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Autor: Jasmin Kollé
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Details
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Institut für praxisorientierte Sozialwissenschaften)
Tags: Minderjährige, Alleinerziehende, Problem, Deutschland, Familie, Familienpolitik
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 113 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60213-6
Diese Arbeit gibt Aufschluss über aktuelle Daten bzw. Entwicklungstrends zum Thema "Teenagerschwangerschaften". Hierbei wurden insbesondere deutsche und englische Zahlen miteinander verglichen. Außerdem gibt die Arbeit einen Überblick über die verschiedenen Probleme, mit denen sich jugendliche Mütter in ihrem Alltag konfrontiert sehen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Duisburg-Essen
Institut für praxisorientierte Sozialwissenschaften
Seminar: „Familie und Familienpolitik“
Minderjährige Alleinerziehende – auch ein Problem in Deutschland?
Jasmin Kollé
SS 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Daten und Entwicklungstrends bezüglich Schwangerschaften, Geburten und Schwangerschaftsabbrüchen im Jugendalter in Deutschland 5
3. Gründe und Ursachen für die Entwicklungstrends 7
4. Die Lebenssituation allein erziehender minderjähriger Mütter in Deutschland 10
4.1 Die schulische und berufliche Ausbildungssituation 10
4.2 Die finanzielle Situation 11
4.3 Die Wohnsituation 12
4.4 Private und öffentlich-institutionelle Unterstützungsleistungen 12
4.5 Zukunftsperspektiven 14
5. Die Einbindung der deutschen Daten und Forschungsergebnisse in den europäischen Kontext am Beispiel Englands 16
5.1 Daten und Entwicklungstrends bezüglich Schwangerschaften, Geburten und Schwangerschaftsabbrüchen im Jugendalter in England 16
5.2 Die Daten und Forschungsergebnisse aus Deutschland und England im direkten Vergleich 18
6. Fazit 22
7. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Die Zahl allein erziehender Mütter und Väter in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen. Die so genannte Ein-Elternteil-Familie ist zu einer alternativen Lebensform für diejenigen geworden, die nicht oder nicht mehr in der klassischen Familienkonstellation, bestehend aus Vater, Mutter und Kind/ern, leben wollen oder können (vgl. Verband allein erziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V. (Hrsg.) 2004, S. 7).
Eine sehr spezielle Gruppe Alleinerziehender bilden die minderjährigen Mütter, die auch im Mittelpunkt dieser Hausarbeit stehen. Das damit untrennbar verknüpfte Thema der Teenagerschwangerschaften steht trotz umfangreicher Aufklärungsbemühungen nach wie vor im gesellschaftlichen Interesse. Zwar konnte die hohe Zahl der Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche im Jugendalter aus den 70er und 80er Jahren ab 1987 erheblich reduziert werden, jedoch machen die Trendentwicklungen der letzten vier Jahre weiteren Handlungsbedarf deutlich.
In dieser Hausarbeit soll deshalb zunächst ein Überblick über aktuelle und zurückliegende Daten bezüglich Teenagerschwangerschaften und daraus resultierende Geburten bzw. Schwangerschaftsabbrüche gegeben werden, bevor im Anschluss daran der Versuch unternommen wird, Entstehungszusammenhänge und Ursachen aufzudecken.
Im Mittelteil werden die Lebensumstände derer beleuchtet, die sich letztendlich für die Geburt und das Leben mit dem Kind entschieden haben. Dabei werden sowohl wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigt.
Um die Entwicklungen in Deutschland bewerten und in den europäischen Kontext einordnen zu können, werden im letzten Teil dieser Arbeit Informationen, Daten und Trends aus Europa, hauptsächlich aber aus Großbritannien, zum Vergleich herangezogen. Ziel dieser Arbeit ist es, festzustellen, inwiefern die Entwicklung der Zahl minderjähriger Schwangerer und das Zusammenleben minderjähriger Mütter mit ihren Kindern in Deutschland als problematisch eingestuft werden muss.
