-5). Dieser „Andächtge(r) Aufenthalt“ ist eine Assonanz um diesen Vers zu betonen. Weiterhin wird er als „grünes Zelt“ bezeichnet, was eine Metapher darstellt. Daraufhin folgt ein Appell des Erzählers an den Wald „noch einmal die Bogen“ um ihn zu schlagen (Vers 7). Das zeigt, wie beschützt sich das lyrische Ich im Wald vor der „geschäftge(n) Welt“ – die als Gesellschaft und Industrialisierung verstanden werden kann - (Vers 6) fühlt. Durch die Antithese von „Lust und Wehen“ wird klar gemacht, dass er dort schon alle Höhen und Tiefen durchgemacht hat. Nicht nur der Wald wird in dieser Strophe personifiziert, sondern auch „die geschäftge Welt“, da sie „Saust“ und „stets betrogen“ wird (wobei dieses „stets betrogen“ eine Antithese darstellt) (Vers 6 und 7).
[...]
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