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Die Aufgaben deutscher Gewerkschaften in ihren Anfängen und am Beginn des 21. Jahrhunderts

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 20 Pages
Author: Tobias A. Mayr
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Event: HS Wirtschaftspolitik
Institution/College: University of Potsdam
Tags: Aufgaben, Gewerkschaften, Anfängen, Beginn, Jahrhunderts, Wirtschaftspolitik
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 27  Entries
Language: German
Archive No.: V69105
ISBN (E-book): 978-3-638-61261-6

File size: 141 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspolitik
SS 2006

Die Aufgaben deutscher Gewerkschaften in ihren
Anfängen und am Beginn des 21. Jahrhunderts

von: Tobias A. Mayr

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  - 1 -

2. Mancur Olsons Logik kollektiven Handelns  - 2 -

3. Anfänge der Gewerkschaften  - 4 -

3.1 Kontextsituation  - 4 -
3.2 Aufgaben  - 6 -
3.3 Bewertung - 9 -

4. Gewerkschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts  - 11 -

4.1 Kontextsituation  - 11 -
4.2 Aufgaben  - 12 -
4.3 Bewertung - 14 -

5. Fazit  - 16 -

Literaturverzeichnis




 

1. Einleitung

Die Wirtschaft in Deutschland unterliegt seit Jahren einem starken Wandel. Besonders seit Beginn der 1980er Jahre nimmt die Globalisierung zu und wirkt sich auf die Standortbedingungen in Deutschland aus. Während sich die Wirtschaft internationalisiert hat und sich der Standort Deutschland mit anderen Produktionsstandorten in Europa und der Welt vergleichen lassen muss, scheint sich bei den deutschen Gewerkschaften kein Wandel hinsichtlich ihrer Ideologie und der Arbeitsweise vollzogen zu haben. In den Anfangsjahren der Gewerkschaftsbewegung war steter Wandel eine Kernbedingung um bestehen zu können, auch die Übernahme sozialer Aufgaben durch den Staat konnten diese überstehen.
Die Gewerkschaften befinden sich in einer Krise, verlieren zunehmend das Vertrauen ihrer Mitglieder und Rückhalt in der Gesellschaft. Die Standortfrage der Unternehmen und Massenarbeitslosigkeit in Deutschland engen den Spielraum der Gewerkschaften weiter ein. Die Aufgaben der Gewerkschaften haben sich im Lauf der Geschichte gewandelt und sind immer konkret von den Kontextfaktoren in der Gesellschaft und Wirtschaft abhängig.
Die Bildung der Gewerkschaften lässt sich nicht ohne eine Betrachtung der Kontextsituation erklären. Also ist eine Beschreibung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Situation in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hilfreich, um die Gründe für das Zustandekommen von Gewerkschaften und deren Aufgaben zu verstehen1.
Die Aufgaben der Gewerkschaften leiten sich aus diesen Kontextfaktoren ab und erklären die Bildung und den schwierigen Aufstieg der Gewerkschaften zu den heutigen Institutionen. Hierbei müssen die Aufgaben der Gewerkschaft stets einer Anpassung an die wirtschaftliche, politische und soziale Situation unterliegen, um bestehende Mitglieder halten zu können und neue Mitglieder hinzuzugewinnen2.
Mit dem Thema der Mitgliedschaft bei Gewerkschaften hat sich Mancur Olson in seinem Buch „Die Logik kollektiven Handelns“3 auf knapp 30 Seiten beschäftigt und die Gruppengröße sowie Anreizbildung als Determinanten des Erfolges von Gewerkschaften genannt. Daher soll die Bewertung der Aufgaben der Gewerkschaften unter Berücksichtigung von Olsons Theorie erfolgen und insbesondere die Aspekte der Kollektivgüter, der selektiven Anreize und der Freerider Problematik betrachtet werden. Hierfür wird kurz Olsons Logik kollektiven Handelns vorgestellt.

2. Mancur Olsons Logik kollektiven Handelns

Bis zur Veröffentlichung von Olsons Theorie über die Logik des kollektiven Handelns wurde davon ausgegangen, dass mit steigender Gruppengröße die Macht einer Gruppe und dessen Fähigkeit der Herstellung von kollektiven Gütern zunimmt. Dabei wird eine Gruppe als ein Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Interessen definiert4. Nach Olsons Beobachtung sind kleine Gruppen deutlich handlungsfähiger und können besser eine optimale Menge an kollektiven Gütern anbieten, um die Interessen der Mitglieder zu erfüllen5. Dabei sind kollektive Güter dadurch charakterisiert, dass von deren Genuss einzelne Personen nicht ausgeschlossen werden können6.
Kleine Gruppen zeichnen sich durch starke wechselseitige Beziehungen sowie einen hohen Interaktionsgrad der Mitglieder aus, wodurch die Transparenz gefördert wird. Aufgrund der Transparenz ist sich das einzelne Mitglied der Relevanz seines Beitrages bewusst, ein Ausbleiben des einzelnen Beitrags führt zu einer spürbaren Mehrbelastung der übrigen Gruppenmitglieder und wird von diesen geahndet7. Somit wird ein Freerider Verhalten eher unterbunden, als bei großen Gruppen. Als Trittbrettfahrer Verhalten gilt die bewusste Entscheidung zur Nichtleistung eines Beitrages, mit dem Wissen das kollektive Gut dennoch zu erhalten8. Hierbei findet eine rationale Abwägung zwischen den Kosten des individuellen Beitrags und dem Nutzen durch das Kollektivgut statt.

[...]


1 Vgl. Schneider 1989, S. 17

2 Vgl. Burda 2004, S. 7

3 1. Auflage 1968

4 Vgl. Olson 1992, S. 7

5 Vgl. ebenda, S. 21f, S. 27, S. 33

6 Vgl. ebenda, S. 13

7 Vgl. Eickhof 1973 b, S. 169

8 Vgl. Winkelhake 1994, S. 15


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