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Das Schwert in der Bronzezeit - Entstehung, Verbreitung und Beziehungen im mitteleuropäischen Raum

Seminararbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Marco Chiriaco
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Archäologie 1
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tags: Schwert, Bronzezeit, Entstehung, Verbreitung, Beziehungen, Raum, Archäologie
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V70998
ISBN (E-Book): 978-3-638-62699-6
ISBN (Buch): 978-3-638-68077-6
Dateigröße: 2260 KB

Zusammenfassung / Abstract

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufkommen und der Verbreitung von Schwertern in Mitteleuropa zur Zeit der Bronzezeit. Es soll die Frage geklärt werden, wann und in welchem Umfang die ersten Schwerter in Mitteleuropa aufkamen. Diese Frage soll sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigen. Als Erstes werde ich einige allgemeine Definitionen aufstellen und diese, soweit möglich und nötig, auch erörtern. Des Weiteren soll kurz auf die Bedeutung und den Zweck von Schwertern in der bronzezeitlichen Gesellschaft eingegangen werden. Das Augenmerk wird dann in Richtung Südosteuropa gelenkt; der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt aber auf der Betrachtung der Verbreitung und des Auftretens von Schwertern in Mitteleuropa, wobei hier in erster Linie die Regionen Deutschland und Südskandinavien bearbeitet werden. Kernpunkt der Untersuchung bilden hier im Speziellen die Vollgriffschwerter, wobei auf jene mit organischen Griffen weniger eingegangen werden soll. Ebenso wird die Forschungsgeschichte für die Beziehungen zwischen dem nordischen Raum und das Donaugebiet in Süddeutschland unter der Berücksichtigung der Verwandtschaftsverhältnisse der Vollgriffschwerter betrachtet werden.


Textauszug (computergeneriert)

Martin-Luther-Universität zu Halle-Wittenberg

Institut für prähistorische Archäologie

Wintersemester 2004/05

Proseminar: Archäologie I

Das Schwert in der Bronzezeit

Entstehung, Verbreitung und Beziehungen im mitteleuropäischen Raum

Von Marco Chiriaco

Student der prähistorischen Archäologie, Kunstgeschichte und Geschichte

Inhalt

I. Einleitung 3

II. Das Schwert in der Bronzezeit 4

a. Grundformen der Unterscheidung: Der Griff

b. Bedeutung des Schwertes

III. Aufkommen von Schwertern und chronologische Einordnung 6

a. Ägäis und Balkanraum (Südosteuropa)

b. Ungarn (Theißgebiet und Karpatenbecken)

IV. Vollgriffschwerter in Mitteleuropa 9

a. Süddeutschland

b. Norddeutschland, Dänemark und Südskandinavien

c. Diskussion der Zusammenhänge

V. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 13

VI. Literaturverzeichnis 14

VII. Abbildungen 15

VIII. Abbildungsverzeichnis 21

 

I. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Aufkommen und der Verbreitung von Schwertern in Mitteleuropa zur Zeit der Bronzezeit.

Es soll die Frage geklärt werden, wann und in welchem Umfang die ersten Schwerter in Mitteleuropa aufkamen. Diese Frage soll sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigen.

Als Erstes werde ich einige allgemeine Definitionen aufstellen und diese, soweit möglich und nötig, auch erörtern. Des Weiteren soll kurz auf die Bedeutung und den Zweck von Schwertern in der bronzezeitlichen Gesellschaft eingegangen werden.

Das Augenmerk wird dann in Richtung Südosteuropa gelenkt; der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt aber auf der Betrachtung der Verbreitung und des Auftretens von Schwertern in Mitteleuropa, wobei hier in erster Linie die Regionen Deutschland und Südskandinavien bearbeitet werden. Kernpunkt der Untersuchung bilden hier im Speziellen die Vollgriffschwerter, wobei auf jene mit organischen Griffen weniger eingegangen werden soll.

Ebenso wird die Forschungsgeschichte für die Beziehungen zwischen dem nordischen Raum und das Donaugebiet in Süddeutschland unter der Berücksichtigung der Verwandtschaftsverhältnisse der Vollgriffschwerter betrachtet werden.

II. Das Schwert in der Bronzezeit

a. Grundformen der Unterscheidung: Der Griff

Bei Schwertern lassen sich grob solche mit organischen und solche mit metallenem (bronzenem) Griff unterscheiden.1 Jene mit organischen Griffen unterteilen sich weiter in Griffplatten-, Griffangel- und Griffzungenschwerter.

Griffplattenschwerter besitzen eine trapez-, parabelförmige oder abgerundete Platte, in welcher Nietstifte in Nietlöchern oder –kerben sitzen. Der in der Regel aus einem Stück geschnitzte, aus organischem Material bestehende geschlitzte Griff wurde auf die Griffplatte aufgeschoben und dann vernietet. Die Klingen der Griffangelschwerter laufen oben in eine im Querschnitt unterschiedlich dicke, vierkantige oder runde Angel aus. Diese ragt weit in den organischen Griff hinein oder durchdringt in völlig, so dass das Angelende aus dem Griff herausragen kann und gelegentlich umgebogen oder platt geschlagen wird. Griffzungenschwerter hingegen haben ein Schwertheft, welches mit einer Einziehung in die parallelseitige oder gebauchte Griffzunge übergeht, die normalerweise Ränder von unterschiedlicher Höhe hat. Die zumeist hörnerartig auslaufenden Zungenstege sind in der Regel länger als die Zungenbrücke. Auf Griffzunge und Heft werden beidseitig Platten aus organischem Material aufgelegt, die üblicherweise mit Pflocknieten fest verbunden werden. Zwischen den Platten und der Zunge kann in einem Hohlraum Blei verfüllt werden, um Klinge und Griff in Bezug auf das Gewicht anzugleichen.2

Vollgriffschwerter sind als solche zu bezeichnen, wenn deren Klinge und Griff aus Metall (hier: Bronze) bestehen. Klinge und Griff sind am Heft miteinander verbunden, da beide einzeln gegossen werden. Die etwa faustbreite, sich über dem Heft befindende Griffstange wird von der Knaufplatte abgeschlossen. Vollgriffschwerter unterscheiden sich in der ornamentalen Ausgestaltung des Griffes, die bei älteren Vollgriffschwertern nach dem Gießen aufgebracht wird; bei jüngeren Vollgriffschwertern sind sie mitgegossen.3

Schwerter eignen sich als Hieb- und Stichwaffen. Bei Stichwaffen sind die Klingen eher schilfblattförmig, bei Hiebwaffen dagegen weidenblattförmig. Auch die Konstruktion des Griffes lässt Rückschlüsse auf die Funktion zu. Hier ist insbesondere die Stabilität zu untersuchen; der Übergang vom Heft zu Griff ist dafür ein guter Indikator.

[...]


1 H. Wüstemann, Dolche und Schwerter – Der Waffenschmied und seine Technik. Arch. Deutschland, Sonderheft 1994, 87.

2 P. Schauer, Die Schwerter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz I (Griffplatten-, Griffangel- und Griffzungenschwerter). PBF IV, 2 (München 1971) 3.

3 W. Krämer, Die Vollgriffschwerter in Österreich und der Schweiz. PBF IV, 10 (München ....) 1.


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