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Autor: Jasmine Immerheiser
Fach: Ada Pädagogik / Erziehung / Beratung
Details
Tags: Waldorfschule, Reformpädagogik, Rudolf, Steiner
Jahr: 2006
Seiten: 27
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 25 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 208 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-61111-4
ISBN (Buch): 978-3-638-73903-0
Zusammenfassung / Abstract
Das Thema „Waldorfpädagogik“, - eine interessante und spannende Art der Pädagogik und Schulform. Zwar komme ich aus einer Stadt, in der es eine Waldorfschule gibt, dennoch wusste ich nicht viel über diese Pädagogik. Die Schule liegt außerhalb der Stadt und direkten Kontakt mit den Schülern hatte ich kaum. Vorurteile wie „das sind alles Ökos“ waren mir bekannt und weckten meine Neugierde über die Waldorfschule umso mehr. Ich erinnere mich daran, dass ich mich als Kind mit einer Waldorfschülerin unterhielt und mich damals über ihre „merkwürdigen“ Erzählungen aus der Schule wunderte. Aus diesem Grund begann ich mich dafür zu interessieren. Wie werden Schüler an dieser Schule unterrichtet? Gibt es kein Sitzen bleiben und keine Noten? Wie lernen Kinder überhaupt unter diesen Vorraussetzungen? Welchen Abschluss kann man dort absolvieren und wie lange geht man gewöhnlich auf diese Schule? Eine Frage folgte der nächsten und schließlich kam ich nicht umhin mich zu fragen, was Rudolf Steiner mit alldem zu tun hatte und was die Anthroposophie beinhaltet. All diese Fragen wollte ich für mich klären. Zu den Recherchen wurde hauptsächlich Fachliteratur verwendetet, sowohl von Befürwortern als auch von Kritikern dieser Pädagogik, Informationsmaterial der Waldorfschule Bad Nauheim und das Internet um den neusten Stand von beispielsweise Statistiken beschreiben zu können. Worte und Begriffe, die Steiner verwendete, sind kursiv gekennzeichnet. Der Text habe ist wie folgt gegliedert: Zu Beginn beschreibe ich die Biographie des Begründers der Waldorfpädagogik Rudolf Steiner. Als nächstes gehe ich auf die Anthroposophie ein und zeige Steiners Menschenbild auf. Dem folgen die Anfänge und Organisation der Waldorfschule und im Anschluss die Erläuterung dazu, wie seine Ideologie den Unterricht und die Pädagogik bestimmt. Zuletzt werde ich eine ehemalige Waldorfschülerin zu Wort kommen lassen und schließlich aus all dem mein Fazit ziehen. Erwähnen möchte ich noch folgendes: Je mehr ich mich in dieses Thema vertiefte, mit anderen darüber redete und verschiedene Literatur las, desto deutlicher erfuhr ich, wie unterschiedlich die Meinungen sind, wie viele Gegner, aber auch Anhänger der Waldorfpädagogik es gibt. Ich habe mich bemüht sie möglichst wahrheitsgetreu zu beschreiben und einen wertfreien Text zu verfassen.
