Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hauptseminararbeit, 2007, 17 Seiten
Autor: Kerstin Hartwich
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutsches Institut)
Tags: Genuszuweisung, Deutschen, Oberseminar, Fremdwörter
Jahr: 2007
Seiten: 17
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62799-3
Dateigröße: 134 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Textauszug (computergeneriert)
Johannes-Gutenberg Universität/ Mainz, Deutsches Institut
Hauptseminar „Fremdwörter“, WS 2006/07
10. Fachsemester
Genuszuweisung im Deutschen
von: Kerstin Hartwich
Inhaltsübersicht
Einleitung
1 Kriterien der Genusübernahme
1.1. Die Genunsentlehnung
1.2. Das natürliche Geschlecht
2 Formale Kriterien
2.1. Die Genuszuweisung entsprechend dem Wortausgang
2.2. Genuszuweisung nach der Lautgestalt
2.3. Genuszuweisung nach dem Schriftbild
3 Semantische Kriterien
3.1. Der übergeordnete Gattungsbegriff
3.2. Die latente semantische Analogie
3.3. Das abstrakte Neutrum
4. Soziolinguistische Kriterien
5. Persönliches Fazit
Bibliographie
Einleitung
Der aktuelle Fremdwörterduden1 in der achten Auflage benennt 53000 Fremdwörter, Fügungen und Redewendungen fremder Sprachen sowie deutsche Wörter mit fremden Ableitungssuffixen, bzw. Präfixen, die als solche häufig eine „fremdartige“ Herkunft vermuten lassen.
Das Deutsche entlehnt, wie alle bekannte Kultursprachen, hauptsächlich aus den Grenzgebieten seines Sprachraumes, vor allem also, auch bedingt durch die Besatzung der Nachkriegszeit, aus dem Französischen, dem Englischen und dem Russischen. Ferner aus der romanischen Sprachfamilie, also aus Sprachen wie dem Italienischen und dem Spanischen. Außerdem speisen sich nach wie vor, vor allem Lexika der Bereiche wissenschaftlicher Terminologien, aus altsprachlichen Quellen. In unterschiedlicher Frequenz lassen sich aber für fast alle bekannten Sprachen deutsche Entlehnungen oder Übernahmen finden.
Das Deutsche fordert, anders als einige der Stammsprachen der übernommenen oder entlehnten Worte, eine eindeutige Genuszuweisunge, die als Artikel, Präfix und anhand von Pronomen realisiert werden können. Besonders spannend hierbei ist, dass viele deutsche Sprecher auch dann, wenn die Stammsprache selbst Genera zuweist, im deutschen Verwendungszusammenhang ein anderes Genus wählen und etablieren.
Mittlerweile gehen viele Sprachwissenschaftler davon aus, dass die Genuszuweisung im Deutschen sowohl in der Eigenbildung, als auch in der Entlehnung neuer Wörter aus anderen Sprachen einigen Kriterien folgt, die in unterschiedlichem Verhältnis zueinander stehen.
Am Beginn dieser Arbeit steht die Frage, ob und inwiefern Sprachentlehnung durch diese Kriterien vorhersehbar werden kann. In meiner Arbeit möchte ich deshalb die unterschiedlichen Kriterien der Genuszuweisung sammeln und deren hierarchisches Beziehungsgefüge, sowie deren pragmatischen Gehalt überprüfen, um so zu einer Einschätzung über deren Zuverlässigkeit zu gelangen.
1 Kriterien der Genusübernahme
1.1. Die Genunsentlehnung
Die direkte Genusentlehnung aus der Stammsprache der Lehn- und Fremdworte betrifft nur einen Teil derer, nämlich diejenigen, die einer Genussprache entstammen. Sprachen, die ohne ein grammatisches Geschlecht auskommen, hier seien als Beispiele das Englische, das Finnische, sowie das Türkische genannt, können auch kein grammatisches Geschlecht für das entsprechende Wort im neu vererbten, deutschen Zusammenhang motivieren. Folglich kann eine Genuszuweisung nur für die Entlehnung von Worten, die aus Genussprachen, wie beispielsweise dem Spanischen, dem Französischen, oder dem Lateinischen stammen, gelten. Da nun aber nur bilinguale Sprecher das ursprüngliche Genus eines Wortes in der Stammsprache wissen können, ist diese Art der Genuszuweisung auch nur unter ihnen besonders frequent, oder wird von jenen besonders stark etabliert. Auch sei die direkte Genusentlehnung, so Marion Schulte-Beckhausen in ihrem Aufsatz2, vor allem ein Phänomen der Grenzgebiete und der direkten Kommunikation zwischen bilingualen und monolingualen Sprechern, wo es zu einer Übernahme und/oder Nachahmung der Sprechweise und damit des Genusgebrauchs des bilingualen Sprechers durch den monolingualen Sprecher kommt. Oft kommt es so aber auch zu gegenläufigen Entwicklungen. Benutzt nämlich der bilinguale Sprecher aus irgendeinem Grund, z.B. der Unterstellung eines anderen Kriteriums (dazu später mehr), ein nicht-originales Genus, wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass der bilinguale Sprecher dieses übernimmt, wenn er das entsprechende Lehnwort im deutschen Sprachzusammenhang verwendet. Oft hält der bilinguale Sprecher dann aber am ursprünglichen Genus fest um als besonders gebildet oder sprachgewandt zu gelten.
Offenbar spielt hierbei der Etablierungszeitraum eine besondere Rolle.
[...]
1 Der Duden in zwölf Bänden, Bd.5 Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 2002
2 Schulte-Beckhausen, Marion (2002): Genusschwankungen bei Anglizismen, französischen, italienischen und spanischen Lehnwörtern im Deutschen: Eine Untersuchung auf den Grundlagen deutscher Wörterbücher seit 1945. Frankfurt/Main: Lang.
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Religionslehrer/in sein - Rolle und Person
Autor: Stefanie PokornyTheologie - Didaktik, Religionspädagogik, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 2,99 EUR
Entstehungstheorien zum Genus der Sprache
Autor: Michael HeinaSprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend), 2006 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Die akustische Gestalt der Vokale
Autor: Dr. Frank LorenzGermanistik - Linguistik, 2000 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Maschinelle Übersetzung in Polen: Ein Überblick
Autor: Martha Barbara WaclawczykSprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend), 2005 Als PDF-Datei downloaden für 14,99 EUR
Zur Vielfalt der Relationen zwischen Anaphern und Antezedenten
Autor: Elmira NedelchevaDeutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Ältere Migranten aus der Türkei im deutschen Gesundheitssystem
Autor: Diplom-Pflegewirt (FH) Peter-Michael SchulzPflegewissenschaften, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR
Ungesteuerter und gesteuerter Zweitspracherwerb
Autor: Barbara HermannsDeutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss., 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Zwischen Sesamstraße, Löwenzahn und Co - Kinderfernsehen in Deutschland
Autor: M.A. Sabine LükePädagogik - Medienpädagogik, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Literatureinsatz im DaF-Unterricht an Beispiel von Theodors Fontane John Maynard
Autor: Bartosz NowakDeutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache, 2002 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: