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Scholary Paper (Seminar), 2007, 27 Pages
Author: Saskia Schierstädt
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Constance (Universität Konstanz, FB Wirtschaftswissenschaften)
Tags: Globalization, Vertical, Structure, Seminar, Industriedynamik, Wachstum, Innovation
Year: 2007
Pages: 27
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62936-2
File size: 1351 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Konstanz, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Seminar "Industriedynamik, Wachstum und Innovation"
Spaichingen, 30.03.2007, WS 2006/2007
"Globalization" and Vertical Structure
von: Saskia Schierstädt
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Das Modell von McLaren 3
2.1 Die Idee des Modells 3
2.2 Die Details des Modells 5
2.3 Die Preisbestimmung 8
2.3.1 Industriegleichgewicht bei Symmetrie 10
2.3.2 Industriegleichgewicht bei breiter Vielfalt 13
3 Kritische Betrachtung 15
4 Verwandte Literatur 17
4.1 Der Ansatz von Grossman und Helpman (2002) 18
4.2 Der Ansatz von Aghion, Griffith und Howitt (2006) 19
5 Schlußbetrachtung 22
6 Literaturverzeichnis 24
1 Einleitung
Viele Länder unterscheiden sich in bezug auf ihre vertikale Struktur. Japan gilt als ein Beispiel für eine Volkswirtschaft, in der die vertikale Integration im Vergleich zu den USA eher schwach ausgeprägt ist. In Japan spielt dafür „Outsourcing“ eine größere Rolle. Der geringere vertikale Integrationsgrad der japanischen Industrie hat diesem Land scheinbar einige Vorteile verschafft und sogar zu einer teilweisen „Japanisierung“ einiger westlicher Industrien geführt. Weitere Beispiele für unterschiedliche Industriestrukturen sind Südkorea und Taiwan1, die italienischen Region „Emilia-Romagna“ und das restliche Europa2 sowie die amerikanische und britische Textilindustrie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts3. Diese beobachteten Phänomene werden häufig mit internationalem Handel in Verbindung gebracht. Hierbei wird z.B. „Downsizing“ (das oft mit einer Zunahme des „Outsourcing“ verbunden ist) als Reaktion auf eine erhöhte ausländische Konkurrenz betrachtet.
John McLarens Artikel “Globalization and Vertical Structure“, erschienen 2000 im American Economic Review, ist Thema der vorliegenden Seminararbeit. Der Autor vertritt in seiner Arbeit die Meinung, daß dem Thema der „market-thickness“ in der Außenwirtschaftstheorie noch nicht genug Beachtung beigemessen wird. Ihm zufolge gibt es noch keine Theorie, die es umfassend aufgreift. Es wäre daher interessant zu untersuchen, ob die Öffnung einer Volkswirtschaft für den internationalen Handel einen vorhersagbaren Einfluß auf die vertikale Struktur einer Industrie hat. In diesem Fall könnte dies einer der Gründe für den beobachteten Strukturwandel sein. Es ist aber nicht offensichtlich, wie sich ein erweiterter internationaler Handel auf die bestehenden Strukturen auswirkt. Geht die treibende Kraft von dem zunehmenden Konkurrenzdruck aus, muß es einen Grund geben, warum z.B. die amerikanischen Strukturen nicht konkurrenzfähig waren. Wenn es sich dabei um ein reines „Kostenargument“ handelt, weil eine geringere Integration kostengünstiger ist, bleibt die Frage bestehen, warum Firmen mit einer Umstrukturierung warten, bis sie vom Konkurrenzdruck dazu gezwungen werden. Von einem profitmaximierenden Unternehmen würde man schließlich erwarten, daß es rentable Umstrukturierungen bereits vorher anstrebt.
McLaren untersucht daher die Effekte einer Marktöffnung für den internationalen Handel auf die vertikale Integrationsentscheidung. Er analysiert, welche Effekte die Öffnung einer Volkswirtschaft für den internationalen Handel auf die vertikale Integration hat. Er kommt zu dem Ergebnis, daß das Angebot eines Zwischenprodukts durch vertikale Integration sinken kann und somit auch der Markt für dieses Zwischenprodukt kleiner werden kann. Dies führt zu multiplen Gleichgewichten bei der Integrationsentscheidung, und stellt damit eine Theorie für die Entwicklung zu unterschiedlichen Industriestrukturen von ex ante identischen Ländern zur Verfügung.
