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Hausarbeit, 2006, 16 Seiten
Autor: Gisela Bsdok
Fach: Psychologie - Sozialpsychologie
Details
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen
Tags: Psychologie, Massen, Vergleich, Erklärungsansätze, Freud, Einführung, Psychologie, Prozesse
Jahr: 2006
Seiten: 16
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62926-3
ISBN (Buch): 978-3-638-76929-7
Dateigröße: 179 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Psychologie der Massen und skizziert hierzu zwei der diesbezüglich bekanntesten Theorien: von Gustav Le Bon und Sigmund Freud mit dem Ziel, einen Vergleich zwischen beiden Ansätzen anzustellen. Nach einigen einführenden Erläuterungen zum Thema „Masse“ und „Massenpsychologie“ wird zunächst die Theorie des jeweiligen Autors in ihren wesentlichen Zügen dargestellt. Als Grundlage hierzu dienen die entsprechenden Originalschriften: „Psychologie der Massen“, das wohl wichtigste Werk des französischen Arztes und Soziologen Le Bon, erschienen 1895, sowie „Massenpsychologie und Ich-Analyse“, ein Essay, den Freud 1921 veröffentlichte. Anschließend werden die gemeinsamen und trennenden Momente der beiden Theorien genannt und diese dann miteinander verglichen. Um den hierfür vorgesehenen Rahmen nicht zu sprengen, müssen andere zum Thema der Massenpsychologie existierende Erklärungsmodelle, von denen die von Tarde, Sighele, oder McDougall zu den bekanntesten zählen dürften, unberücksichtigt bleiben. Es kann allenfalls darauf verwiesen werden, dass sich eine Reihe von Autoren mehr oder minder intensiv mit der Psychologie der Massen beschäftigt haben, wobei hierfür als Kernzeit Ende des 19. Jh. bis Anfang des 20. Jh. angesehen werden mag. Dass die Herangehensweise an das Thema dabei auf höchst unterschiedliche Arten erfolgte, dürfte nicht zuletzt in einer fehlenden einheitlichen Einordnung der Massenpsychologie innerhalb der übrigen psychologischen Disziplinen Ausdruck finden. Diese erfolgte teils innerhalb der Sozialpsychologie, teils wurde die Psychologie der Massen eindeutig von dieser getrennt. In der modernen psychologischen Forschung hat der Begriff „Massenpsychologie“ gänzlich ausgedient. Eine Fortsetzung findet zum Teil auf dem Gebiet der Umweltpsychologie unter dem Namen des „Crowding“ statt, wenngleich jeglicher Bezug zur klassischen Psychologie der Massen fehlt.
Textauszug (computergeneriert)
FernUniversität Hagen
„Die Psychologie der Massen - ein Vergleich der Erklärungsansätze
von Le Bon und Freud“
Schriftliche Hausarbeit
zu dem Fernstudienkurs
Einführung in die Psychologie sozialer Prozesse
angefertigt im Nebenfach Psychologie
von
Gisela Bsdok
Vorgelegt am 20.11.2006
1. Einleitung 3
2. Definition von Masse 4
3. Das Phänomen der Masse nach Gustave Le Bon 5
3.1 Die sogenannte Massenseele 5
3.2 Klassifizierung von Massen 6
3.3 Machfaktor / Führerprinzip
4. Theorie der Massenpsychologie von Sigmund Freud 10
4.1 Suggestion 10
4.2 Identifizierung / Idealisierung / Hypnose 10
4.3 Der Herdentrieb versus der Urhorde 11
5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Freud und Le Bon 13
6. Schlusswort 15
Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Psychologie der Massen und skizziert hierzu zwei der diesbezüglich bekanntesten Theorien: von Gustav Le Bon und Sigmund Freud mit dem Ziel, einen Vergleich zwischen beiden Ansätzen anzustellen.
Nach einigen einführenden Erläuterungen zum Thema "Masse" und "Massenpsychologie" wird zunächst die Theorie des jeweiligen Autors in ihren wesentlichen Zügen dargestellt. Als Grundlage hierzu dienen die entsprechenden Originalschriften: "Psychologie der Massen", das wohl wichtigste Werk des französischen Arztes und Soziologen Le Bon, erschienen 1895, sowie "Massenpsychologie und Ich-Analyse", ein Essay, den Freud 1921 veröffentlichte.
