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Von der Koedukation zur reflexiven Koedukation bis zur geschlechtsspezifischen pädagogischen Interaktion

Subtitle: Was ist schulische Bubenarbeit und worin besteht ihre Berechtigung?

Other, 2007, 23 Pages
Author: Beat Hochrieser
Subject: Pedagogy - General

Details

Category: Other
Year: 2007
Pages: 23
Grade: B
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V70575
ISBN (E-book): 978-3-638-63005-4
ISBN (Book): 978-3-638-67440-9
File size: 479 KB

Abstract

Seit einigen Jahrzehnten hat sich die Koedukation vollständig durchgesetzt. Heute ist man so weit, dass man sich fragt, ob es wirklich die richtige Lösung ist, Mädchen und Jungen immer miteinander zu unterrichten. Unter der Bezeichnung „Reflexive Koedukation“ werden die Überlegungen zusammengefasst, welche sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Die Vorliegende Schrift beleuchtet in einem kurzen Streifzug, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Eine der aktuellen Fragen, jene ob Knaben „die Verlierer“ der Koedukation sind, wird ebenso behandelt, wie jene nach Männern mit Erziehungs- und Bildungsverantwortung. Vor allem in der Primarstufe sind Männer untervertreten. Die Folge davon ist, dass Jungen zu wenige echte Vorbilder haben. Schulische Bubenarbeit kann als Reaktion auf solche Erkenntnisse gesehen werden. Was genau schulische Bubenarbeit ist, wird in dieser Arbeit aufgezeigt. Es kann der Schluss gezogen werden, dass es sehr wichtig ist, Männer in die Verantwortung für ihr eigenes Geschlecht zu ziehen. Männer müssen sich mit der Erziehung und Bildung von Kindern und im Speziellen von Jungen, in gesellschaftliche Verantwortung stellen. Es werden auch praktische Tipps gegeben, wie dem Fehlen von Männern im Lehrbereich begegnet werden kann. Insgesamt bietet die vorliegende Arbeit einen breiten Überblick über eine sehr aktuelle und wichtige Thematik. Die Arbeit stützt sich auf wichtige Basisliteratur, verweist auf aktuelle Internetquellen und nennt neuste Zahlen. Nicht zu letzt möchte sich das vorliegende Werk als Anregung verstanden wissen, vor allem für Männer, sich bewusst mit immer noch herrschenden patriarchalischen Strukturen auseinanderzusetzen. Männer haben die Möglichkeit die Gesellschaft zu ändern, in dem sie Jungen dabei helfen, Sozialkompetenz zu entwickeln, welche sich von tradierten hegemonialen Maskulinitätsmustern lösen kann.


Excerpt (computer-generated)

Pädagogische Hochschule
Standort Liestal
Abteilung PS

Semesterarbeit Erziehungswissenschaften

Von der Koedukation zur reflexiven Koedukation bis zur 
geschlechtsspezifischen pädagogischen Interaktion - 

Was ist schulische Bubenarbeit und worin besteht ihre Berechtigung?

von

Beat Hochrieser

 

 

Inhaltsverzeichnis

0. Zusammenfassung

1. Einleitung  2
1.1 Fragestellung   2
1.2 Vorgehensweise  2

2. Geschichte der Koedukation   3
2.1 Die Phasen der modernen Koedukationsdebatte  4
2.2 Die primäre Koedukationswelle   4
2.3 Die sekundäre Koedukationswelle   5
2.4 Die tertiäre Koedukationswelle – Was heisst reflexive Koedukation?   6

3. Schulische Bubenarbeit – Was ist das und worin besteht ihre Berechtigung?   8
3.1 Was will schulische Bubenarbeit erreichen?   9
3.2 Schulische Bubenarbeit – Von Männern geleistet?  10
3.3 Wie kann dem Fehlen von Männern begegnet werden? 12

4. Konsequenzen für die Praxis   13

5. Abschluss – Beantwortung der Fragestellung  14

6. Persönliches Resümee  15

7. Literaturverzeichnis  16

 

 

0. Zusammenfassung

Die Koedukation hat eine lange Geschichte, welche in der vorliegenden Arbeit ab dem 18. Jahrhundert beleuchtet wird. Das 19. und das 20. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt der Betrachtung, welche sich bis in die Gegenwart richtet. Koedukation wird in ihrer modernen Ausprägung der reflexiven Koedukation als wichtiger Pfeiler der pädagogischen Gegenwartsdiskussion gezeigt.

Kritisch geschlechtsbezogene Pädagogik, welche seedukative Sequenzen fordert, um Mädchen und Jungen "geschützte Räume" (Boldt 2004, S. 27 f) zu ermöglichen, in denen sie sich entfalten können, wird in der Ausprägung der schulischen Bubenarbeit beleuchtet.

