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Autor: Lana Novikova
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Details
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Tags: Karl, Große, Papst, Geschichte, Kaiserkrönung, Karls, Großen, Zeit, Karolinger
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 9617 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60918-0
ISBN (Buch): 978-3-638-67271-9
Zusammenfassung / Abstract
Karl der Große gehört zu den schillernden Persönlichkeiten der mittelalterlichen Geschichte. Als „Vater Europas“ genießt er nahezu uneingeschränkte Hochachtung als militärischer Führer und kultureller Erneuerer, umsichtiger Politiker und kluger Verwaltungsfachmann. Über dem Papst Leo III. weißt man dagegen viel weniger. Über die Herkunft des Papstes existieren mehrere Theorien. Der Vatername des Papstes lässt vermuten, dass er aus einer griechischen Familie aus Süditalien stammt. Daraus, dass keine Quelle in irgendeiner Form seine Verwandten erwähnt, konnte auf seine Nichtadligkeit geschlossen werden. Wie dem auch sei, sollte gerade dieser Papst in der Geschichte des fränkischen Reiches und für die Gründung des Kaisertums, das bis zur Abdankung des Kaisers Franz II im Jahre 1806 existierte, eine sehr wichtige Rolle spielen. Wie groß die Rolle dieses Ereignisses in der Geschichte des Abendlandes ist, dementsprechend intensiv ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beziehungen zwischen Karl dem Großen und dem Papst Leo III. sowie mit dem Karls Weg zum Kaisertum. In den generationenlangen Debatten, die sich an die mittelalterliche Quellen und die zeitgenössische Forschung anlehnen, existieren zahlreiche Theorien über Karls Kaiserkrönung und ihre Nachwirkung. Auf der Basis der grundlegenden Arbeiten von Historikern Classen, Caspar, Riché und anderen werden in dieser Arbeit die Beziehungen zwischen dem Papst und Karl dem Großen dargestellt. Dabei werden die rechtliche Grundlage dieser Beziehungen, die Vorgeschichte und die Zeremonie der Kaiserkrönung Karls sowie ihre unmittelbaren Folgen untersucht.
Textauszug (computergeneriert)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Geschichte des Mittelalters, WS 2005/06
Expansion, Neuordnung und Wandel: Die Zeit der Karolinger
Karl der Große und Papst Leo III.
Die Geschichte der Kaiserkrönung Karls des Großen
von: Lana Novikova
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Verhältnisse zwischen den Karolingern und dem Papsttum bis Leo III 4
2. Die Wahl des Papstes Leo III 6
3. Die Vorgeschichte der Kaiserkrönung 9
3.1. Der Putsch in Rom 9
3.2. Die Reise des Papstes nach Paderborn 11
3.3. Karls Romzug 14
4. Die Krönung Karls des Großen und ihr Nachwirken 17
4.1. Die Krönungszeremonie 17
4.2. Das Zweikaiserproblem und die Anerkennung Karl als Kaiser 19
Fazit 21
Literaturverzeichnis 22
Einleitung
Karl der Große gehört zu den schillernden Persönlichkeiten der mittelalterlichen Geschichte. Als „Vater Europas“ genießt er fast uneingeschränkte Hochachtung als militärischer Führer und kultureller Erneuerer, umsichtiger Politiker und kluger Verwaltungsfachmann. Über dem Papst Leo III. weiß man dagegen viel weniger. Über die Herkunft des Papstes existieren mehrere Theorien. Der Vatername des Papstes lässt vermuten, dass er aus einer griechischen Familie aus Süditalien stammt. Daraus, dass keine Quelle in irgendeiner Form seine Verwandten erwähnt, konnte auf seine Nichtadligkeit geschlossen werden. Wie dem auch sei, sollte gerade dieser Papst in der Geschichte des fränkischen Reiches und für die Gründung des Kaisertums, das bis zur Abdankung des Kaisers Franz II im Jahre 1806 existierte, eine sehr wichtige Rolle spielen.
Wie groß die Rolle dieses Ereignisses in der Geschichte des Abendlandes ist, dementsprechend intensiv ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beziehungen zwischen Karl dem Großen und dem Papst Leo III. sowie mit dem Karls Weg zum Kaisertum. In den generationenlangen Debatten, die sich an die mittelalterliche Quellen und die zeitgenössische Forschung anlehnen, existieren zahlreiche Theorien über Karls Kaiserkrönung und ihre Nachwirkung.
Auf der Basis der grundlegenden Arbeiten von den Historikern Classen, Caspar, Riché und anderen wird in dieser Arbeit versucht, die Beziehungen zwischen dem Papst und Karl dem Großen darzustellen. Dabei werden die rechtliche Grundlage dieser Beziehungen, die Vorgeschichte und die Zeremonie der Kaiserkrönung Karls sowie ihre unmittelbaren Folgen untersucht.
