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Autor: Michael Wilhelmi
Fach: Wirtschaft - BWL - Allgemeines
Details
Institution/Hochschule: Universität Trier (Fachbereich IV (Wirtschaftswissenschaften) an der Universität Trier)
Tags: Konzept, Einzelwirtschaftslehre, Theoriengeschichte
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 175 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-71916-2
Textauszug (computergeneriert)
UNIVERSITÄT TRIER
Seminar der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre:
Theoriengeschichte der BWL
WS 2005/2006
Vortrag am 12.01.2006
Abgabe am 15.12.2005
Das Konzept der arbeitsorientierten Einzelwirtschaftslehre (AOEWL)
eingereicht von:
Michael Wilhelmi
BWL – APO
7. Semester
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. CHARAKTERISTIKA DER „HERRSCHENDEN“ BWL – KLASSISCHE ANSÄTZE 2
3. DIE AOEWL ALS GEGENPOSITION ZUR BWL 4
4. KRITIK VON SEITEN DER BWL 14
5. SCHLUSSBEMERKUNG – DIE AOEWL HEUTE 16
1. EINLEITUNG
Sieht man sich als Student der Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit der Frage von Außenstehenden nach dem Inhalt seiner Fachrichtung konfrontiert, kann die Beantwortung dieser Frage genauso einfach wie nichts sagend sein. Was studiert jemand, der BWL studiert? Und was unterscheidet beispielsweise die Betriebs- von der Volkswirtschaftslehre? Diese zunächst trivial wirkenden Fragestellungen, denen sich im 20. Jahrhundert zahlreiche Fachvertreter innerhalb der deutschen BWL aus unterschiedlichsten Blickwinkeln genähert haben, sollen im erweiterten Zentrum dieser Arbeit stehen: dazu werden unter Punkt 2 zunächst einige Wesenszüge der „traditionellen“ BWL dargestellt: mit Eugen Schmalenbach, Wilhelm Rieger und Heinrich Nicklisch – die in diesem Kontext gemeinhin als die „herausragenden Wegbereiter“1 gelten – werden in prägnanter Form drei unterschiedliche Ansätze vorgestellt, die die gegenwärtige BWL entscheidend geprägt haben.
So verschiedenartig diese Konzepte im Kern auch sein mögen, eint sie laut den Verfassern der hier vornehmlich präsentierten „Arbeitsorientierten Einzelwirtschaftslehre“ (AOEWL) insbesondere die Vernachlässigung der Arbeitnehmerinteressen2: Dieses in den 70er Jahren entstandene Konzept, das sich als bewusstes Kontrastprogramm gegenüber der BWL sieht und in erster Linie deren einseitige Orientierung auf Kapitalinteressen kritisiert, wird unter Punkt 3 anhand von Entstehungsgeschichte, Charakteristika und konkreten Umsetzungsvorstellungen skizziert.
Punkt 4 nennt im Anschluss daran Kritikpunkte, die wiederum gegenüber der AOEWL geäußert wurden, bevor unter Punkt 5 die gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammengefasst und aus heutiger Sicht bewertet werden.
2. CHARAKTERISTIKA DER „HERRSCHENDEN“ BWL – KLASSISCHE ANSÄTZE
Um die heutige BWL zu charakterisieren, ist zunächst festzuhalten, dass „es die Betriebswirtschaftslehre [schlechthin] eigentlich gar nicht gibt.“3 Tatsächlich existiert nämlich innerhalb dieser Disziplin eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen und Konzepten, die allesamt im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgekommen sind.4 Um dennoch die verschiedenen Grundzüge dieser Lehre zu skizzieren, sollen mit Eugen Schmalenbach, Wilhelm Rieger und Heinrich Nicklisch zunächst die „herausragenden Wegbereiter“5 und deren Ansätze vorgestellt werden.
Eugen Schmalenbach (1873-1955), der dem Fach seinen heutigen Namen gab, vertrat die Schule der so genannten pragmatisch-orientierten oder praktisch-normativen Betriebswirtschaftslehre: der inhaltliche Leitgedanke bei ihm war die Idee der Wirtschaftlichkeit bzw. das (typisch ökonomische) Prinzip der möglichst sparsamen Mittelverwendung.6 Er prägte den Begriff der „Kunstlehre“: die BWL sollte praxisorientiert sein und nützliche Instrumente für eine zielgerichtete und effiziente Unternehmensführung entwickeln.
Wilhelm Rieger (1878-1971) ging es in seiner theorieorientierten Privatwirtschaftslehre um die wertfreie Erkenntnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen: Kern seines Werkes war die Idee der Rentabilität: für ihn war das Gewinnstreben einziges Charakteristikum einer Unternehmung – die bei ihm gar als bloße „Geldfabrik“7 erscheint; um den Gewinn als absolute Größe jedoch vergleichbar machen zu können, müsse dieser in Relation zu dem eingesetzten Kapital gesetzt werden.8
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1 Schanz, Günther: „Wissenschaftsprogramme der Betriebswirtschaftslehre“ in Bea, Franz Xaver/ Dichtl, Erwin/ Schweitzer, Marcell (Hrsg.): „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, Band 1: Grundfragen (1988), S. 49-114, S. 62.
2 Eine Ausnahme in dieser Aufzählung stellt zweifelsohne Nicklischs Ansatz dar, der den Gedanken von der Bedürfnisorientierung der in Betrieben tätigen Menschen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgriff.
3 Schanz, Günther: „Wissenschaftsprogramme der Betriebswirtschaftslehre“ in Bea, Franz Xaver/ Dichtl, Erwin/ Schweitzer, Marcell (Hrsg.): „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, Band 1: Grundfragen (1988), S. 49-114, S. 49.
4 Als „Geburtsstunde“ der BWL wird meist das Jahr 1898 genannt, in dem die ersten Handelshochschulen (in Leipzig, St. Gallen, Aachen und Wien) gegründet wurden.
5 Schanz, Günther: „Wissenschaftsprogramme der Betriebswirtschaftslehre“ in Bea, Franz Xaver/ Dichtl, Erwin/ Schweitzer, Marcell (Hrsg.): „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, Band 1: Grundfragen (1988), S. 49-114, S. 62.
6 Vgl. ebenda, S. 62ff.
7 Ebenda, S. 67.
8 Vgl. ebenda, S. 66ff.
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