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Sprachwissenschaftliche Analyse eines Unterrichtsabschnittes

Termpaper, 2007, 48 Pages
Author: Nicola Hengels
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 48
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V74206
ISBN (E-book): 978-3-638-71914-8

File size: 277 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Lüneburg, Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik
Einzelveranstaltung: Propädeutikum und Orientierung auf Sprache
Wintersemester 2006/ 2007, Fachsemester: 1

Sprachwissenschaftliche Analyse eines Unterrichtsabschnittes

von

Nicola Hengels

 


INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung 1

2 Das methodologische Vorgehen 3

3 Die Rahmenbedingungen  5

3.1 Die Schule  5
3.2 Die Klasse  5
3.3 Die Lehrerin  5
3.4 Der Klassenraum 6

4 Der beobachtete Unterricht  7

4.1 Das Thema 7
4.2 Die Unterrichtsphasen und –methoden  7
4.3 Der Medieneinsatz 8

5 Die Transkription  9

5.1 Die Situierung des Transkripts 9
5.2 Der Transkriptkopf  9
5.3 Die Transkriptionszeichen 9
5.4 Die Sitzordnung der Klasse 11
5.5 Das Transkript  12

6 Die Analyse  18

6.1 Die thematische Ordnung 18
6.2 Die kommunikative Ordnung 18
6.3 Die Sprecherwechsel  21
6.4 Die Sprechakte  24
6.5 Das Gespräch 26
6.6 Das Gespräch mit institutioneller Rollenverteilung 29
6.7 Der Sprecher und der Hörer  31
6.8 Initiierung, Respondierung und Evaluierung  36

7 Resümee 39

8 Literaturverzeichnis

9 Die Erklärung über das eigenständige Verfassen

10 Anhang
 



 

1 Einleitung

Im Rahmen dieser Hausarbeit werden wir uns mit der Gesprächsanalyse beschäftigen, hierbei handelt es sich um eine relativ junge linguistische Teildisziplin, welche in Deutschland seit den Anfängen der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts existiert.1 Man bezeichnet die Gesprächsanalyse auch als Diskursanalyse, im Rahmen dieser empirisch fundierten Forschungsrichtung werden in der Regel mündliche Texte, also Gespräche, untersucht und das dort stattfindende sprachliche Handeln beschrieben und gedeutet. Gesprochene Sprache ist meistens dialogisch ausgerichtet und kommt in Situationen mit mindestens zwei Gesprächspartnern vor. Diese haben während einer Konversation jeweils wechselseitig die Rolle des Sprechers und des Hörers inne.2 Eine Ausnahme vom Vorangehenden ist der Monolog, bei dem der Sprechende beide Rollen zugleich besetzt.

Für angehende Deutschlehrer ist es essentiell zu wissen wie Gespräche ablaufen, wie diese gelenkt werden können und auf welche Weise über Gespräche die Wissensvermittlung gelingt, sodass sie im Berufsleben in der Lage sind, ihre Rolle als Gesprächsleiter und Wissensvermittler souverän auszuführen. Aus diesem Grunde haben wir in dem Seminar „Propädeutikum und Orientierung auf Sprache“ bei Frau Dr. Wenke Mückel die Grundlagen zur Analyse von Gesprächen erlernt und werden im Folgenden dieses Wissen anhand der Videoaufnahme einer Unterrichtsstunde, aufgenommen in einer zweiten Klasse einer Xer Grundschule, präsentieren. Aus dieser Aufnahme haben wir uns eine ca. fünfminütige Sequenz zur Analyse ausgewählt.

Die Analyse eines Gespräches kann auf der Makroebene, mittleren Ebene und Mikroebene erfolgen. Bei Untersuchung der Makroebene werden die Gesprächseröffnung, die Gesprächsmitte, die Gesprächsränder und die Gesprächsbeendigungen näher betrachtet. Ein Gespräch kann aber auch auf der mittleren Ebene untersucht werden, wobei der Forschungsgegenstand hier kleinere Organisationseinheiten, in erster Linie der Gesprächsschritt, der Sprecherwechsel und die Gesprächssequenz, sind.3 Die dritte Ebene der Gesprächsanalyse ist die Mikroebene, hier untersucht man die so genannten sprechaktinternen Elemente, wobei es sich um syntaktische, lexikalische und phonologisch/ prosodische Strukturen handelt.4 Wir werden im Verlauf unserer Analyse noch intensiver auf die ersten beiden Ebenen eingehen.

Anhand unseres transkribierten Unterrichtsgespräches werden wir aufzeigen, dass es sich hierbei um einen Ausschnitt handelt, der die typischen Punkte eines Unterrichtsgesprächs aufweist, welche unter anderem die folgenden sind:

• Die Dominanz der Lehrperson.
• Die Einhaltung bzw. die Existenz von Gesprächsregeln.
• Der Unterschied zu einem Alltagsgespräch.

Daraus folgernd stellen wir die These auf, dass der Lehrerin ein Unterricht gelingt, in welchem sie ihre Rolle als Wissensvermittlerin und Gesprächsleiterin souverän ausführt und in dem dennoch eine positive soziale Atmosphäre herrscht.

