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Neuseeland, Maorikultur und Keri Hulmes Roman „The bone people“

Termpaper, 2006, 34 Pages
Authors: Nicole Schindler, Julia Oesterreich
Subject: English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 34
Grade: 1,9
Bibliography: ~ 40  Entries
Language: German
Archive No.: V67794
ISBN (E-book): 978-3-638-60518-2
ISBN (Book): 978-3-638-71989-6
File size: 454 KB
Notes :
Exkursionspaper


Abstract

Die Idee für diese Arbeit ist auf einer halbjährlichen Reise durch Neuseeland entstanden und als Exkursionspaper im Bereich Anglistik/Amerikanistik der Universität Potsdam eingereicht worden. Im ersten Teil der Arbeit werden unterschiedliche Aspekte neuseeländischer Geschichte beleuchtet. Der Fokus liegt dabei besonders auf der Maorikultur. Im zweiten Teil der Arbeit gehen die Autorinnen auf Keri Hulmes Roman „the bone people“ ein. Es werden die Entstehungsgeschichte und die Romanstruktur betrachtet und einige Motive und Problemstellungen des Romans analytisch aufgegriffen.


Excerpt (computer-generated)

Exkursionspaper:

Neuseeland, Maorikultur und Keri Hulmes Roman „the bone people“

von

Julia Oesterreich und Nicole Schindler

Universität Potsdam
Anglistik / Amerikanistik
WS 2006/07

 

 

Gliederung

Exkursionspaper: Neuseeland, Maorikultur und Keri Hulmes Buch „the bone people“

Idee S. 1

Neuseeland – Geschichte, Kultur und Literatur S. 1

Neuseelands Geschichte I S. 2

`Treaty of Waitangi` S. 5

Neuseelands Geschichte II S. 6

Maorikultur S. 7

Maoribewegungen S. 11

Warum Keri Hulmes “the bone people”? S. 15

Biografie Keri Hulme (1947- ) S. 16

Die Entstehungsgeschichte von „the bone people“ S. 18

Die Frage nach Authentizität – Maori oder nicht? S. 19

Postkoloniales Schreiben S. 20

Romaninhalt S. 21

Aspekte der Romanstruktur S. 24

Das Motiv der Spirale S. 25

Gender-Aspekte S. 26

Maori Legenden und Pakeha Denken S. 28

Gesellschaftliche Problemstellungen S. 30

Abschluss S. 32

 

 

Exkursionspaper: Neuseeland, Maorikultur und Keri Hulmes Roman „the bone people 1

Idee
Die Idee zu dieser Exkursionsarbeit ist während unserer halbjährigen Reise durch Neuseeland entstanden. Diese Arbeit soll einen Einblick in die neuseeländische Geschichte geben, wobei der Schwerpunkt auf der Maorikultur liegen wird. Hierbei werden wir auf spezielle Symbole, Mythen und Legenden der Maorigemeinschaft eingehen und einige Entwicklungen innerhalb der verschiedenen Maoribewegungen seit den 1960er Jahren aufzeigen.

Den Ausführungen folgt eine Untersuchung des Romans „the bone people“ (1984) der neuseeländischen Schriftstellerin Keri Hulme. Wir werden auf seine Entstehungsgeschichte und auf Aspekte der Romanstruktur, sowie auf Keri Hulmens Umgang mit den binären Oppositionen Maori/Pakeha, männlich/weiblich, Realismus/Fantasie und Leben/Tod eingehen. Die Frage nach Hulmes Authentizität als „maorische“ Schriftstellerin ist dabei für uns von besonderem Interesse.

Neuseeland – Geschichte, Kultur und Literatur
Neuseeland hat in den letzten Jahren einen Boom im Tourismusbereich erlebt, der besonders solchen Filmen wie „Whale Rider“, „Das Piano“ oder der „Der Herr der Ringe“-Triologie zu verdanken ist. Den meisten Menschen fallen beim Gedanken an das ferne Land im Süden grüne Hügellandschaften, Schafsfarmen und Extremsportarten ein. Setzt man sich etwas intensiver mit diesen beiden Inseln auseinander, entdeckt man, dass Neuseeland durch seine spezifische Mischung aus polynesischen Einflüssen und europäischer Ästhetik eine einzigartige Bi-Kultur2 besitzt. „Im 19. und zu großen Teilen im 20. Jahrhundert hatte … Großbritannien einen enormen Einfluss auf Neuseeland. Regierung, Bildung und Kultur basierten weitgehend auf britischen Modellen.3“ Heute versuchen die Neuseeländer eine Balance zwischen moderner europäisch ausgerichteter Lebenskultur und der ursprünglichen Maorikultur zu finden. So findet man beispielsweise Straßen- und Gebäudeschilder, die sowohl auf Maori als auch auf Englisch geschrieben sind. „Jedes größere Unternehmen eröffnet eine neue Filiale mit dem gesungenen Begrüßungsritus der Maori, keine Kulturveranstaltung findet ohne diese Reverenz an die Eingeborenen statt.4“ Te Reo Maori wurde erst 19875 offiziell als neuseeländische Sprache anerkannt und kann heute in der Schule erlernt werden.

