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Literatur und Philosophie während des Peloponnesischen Krieges

Termpaper, 2004, 25 Pages
Author: Klaus Genschmar
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V75960
ISBN (E-book): 978-3-638-81466-9
ISBN (Book): 978-3-638-81460-7
File size: 169 KB

Abstract

Das 5. Jahrhundert v. Chr. gilt als die Blütezeit des antiken Griechentums nicht nur auf dem politischen, sondern auch auf dem kulturellen Gebiet, wobei damit eigentlich Athen gemeint ist. In diesem Zeitraum, der in Abgrenzung zur archaischen Zeit als die klassische Zeit bezeichnet wird, entwickelte sich das demokratische Athen zu einer Macht, die mit der bisherigen griechischen Vormacht Spartas rivalisierte. Die Folge war eine kriegerische Auseinandersetzung, der sich die athenische Demokratie aber letztendlich militärisch und politisch nicht gewachsen zeigte. So endete der Peloponnesische Krieg (431 – 404 v. Chr.) mit der Kapitulation Athens. Der Aufstieg Athens zur Vormacht eines großen Seereiches hatte auch einen entsprechenden Wandel in den Vorstellungen nach sich gezogen. Auch wenn die Religion weiterhin eine große Rolle spielte, so begann man sich zunehmend vom althergebrachten Götterglauben zu lösen und fand neue Denkansätze in der Philosophie. Kulturell entwickelten sich in diesem Zeitraum innerhalb der athenischen Polis neue Dichtungsformen wie die Tragödie und die Komödie. Zudem gewann die Prosa vor allem in Form der Geschichtsschreibung an Bedeutung. Aufgabe dieser Hausarbeit soll es sein, im ersten Teil die bedeutendsten Formen innerhalb der griechischen Literatur des 5. Jahrhunderts vorzustellen und näher zu erläutern. Den Schwerpunkt bilden dabei die neuen Formen der Tragödie und der Komödie sowie die Geschichtsschreibung. Im zweiten Teil sollen die wichtigsten Ansätze und Auseinandersetzungen innerhalb der Philosophie des 5. Jahrhunderts dargestellt werden. Insbesondere soll dabei auf die Sophisten und Sokrates eingegangen werden. Zum Schluss soll die Bedeutung der griechischen Literatur und Philosophie, insbesondere ihre Bedeutung in der Gegenwart, herausgestellt werden. Aufgrund der inhaltlichen Fülle, die dieses Thema mit sich bringt, kann nur auf das Wesentliche eingegangen werden. Bestimmte Formen der Literatur bzw. Ansätze innerhalb der Philosophie und deren Vertreter können nur genannt werden oder mussten ganz ausgelassen werden. Auf politische, militärische und geschichtliche Ereignisse soll nur allgemein eingegangen werden, soweit sie im Zusammenhang mit der Hauptthematik der Hausarbeit stehen.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Altertumswissenschaften
Wintersemester 2003/04, 3. Fachsemester
Proseminar: Der Peloponnesische Krieg

Literatur und Philosophie während des Peloponnesischen Krieges

von

Klaus Genschmar

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

1. Die Literatur  4

1.1 Die Dichtung  4

1.1.1 Die Tragödie  5

1.1.1.1 Aischylos  6
1.1.1.2 Sophokles  7
1.1.1.3 Euripides 8

1.1.2 Die Komödie  9

1.1.2.1 Aristophanes  10

1.2 Die Prosa  12

1.2.1 Die Geschichtsschreibung  12

1.2.1.1 Herodot  13
1.2.1.2 Thukydides  14

2. Die Philosophie  16

2.1 Der Philosophiebegriff im 5. Jahrhundert  16
2.2 Die Denkansätze Mitte des 5. Jahrhunderts  16
2.3 Die Sophisten in der Zeitalter der Aufklärung  18
2.4 Sokrates  19

Schluss/Fazit 23

Quellen- und Literaturverzeichnis  24




 

Einleitung

Das 5. Jahrhundert v. Chr. gilt als die Blütezeit des antiken Griechentums nicht nur auf dem politischen, sondern auch auf dem kulturellen Gebiet, wobei damit eigentlich Athen gemeint ist. In diesem Zeitraum, der in Abgrenzung zur archaischen Zeit als die klassische Zeit bezeichnet wird, entwickelte sich das demokratische Athen zu einer Macht, die mit der bisherigen griechischen Vormacht Spartas rivalisierte. Die Folge war eine kriegerische Auseinandersetzung, der sich die athenische Demokratie aber letztendlich militärisch und politisch nicht gewachsen zeigte. So endete der Peloponnesische Krieg (431 – 404 v. Chr.) mit der Kapitulation Athens.
Der Aufstieg Athens zur Vormacht eines großen Seereiches hatte auch einen entsprechenden Wandel in den Vorstellungen nach sich gezogen. Auch wenn die Religion weiterhin eine große Rolle spielte, so begann man sich zunehmend vom althergebrachten Götterglauben zu lösen und fand neue Denkansätze innerhalb der Philosophie. Kulturell entwickelten sich in diesem Zeitraum innerhalb der athenischen Polis neue Dichtungsformen wie die Tragödie und die Komödie heraus. Zudem gewann die Prosa vor allem in Form der Geschichtsschreibung an Bedeutung.
Aufgabe dieser Hausarbeit soll es sein, im ersten Teil die bedeutendsten Formen innerhalb der griechischen Literatur des 5. Jahrhunderts vorzustellen und näher zu erläutern. Den Schwerpunkt bilden dabei die neuen Formen der Tragödie und der Komödie, sowie die Geschichtsschreibung. Im zweiten Teil sollen die wichtigsten Ansätze und Auseinandersetzungen innerhalb der Philosophie des 5. Jahrhunderts dargestellt werden. Insbesondere soll dabei auf die Sophisten und Sokrates eingegangen werden. Zum Schluss soll die Bedeutung der griechischen Literatur und Philosophie, insbesondere ihre Bedeutung in der Gegenwart, herausgestellt werden.
Aufgrund der inhaltlichen Fülle, die dieses Thema mit sich bringt, kann nur auf das Wesentliche eingegangen werden. Bestimmte Formen der Literatur bzw. Ansätze innerhalb der Philosophie und deren Vertreter können nur genannt werden oder mussten ganz ausgelassen werden. Auf politische, militärische und geschichtliche Ereignisse soll nur allgemein eingegangen werden, soweit sie im Zusammenhang mit der Hauptthematik der Hausarbeit stehen.

