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Ausgewählte Methoden und Probleme der Unternehmensbewertung

Scholary Paper (Seminar), 2006, 32 Pages
Author: Dipl.-Kfm. Jan Otto
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 32
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 34  Entries
Language: German
Archive No.: V72018
ISBN (E-book): 978-3-638-63530-1
ISBN (Book): 978-3-638-69149-9
File size: 396 KB

Abstract

Die Unternehmensbewertung erfolgt aus mannigfachen Gründen, wie dem Generationswechsel ohne Nachfolger von kleinen und mittelständigen Unternehmen, dem Verkauf von Unternehmensteilen z.B. innerhalb einer Outsourcingstrategie, dem Zukauf von Kompetenzen um Synergieeffekte zu erhalten, der Übernahme eines Konkurrenten zur Gewinnung von Marktanteilen, der Liquidation eines Unternehmens und dem Börsengang eines Unternehmens, um nur einige Gründe zu nennen. Für den Verkäufer und den Käufer stellen sich u.a. folgende Fragen: Wie viel ist das Unternehmen Wert? Besteht der Wert nur aus dem Anlagevermögen oder sind zukünftige Erfolge mit zu berücksichtigen? Soll der „Goodwill“ des Unternehmens mitbedacht werden? Auf diese komplexen Fragen geht die Unternehmensbewertung mit ihren unterschiedlichen Methoden und Verfahren ein. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten zur Bewertung von Unternehmen wird in dieser Arbeit auf die wesentlichen, die in Deutschland anerkannten, Methoden eingegangen. Hierbei wird ein Schwerpunkt auf die Ansätze der Gesamtbewertungsverfahren gelegt. Generell werden die essentiellen Merkmale erläutert, sowie die Anlässe und Zwecke der Bewertung beleuchtet. Durch die divergierenden Positionen des Investors und des Verkäufers ergeben sich nicht selten verschiedene Problemfelder innerhalb der Bewertung, auf die hier ebenfalls speziell näher eingegangen wird. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auf die Bedeutung des Gutachters, die Probleme, die sich aus Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer ergeben, sowie die Berechnung des Kapitalzinsfußes eingegangen.


Excerpt (computer-generated)

Bergische Universität Wuppertal
Seminararbeit für die Diplomhauptprüfung
Seminar: „Rechtliche Aspekte der Unternehmensgründung“
Abgabetermin: 16.08.2006

Ausgewählte Methoden und Probleme der Unternehmensbewertung

von: Jan Otto

 


GLIEDERUNG

1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit 1

2 Grundlagen der Unternehmensbewertung 2

2.1 Bewertungsanlässe 2
2.2 Bewertungszwecke 4

3 Methoden der Bewertungsverfahren 6

3.1 Gesamtbewertungsverfahren 7

3.1.1 Ertragswertmethode 7
3.1.2 DCF-Methode 11
3.1.3 Multiplikatorverfahren 14

3.2 Einzelbewertungsverfahren 16

3.2.1 Substanzwert mit Reproduktionswert 16
3.2.2 Substanzwert mit Liquidationswert 16

3.3 Mischverfahren 17

3.3.1 Mittelwertverfahren 17
3.3.2 Übergewinnverfahren 17

4 Ausgewählte Problemfelder der Unternehmensbewertung 18

5 Fazit 21

Literaturverzeichnis 22

Anhang 26
 



 

1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

„Price is what you pay. Value is what you get.“ Diese Aussage von Warren Buffet bedarf einer genaueren Betrachtung. Die Unternehmensbewertung erfolgt aus mannigfachen Gründen, wie dem Generationswechsel ohne Nachfolger von kleinen und mittelständigen Unternehmen, dem Verkauf von Unternehmensteilen z.B. innerhalb einer Outsourcingstrategie, dem Zukauf von Kompetenzen um Synergieeffekte zu erhalten, der Übernahme eines Konkurrenten zur Gewinnung von Marktanteilen, der Liquidation eines Unternehmens und dem Börsengang eines Unternehmens, um nur einige Gründe zu nennen.
Für den Verkäufer und den Käufer stellen sich u.a. folgende Fragen: Wie viel ist das Unternehmen Wert? Besteht der Wert nur aus dem Anlagevermögen oder sind zukünftige Erfolge mit zu berücksichtigen? Soll der „Goodwill“1 des Unternehmens mitbedacht werden? Auf diese komplexen Fragen geht die Unternehmensbewertung mit ihren unterschiedlichen Methoden und Verfahren ein. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten zur Bewertung von Unternehmen wird im Folgendem auf die wesentlichen, die in Deutschland anerkannten, Methoden eingegangen. Hierbei wird ein Schwerpunkt auf die Ansätze der Gesamtbewertungsverfahren gelegt. Generell werden die essentiellen Merkmale erläutert, sowie die Anlässe und Zwecke der Bewertung beleuchtet.
Durch die divergierenden Positionen des Investors und des Verkäufers werden von beiden Seiten Gutachter bestellt, um zum einen ein Wertgutachten über das Unternehmen zu erhalten und zum anderen um innerhalb einer Kaufpreisverhandlung eine Bewertungsgrundlage für die eigene Argumentation zu erhalten. Dieses führt nicht selten zu Problemfeldern innerhalb der Bewertung, auf die im speziellen im vierten Kapitel der Arbeit näher eingegangen wird. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auf die Bedeutung des Gutachters, die Probleme, die sich aus Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer ergeben, sowie die Berechnung des Kapitalzinsfußes eingegangen.