Bevor aber mit dem eigentlichen Thema dieser Arbeit zu beginnt wird, ist es notwendig einen groben Überblick der Verhältnisse, die zwischen den Karolingern und dem Papsttum zur Zeit der Regierung Karls des Großen schon gebildet waren, zu geben.
1. Verhältnisse zwischen den Karolingern und dem Papsttum bis Leo III.
Die Beziehungen zwischen dem Papsttum und den Karolingern um die Mitte des 8. Jahrhunderts stellten schon eine Tradition dar. Schritt für Schritt näherten sich die beiden Mächte, um ein für die Geschichte bedeutendsten Bündnis zu schließen. Der Hilferuf von Papst Gregor III. an Karl Martell und die weitere Übergabe des Schlüssels vom Grabe mit den Ketten des hl. Petrus kann man als ersten Schritt seitens des Papsttums zum Aufbau dieses Bündnisses bezeichnen.1 Obwohl Karl Martell wegen seiner Außenpolitik und des Bündnisses mit dem Langobardenkönig Liutprand sich nur auf die ehrenvollen Empfang der päpstlichen Gesandtschaft und die reiche Geschenke an den Papst von seiner Seite beschränkte, sah Gregor III. schon damals Karl Martell als Verteidiger der Kirche. Im Jahre 751 hatte der Papst Zacharias mit seiner Antwort an die Gesandten Pippins des Jüngeren „… es sei besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht habe, statt den, der ohne königliche Macht blieb.“ zum Aufstieg des karolingischen Geschlechtes zum Königtum verholfen.2 Mit dem päpstlichen Responsum wurde nicht nur die merowingische Epoche beendet, sondern auch die karolingische Königsgewalt völlig legitimiert.
Am 7.1.754 schlossen Pippin der Jüngere und der Papst Stephan II. in Ponthion einen Schutzvertrag, der als so genannte „Pippinische Schenkung“ besser bekannt ist.3 In diesem Vertrag versprach Pippin die eroberten langobardischen Gebiete und den Dukat von Rom dem Papst zu übertragen. Dafür erhielt Pippin den Titel eines Patricius Romanorum und die Salbung vom Papst. Auf solche Weise ging das Fränkische Reich jenes enge Bündnis mit der Römischen Kirche ein. In der wissenschaftlichen Literatur4 wird dieser Vertrag als wichtige Grundlage für den „Kirchenstaat“ gesehen.
Das Pippinische Versprechen wurde im Jahre 774 von Karl dem Großen bei seinem ersten Besuch nach Rom erneuert.5 Außerdem soll zwischen dem Frankenkönig und Papst Hadrian I. eine Art persönlicher Vereinbarungen, in Form einer Amicitia, geschlossen werden.6 Eine wichtige Rolle spielte Papst Hadrian I. bei der Einbeziehung Bayerns in das fränkische Reich. Der Papst lehnte eine Vermittlung zwischen Karl den Großen und Tassilo III. ab. Er stellte sich auf der Seite Karls und legte in der Anwesenheit bayerischen Abgesandten seinen Standpunkt fest womit er Karl die Hand frei ließ:
“ der Herzog in seiner Verstocktheit den Worten des erwähnten Papstes nicht gehorchen wolle, dann seien König Karl und sein Heer von jeder Sündengefahr frei, und was in seinem Land geschehe an Brand, Mord und sonstigen Untaten, das komme über Tassilo und dessen Genossen, während König Karl und die Franken von jeder Schuld unberührt blieben.“7
2. Die Wahl des Papstes Leo III.
[...]
1 Caspar, Erich: Das Papsttum unter fränkischer Herrschaft, Darmstadt 1956, S.10f.
2 Einhardi Vita Karoli I, in: Rau, Reinhold (Hg.): Quellen zur Karolingischen Reichsgeschichte, Tl. 1, Darmstadt 1977, S. 167. dazu Caspar, Das Papsttum, S.14ff.
3 Schramm, Percy Ernst: Kaiser, Könige und Päpste, Stuttgart 1968, S.149-176.
4 Schimmelpfennig, Bernhard: Das Papsttum, Darmstadt 1984, S.89f., Riché, Pierre: Die Karolinger, Stuttgart 1987, S.93ff.
5 Caspar, Das Papsttum, S.48f. sowie Riché, Die Karolinger, S.126f.
6 Fritze, Wolfgang H.: Papst und Frankenkönig, Sigmaringen 1973, S.46f.
7 Ann. Regni Franc. 787 zit. nach Riché, Die Karolinger, S.131.
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