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Relativismus

Termpaper, 2002, 15 Pages
Author: Carolin Römer
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Details

Event: Moralphilosophie - Ethik und Moral
Institution/College: University of Flensburg (Philosophisches Institut)
Tags: Relativismus, Moralphilosophie, Ethik, Moral
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 15
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V7007
ISBN (E-book): 978-3-638-14417-9

File size: 169 KB


Excerpt (computer-generated)

Relativismus

von Carolin Römer


Inhalt

Einleitung

Zu Richard B. Brandt: Drei Formen des Relativismus

Zu Melville J. Herskovits:
Ethnologischer Relativismus und Menschenrechte

Brandt und Herskovits im Vergleich

Stellungnahme

Literaturverzeichnis


Einleitung

Ethik ist der Bereich der Philosophie, der die Frage zu beantworten versucht, an welchen Werten und Normen, Zielen und Zwecken die Menschen ihr Handeln orientieren sollen. Die Moralphilosophie befasst sich vor allem mit der persönlichen Seite rechten Handelns. In meinem Text werde ich die deskriptive oder empirische Ethik behandeln, die sich mit Moral und Sitte im menschlichen Verhalten beschäftigt.
Der Begriff Relativismus wird im Lexikon wie folgt definiert: "Relativismus ist eine philosophische Denkhaltung, welche die Berechtigung universalgültiger Aussagen grundsätzlich in Frage stellt." Der ethische Relativismus bestreitet die Allgemeingültigkeit sittlicher Maßstäbe.
Der griechische Philosoph Protagoras unterteilte den ethischen Relativismus schon im 5. Jahrhundert vor Christi in drei Behauptungen (frei formuliert):
1. Verschiedene Individuen oder Gruppen haben unterschiedliche ethische Urteile. Diese unterscheiden und widersprechen sich oft grundlegend.
2. Wenn die Urteile verschiedener Individuen oder Gruppen sich widersprechen, kann man nicht immer einige dieser Urteile als richtig erweisen. Manchmal sind Prinzipien, die voneinander abweichen, gleichermaßen richtig bzw. gültig.
3. Die Menschen sollten nach ihren jeweils eigenen moralischen Prinzipien und Überzeugungen leben, bzw. zu leben versuchen.
Protagoras würde also z.B. sagen, Gruppe A hielte Abtreibungen für moralisch falsch, Gruppe B hingegen hielte sie für moralisch richtig (These 1.) Seiner Aussage nach kann man nun keiner der beiden Gruppen Recht zusprechen, beide Gruppen könnten das Recht erheben, ihre Ansicht sei alleingültig (These 2.) So wie es in der Realität in dieser Thematik heutzutage auch mehr oder weniger zutrifft würde Protagoras beiden Gruppen raten, nach ihren eigenen Auffassungen zu leben (These 3.)
Der ethische Relativismus untersucht also, inwieweit und in welcher Form verschiedene Urteile trotz ihrer Abweichung voneinander, gleichsam gültig sein können.
Die Texte, die ich zu diesem Thema untersucht habe, sind von Richard B. Brandt und von Melville J. Herskovits. Sie ergänzen sich sehr gut, da Brandt sich mehr mit den ersten beiden Thesen beschäftigt, Herskovits hingegen bezieht sich mehr auf die dritte These.

Zu Richard B. Brandt: Drei Formen des Relativismus

Richard B. Brandt geht in seinem Text auf diese drei Behauptungen Protagoras ein. Zunächst widmet er sich kurz der dritten These, die dann später in den Hintergrund rutscht. Er stellt dar, dass jeder Mensch nach seiner moralischen Überzeugung handeln soll, sofern diese nicht auf egoistischen Motiven, sondern auf aufrichtiger Gewissensprüfung beruht. Das heißt, das Individuum kann sein Handeln mit seinem Gewissen vereinbaren und ist zumindest der Auffassung, dass es grundsätzlich mit seinem Handeln nichts Unrechtes oder Schlechtes tut. Der Mensch soll seiner Überzeugung folgen, außer sein Handeln richtet einen Schaden an, (wobei mir nicht ganz klar ist, ob Brandt ausschließlich einen Schaden an anderen meint oder auch einen Schaden, den man sich selbst zufügt.)
Andererseits kann sich jemand in seinen Urteilen aber auch täuschen. Das bedeutet, dass wir es befürworten, wenn jemand nach seinen Ansichten handelt, selbst wenn wir dieses Handeln für falsch halten, solange es aber keinen Schaden anrichtet. Die Begründung liegt darin, dass wir es schätzen, wenn jemand seinen moralischen Überzeugungen folgt, sofern seine Absicht gut ist und nichts Schlechtes hervorrufen will.

[...]


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