Hauptteil: „Literatur und Philosophie während des Peloponnesischen Krieges

1. Die Literatur

1.1 Die Dichtung

Das gesprochene Wort hatte bei den Griechen eine größere Bedeutung als das geschriebene. Sie „zogen es vor, zu sprechen und zuzuhören.“1. Dies galt nicht nur für die Lyrik, sondern auch für das Drama und andere Formen der Literatur. Lyrische Gedichte wurden üblicherweise öffentlich bei feierlichen Angelegenheiten wie Hochzeit, religiösen Festen oder militärischen Triumphen vorgetragen. Die Prosa, deren Entwicklung erst im 5. Jh. begann, blieb aufgrund der Vorliebe des gesprochenen Wortes weiter zurück. Die Dichtung behielt ihre herrschende Stellung bis zum Verfall der griechischen Zivilisation unter der römischen Herrschaft. In der klassischen Zeit waren die Themen der Dichtung vor allem auf die Gemeinschaft und nicht mehr auf das Individuum allein bezogen. Der bedeutendste Dichter dieser Zeit war neben Simonides von Keos und Bakchylides, vor allem Pindar (518-438 v. Chr.). Pindar als Vertreter der Chorlyrik ist vor allem durch seine Epiniken (Gedichte) bekannt geworden. Diese hatten ursprünglich einen religiösen Anlass und wurden zu Ehren eines Siegers bei Spielen vorgetragen. Zur Dichtung zählt auch die „Philosophische Lehrdichtung“. Ihr bedienten sich vor allem die vorsokratischen Philosophen, die so ihre Ideen in Worte fassten. Ein Beispiel hierfür wäre Empedokles (483-423 v. Chr.), der in seinem Gedicht Über die Natur (Fragmente) ausgehend von den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde seine Lehre von der Natur entwickelte. Eine weitere Form war die „Dichtung der Neuen Musik“, mit der Thimotheos von Milet (450-360 v. Chr.) Mitte des 5. Jhs. in Erscheinung trat. Sie stellte eine Wechsel von Musik und vortragenden Text dar. Der Tragödiedichter Euripides blieb von ihr nicht unbeeinflusst.
Doch im wesentlichen wurde die Dichtung des 5. Jhs. durch das Drama in Form der Tragödie bzw. Komödie geprägt. Das griechische Theater erlebte seine Blütezeit und seine Schauspiele bildeten „die Hauptunterhaltungsquelle für Menschen in einer Gesellschaft, die nicht an Überladung der Sinne litt.“2 Das Theater gilt als „Vorläufer der modernen Unterhaltungsbranche.“3

1.1.1 Die Tragödie

Die griechische Tragödie blieb im wesentlichen auf Athen beschränkt. Sie wurde um 534 v. Chr. zur Zeit des Tyrannen Peisistratos in das offizielle Programm der Großen Dionysien, welche zu Ehren des Weingottes Dionysos gefeiert wurden, aufgenommen. Ihre Ursprünge bleiben größtenteils im Dunkeln, aber eine wesentliche Voraussetzung war das Theater. Sie gilt als ein Produkt des 5. Jhs., da sie ein künstlerisches Können voraussetzte, für das im 6. Jh. noch die geistigen und technischen Voraussetzungen fehlten. In ihr verbinden sich althergebrachte Chorlyrik und neuerfundene Dialogformen, dazu die Mittel der Musik und der szenischen Realisierung, zu einem vielschichtigen und komplizierten Ganzen. Die Tragödie war kein rituelles Spiel, sie stand aber noch in enger Beziehung zur Religion, da sie fester Bestandteil der Dionysosen war und die meisten Tragödien dort ihre Premiere feierten. Die Festspiele beinhalteten einen dreitägigen Tragödienwettbewerb bei dem jedem Autor ein Tag zugeteilt wurde, an dem er seine drei Tragödien (meist eine Trilogie) und im Anschluss ein Satyrspiel aufführen ließ. Den Vorsitz beim Wettbewerb hatte der höchste Staatsbeamte, der Archon Eponymos. Dieser wählte auch jährlich die Wettbewerbsteilnehmer aus. Den Wettbewerb entschied ein Gremium von fünf Schiedsrichtern, die in einem komplizierten Wahlvorgang durch Losen vorher bestimmt wurden.

[...]


1 Vgl. FINLEY, Moses I., Die Griechen: eine Einführung in ihre Geschichte und Zivilisation, 2. durchges. Aufl., München 1983., S. 68.

2 Vgl. CAMP, John/FISHER, Elizabeth, Götter, Helden, Philosophen: Geschichte und Kultur der alten Griechen, Darmstadt 2003., S. 135.

3 Ebd., S. 135.


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