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Seminararbeit, 2007, 26 Seiten
Autor: cand. rer. oec. Manuel Rimkus
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Details
Tags: Cluster-Offensive, Eine, Reflexion
Jahr: 2007
Seiten: 26
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 67 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62011-6
Dateigröße: 498 KB
zusätzlich: 34 Präsentationsfolien im pdf-Format
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Zusammenfassung / Abstract
Angesichts der zunehmenden Wettbewerbsdynamik in globalisierten Märkten und einer immer engeren Verflechtung von Regionen innerhalb supranationaler Wirtschaftsräume benötigt die Regionalpolitik ein wirkungsvolles Instrument zur Schaffung wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstrukturen. Mit dem Cluster-Ansatz nach Porter (1990, 1999, 2000) scheint ein erfolgversprechendes Konzept für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung gefunden zu sein. Die bayerische Staatsregierung verfolgt daher im Rahmen der High-Tech-Offensive und Cluster-Offensive konsequent den Aufbau ökonomischer Entwicklungs- und Innovationszentren. Sowohl die vorbehaltlose Adaption des theoretischen Konstruktes Cluster für regionalpolitische Entscheidungen als auch der partielle Eingriff in die Wirtschaftsstrukturen durch eine konzentrierte Förderpolitik machen eine nähere Untersuchung des Cluster-Ansatzes in Theorie und Praxis notwendig. Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es daher, die theoretische Bedeutung des Cluster-Ansatzes kritisch zu reflektieren und anhand einer deskriptiven Analyse in den Kontext der bayerischen Wirtschafts- und Technologieförderung zu stellen. Implikationen für die Wissenschaft und Regionalpolitik schließen die Analyse ab.
Textauszug (computergeneriert)
Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Wirtschaftsgeographie
Planungsregion 18 - Regionalwirtschaftliche Potentiale in Südostoberbayern
Wintersemester 2006/2007, 8. Semester
Die bayerische Cluster-Offensive – Eine kritische Reflexion
von: Manuel Rimkus
Inhaltsverzeichnis
Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis II [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
1. Einleitung, Definition und Zielsetzung der Arbeit 3
2. Kritische Reflexion des Cluster-Ansatzes 5
3. Deskriptive Analyse der bayerischen Cluster-Offensive 8
4. Fazit und Schlussfolgerungen 12
Exkurs: Implikationen für die Theorie und Regionalpolitik 13
Literaturverzeichnis 17
Anhang 23
„Mit der High-Tech-Offensive wollen wir Bayern weiterhin an der Spitze des
gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritts halten.“1
(Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident)
1. Einleitung, Definition und Zielsetzung der Arbeit
Durch die voranschreitende Globalisierung der Weltwirtschaft und der Kapital-, Güter-, Arbeits- sowie Informationsmärkte, die Auflösung von Branchengrenzen und die Substituierbarkeit von Unternehmensleistungen spielt das Management von Wissensressourcen als ein Wettbewerbsfaktor für die Regionalpolitik eine immer bedeutendere Rolle.2 Im Rahmen der bayerischen High-Tech-Offensive (HTO) wurden daher seit Ende 1999 über 1,35 Mrd. EUR in zukunftsweisende Schlüsseltechnologien wie Umwelttechnik, Mechatronik, Neue Materialien, Life Sciences oder in die Informations- und Kommunikationstechnologie investiert. Durch die konzentrierte Wirtschaftsförderung und verstärkte Vernetzung von Forschung, Produktion und Finanzierung verfolgt die Landesregierung eine moderne clusterorientierte Wirtschafts- und Technologiepolitik.3 Mit dem branchenbezogenen Ansatz der Cluster-Offensive (CO) und einem branchenübergreifenden Regionalmanagementansatz aus der Landesplanung stehen der Initiative „Allianz Bayern Innovativ“ des bayerischen Ministeriums für Wirtschaft seit 2005 zwei zukunftsorientierte Instrumente zur nachhaltigen Entwicklung der 18 Planungsregionen4 in Bayern zur Verfügung.5 Insgesamt lassen sich 19 landesweite Cluster der drei Grundtypen High-Tech-Cluster, produktionsorientierte Cluster und Querschnittstechnologien unterscheiden.6 In der politischen Diskussion steht der Cluster-Begriff oftmals synonym für eine erfolgreiche Regionalpolitik.7 Dabei wird auf theoretische Grundlagen über die Wettbewerbsfähigkeit von Nationen von Michael Porter (1990, 1999, 2000)8 Bezug genommen, der folgende Definition in die wissenschaftliche Literatur eingeführt hat:
„A Cluster is a geographically proximate group of interconnected
companies and associated institutions in a particular field, linked by
commonalities and complementarities. The geographic scope of a
cluster can range from a single city or state to a country or even a group
of countries.”9
Mit Hilfe der Wirtschaftsförderung, die nach Eckey (1995) eine Schnittmenge zwischen der Raumordnung und der Wirtschaftspolitik darstellt, versucht die Landespolitik der im Grundgesetz (GG) verankerten Verpflichtung zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ nachzukommen.10 Die Erreichung dieses Zieles kann durch unmittelbare Maßnahmen, wie die Gewährung von Finanzhilfen und Steuererleichterungen, sowie mittelbare Maßnahmen bei der Infrastrukturpolitik, Flächen- und Informationsversorgung oder im Standortmarketing erfolgen.11
Sowohl die vorbehaltlose Adaption des theoretischen Konstruktes Cluster für regionalpolitische Entscheidungen als auch der partielle Eingriff in die Wirtschaftsstrukturen durch eine konzentrierte Förderpolitik machen eine nähere Untersuchung des Cluster-Ansatzes in Theorie und Praxis notwendig.12 Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es daher, die theoretische Bedeutung des Cluster-Ansatzes kritisch zu reflektieren und anhand einer deskriptiven Analyse in den Kontext der bayerischen Wirtschafts- und Technologieförderung zu stellen. Implikationen für die Wissenschaft und Regionalpolitik schließen die Analyse ab.
