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Subtitle: Dargestellt an den Beispielen von G. K. Chestertons Pater Brown, Harry Kemelmans Rabbi Small und Annette Döbrichs Pfarrer Reichert
Presentation (Elaboration), 2003, 27 Pages
Author: Therese Hochhuth
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Lüneburg
Tags: Vergleich, Ermittlern, Kriminalromanen, Jahrhunderts, Geschichte, Theorie, Kriminalromans
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 27 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-61991-2
ISBN (Book): 978-3-638-71843-1
File size: 251 KB
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Abstract
Wenn in Kriminalromanen Geistliche zu Detektiven werden, drängt sich die Frage auf, ob diese Tatsache einen Verbrecher automatisch zum Sünder macht oder es sich trotz der widersprüchlichen Mischung dennoch um einen Kriminalfall im herkömmlichen Sinne handelt, in dem es schlicht einen Täter und den Ermittler gibt. Ohne den Kriminalroman moralisch in Frage stellen zu wollen, muss man sich doch mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass die Kriminalliteratur hauptsächlich unterhalten will und ihren Erfolg den unzählig beschriebenen Verbrechen verdankt. Zweifelsohne finden sich unter ihnen solche, die harmloserer Natur sind wie Diebstahl oder Betrug, doch handelt es sich auch in unblutigen Fällen ohne Leiche um begangene Tabubrüche. Es wird zu untersuchen sein, inwiefern sich spätere Kriminalromane an den Bedingungen der Zeit orientieren, Provokationen gesucht werden, Tabubrüche immer extremer ausfallen und sich die Kriminalliteratur in Bezug auf die Brutalität der Realität angepasst hat.
Excerpt (computer-generated)
Universität Lüneburg
SoSe 2003
Fachbereich Angewandte Kulturwissenschaften
Seminar:
Geschichte und Theorie des Kriminalromans
Referatsausarbeitung
Vergleich von geistlichen Ermittlern in Kriminalromanen
des 20. Jahrhunderts.
Dargestellt an den Beispielen von G. K. Chestertons Pater Brown,
Harry Kemelmans Rabbi Small und Annette Döbrichs Pfarrer Reichert.
von
Therese Hochhuth
2. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1 Vorgehensweise und Intention 2
1.2 Forschungsstand, vorhandene Literatur zum Thema 3
1.3 Probleme der Abgrenzung 4
2. Hintergrund 5
2.1 Der katholische Pater als Ausgangspunkt zu Beginn des Jahrhunderts 5
2.2 Der jüdische Rabbi als detektivischer Nachfolger in den sechziger Jahren 6
2.3 Der evangelische Pfarrer im Ruhestand zum Ende des Jahrhunderts 6
2.4 Zusammenfassung und Besonderheiten dieses neuen Ermittlertyps 6
3. Die Protagonisten 7
3.1 Charaktereigenschaften der Geistlichen 7
3.2 Akzeptanz in der Gemeinde 8
4. Zufällige Situationen der Verbrechensermittlung 10
4.1 Das Hineingeraten in den Fall 10
4.2 Verdachtsmomente gegen die Geistlichen 11
4.3 Zusammenfassung 12
5. Die Ermittlung 12
5.1 Parallelen in den Ermittlungsmethoden 12
5.2 Verfolgte Güter und Ziele der Verbrechensaufklärung 14
5.3 Unterstützung von offizieller Seite durch die Polizei 15
6. Das dargestellte Weltbild gemessen an der Realität 16
6.1 Die Moral 16
6.2 Brutalität und Tabubrüche 17
6.3 Frauenfiguren unter erotischen Gesichtspunkten 19
7. Fazit 20
7.1 Ergebnis 20
7.2 Ausblick und These 21
Literatur 22
Primärliteratur 22
Sekundärliteratur 22
Internet 23
Anhang: Kurze Inhaltsangabe der drei Werke 1
"Das blaue Kreuz" von G. K. Chesterton 1
"Am Freitag schlief der Rabbi lang" von Harry Kemelman 2
"Abendfrieden" von Annette Döbrich 3
1. Einleitung
Wenn in Kriminalromanen Geistliche zu Detektiven werden, drängt sich die Frage auf, ob diese Tatsache einen Verbrecher automatisch zum Sünder macht oder es sich trotz der widersprüchlichen Mischung dennoch um einen Kriminalfall im herkömmlichen Sinne handelt, in dem es schlicht einen Täter und den Ermittler gibt. Ohne den Kriminalroman moralisch in Frage stellen zu wollen, muss man sich doch mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass die Kriminalliteratur hauptsächlich unterhalten will und ihren Erfolg den unzählig beschriebenen Verbrechen verdankt. Zweifelsohne finden sich unter ihnen solche, die harmloseren Naturen sind wie Diebstahl oder Betrug, doch handelt es sich auch in unblutigen Fällen ohne Leiche um begangene Tabubrüche. Es wird zu untersuchen sein, inwiefern sich spätere Kriminalromane an den Bedingungen der Zeit orientieren, Provokationen gesucht werden, Tabubrüche immer extremer ausfallen und sich die Kriminalliteratur in Bezug auf die Brutalität der Realität angepasst hat.