Die Arbeit von McLaren legt nahe, daß Marktoffenheit einen starken Einfluß auf die vertikale Struktur hat, und daß dies mit großen Wohlfahrtseffekten verbunden sein kann. Es wird gezeigt, daß es zwei Gleichgewichtspunkte geben kann, wenn sich die Firmen in der Industrie ausreichend ähnlich sind. In dem einem sind alle Firmen integriert, im anderen gibt es gar keine Integration. Eine mögliche Interpretation dieses Sachverhalts ist, daß zwei sonst identische Länder völlig unterschiedliche Industriestrukturen entwickeln können, wie die oben genannten Fallstudien vermuten lassen, ohne daß die Annahmen rationalen Verhaltens oder der Profitmaximierung verletzt werden müssen.
Der Aufbau meiner Arbeit ist wie folgt: In Kapitel 2 werde ich das Modell von McLaren (2000), das auf dem einfachen Transaktionskosten-Modell aufbaut, näher erläutern. Darauf folgt eine kritische Beurteilung von McLarens Arbeit in Kapitel 3. Anschließend werde ich in Kapitel 4 kurz einige Arbeiten nennen, auf denen McLarens Modell aufbaut. Darüber hinaus werde ich hier den Artikel „Outsourcing in a Global Economy“ von Grossman und Helpman (2002) vorstellen, der teilweise auf McLarens Arbeit aufbaut. In diesem Artikel ist der Ansatz jedoch deutlich umfangreicher als bei McLaren (2000). Damit bietet er mehr Spielraum für Interpretationen und liefert viele potentielle Diskussionspunkte. Darauf folgt die Arbeit „Vertical Integration and Competition“ von Aghion, Griffith und Howitt (2006), in der untersucht wird, wie sich steigender Wettbewerb auf die Integrationsentscheidung der Firmen auswirkt. Auch hier werden einige interessante Zusammenhänge zu der Arbeit von McLaren (2000) sichtbar. Zum Abschluß folgt in Kapitel 5 eine Schlußbetrachtung, in der die wesentlichen Resultate meiner Arbeit noch einmal kurz genannt werden.
2 Das Modell von McLaren
In diesem Kapitel werde ich McLarens Modell darstellen.4 Zunächst erfolgt eine Einführung in das Modell, die dem Leser einen Überblick verschaffen soll. In Abschnitt 2.2 werden die Modelldetails erläutert und in Abschnitt 2.3 wird die Lösung des Modells präsentiert. Es werden die Gleichgewichte vorgestellt, wobei zwei Fälle unterschieden werden: Der Fall symmetrischer Firmen, bei dem sich die Firmen im Bereich der Flexibilität gleichen und der Fall breiter Vielfalt, bei dem die Firmen in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich sind.
2.1 Die Idee des Modells
Es gibt eine Reihe von Produzenten eines Endproduktes5. Zur Produktion benötigen diese ein spezialisiertes, unteilbares Input-Gut von einem Zulieferbetrieb6. Zur Auswahl stehen zwei verschiedene Beschaffungsmethoden: Die Marktlösung und die integrierte Lösung (z.B. ein langfristiger Vertrag oder eine Fusion der DSF mit ihrer USF). Bei der Marktlösung sieht sich die USF einem Hold-up-Problem ausgesetzt: Vor der Produktion kann per Annahme kein verbindlicher Liefervertrag zwischen USF und DSF geschlossen werden, sondern z.B. nur eine mündliche Absichtserklärung. Daher müssen die Produktionskosten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als versunkene Kosten angesehen werden. Aufgrund dieses Sachverhalts läuft die USF bei der Vertragsverhandlung Gefahr, ihre Kosten ex post nicht decken zu können. Ihre einzige Absicherung besteht in der Möglichkeit, einen Alternativkäufer zu finden, dessen Existenz ihr eine gewisse Verhandlungsmacht beschert und ihr damit ermöglicht, einen „angemessenen“ Preis zu verlangen. Wenn ein solcher Alternativkäufer nicht existiert, kann die USF das Produkt als unrentabel beurteilen und mit der Produktion gar nicht erst beginnen. Die integrierte Lösung hat ebenfalls gewisse Nachteile. Dies können die Kosten sein, die bei den Vertragsverhandlungen und der Durchsetzung des Vertrages entstehen oder die Kosten der Fusion und damit steigende Governance-Kosten. Gemäß McLarens gibt es drei Konsequenzen, die aus diesen Überlegungen folgen, denen in der existierenden Literatur nicht genug Beachtung geschenkt wird.
[...]
1 Vgl. Levy, B. (1991) und Feenstr, R. C. et al. (1997).
2 Vgl. Johnston R. und Lawrence, P.R. (1988).
3 Vgl. Temin, P. (1988).
4 Vgl. MacLaren (2000).
5 Im Folgenden DSF für „downstream firm“. 6 Im Folgenden USF für „upstream firm“.
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