Textauszug (computergeneriert)
Waldorfschule- die Reformpädagogik von Rudolf Steiner
von: Jasmine Immerheiser
2. Semester, WS 05/06
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 3
2. Biographie Rudolf Steiners 4
2.1 Die Kindheit: 1861- 1879 4
2.2 Steiners Zeit in Wien, 1879-1890 5
2.3 Aufenthalt in Weimar, 1890-1897 6
2.4 Auf Vortragsreisen 7
3. Anthroposophie 8
3.1 Einleitung 8
3.2 Definition 9
4. Steiners Menschenbild 10
4.1 Karma und Inkarnation 10
4.2 Der Mensch als Mikrokosmos 11
4.3 Kosmologische Vierstufigkeit 11
4.4 Die Dreigliedrigkeit des menschlichen Organismus 12
4.5 Lehre der vier Temperamente 12
5. Anthroposophie und Pädagogik 13
6. Anfänge der Waldorfschule 14
6.1 Gründung 14
6.2 Entwicklung 15
7. Organisation 16
7.1 Selbstverwaltung 16
7.2 Unterricht 17
7.3 Beurteilung 18
7.4 Abschlüsse 19
8. Ideologie im Unterricht 19
8.1 Rhythmik 19
8.2 Künstlerischer Unterricht 20
8.3 Individuelles Lernen 21
9. Interview 22
10. Schlusswort 24
Literaturverzeichnis 26
1. Vorwort
Ich entschied mich für das Thema „Waldorfpädagogik“, da ich mich diese Art der Pädagogik und Schulform interessiert. Zwar haben wir eine Waldorfschule in Bad Nauheim, dennoch wusste ich nicht viel über diese Pädagogik. Die Schule liegt außerhalb der Stadt und direkten Kontakt mit den Schülern hatte ich kaum. Vorurteile wie „das sind alles Ökos“ waren mir bekannt und weckten meine Neugierde über die Waldorfschule umso mehr. Ich erinnere mich daran, dass ich mich als Kind mit einer Waldorfschülerin unterhielt und mich damals über ihre „merkwürdigen“ Erzählungen aus der Schule wunderte. Aus diesem Grund begann ich mich dafür zu interessieren. Wie werden Schüler an dieser Schule unterrichtet? Gibt es kein Sitzen bleiben und keine Noten? Wie lernen Kinder überhaupt unter diesen Vorraussetzungen? Welchen Abschluss kann man dort absolvieren und wie lange geht man gewöhnlich auf diese Schule? Eine Frage folgte der nächsten und schließlich kam ich nicht umhin mich zu fragen, was Rudolf Steiner mit dem allem zu tun hatte und was eigentlich die Anthroposophie ist. All diese Fragen wollte ich für mich klären. Zu den Recherchen wurde hauptsächlich Fachliteratur verwendetet, sowohl von Befürwortern als auch von Kritikern dieser Pädagogik, Informationsmaterial der Waldorfschule Bad Nauheim und das Internet um den neusten Stand von beispielsweise Statistiken beschreiben zu können.
Worte und Begriffe, die Steiner verwendete, habe ich kursiv gekennzeichnet. Meinen Text habe ich wie folgt gegliedert: Zuerst werde ich die Biographie des Begründers der Waldorfpädagogik Rudolf Steiner beschreiben. Als nächstes gehe ich auf die Anthroposophie ein und zeige Steiners Menschenbild auf. Dann beschreibe ich die Anfänge und Organisation der Waldorfschule und erläutere im Anschluss wie seine Ideologie den Unterricht und die Pädagogik bestimmt. Zuletzt werde ich eine ehemalige Waldorfschülerin zu Wort kommen lassen und schließlich aus all dem mein Fazit ziehen. Erwähnen möchte ich noch folgendes: Je mehr ich mich in dieses Thema vertiefte, mit anderen darüber redete und verschiedene Literatur las, desto deutlicher erfuhr ich, wie unterschiedlich die Meinungen sind, wie viele Gegner, aber auch Anhänger der Waldorfpädagogik es gibt. Ich habe mich bemüht sie möglichst wahrheitsgetreu zu beschreiben und einen wertfreien Text zu verfassen.
2. Biographie Rudolf Steiners
Wer war Rudolf Steiner? Kurz gefasst könnte man sagen: Philosoph, Pädagoge, Naturwissenschaftler, Esoteriker, Begründer der Anthroposophie. 1 Wie er zu dem wurde und welche Persönlichkeit sich hinter diesem Namen verbirgt, das möchte ich in diesem Abschnitt erläutern.
2.1 Die Kindheit: 1861- 1879
Geboren wurde Rudolf Steiner 25. Februar 1861 im südlichen Österreich. Sein Tauftag fand zwei Tage später statt und wird heute als sein eigentlicher Geburtstag angesehen. Die ersten zwei Lebensjahre wurde er ausschließlich von seiner schweigsamen Mutter großgezogen, da sein Vater, ein Angestellter der Eisenbahn, sehr viel arbeitete. 1864 wurde seine Schwester Leopoldine und 1866 sein Bruder Gustav, der taubstumm und nicht vollsinnig auf die Welt kam, geboren.2 In ärmlichen Verhältnissen wuchsen sie auf. Schon früh bekam Steiner Unterricht: „Mein Vater war darauf bedacht, daß ich früh lesen und schreiben lernte. Als ich das schulpflichtige Alter erreicht hatte, wurde ich in die Dorfschule geschickt.“3 Auch für Extra-Unterricht und Nachhilfe sorgte der Vater und vermittelte ihm sogar ein Stipendium, mit dem er später an die Hochschule in Wien gehen konnte. Steiner genoss das Lernen und war ein motivierter Schüler.4 Begeistert las er Hinrich Borchert, Johannes von Müller und Tacitus.