Schulische Bubenarbeit findet ihre Berechtigung in einer "Notlage" von Jungen und ihrer Umwelt. Jungen verursachen Probleme, welche sie und ihre Umwelt belasten. Jungen haben aber meist selber Probleme, mit denen sie nicht umgehen können. Schulische Bubenarbeit ist der Versuch, den Jungen zu helfen.

Durch die Hilfe an den Jungen wird auch den Mädchen, den Lehrerinnen und Lehrern, wie auch der gesamten Gesellschaft geholfen. Ein Ziel schulischer Bubenarbeit ist es, Geschlechterverhältnisse in der Schule positiv zu beeinflussen.

Jungen sollen nicht zum Macho verdammt sein, sondern sich als Mensch in seinen eigenen Farben entwickeln können.

In der Erziehung von Jungen fehlen Männer, welche ihre Aufgabe reflektiert wahrnehmen und den Jungen als gute Beispiele gelebter Männlichkeit ohne Zwang zu Stereotypen zur Verfügung stehen.

Diese und andere Erkenntnisse gehen aus der vorliegenden Arbeit hervor.

1. Einleitung

Vor einigen Monaten wurden wir Männer, die an der fhnw studieren, angeschrieben von einer Institution, die sich „Netzwerk Schulische Bubenarbeit“ (NWSB1) nennt. Im Brief wurden wir auf das Projekt „Männer an die Unterstufe“ (MiU!2) angesprochen. Mich hat das damals interessiert und ich habe mich auf der Website des NWSB schlauer gemacht. Als ich ausserhalb des NWSB noch etwas genauer nachzuforschen begann, begegnete ich Aussagen wie „Verweiblichung des Lehrberufs“ (Z.B.: http://www1.pabw.at/static/files/Forschung/HAHN2005.pdf) Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Jungen in der Schule Probleme haben, die auch damit zusammenhängen, dass die Bildung im Vor- und Grundschulbereich von Männern sträflich vernachlässigt wird3.

Auch die Tatsache, dass man allenthalben von störenden, auffälligen und prosozial inkompetenten Jungen hört, hat mein Interesse an der Lage der Jungen und der männlichen Lehrpersonen gesteigert. Als zukünftige Lehrperson möchte ich genauer wissen, was es mit den Jungen und den fehlenden Männern an der Unterstufe auf sich hat.

Im Rahmen des 5. Semesters unserer Ausbildung, welches die Geschichte der Pädagogik im 19. und 20. Jahrhundert zum Thema hat, widme ich mich dieser bis in die Gegenwartsgeschichte aktuellen Thematik. Dies tue ich, wie gesagt, aus Interesse. Aber auch, weil ich glaube, dass die Geschlechterthematik, in der Schule, ob bei den Lehrpersonen oder bei den Schülerinnen und Schülern, weiter an Aktualität gewinnen wird.

1.1 Fragestellung

Schulische Bubenarbeit ist eine sehr junge pädagogische Richtung. Diese Arbeit legt offen, wie die Entwicklung von der Koedukation zur reflexiven Koedukation bis zur geschlechtspezifischen pädagogischen Arbeit gereift ist. Die Fragestellung dieser Arbeit bezieht sich auf einen Zweig der geschlechtsspezifischen pädagogischen Interaktion: Was ist schulische Bubenarbeit und worin besteht ihre Berechtigung?

Zur Klärung der zentralen Fragen ist es notwendig, zuerst zu ergründen, wie sich die Koedukation und aus ihr die reflexive Koedukation entwickelt haben. Antworten auf diese Fragen werden in dieser Arbeit gegeben.

1.2 Vorgehensweise 

Das zweite Kapitel befasst sich mit der Geschichte der Koedukation und legt diese offen. Der Beginn dieser geschichtlichen Betrachtung liegt im 18. Jahrhundert. Zentral wird die Moderne betrachtet. Die drei Phasen der jungen Koedukationsdebatte werden beleuchtet und damit wird die reflexive Koedukation in den Fokus geraten. Es wird analysiert, wie es von einer Koedukation, die „von sich selber überzeugt war“ zu einer reflexiven Koedukation gekommen ist, welche sich hinterfragt und neu orientiert. Wenn man von reflexiver Koedukation spricht, kommt man nicht umhin, auch Seedukation zu behandeln. Dies geschieht ebenfalls im zweiten Kapitel.

[....]


1 Ein genauerer Beschrieb des NWSB und ein Verweis auf die Website folgt unter 3.2

2 Eine genauere Projektbeschreibung unter 3.3

3 Siehe Statistik unter 3.2


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