Anschließend werden die gemeinsamen und trennenden Momente der beiden Theorien genannt und diese dann miteinander verglichen. Um den hierfür vorgesehenen Rahmen nicht zu sprengen, müssen andere zum Thema der Massenpsychologie existierende Erklärungsmodelle, von denen die von Tarde, Sighele, oder McDougall zu den bekanntesten zählen dürften, unberücksichtigt bleiben.
Es kann allenfalls darauf verwiesen werden, dass sich eine Reihe von Autoren mehr oder minder intensiv mit der Psychologie der Massen beschäftigt haben, wobei hierfür als Kernzeit Ende des 19. Jh. bis Anfang des 20. Jh. angesehen werden mag. Dass die Herangehensweise an das Thema dabei auf höchst unterschiedliche Arten erfolgte, dürfte nicht zuletzt in einer fehlenden einheitlichen Einordnung der Massenpsychologie innerhalb der übrigen psychologischen Disziplinen Ausdruck finden. Diese erfolgte teils innerhalb der Sozialpsychologie, teils wurde die Psychologie der Massen eindeutig von dieser getrennt. In der modernen psychologischen Forschung hat der Begriff "Massenpsychologie" gänzlich ausgedient. Eine Fortsetzung findet zum Teil auf dem Gebiet der Umweltpsychologie unter dem Namen des "Crowding" statt, wenngleich jeglicher Bezug zur klassischen Psychologie der Massen fehlt.
2. Definition von Masse
Zunächst soll der Begriff der Masse definiert und gegenüber anderen für Menschenmengen verwendeten Bezeichnungen abgegrenzt werden. Hierbei zeigt sich allerdings, dass es in der einschlägigen Literatur an einer eindeutigen Abgrenzung fehlt.
So ist nach Roger W. Brown die Masse gleichrangig mit der Menge und dem Mob sowie Publikum übergeordnet. (Vgl. Studienbrief 03251, S. 151).
Hofstätter setzt dagegen den Plural auf die oberste Stufe, den er in Familie, Klasse und Menge untergliedert. Unter der letzteren sind dann die Abstufungen Gruppe und Masse zu finden (Hofstätter, 1957)
Lück nennt die Masse eine "aktive Menge", wobei ihr die letztere übergeordnet ist (zitiert nach Asanger & Wenninger, 1999, S. 265)
Fischer und Wiswede nehmen eine klare Abgrenzung der Masse gegenüber anderen Gruppengebilden vor (so wird Menge als eine Personenmehrheit charakterisiert, die sich zufällig in räumlicher Nähe befindet) und stellen folgende Definition auf: "Als Masse wird eine emotionalisierte Menge angesehen (z.B. ein aufgepeitschtes Fußballpublikum), das im Zuge von Ansteckwirkungen zu kollektiven Aktionen neigt.". (Fischer & Wiswede, 1997, S. 555).
In seiner Einführung zu "Psychologie der Massen" von Gustav Le Bon bietet Moede zwar keine explizite Definition der Masse, bezeichnet dafür aber die Psychologie der Massen als "die Wissenschaft von der Mehrzahl". (1938, zitiert nach Le Bon, S. I.).
Moscovici nennt die Masse "[...] ein transitorisches Ensemble von gleichrangigen, anonymen und ähnlichen Individuen, innerhalb dessen die Ideen und Emotionen eines jeden dazu neigen, sich spontan auszudrücken." (Moscovici, 1984, S. 13). Dass sich auch modernere Autoren mit einer eindeutigen Definition ein wenig schwer tun, soll folgendes Zitat belegen: "Da es Massen sehr verschiedener Herkunft, Eigenart und Bewußtseinslage gibt, vor allem aber Massen sehr verschiedener Affektivität, erweist es sich als problematisch, zu einer verläßlichen Wesensbestimmung zu gelangen." (Amann, 1983, S. 15).
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