Abb. 1: Der Portersche Diamant [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
2. Kritische Reflexion des Cluster-Ansatzes
Die Entstehung von nationalen und regionalen Wettbewerbsvorteilen erklärt Porter (1990) durch das interdependente Zusammenspiel von Faktorbündeln, die den Ausgangspunkt industrieller Cluster darstellen.13 Zu den Kerneinflussfaktoren der branchenspezifischen Wettbewerbsfähigkeit zählen die Faktorbedingungen, Nachfragebedingungen, verwandte und unterstützende Branchen, Unternehmensstrategie und Wettbewerbsstruktur sowie die Rolle des Staates und der Zufall (siehe Abb.1).14
Die Faktorbedingungen umfassen sowohl die quantitative Ausstattung einer Region mit Produktionsfaktoren als auch die qualitative Fähigkeit zur effizienten Kombination von Ressourcen und Förderung von Innovationsprozessen. Zu den Nachfragebedingungen zählen die Größe des Heimatmarktes sowie die Art und Qualität der Inlandsnachfrage. Verwandte und unterstützende Branchen dienen der fokalen Industrie als Zulieferer oder Handelsmittler zur Generierung von Kosten-, Koordinations- und Verflechtungsvorteilen. Die Wahl einer regional angepassten Unternehmensstrategie und die Stärkung der Innovationsfähigkeit durch intensiven Wettbewerb im Inland sollen die Dauer- haftigkeit der Wettbewerbsvorteile sichern.15
[...]
1 Bayerische Staatskanzlei (High-Tech-Offensive 2006), S.3.
2 Vgl. Schamp/Lo (Regional Development 2003), S.1f; Picot/Reichwald/Wigand (Unter- nehmung 2003), S.2f; Neumann (Ordnung des Wissens 2000), S.1f.
3 Vgl. Bayerische Staatskanzlei (High-Tech-Offensive 2006), S.4f; Bayerisches Staats- ministerium für Wirtschaft (Bayerische Clusterpolitik 2006), S.6f.
4 Für einen Überblick theoretischer Grundlagen und ihrer praktischen Umsetzung, vgl. Christaller, W. (Zentrale Orte 1933); Lösch, A. (Räumliche Ordnung 1944); Bundes- Ministerium für Verkehr (Raumentwicklung 2006), S.12ff; Bayerische Staatsregierung (Landesentwicklungsprogramm 2006), S.16ff.
5 Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft (Bayerische Clusterpolitik 2006), S.7; SPD Fraktion (Cluster-Chronologie 2006).
6 Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft (Bayerische Clusterpolitik 2006), S.9.
7 Vgl. Schamp, E. (Vernetzte Produktion 2000), S.150; Haas/Neumair (Internationale Wirtschaft 2006), S.418.
8 Vgl. Porter, M. (Advantage of Nations 1990); Porter, M. (Regionale Vernetzung 1999); Porter, M. (Clusters 2000).
9 Porter, M. (Clusters 2000), S.254; Bathelt/Glückler (Wirtschaftsgeographie 2003), S.150; Alecke/Untiedt (Förderung von Clustern 2005), S.3; Für eine Übersicht weiterer Definitionen, vgl. Martin/Sunley (Deconstructing clusters 2003), S.12.
10 Vgl. Eckey, H.-F. (Regionale Strukturpolitik 1995), S.815; Lammers/Niebuhr (Erfolgskontrolle Regionalpolitik 2002), S.6; Conzelmann, T. (Regionale Wirtschaftsförderung 2005), S.99; Schlotböller, Dirk (Raumordnung 2001), S.3ff; Stober, R. (Wirtschaftsverwaltungsgesetze 2004), Art.91a Abs.1 GG, S.187.
11 Vgl. Beckmann, C.-C. (Beziehungsorientiertes Standortmanagement 2005), S.42.
12 Vgl. Martin/Sunley (Deconstructing clusters 2003), S.5f; Alecke/Untiedt (Förderung von Clustern 2005), S.2; Bathelt/Glückler (Wirtschaftsgeographie 2003), S.148f; Kronawitter, H. (Clusterpolitik 2006); Runge, M. (Clusterpolitik 2006). Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Porter, M. (Nationale Wettbewerbsvorteile 1991), S.151; Kutschker/Schmid (Internationales Management 2005), S.441.
13 Vgl. Porter, M. (Advantage of Nations 1990), S.127ff; Porter, M. (Nationale Wettbewerbsvorteile 1991), S.151ff; Bathelt/Glückler (Wirtschaftsgeographie 2003), S.148f.
14 Vgl. Porter, M. (Nationale Wettbewerbsvorteile 1991), S.151ff.
15 Vgl. Bathelt/Glückler (Wirtschaftsgeographie 2003), S.149f; Kutschker/Schmid (Internationales Management 2005), S.440ff.
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