2. Daten und Entwicklungstrends bezüglich Schwangerschaften, Geburten und Schwangerschaftsabbrüchen im Jugendalter in Deutschland
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, konnten die in den 70er und 80er Jahren hohen Schwangerschafts- und Schwangerschaftsabbruchzahlen Jugendlicher bis heute stark reduziert werden. Insbesondere in den Jahren von 1979 bis 1982 lagen die Zahlen, wenn man nur einmal die Abbruchzahlen betrachtet, mit durchschnittlich 11.000 Eingriffen etwa doppelt so hoch wie in den Jahren 1988 und 1989 (5.337 und 4.101 Eingriffe). Bis zum Jahre 1995 gingen die Schwangerschaftsabbruchzahlen sogar bis auf 2.611 zurück (vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), per E-mail-Informationsdienst erhalten am 02.08.2006).
Zu den seit dem darauf folgenden Jahr 1996 wieder angestiegenen Zahlen muss erklärend festgehalten werden, dass es sein kann, dass durch die im Jahre 1996 veröffentlichte Bestimmung zur Meldepflicht von Schwangerschaftsabbrüchen durch Arztpraxen und Krankenhäuser, erst nach und nach erheblich mehr vorgenommene Abbrüche gemeldet wurden. Aus diesem Grund kann nicht eindeutig festgestellt werden, ob sich mit den 1996 verzeichneten 4.724 und im Jahre 2004 verzeichneten 7.854 Eingriffen tatsächlich ein Anstieg von Schwangerschaftsabbrüchen im Jugendalter abzeichnet oder die Zahlen in der ersten Zeit nach der Einführung der Meldepflicht noch unvollständig waren (vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), gefunden am 26.07.2006).
Um ergänzend einige Daten zu nennen, werden hier die Ergebnisse für die Jahre 1998 (5.557), 2001 (7.605), 2003 (7.645) und 2004 (7.854) aufgelistet. Festzuhalten ist also, dass nach 2001 kein nennenswerter Zuwachs mehr zu verzeichnen war (vgl. Kluge, gefunden am 26.07.2006 und Statistisches Bundesamt, gefunden am 01.08.2006).
Ein besser zu interpretierendes Bild lässt sich durch die Ansicht der Geburtenzahlen bei Minderjährigen erkennen, die zwischen 1988 und 2004 mit zwischen 4.000 und 5.000 Geburten jährlich relativ konstant blieben (vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), per E-mail-Informationsdienst erhalten am 02.08.2006 und Kluge, gefunden am 26.07.2006). 1998 waren es 4.683 und im Jahre 2004 4.816 Geburten. Einzig die Jahre von 2001 bis 2003 brachten mit 5.240, 5.420 und 5.131 höhere Zahlen hervor (vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), gefunden am 01.08.2006 und Kluge, gefunden am 26.07.2006). Diese Zahlen sind demnach nicht als beunruhigend einzustufen, jedoch zeigen sie, dass über mehrere Jahre hinweg keine Senkung der Geburtenzahlen möglich war.
Aus der Addition der Schwangerschaftsabbruch- und Geburtenzahlen ergeben sich die Zahlen der Schwangerschaften insgesamt. Eine Statistik über Schwangerschaften in Deutschland existiert aufgrund der fehlenden Erfassungsmöglichkeit nicht (vgl. BZgA (Hrsg.) 2001, S. 3). Für das Jahr 1996 konnten insgesamt 9.490 Schwangerschaften bei Frauen unter achtzehn Jahren verzeichnet werden. In den darauf folgenden Jahren stiegen die errechneten Zahlen kontinuierlich zunächst auf 10.240 (1998), 11.133 (2000) und schließlich 12.845 (2001) Schwangerschaften an, bevor sie sich bis 2004 auf diesem Niveau einpendelten (2004 waren es 12.670). Diese Entwicklung scheint zunächst Anlass zur Sorge zu geben. Jedoch ist auch hier erneut die eventuell verfälschende Wirkung der 1996 eingeführten Meldepflicht für Schwangerschaftsabbrüche zu erwähnen.
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