2 Das methodologische Vorgehen

Im Wintersemester 2006/07 haben alle Teilnehmer an dieser Hausarbeit ein semesterbegleitendes Schulpraktikum absolviert. Hierdurch bestanden Kontakte zu vier Grundschulen, auf Grund dessen sich eine Kontaktaufnahme mit Klassen zur Aufzeichnung von Videomaterial einfach gestaltete. Unsere Wahl fiel hierbei auf zwei der Schulen, in denen jeweils eine Unterrichtsstunde von uns allen aufgezeichnet wurde. Bei Durchsicht des Materials erwies sich die nun im Folgenden näher spezifizierte Datei als geeigneter für die Analyse.

Vor der Aufnahme fand eine kurze Absprache mit der Lehrperson und der Schulleiterin statt. Dem Aufzeichnen einer ihrer Unterrichtsstunden wurde von der Klassenlehrerin bereitwillig zugestimmt. So stand der Herstellung des Datenmaterials nichts mehr im Wege. Die Schüler5 bekamen eine Woche vor der Videoaufzeichnung ein von der Universität Lüneburg verfasstes Schreiben, in dem die Eltern oder die Erziehungsberechtigten über die Ziele und Verwendungsbedingungen der Aufnahme aufgeklärt wurden. Die Veröffentlichung derselben wurde hierbei jedoch ausdrücklich ausgeschlossen. Diesem Vorgehen zufolge handelt es sich hier um eine „offene“ Aufnahme6, was heißt, dass alle Beteiligten über die Videoaufzeichnung informiert und damit einverstanden sind. Daraus ist zu schließen, dass bei diesem Vorgehen alle juristisch- ethischen Aspekte berücksichtigt wurden, welche dem Schutz der teilnehmenden Personen dienen.

Die im Anhang beigefügte Aufnahme wurde mit Hilfe eines Mini DV Camcorders des Typs MD 9035 aufgezeichnet. Eine Videodatei ermöglicht in einer Analyse, im Gegensatz zu einer reinen Tondatei, neben den verbalen auch die nonverbalen Kommunikationsaspekte mit einzubeziehen.

Auf Grundlage der Videoaufnahme wurde zur Analyse ein Transkript erstellt, dieses erfolgte in der Partiturschreibweise,7 in Anlehnung an das „Gesprächsanalytische Transkriptionssystem“ (GAT).8 So können insbesondere komplexe Interaktionen mit vielen Beteiligten gut dargestellt werden. Das Gesprächstranskript wird in genereller Kleinschreibung erstellt, hierbei werden Großbuchstaben nur zur Notation von Akzenten verwendet. Die Zeilen des Transkripts werden untereinander notiert und nummeriert, nach der Zeilennummer folgt der entsprechend zugeordnete Sprechersigel9 des Teilnehmers, Sprecherkennzeichnung, oder Abkürzung für den Sprecher. Sprecherkennzeichnungen werden in der Folgezeile nicht wiederholt, wenn der Sprecher gleich bleibt, nach dieser folgt der eigentliche Transkripttext.10 In unserem Fall wurde der natürliche Prozess eines Unterrichtsgesprächs durch die „offene“ Vorgehensweise kaum beeinträchtigt. Das Interaktionsgeschehen ist von dem Einfluss des Videoaufnahmevorgangs relativ wenig geprägt, was dem so genannten Beobachterparadoxon widerspricht.11

3 Die Rahmenbedingungen

3.1 Die Schule

[...]


1 Vgl. Linke, A. et al. (2004) Studienbuch Linguistik. 5. Auflage, ergänzt um ein Kapitel „Phonetik und Phonologie“. Tübingen: Niemeyer. S. 294

2 Vgl. Schoenke, Eva. URL : http://www1.uni-bremen.de/~schoenke/tlgl/glgl.html#Gespr%E4chsanalyse (Stand : 26.03.2007, 10:06 Uhr)

3 Vgl. Linke, A. et al. (2004) Studienbuch Linguistik. 5. Auflage, ergänzt um ein Kapitel „Phonetik und Phonologie“. Tübingen: Niemeyer. S. 298 f.

4 Vgl. Schoenke, Eva. URL : http://www1.uni-bremen.de/~schoenke/tlgl/glgl.html#Gespr%E4chsanalyse (Stand : 26.03.2007, 10:06 Uhr)

5 Der Ausdruck „Schüler“ bezeichnet in der Hausarbeit sowohl männliche, als auch weibliche Schüler.

6 Vgl. Brinker, K. & Sager, S. F. (2001) Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. 3., durchgesehene und ergänzte Aufgabe. Berlin: Schmidt S.32

7 Vgl. Schwitalla J. (2003) Gesprochenes Deutsch. Eine Einführung. 2., überarbeitete Auflage. Berlin: Schmidt.

8 Vgl. Schlobinski, Peter. URL : http://www.teachsam.de/deutsch/d_lingu/gespraechsanalyse/gespraech_9_4_1.htm (Stand 26.03.2007 13:20 Uhr)

9 Vgl. Knöbl, Ralf & Steiger, Kerstin (2006) URL:gais.ids-mannheim.de/information/glossar/trans-systeme.pdf , S.1 (Stand 26.03.2007 13:42 Uhr)

10 Vgl. Selting, Margret et al. http://www.mediensprache.net/de/medienanalyse/transcription/gat/gat.pdf , S. 6 (Stand 26.03.2007 13:28 Uhr)

11 Vgl. Brinker, K. & Sager, S. F. (2001) Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. 3., durchgesehene und ergänzte Aufgabe. Berlin: Schmidt. S. 31


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