Neuseelands Geschichte I
Die Anfänge Neuseelands lassen sich bislang nur teilweise von Wissenschaftlern nachvollziehen und unterschiedliche Maoristämme haben verschiedene Mythen über die erste Besiedlung des Landes. Die heutige Forschung hat unterschiedlichste Beweise gefunden, die mit der Maorilegende konform gehen, die von Kupe, einem polynesischen Seefahrer berichtet, der um ca. AD 8006 auf dem Reisekanu Waka Hourua über das Meer segelte und Neuseeland entdeckte7. Man geht heute davon aus, dass diese ersten Entdecker von Hawaiki (wahrscheinlich eine polynesische Inselgruppe – Französisch-Polynesien) aus starteten und sowohl die Nord- als auch die Südinsel Neuseelands ansegelten. Danach kehrten sie zu ihren Heimatinseln zurück ohne das Land zu besiedeln. Kupes Frau Hine-te-aparangi gab Neuseeland seinen Maorinamen Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke. Fundstücke zeigen, dass die nachfolgenden Generationen dieser Polynesier8 sich ab ca. AD 10009 auf Neuseeland ansiedelten, dort Ackerbau betrieben, fischten und einheimische Vögel, Pinguine, Robben und Wale jagten. Ihre Nahrung bestand zum Großteil aus einheimischen Gemüsesorten, Wurzeln, Farnen und Beeren. Teilweise brachten sie Samen aus Polynesien mit, die sie auch auf Neuseeland zu kultivieren versuchten. Sie bauten Lagerhäuser auf Stelzen, benutzten Seetang zum Konservieren von Lebensmitteln und bauten Hangis (Erdöfen) aus Steinen und Flachs, in denen sie Fleisch und Gemüse garten und dünsteten. Grazile Schnitzereien in Holz und Greenstone – ein grüner, jadeähnlicher Stein, sowie Muscheln schmückten wichtige politische und kulturelle Gebäude und dienten in kleinerer Form als Schmuckstücke. Auch Tätowierungen10 und Kleidung dienten als Schmuck und als Erkennungszeichen für die Rangordnung innerhalb eines Stammes. Geographische Gegebenheiten wie Flussläufe und Berge bildeten natürliche Stammesgrenzen und gaben vielen Maoristämmen ihren heutigen Namen.

[....]


1 Der Titel wird im Original klein geschrieben.

2 Neuseeland ist ein Land mit zwei Kulturen und zwei Sprachen. Kultur versteht sich hierbei nach Raymond Williams als „a whole way of life“.

3 http://www.newzealand.com/travel/de/about-nz/history/history-colonisation.cfm

4 Nicola Kuhn, „Die fünfzig Hügel der Maori,“ in: Der Tagesspiegel, 20.03.2005.

5 Language Act 1987

6 http://www.lexas.net/laender/ozeanien/neuseeland/index.asp

7 „The arrival of the Maori to Aotearoa is one of the basic tenets of Maori culture.” (aus: http://www.scholars.nus.edu.sg/post/nz/maorijlg2.html)

8 Nach der Maorilegende wurde diese Generation von Toi und seinem Enkel Whatonga von Tahiti aus nach Neuseeland geführt und eine dritte Immigrationswelle folgte ihnen: „the arrival of a “great fleet“ of seven canoes and some of the most illustrious Maori chiefs and most nobel genealogies“. „When the chiefs landed, they spread out across the two islands, carving out territories for themselves. Eventually, their descendants organized themselves into loose associations of tribes named after the canoe, or waka, that their founding ancestor had arrived in. And although not all present day waka trace their origins to the original colonizers, the Maori have based their structure of socio-political organization upon the existence of this third migration.” (aus: http://www.scholars.nus.edu.sg/post/nz/maorijlg2.html)

9 http://www.pbs.org/wayfinders/polynesian.html

10 „Die Maori … zeigen durch die Tätowierung ihrer Gesichter, zu welchem Stamm sie gehören. An ihnen kann man ihre Ahnen, ihren Herkunftsstamm und ihr Ansehen erkennen. Die Farbe, die mit verschiedensten Tierknochen oder feinen Hämmerchen unter die Haut gebrannt wurde, war häufig aus Kokosöl, verbrannten Samenkörnern oder Pflanzensamen gewonnen. Oft verwendete man auch pulverisierten Ruß oder zermahlenen Stein.“ (aus: http://www.br-online.de/kinder/fragen-verstehen/wissen/2004/00469/)


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