1.1 Vorgehensweise und Intention
Bei der Literaturauswahl war zunächst entscheidend, dass es sich bei dem Ausgangsroman "Am Freitag schlief der Rabbi lang" von Harry Kemelman um eine Reihe handelt, in der ein immer wiederkehrender Ermittler die einzelnen Fälle löst. Zudem war von Bedeutung, dass sich in dem Buch Aspekte eines Gesellschaftsromans wiederfinden lassen und dem Leser innerhalb einer Kriminalgeschichte religiöse Inhalte vermittelt werden, hier durch die Hauptfigur des Rabbiners David Small. Der erste und bis heute bekannteste gläubige Detektiv in der Literatur ist Pater Brown von G. K. Chesterton. Er soll aus diesem Grunde den Ansatzpunkt im Vergleich bilden. Um die Entwicklung bis heute darzustellen, wird Annette Döbrichs Roman "Abendfrieden" zur abschließenden Gegenüberstellung herangezogen, weil ihr Pfarrer Reichert erst in den 90er Jahren entstanden ist.
In der vorliegenden Referatsausarbeitung wird der Geistliche als neuer Ermittlertyp mit seinen Eigenheiten in der Verbrechensaufklärung skizziert. Anhand der ausgewählten Detektivgeschichte "Das blaue Kreuz" von G. K. Chesterton und der oben genannten Kriminalromane von Kemelman und Döbrich, soll die Entwicklung des geistlichen Ermittlers im 20. Jahrhundert dargelegt werden.
Dabei handelt es sich nicht um einen historischen Abriss der Kriminalliteratur im All-gemeinen. Der Schwerpunkt gilt vielmehr den Fragen, welche Rolle die Religiosität, also die eigentlich andere Berufung der klerikalen Detektive, in den Romanen hat und wie sich ihr Glaube mit der Begegnung von Verbrechen vereinigen lässt. Darüber hinaus beschäftigt sich die Arbeit mit der Untersuchung, was ein mögliches Bestreben der Autoren sein könnte und wie sie mittels dieser Kombination von Frömmigkeit und weltlichen Lastern den Leser zu unterhalten versuchen. Daran angeknüpft wird dem Moralverständnis innerhalb der ausgewählten Geschichten nach-gegangen.
Ziel der Arbeit ist es, Übereinstimmungen und Unterschiede der theologischen Fahnder aufzuzeigen sowie einen tendenziellen Ausblick auf die veränderten Bedingungen zu wagen, denen die moderneren Ermittler in Zukunft ausgesetzt sein könnten.
1.2 Forschungsstand, vorhandene Literatur zum Thema
Die Literatur hat sich viel mit dem Kriminalroman als solchem befasst. Als ein Genre, das mit der Zeit bei der Leserschaft immer beliebter gewordener ist und sich selber dabei weiter entwickelt hat, ist der „Krimi“ oder die klassische Detektivgeschichte oft kategorisiert und aufgeschlüsselt worden. In den Darstellungen finden sich Auflistungen berühmter Detektive und Gauner oder internationale Vergleiche unterschiedlichster Kriminalgeschichten wieder. Den geistlichen Kriminalisten unter ihnen kommt dabei wohl besondere Beachtung durch ihr Dasein als Amateur-Detektive zu. Allerdings fehlt ein ausführlicher Vergleich dieser zweigleisigen Ermittler in der Literatur. Das Medium Internet weiß an dieser Stelle die Lücke minimal zu füllen und kann mit drei Artikeln zu diesem Thema dienen.1 Dabei finden hauptsächlich Chestertons Pater Brown und Kemelmans Rabbi Small Erwähnung.
[....]
1 1) DS - Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 13. August 1999 Nr. 33/1999:
http://www.sonntagsblatt.de/artikel/1999/33/33-s3.htm. 04.09.03.
2) Evangelisches Frankfurt, Ausgabe April 2000 24. Jahrgang Nr. 3:
http://www.evangelischesfrankfurt.de/archiv/archiv_04_02.htm. 21.10.03.
3) Lemhöfer, Lutz: Crime Time. Unfrieden im "Haus Abendfrieden":
http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/1997/imp970208.html. 21.10.03.
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