2 Grundlagen der Unternehmensbewertung

Die Durchführung einer Unternehmensbewertung ist mit einem Anlass verbunden, der der Bewertung selbst vorausgeht. Die Anlässe zur Unternehmensbewertung sind dabei zahlreich und dienen unterschiedlichen Zwecken, wobei sich die Anlässe grundsätzlich in zwei unterschiedliche Gruppen einteilen lassen.2 Einerseits aus der Sicht des Eigentümers in einen entscheidungsabhängigen Anlass und andererseits in einen entscheidungsunabhängigen Anlass. Darüber hinaus ist es von Relevanz, ob ein Eigentumswechsel mit einbezogen werden soll oder nicht.3

2.1 Bewertungsanlässe

Es existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Bewertungsanlässen, die das Resultat von gesetzlichen Vorschriften, gerichtlichen Prüfungen, privatrechtlichen Vereinbarungen oder sonstigen Anlässen, wie z. B. dem Börseneinführung, dem Rating der Kreditwürdigkeit etc. sind.4
Die Mehrzahl der Bewertungsanlässe in der Praxis beruht auf dem Kauf oder Verkauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Diese transaktionsbezogenen Bewertungen können in dominierte und nicht dominierte Anlässe unterschieden werden. Die dominierten Anlässen lassen eine Veränderung der Eigentumsrechte zu, unabhängig vom Ausgang der Bewertung, wie zum Beispiel bei der Kündigung eines Gesellschafters einer Personengesellschaft. Die nicht dominierte Bewertungssituation entsteht, wenn sich beide Parteien nach der Bewertung für oder gegen eine Transaktion entscheiden, wie es z.B. beim Neueintritt von Gesellschaftern der Fall ist.5 Es folgt eine Übersicht über die wichtigsten, in der Praxis vorkommenden, Anlässe unter den jeweiligen Bedingungen:

Tabelle 1: Anlässe der Unternehmensbewertung. [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

Die Bewertung des Unternehmens kann durch unterschiedliche Parteien erfolgen. Hierbei handelt es sich um Kauf- und Verkaufsinteressenten, beauftragte Gutachter und Vermittler oder die Unternehmensführung selbst, zur Beurteilung einzelner Geschäftsfelder, häufig in Hinblick auf den Shareholder Value. Aufgrund der verschiedenen Bewertungsanlässe eines Unternehmens, insbesondere in Konfliktsituationen, ist es erforderlich, eine annähernd objektive Bewertung zu erhalten.6 Von den zuvor aufgeführten Bewertungsanlässen sind, hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis, folgende von besonderer Bedeutung:7

1. Die Ermittlung von Entscheidungswerten oder auch Grenzpreisen, um Entscheidungsspielräume für folgende Fälle zu eruieren:
• Kauf
• Verkauf
• Verschmelzung
• Entflechtung, Ausgliederung
2. Ermittlung eines angemessenen Preises ohne vorhandene Entscheidungsfreiheit, beispielsweise Enteignung, gerichtliche Überprüfung der Frage, ob das Abfindungsangebot bei einer Verschmelzung angemessen ist, gerichtliche Erbteilung, Pflichtteilsabfindung etc.
3. Beurteilung bilanzieller Beteiligungsansätze.
4. Beurteilung der wirtschaftlichen Lage zur Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften für den Vorstand und den Abschlussprüfer.
5. Beurteilung der Sanierungs- und Kreditfähigkeit, wobei im Speziellen auf folgende zwei Punkte genauer eingegangen wird:
• Die Ertrags- und Finanzkraft und den daraus folgenden Unternehmenswert als Maßstab für die Schuldentilgungskraft des Unternehmens.
• Die Bewertung von Unternehmensanteilen im Rahmen der Besicherung unternehmensexterner Kredite.

Abhängig vom Auftrag ergeben sich somit unterschiedliche Positionen für den Gutachter, welcher die Methode der Wertermittlung und vor allem den sich daraus resultierenden Wert entscheidend mit beeinflusst. Aus diesem Grund sind innerhalb des Bewertungsgutachtens auch die Position des Gutachters und der Zweck der Bewertung klar darzulegen.8

2.2 Bewertungszwecke

[...]


1 Unter Goodwill werden die nicht bilanzierungsfähigen Faktoren eines Unternehmens verstanden.

2 Vgl. Schulz, W., Unternehmensbewertung, 2003, S. 5.

3 Vgl. Seppelfricke, P., Aktien- und Unternehmensbewertung, 2003, S. 5 f.

4 Vgl. Hering, T., Unternehmensbewertung, 2006, S. 5 f.

5 Vgl. Drukarczyk, J., Unternehmensbewertung, 2001, S. 118-121; Seppelfricke, P., Aktien- und Unternehmensbewertung, 2003, S. 6.

6 Vgl. Schulz, W., Unternehmensbewertung, 2003, S. 6 f.

7 Vgl. Drukarczyk, J., Unternehmensbewertung, 2001, S. 119 f.

8 Vgl. Schulz, W., Unternehmensbewertung, 2003, S. 5.


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