Bis zu seinem 18. Lebensjahr lebte Steiner auf dem Land. Doch schon als 10-Jähriger fühlte er sich dort nicht wohl, er empfand sich als „Fremder im Dorfe“. Grund dafür war, dass sein Vater oft versetzt wurde und Steiner deshalb nie richtig Anschluss finden konnte.5 In seiner Autobiographie „Mein Lebensgang“ schildert er keinerlei Jugendfreuden oder gar Streiche.
Steiner beschreibt in seiner Biographie einige übersinnliche Erfahrungen, die ihm in seiner Kindheit widerfuhren und in denen man den Ansatz der späteren Anthroposophie erkennen kann. Ein Erlebnis war der Selbstmord seiner Großmutter. Darüber wurde in der Familie geschwiegen, so dass der kleine Steiner ganz allein mit dem beängstigenden Ereignis zurecht kommen musste.6 Hilfe kam während einer seiner Extra-Stunden, als dem Neunjährigen ein Geometriebuch in die Hände geriet. „Mit Enthusiasmus machte ich mich darüber her. Wochenlang war meine Seele erfüllt von Kongruenz, der Ähnlichkeit der Dreiecken, Vierecken, Vielecken; ich zergrübelte mein Denken mit der Frage, wo sich eigentlich die Parallelen schneiden; der pythagoreische Lehrsatz bezauberte mich. Daß man seelisch in der Ausbildung rein innerlich angeschauter Formen leben könnte, ohne die Eindrücke der äußeren Sinne, das gereiche mir zur höchsten Befriedigung. Ich fand darin Trost für die Stimmung, die sich mir durch unbeantwortete Fragen ergeben hatte. Rein im Geiste etwas erfassen zu können, das brachte mein inneres Glück, ich weiß, daß ich an der Geometrie das Glück zuerst kennen gelernt hatte.“7 Die überschaubaren und klaren Formen waren für ihn ein geistig fester Boden, von dem aus er mit seinen übersinnlichen Erlebnissen fertig werden konnte. Im Laufe der Zeit begann er eine eigene kindliche Weltanschauung zu erschaffen. So unterschied er Dinge und Vorgänge im äußerem Raum und dem8„Seelenraum, der der Schauplatz geistiger Wesenheiten und Vorgänge ist“9 Diese Erlebnisse und die damit verbundenen Anschauungen waren nur der Anfang einer sehr langen Gedankenkette Steiners, auf die ich weiter unten im Text noch zu sprechen komme.
2.2 Steiners Zeit in Wien, 1879-1890
[...]
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Steiner
2 C. Lindenberg, W. Müller/ Naumann (Hrsg.), Rudolf Steiner, 7. Aufl., Hamburg 1992, S. 8
3 GA 28, S. 12
4 C. Lindenberg, W. Müller/ U. Naumann (Hrsg.), Rudolf Steiner, 7. Aufl., Hamburg 1992, S. 10
5 R. Steiner, Rudolf Steiner Gesamtausgabe Rudolf Steiner- Nachlassverwaltung (Hrsg.), Bd. 28, Dornach 1956, S. 24
6 C. Lindenberg, W. Müller/ U. Naumann (Hrsg.), Rudolf Steiner, 7. Aufl., Hamburg 1992, S. 13
7 GA 28 S. 20f
8 C. Lindenberg, W. Müller/ U. Naumann (Hrsg.), Rudolf Steiner, 7. Aufl., Hamburg 1992, S. 14
9 R. Steiner, Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Rudolf Steiner- Nachlassverwaltung (Hrsg.), Bd. 28, Dornach 1956, S. 21
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