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Die Phänomenologie des entdeckenden Lernen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 24 Pages
Author: Romy Thiel
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Event: Schulfähigkeit der Kinder der Kindfähigkeit der Schule?
Institution/College: University of Potsdam (Grundschulpädagogik)
Tags: entdeckendes Lernen, Grundschule
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 24
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V6829
ISBN (E-book): 978-3-638-14315-8

File size: 211 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam
Institut für Grundschulpädagogik / Anfangsunterricht
Seminar: Schulfähigkeit der Kinder oder Kindfähigkeit der Schule?
Leistungsschein
SS 2002

Die Phänomenologie des "entdeckenden Lernen"




Inhaltsverzeichnis


0.) Einleitung

1.) Der Begriff des entdeckenden Lernens

1.1. Zur Geschichte und Entwicklung des
Begriffs "entdeckendes Lernen"
1.2. Der Versuch einer Definition
Das Wesen des entdeckenden
Lernen

2.) Entdeckendes Lernen als Unterrichtsmethode

2.1. Die Gestaltung der Lernsituation
2.2. Sozialform beim entdeckenden
Lernen
2.3. Schwierigkeiten und Grenzen des
entdeckenden Lernens
2.4. Resumee

3.) Ein Unterrichtsbeispiel für entdeckendes Lernen

4.) Schlussbemerkung

5.) Literaturverzeichnis

0.) Einleitung

Die Schule steht derzeit vor großen Problemen: Die Gesellschaft verändert sich schneller, als die Pädagogik reagieren könnte; eine eindeutige Verschiebung der Kompetenzen ist unübersehbar: Schüler leiden unter Konzentrationsschwäche, werden überfordert, sind Einzelkämpfer und mediengesteuert und werden vom Unterricht oftmals nicht erreicht.
Besonders in der Grundschule ist zu beobachten, dass wir es heute mit einer veränderten Kindheit zu tun haben.
Da sind verhaltensauffällige Kinder - ängstliche, hyperaktive, störende-, Kinder mit Lernproblemen in so starkem Umfang vorhanden, dass in manchen Klassen ein guter Teil der Zeit damit zugebracht werden muss, erforderliche Lernvoraussetzungen erst zu schaffen.
In einer komplexen und differenzierten Gesellschaft wie der unsrigen kann die Schule Kinder nicht mehr auf alle Inhalte und Situationen vorbereiten, die ihnen im späteren Leben begegnen könnten. Die Inhalte für eine von allen Seiten der Gesellschaft akzeptierte "Allgemeinbildung" sind wegen ihrer Vielfalt nicht mehr verbindlich definierbar. Schule muss diesem Wandel begegnen, indem sie die Gleichsetzung von Lernzielen mit den Lerninhalten auflöst und übergeordnete Zielsetzungen definiert.
Diese Überlegungen zeigen sich durch Formulierung ( aktuell in den neuen Rahmenlehrplänen für die Sekundarstufe 1 ) von Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen, deren Vermittlung zwar nur durch die Arbeit an konkreten Inhalten zu erreichen ist, die aber auf eine Befähigung der Kinder über die jeweiligen Fachgrenzen hinaus abzielen. "Methodenkompetenz", "Problemlösefähigkeit" oder das "lebenslange Lernen" sind Schlagworte, die in der Diskussion um schulische Zielsetzungen derzeit eine große Rolle spielen.
Genau diese Zielsetzungen hat aber auch Bruner vor Augen, wenn er das Konzept des entdeckenden Lernens vertritt. Um zu neuem Lernen unter Anwendung von bereits Gelerntem fähig zu sein, muss der Lernende allgemeine Techniken des Problemlösens entwickelt haben. Nur mit ihnen ist er in der Lage, neu auftretende Probleme relativ selbständig anzugehen und effektiv zu lösen. Zur kognitiven Struktur gehören für Bruner nicht nur Wissen, Kenntnisse und Einsichten, sondern auch die Fähigkeiten, Problemstellungen zu analysieren, Hypothesen zu formulieren und experimentell zu überprüfen. Dies bedeutet für ihn, dass sich der Schüler in den Methoden der Entdeckung üben muss: "Meiner Meinung nach kann man nur durch Üben des Problemlösens ... die heuristische Methode der Entdeckung lernen; je mehr man geübt ist, um so eher wird man das Gelernte zu einem Problemlösungs- oder Fragestil verallgemeinern können, der sich auf jede oder fast jede angetroffene Aufgabenart anwenden lässt" (Bruner, 1973, S.26) Das Konzept des entdeckenden Lernens zeigt hier seine Entsprechung zu den oben genannten Überlegungen der schulischen Bildungsziele. Unter diesem Aspekt erscheint seine Anwendung im Unterricht zeitgemäß und pädagogisch begründet.
Auch Gebauer hat in einem bemerkenswerten Aufsatz unter dem Titel "Was ist bloß mit den Kindern los?" über eine Göttinger Grundschule 1991 geschrieben, dass die Zahl der Kinder mit starken Verhaltensauffälligkeiten in den vergangenen fünf Jahren ständig zugenommen habe ( Gebauer 1991, S.47).
Er listet fünf Verhaltensmerkmale von Grundschülern auf wie,

[...]


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